Aortenaneurysma

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the ghost of elvis
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Aortenaneurysma

Beitrag von the ghost of elvis » 20.11.09, 10:55

Guten Tag!

Bei einem meiner Verwandten (männlich, 79 Jahre, vor ca 10 Jahren Herzinfarkt, ansonsten körperlich fit, guter Allgemeinzustand) wurde bei einer Sonographie des Abdomens folgendes festgestellt:

"Befund: ... deutliche Aufweitung der distalen abdominellen Aorta unmittelbar vor der Aortenbifokation auf bis zu 4cm. Normale Weite der Vena cava ... Deutlich vermehrte Echogenität des Pankreas. Pankreasgang nicht dilatiert.
...
Beurteilung:
... kräftige Steatosis hepatis sowie Pankreaslipomatosse. Vereinzelte kleine Konkremente der linken Niere. Des weiteren Nachweis eines Aortenaneurysmas mit Dilation der distalen Aorta auf bis zu 4cm.
Ggf gefäßchirurgische Abklärung empfohlen...."

Nachdem ich diesen Bericht gelesen und durch Berichte im Internet erfahren hatte, dass der Röntgenarzt eine Ausweitung der Bauchschlagader diagnostiziert hat, was lebensgefährliche Folgen haben kann, wenn diese platzt, bin ich sehr beunruhigt.
Dass der Röntgenarzt nur (nach vielen Tagen) den o.g. Befund an den überweisenden Hautarzt weiter geleitet hat und nicht gleich eine Überweisung an einen Facharzt (Gefäßchirurg ?) ausgestellt hat, überrascht mich. Und dann wurde auch nur vermerkt: "Ggf. gefäßchirurgische Abklärung empfohlen".
-> Nur ggf.?

Meine Frage: sollte der Patient nicht unverzüglich von einem Facharzt untersucht, bzw. gleich ins Krankenhaus überwiesen werden?

Für Antworten: danke im Voraus!

Stefan von Sommoggy
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Beitrag von Stefan von Sommoggy » 20.11.09, 11:01

Er sollte sich vorstellen bei einem Gefässchirurgen, aber ohne Eile. Nach den heutigen wisssenschaftlichen Kenntnissen (englischer "small aneurysm trial") haben Aortenaneurysman < 5cm eine geringe Gefahr der Ruptur. Erst >5cm und mit Wachstumstendenz ist die Behandlung indiziert. Zunächst sollte ein Computertomogramm zur genauen Beurteilung z.B. der Wandbeschaffenheit durchgeführt werden, dann sind Ultraschall-Kontrollen in 6 monatigen Abständen ausreichend.
Viele Grüße,
Sommoggy
Prof. Dr. Stefan von Sommoggy

Nach § 7 (3) der Berufsordnung für Ärzte ersetzt meine Stellungnahme nicht die persönliche Beratung, Untersuchung und Behandlung durch Ihren Arzt.

the ghost of elvis
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Beitrag von the ghost of elvis » 20.11.09, 11:20

Vielen Dank für die rasche Auskunft!

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