Anästhesie bei ambulanten Behandlungen

Moderator: DMF-Team

kaia
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Anästhesie bei ambulanten Behandlungen

Beitrag von kaia »

Hallo,

ich muss demnächst zum Kieferchirurgen zur Behandlung unter Vollnarkose. Jetzt habe ich so einen Fragebogen mitbekommen, wo ich unter anderem angeben muss, wo ich mich die nächsten 24 h nach der Bahendlung aufhalte mit Adresse und Telefonnummer sowie wer mich die nächsten 24 h betreut.

Jetzt ist es so, dass bei mir kein operativer Eingriff stattfindet, woraus sich auch noch Komplikationen ergeben könnten, sondern nur eine große Amalgamfüllung gegen eine Kunststofffüllung ausgetauscht werden soll, weil die nicht mehr in Ordnung ist und ich Schmerzen habe. Meine Zahnärztin hat es zweimal normal mit örtlicher Betäubung versucht, aber die hat so gut wie gar nicht gewirkt. Am betreffenden Zahn gar nicht. Sie war ziemlich ratlos, daher ihr Vorschlag mit der Vollnarkose. (Kommt mir irgendwie ziemlich übertrieben vor, aber ich bin bei meiner Zahnärztin schon an die Luft gegangen, als sie nur Luft an den Zahn geblasen hat... :cry: )

Meine Fragen jetzt - ist auch in diesem Fall eine 24-h-Betreuung erforderlich? Was könnten denn für Komplikationen alleine auf Grund der Anästhesie auftreten? (Von der Behandlung ist ja nicht mit Folgeproblemen zu rechnen, Füllung raus, neue rein und dann ist das Thema doch beendet, da muss nichts heilen oder so. Der Kieferchirurg rechnet mit einer Behandlungszeit von ca. einer Stunde)
Und wozu muss ich angeben, wo ich mich aufhalten werde, mit Adresse und Telefonnummer? Gibt es irgendwelche Situationen, in denen DIE mich erreichen müssten? Umgekehrt würde es ja Sinn machen, wenn es für den Patienten einen ASP gibt, falls Probleme auftreten.
Dann muss ich angeben, wo das nächste Krankenhaus ist und ob ich schnell dorthin gebracht werden könnte.

Der "Eingriff" wird am Nachmittag stattfinden, ich habe schon jemanden, der mich zur Praxis fahren und danach nach Hause bringen wird. Aber eigentlich hatte ich vor, die Nacht dann alleine zuhause zu verbringen. Und am nächsten Tag ganz normal zu arbeiten. Dass ich dann nicht am Straßenverkehr teilnehmen darf, ist mir schon klar, ich hab schon organisiert, wie ich ins Büro komme.
Spricht hier wirklich etwas gegen, dass so zu machen?
Und was ist, wenn man niemanden hat, der der einen 24 h betreuen kann?

Wäre schön, wenn mir jemand was dazu sagen könnte.

VG kaia
lg kaia
Muppet
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Re: Anästhesie bei ambulanten Behandlungen

Beitrag von Muppet »

Hallo,
es geht vermutlich hauptsächlich daran, dass nach eine Narkose kann man schwindelig werden und stürzen oder im schlimmsten Fall umkippen. Dann ist es schlecht alleine zu sein.
Jede verträgt Vollnarkosen anders - manche stecken es gut weg und sind nach 20-30 Minuten wieder komplett fit, andere haben danach Kreislaufprobleme- Verletzungsgefahr.
Solche Formularen sind meist Standardformularen und an allen die eine Narkose kriegen gerichtet, egal welchem Eingriff stattfindet.
Alles Gute
Muppet
Anästhesieschwester
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Re: Anästhesie bei ambulanten Behandlungen

Beitrag von Anästhesieschwester »

Wenn eine 24-stündige Aufsicht nach Narkose oder Analgosedierung NICHT gewährleistet werden kann (auch nicht zu einem anderen Termin) muss der Eingriff stationär gemacht werden.
Wie Muppet schon geschrieben hat, verträgt jeder eine Narkose anders: manche gut, bei manchen ergeben sich z.B. Kreislaufprobleme m. Verletzungsgefahr.
Ein weiteres Problem ist, dass sich bestimmte Narkose-Medikamente im Fettgewebe des Körpers einlagern und später noch nachwirken können.

Gruß
Die Anästhesieschwester
kaia
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Re: Anästhesie bei ambulanten Behandlungen

Beitrag von kaia »

Hallo und vielen Dank für die Antworten!

Es gibt jemanden, der netterweise bei mir übernachten würde, nur ist mir das total unangenehm, dass das notwendig ist. Aber Krankenhaus wegen einer Zahnfüllung klingt ja noch schräger :oops:
Also werde ich das Angebot wohl annehmen.

Aber was ich immer noch nicht verstanden habe - wieso muss ich angeben, wo ich mich aufhalte und dann auch noch mit Telefonnummer? In welchem Fall müsste mich die Praxis anrufen? Meine normale Telefonnummer haben die ja eh, die gibt man eigentlich immer bei Ärzten an.

