Anästhesie bei ambulanten Behandlungen

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Anästhesieschwester
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Re: Anästhesie bei ambulanten Behandlungen

Beitrag von Anästhesieschwester »

[quote="Jule90"]Hallo jacky,

ja, so wurde es mir jedenfalls gesagt als ich fragte ob es der gleiche Anästhesist machen würde wie beim letzten mal. Die Arzthelferin meinte, nein, das macht dieses mal eine Anästhesieschwester
Warum ?

Jule[/quote]


:shock: :twisted:
Meine Empfehlung: Krankenkasse über diese Tatsache informieren!
Jule90
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Re: Anästhesie bei ambulanten Behandlungen

Beitrag von Jule90 »

:shock: :twisted: Meine Empfehlung: Krankenkasse über diese Tatsache informieren!
Ähhh, warum? Darf eine Anästhesieschwester das nicht alleine?
Es war ja, laut Rechnung noch eine zweite Person/Schwester/Arzthelferin wie auch immer anwesend.

Ich habe auch heute mal bezüglich der Narkose nachgefragt. Es wurde nur über den Zugang gemacht und es war ja auch nur ein 'Dämmerschlaf' wo es, laut Arzthelferin durchaus auf mich den Eindruck gemacht haben kann, dass ich zwischendurch wach gewesen wäre, weil schon nach dem entfernen des Entzündungsherdes keine Medikamente mehr gegeben wurden. Naja, ich weiß ja was ich Währenddessen gesehen bzw erlebt habe.

Aber es kann bei kaia deshalb so teuer gewegsen sein, weil es eine richtige Vollnarkose war!?

Jule
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Anästhesieschwester
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Re: Anästhesie bei ambulanten Behandlungen

Beitrag von Anästhesieschwester »

Okay, dann war es tatsächlich keine Narkose, sondern "nur" eine Analgosedierung.

Ich habe die S3-Leitlinie zu Analgosedierungen jetzt nicht im Kopf, aber vielleicht können unsere Docs weiterhelfen :wink: : Dürfen auch nichtärztliche qualifizierte Personen eigenständig eine ASD durchführen wenn der Anästhesist in Rufweite ist?
In den mir bekannten Kliniken war jedenfalls immer ein Arzt zuständig.
Jule90
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Re: Anästhesie bei ambulanten Behandlungen

Beitrag von Jule90 »

Ein Anästhesist in Rufweite???
Hmm da ist jeden Tag der Woche immer jemand anders, und den Tag halt nur die Anästhesieschwester und die Praxiszugehörige Arzthelferin oder Anästhesiehelferin, kein Arzt. Es gab ja auch nur eine Chirurgin die hätte operieren können. Es war/ ist ja nur eine kleine chirurgische Praxis, keine Klinik.

Jule
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Anästhesieschwester
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Re: Anästhesie bei ambulanten Behandlungen

Beitrag von Anästhesieschwester »

Ich sag´s doch - Krankenkasse!
Und ich persönlich würde mich dort nicht mehr behandeln lassen, wenn wirklich (!) kein Anästhesist da ist, der bei Bedarf eingreifen könnte. Bis der Rettungsdienst vor Ort ist, verstreicht oft wertvolle Zeit.
jacky
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Re: Anästhesie bei ambulanten Behandlungen

Beitrag von jacky »

Hm, weil ich immer davon ausgegangen bin das Narkosen von einem Facharzt, also einem Anästhesisten gemacht werden. Eine Anästhesieschwester ist eine Krankenschester, also Pflegepersonal.
Respekt, ich hätte mich nicht von einer Schwester narkotisieren lassen.
Jule90
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Re: Anästhesie bei ambulanten Behandlungen

Beitrag von Jule90 »

Hmm und ich bin davon ausgegangen, dass Schwestern eben so kleine Anästhesien wie eine Analogsedierung alleine machen dürfen. Weil ich damals bei meiner Magen u Darmspiegelung auch nur von einer Schwester sediert wurde. Aber damals wurde ich auch zwischendurch wach :shock:
Richtig geschlafen hab ich nur bei Ärzten!

Kann mann bei so Narkosen/Sedierung dann eigentlich darauf bestehen daß das ein Arzt macht?

