MRT-Angiographie oder konventionelle Angiographie mit KM???

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dynaset
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MRT-Angiographie oder konventionelle Angiographie mit KM???

Beitrag von dynaset » 10.06.09, 17:30

Guten Tag!

Welches Untersuchungsverfahren MIT kONTRASTMITTEL gibt 100% Aufschluß über die Beschaffenheit
der Mammaria Arteria (Brüchigkeit, Verkalkungen) und ob eine Gefäßfehlbildung vorliegt?

Hintergrund: Für einen Brustaufbau aus Eigengewebe müssen diese Punkte abgeklärt sein, da das Eigengewebe an den Blutkreislauf an der Brust neu angeschlossen wird. Der Plastiker ist kein Radiologe und der Gyn. ist auch kein Radiologe.

Daher stelle ich hier diese Frage und hoffe auf eine kompetente Antwort.

Vielen Dank!

Gruß Dynaset
Lobet den Tag nicht vor dem Abend

Stefan von Sommoggy
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Beitrag von Stefan von Sommoggy » 16.06.09, 10:59

Hallo, da ich in dieser Frage selbst nicht kompetent bin, habe ich den Leitenden Oberarzt unserer Klinik für Plastische Chirurgie Dr. Frank Busse gefragt. Hier seine Antwort:

Sehr geehrter Herr Professor,
vielen Dank für die Anfrage. Wir machen seit Jahren den Brustaufbau mit Anschluß an die thoracica interna, ganz am Anfang hatten wir noch axillär angeschlossen, was aber wegen der Vernarbungen in der Axilla nach Lxmphknotendissektion immer rel. Schwierig war. Die thoracica ist eigentlich nie verklalkt oder brüchig, sie ist ähnlich wie die a. radialis auch bei älteren Pers "immer" gut, höchstens manchmal sehr klein. Auch nach Radiatio ist sie nicht schlechter. Wir warten allerdings mind. 6 Monate nach Chemo ab, da die Intima uns innerhalb von 6 Mon. Nach Abschluß einer Chemo doch sehr verletzlich bei der Mikroanastomose erscheint und wir häufiger Lappenverluste durch art. Probl. An der Mikroanastomose gesehen haben.
Wir gucken also die thoracica präop nicht an, egal mit welchem Verfahren, suchen, wenn sie doch wider Erwarten mal sehr klein sein sollte, die thoracoepigastrica oder die thoracica lateralis oder andere Gefäße aus dem subaxillären Bereich aus, wobei wir die thoracodorsalis gerne schonen, um einen Rückzug für einen Latissimus zu haben.
Anzumerken finde ich, daß wir die Pat. doch darüber aufklären, daß die thoracica nach einem Brustaufbau nicht oder nur eingeschränkt für eine Herz- Bypass- OP zur Verfügung stehen würde und das sollten vielleicht auch die Herzchirurgen ihren Pat. sagen.
Die o.g. Frage ist also in unseren Händen seit über 10 Jahren und weit mehr als 500 freien Lappen zum Brustaufbau noch nie von Relevanz gewesen und ich kenne auch kein Zentrum, für die das ein Problem wäre.
Mit herzlichem Gruß
F. Busse
Prof. Dr. Stefan von Sommoggy

Nach § 7 (3) der Berufsordnung für Ärzte ersetzt meine Stellungnahme nicht die persönliche Beratung, Untersuchung und Behandlung durch Ihren Arzt.

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MRT-Angiographie oder konventionelle Angiographie mit KM???

Beitrag von dynaset » 03.07.09, 03:13

Sehr geehrter Herr Professor Sommoggy,

vielen Dank für die Nachricht, die mich von Herrn Dr. Frank Busse erreichte.

Ich hätte Ihnen mitteilen müssen, dass ich von Geburt an das Klippel-Trenaunay Syndrom (Gefäßmalformationen) habe. Es ist eine Brustrekonstruktion aus dem
myokutanen Grazilislappen geplant. Ich bin keine Brustkrebspatienten. Da ich rechts weder Brustmuskel noch Brustdrüsengewebe habe, soll nun das Silikonimplantat raus
und durch eine Eigengeweberekonstruktion ersetzt werden.