VG kaia
lg kaia
Anästhesieschwester
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Re: Anästhesie bei ambulanten Behandlungen

Beitrag von Anästhesieschwester »

Guten Abend,

dass der Patient angeben muss, wo er sich aufhält und wie er dort telefonisch erreichbar ist, habe ich so auch noch nicht erlebt. Ich könnte mir aber vorstellen, dass die Praxis das als Vorsichtsmaßnahme macht, um im Notfall gleich zu wissen, wo sie einen Rettungswagen hinschicken müssten. Ein anderer Grund ist mir bisher nicht eingefallen.
Muppet
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Re: Anästhesie bei ambulanten Behandlungen

Beitrag von Muppet »

Hallo,
manche Ärzte (z.B. meiner) rufen später an, um zu schauen ob alles OK ist.
dora
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Re: Anästhesie bei ambulanten Behandlungen

Beitrag von dora »

dass der Patient angeben muss, wo er sich aufhält und wie er dort telefonisch erreichbar ist, habe ich so auch noch nicht erlebt.
wurde mehrmals ambulant operiert und musste das auch immer angeben. Das ist in diesem Bogen den man abgibt vorgedruckt.
kaia
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Re: Anästhesie bei ambulanten Behandlungen

Beitrag von kaia »

Hallo,

besten Dank noch für die Antworten!

Dann hoffe ich mal, dass diese ganzen Vorsichtsmaßnahmen auch nur reine Formalien bleiben ;-)

VG kaia
lg kaia
dora
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Re: Anästhesie bei ambulanten Behandlungen

Beitrag von dora »

kaia hat geschrieben:Hallo,

besten Dank noch für die Antworten!

Dann hoffe ich mal, dass diese ganzen Vorsichtsmaßnahmen auch nur reine Formalien bleiben ;-)

VG kaia
wenn du kein Risikopatient bist ist anzunehm,en dass du das alles gut überstehst.
Wünsche dir alles Gute :lol:
kaia
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Re: Anästhesie bei ambulanten Behandlungen

Beitrag von kaia »

Danke dir :)

Denke nicht, dass ich ein Risikopatient bin. Einzige Herausforderung für den Anästhesisten wird wohl sein, mir das Richtige zu geben, das mit meinen anderen Medikamenen nicht im Widerspruch steht.

Angst vor der Vollnarkose hab ich auch weniger, viel mehr ist mir unangenehm, dass wegen so einer Lapalie das ganze erforderlich ist. :oops:
Und teuer wirds, neben den beiden Kunststoffkronen darf ich ja auch die ganze Narkose zahlen...
Aber mit den Schmerzen wird es so ohne leider auch nicht besser...

VG Kirsten
lg kaia
Anästhesieschwester
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Re: Anästhesie bei ambulanten Behandlungen

Beitrag von Anästhesieschwester »

Hallo kaia,

wie viel zahlst Du denn für die Narkose? Werde öfter mal von Patienten gefragt, wie teuer das denn ist und kann nie eine Antwort geben, weil die Narkose im stationären Bereich ja in der Fallpauschale schon mit integriert ist.

Gruß
Die Anästhesieschwester
dora
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Re: Anästhesie bei ambulanten Behandlungen

Beitrag von dora »

ich meine dass die Narkose so bei ca. 200 € liegt,

aber wenn die Narkose doch erforderlich ist weil die Spritzen nicht betäuben müsste die doch die Kasse zahlen ??
Anästhesieschwester
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Re: Anästhesie bei ambulanten Behandlungen

Beitrag von Anästhesieschwester »

Danke, dora!

Ja, das denke ich eigentlich auch - aber das müsste der behandelnde Arzt oder die Klinik entsprechend begründen = Zeit-u. Arbeitsaufwand. Da geht es wahrscheinlich schneller, dem Patienten eine Rechnung auszustellen... :roll:
dora
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Re: Anästhesie bei ambulanten Behandlungen

Beitrag von dora »

es wäre viellt.sinnvoll dem operateur zu sagen dass man sich eben nur unter der Voraussetzung operieren lässt wenn das mit der KK vom Arzt abgeklärt wird :wink:
Sollte es da Probleme geben, es gibt viele Zahnärzt :!:
kaia
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Re: Anästhesie bei ambulanten Behandlungen

Beitrag von kaia »

Hallo Anästhesieschwester und Dora,

ich muss für die Narkose 270,- € für die erste Stunde und für jede angefangene weitere halbe Stunde 70,- € zahlen.

Find ich schon viel, aber ich denke, das ist normal? Aber vielleicht sollte ich morgen mal mit der KK telefonieren, ob die in diesem Fall die Kosten übernehmen, wäre ja nicht schlecht. Und meine Zahnärztin bestätigt mir bestimmt, dass zwei Versuche mit Spritzen stattgefunden haben.
Hab mich zwar im ersten Moment über die eigenen Kosten erschrocken, weil ich das, als ich die Überweisung bekommen habe, gar nicht so auf dem Plan hatte, aber das dann doch so als eben notwendig hingenommen.

Hab auch das Gefühl, dass die Kunststofffüllungen in dieser Praxis teurer sind als sie es bei der Zahnärztin gewesen wären, aber dummerweise finde ich den Kostenvoranschlag meiner Zahnärztin nicht. Und ändern können werde ich daran wohl auch nichts. Denke mal, die sind mit ihren Preisen an keine Vorgaben gebunden (sowohl Narkose als auch Füllungen), oder?

VG kaia
lg kaia
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