Jule
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jacky
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Re: Anästhesie bei ambulanten Behandlungen

Beitrag von jacky »

Hallo Jule

ein Dämmerschlaf ist ja keine Narkose. Hatte mal eine Magen und Darmspiegelung mit / im Dämmerschlaf und wurde zwischendurch auch immer wieder wach.
Im Gegensatz zur Vollnarkose ist man ansprechbar und atmet selbständig.
Es muss ein Arzt und eine Pflegekraft, die über eine strukturierte Ausbildung in der Durchführung von Analgosedierungen verfügt, anwesend sein. Ich glaube aber das der Arzt nicht zwangsläufig Anästhesist sein muss.
Anästhesieschwester
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Re: Anästhesie bei ambulanten Behandlungen

Beitrag von Anästhesieschwester »

Hallo,

sedieren darf natürlich jeder Arzt. Allerdings sollte er auch mit jeglichen Komplikationen klar kommen :mrgreen: - diese wären die selben wie bei Narkosen auch, da ja theoretisch die gleichen Medikamente verabreicht werden.

Eine Anästhesiepflegekraft sollte natürlich Analgosedierung und Narkose beherrschen - auch alleine, es könnte ja mal der Anästhesist akut notfallmäßig erkranken oder im Nachbarsaal kurz unterstützen müssen, dann muss ja sofort jemand übernehmen können.
Ob sie das aber grundsätzlich eigenständig tun sollte, ist eine andere Frage - da kommt die sog. Durchführungsverantwortung ins Spiel: Wenn man etwas macht oder eben unterlässt, trägt man im Schadensfall die Verantwortung. Wenn ein Anästhesist in Rufweite ist, [i]könnte[/i] sie natürlich trotzdem eine ASD durchführen, aber bei jeglichen Fragen / Problemen ist sie nicht in der Verantwortung, wenn sie den Anästhesisten dazu holt.
kaia
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Re: Anästhesie bei ambulanten Behandlungen

Beitrag von kaia »

Hallo noch mal,

ist zwar schon eine Zeit wieder her, seit ich das letzte Mal hier gepostet habe, aber es ist einiges bei mir passiert in der Zeit, was mich etwas durcheinander gebracht hat.

Erst mal noch danke für eure weiteren Antworten!

Erst mal noch die Antwort auf deine Frage, Jule:
Jule90 hat geschrieben:Hallo Kaia,

[...]

Vielleicht könntest du mal die einzelnen Posten deiner Rechnung aufführen?

Auf meiner Rechnunge sind die Medikamente Propofol 1%, Midazolam und Dexametason aufgeführt.
Dann noch weiter:
-Verweilkanüle
-Injektion intravenös
-einbringen v. Arzneien in parent. Katheter
-Infusion intravenös länger als 30 min.
-Zuschlag amb. Anästhesie ll
-Intravenöse Narkose mehrm. Verabreichung
-Kombinationsnarkose bis zu 1Std.
-Oxymetrische Untersuchung

[...]

Bei mir sind aufgeführt:
(Ziffer-Leistungstext-Faktor)

1 Beratung - 2,3
5 symptombezogene Untersuchung - 2,3
462 Intubationsnarkose bis zu 1 Stunde - 2,3
463 jede weitere angefangene halbe Sznde von 462 - 3,5
447 Zuschlag bei ambulanter Durchführung von Anästhesieleistungen - 1,0

anästhesieabhängig:
490 Infiltrationsanästhesie kleiner Bezirke - 2,0
602 Pulsomxymetrie - 1,8
617 In- und expspirat. Messung: O2, N2O, CO2, Desfl./Sevofl. - 1,8
650 EKG-Kontrolle - 1,3
272 Infusion, intravenös, von mehr al 30 Minuten Dauer - 2,3
261 Injektion in parenteralen Katheter (Dexaflam) - 2,3
261 Injektion in parenteralen Katheter (Novalgin) - 2,3
857 Orientierende Testverfahren zur Erhebung des Schmerzscores - 1,8
602 Pulsoxymetrie - 1,8
1 Abschlussberatung - 2,3

Das Ganze hat mich jetzt 340,- € gekostet. Im Moment versuche ich, das Ganze von der Krankenkasse erstattet zu bekommen, drückt mir mal die Daumen.
Ich hab es ja vorher mehrfach mit lokaler Anästhesie vesucht. Und ganz ohne Betäubung?! Bin ja schon an die Luft gegangen, als nur Luft an den Zahn geblasen wurde :?

Mittlerweile habe ich zwei weitere Vollnarkosen hinter mir, aber die musste ich erst gar nicht selbst bezahlen... Einmal für eine Konisation und ein zweites Mal, weil es 3 Wochen später Komplikationen gab und die Ärzte noch mal ran mussten :|

LG kaia
lg kaia
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