Von beiden Oberschenkeln wurde bereits ein MRT erstellt - sowie auch eine Dopplersonographie.

Eine Dopplersonographie wurde auch von der arteria Mammaria interna erstellt.
Im Zuge der Kontrolle des Silikonimplantates ließ ich ein aussagekräftiges MRT erstellen.
Auch hier wurde die arteria mammaria interna mit beurteilt. Die Befundung lautet: Eine anatomische Auffälligkeit der bds. parasternal verlaufenden Aa. und Vv: mammariae intern. stellt sich zwischen oberen und unterem Drüsenrand (Scanvolumen) nicht dar.

Sämtlich Befundungen zu den oben gemachten Untersuchungen lauten, dass die Gefäße
unauffällig zur Darstellung kommen. In der MRT-Befundung der Oberschenkel heißt es:
Die Gefäße kommen unauffällig zur Darstellung. Sowohl A. femoralis als auch A. femoralis superficialis und Profunda mit Ästen, soweit von der Auflösung her darstellbar mit Ästen zu der Gracilis-Muskulatur.

Den Plastischen Chirurgen, den ich kürzlich aufsuchte, behaart aber auf eine eindeutige konventionelle Angiographie zur Darstellung der Arterie A./V. circumflexa femoris medialis als auch der arteria mammaria interna.

Ich frage mich nun, ob eine konventionelle Angiographie mit KM zwingend notwendig ist - da diese ja auch nicht ohne Risiko ist. Thrombenbildung, die zur Embolie führen kann usw.

Würde eine CT-Angiographie noch aussagekräfitigere Ergebnisse liefern, als die bisherigen Untersuchungsverfahren?
Diese ist nicht so risikoreich. Gibt es überhaupt ein Untersuchungsverfahreen, dass Aufschluß über die Brüchigkeit eines Gefäßes gibt?

Ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie sich meiner noch mal annehmen bzw. mein Problem an Herrn Dr. Frank Busse weiterleiten.

Mit freundlichem Grüßen aus dem Norden
Dynaset
Lobet den Tag nicht vor dem Abend

Stefan von Sommoggy
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Beitrag von Stefan von Sommoggy » 03.07.09, 06:52

In diesem Fall halte ich eine konventionelle Angiografie mit Kontrastmittel für überflüssig.
Wegen der Op-technischen Fragen werde ich ihr Mail noch an Dr. Busse weiterleiten.
Stefan Sommoggy
Prof. Dr. Stefan von Sommoggy

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Stefan von Sommoggy
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Beitrag von Stefan von Sommoggy » 27.08.09, 07:01

Siehe Antwort Dr. Busse:
Sehr geehrter Herr Professor,
vielen Dank für die nochmalige Anfrage, die ich wegen meiner 2monatigen Elternzeit erst heute beantworte und bitte Sie, diese an die Patientin weiterzuleiten.
Mir ist nicht bekannt, daß es Daten zur Brustrekonstruktion bei Frauen mit Klippel- Trenauny- Syndrom gäbe, daher kann ich durchaus verstehen, daß der behandelnde Arzt möglichst genaue Informationen über den Zustand der Gefäße haben möchte, um hier keinen vermeidbaren Fehler im Vorfeld zu machen. Ich halte es daher grundsätzlich für ein Zeichen seiner Sorgfalt. Meiner Ansicht nach kann man mit einer konventionellen Angiographie heutzutage- auch trotz verbesserter MRT- Techniken- immer noch die exaktesten Bilder anfertigen und daher die bestmögliche Aussage über den Zustand der Gefäße machen.
Persönlich glaube ich jedoch nicht, daß durch eine konventionelle Angiographie noch wesentlich hilfreichere Aussagen zutage gefördert werden würden, als es sie jetzt schon über den Zustand der Gefäße der Patientin gibt.
Bzgl. der Brüchigkeit der Gefäße kann meiner Ansicht nach keine Angiographie eine gute Aussage machen, hier ist die klinische Symptomatik feinfühliger (Neigung zu Blutergüssen, etc.).
Ich hoffe, ich konnte der Patientin helfen und stehe für Fragen jederzeit zur Verfügung.
Mit herzlichen Grüßen
Dr. Frank Busse
Prof. Dr. Stefan von Sommoggy

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