Rollstuhl und Trombose !?

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Lydi
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Rollstuhl und Trombose !?

Beitrag von Lydi » 07.05.09, 17:46

Hallo Leute,

ich arbeite seit zig Jahren mit erwachsenen psychisch und physisch behinderten Menschen zusammen.
Ich habe mir jetzt mal die Frage gestellt, wie ist es eigentlich mit Menschen die den ganzen Tag im Rollstuhl sitzen. Haben die ein erhöhtes Thromboserisiko?????
Ich denke da auch an Menschen die einen langen Flug machen, denen wird doch auch immer geraten, aufgrund des langen Sitzens, dass sie Stützstrümpfe tragen sollen, weil das Risiko eine Thrombose zu bekommen höher ist als bei anderen Leuten.

Wer weiß da bescheid? Gibt es da Nachlesestoff?

Vielen Dank schonmal.

Lydia
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Beitrag von Lydi » 12.05.09, 17:07

Hallo


Kann mir keiner etwas dazu sagen? :(

Schade.

LG Lydia
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Renate02
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Beitrag von Renate02 » 13.05.09, 09:35

Bei langen Flug- oder Busreisen sind Stützstrümpfe nur nötig, wenn man ein erhöhtes Thromboserisiko hat. Ansonsten genügt es, sich regelmäßig zu bewegen (und wenn es nur die Füße sind) und ausreichend zu trinken.

Aber, ja, auch Rolli-Patienten brauchen eine Thromboseprophylaxe. In der Regel werden sie aber wohl auch einen Arzt oder Physiotherapeuten haben, der sich darum kümmert.

Lydi
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Beitrag von Lydi » 25.05.09, 17:49

Hallo Renate02,

vielen Dank für die Antwort und sorry, dass ich mich jetzt erst melde, aber erst war ich ein paar Tage krank und dann hatte ich eine ziemlich gemeine Zahn - OP.

Aber nun zum Thema:
In der Regel werden sie aber wohl auch einen Arzt oder Physiotherapeuten haben, der sich darum kümmert.
Genau wie Sie es sagen, in der Regel.
Aber leider gilt diese Regel nicht immer.
Ich arbeite schon soviekle Jahre in diesem Heim und noch NIE hat irgend ein Arzt diesbezüglich mal etwas erwähnt.
Sicher mache ich mir auch meine Gedanken und deshalb werde ich bei nächster Gelegenheit mal den Hausarzt darauf ansprechen.
Physiotherapie bekommen die Wenigsten, wenn überhaupt. leider.
Aber mir reicht es ja schon zu wissen, dass man da überhaupt etwas machen sollte.
Gerade fällt mir noch ein, wenn wir schonmal bei diesem Thema sind......
Wir haben auch einige Bewohner im Heim, wo fest steht, dass sie ein erhöhtes Thromboserisiko haben und trotzdem bekommen sie vom Arzt nur einen Stützstrumpf, also für nur ein Bein, verordnet.
Macht das überhaupt Sinn? Wäre es nicht sinnvoller beide Beine zu bestrumpfen?

LG lydia
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Beitrag von Renate02 » 26.05.09, 07:55

Hm, mein Wissen über die Reisetrhombose habe ich aus der Zeit, als ich (während des großen "Reisethrombose-Hypes") bei einer Fluggesellschaft tätig war.

Dass Rolli-Fahrer eine Prophylaxe brauchen war eine Kombination aus gesundem Menschenverstand und Google-Suche.

Dass sich Ärzte und Physiotherapeuten darum kümmern (sollten) war lediglich mein Vertrauen in das deutsche Gesundheitssystem (auch wenn ich durchaus sehe, dass es in manchen Bereichen Verbessungsbedarf gibt).

Deshalb kann ich leider nichts Genaueres mehr zu dem Thema sagen...

Ich würde es allerdings traurig finden, wenn manche Ärzte das Thromboserisiko ihrer Rolli-Patienten unterschätzten...

Lydi
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Beitrag von Lydi » 26.05.09, 18:44

Hallo Renate02,

danke erstmal für deine Antwort.
Dass Rolli-Fahrer eine Prophylaxe brauchen war eine Kombination aus gesundem Menschenverstand und Google-Suche.
Genauso wie bei mir nur habe ich bei Google nichts konkretes finden können.
Dass sich Ärzte und Physiotherapeuten darum kümmern (sollten) war lediglich mein Vertrauen in das deutsche Gesundheitssystem (auch wenn ich durchaus sehe, dass es in manchen Bereichen Verbessungsbedarf gibt).
Ich arbeite schon soooo lange mit behinderten Menschen zusammen und mußte leider immer wieder feststellen, dass man in unserer Gesellschaft entweder privat versichert sein muß/sollte oder nicht alt und krank.
Es gibt tausende tolle Arzte die sich wirklich noch Zeit und Mühe machen einem wirklich zu helfen, so wie mein Hausarzt - ich Glückliche :-) - , aber es gibt leider auch noch Ärzte die eine gewisse Berufsblindheit an den Tag gelegt haben und das finde ich mehr als schade. Egal woran es liegen mag.
Und leider durfte ich einige davon kennen lernen.
Nur habe ich das Glück als relativ junger und gesunder Mensch mir meinen Arzt aus zusuchen, wer aber in einer gewissen Abhängigkeit ist.....
Ich habe z.bsp. nicht selten erlebt, dass geistig behinderte Menschen so mit Psychopharmaka eingestellt waren, dass sie schon an Vergiftungserscheinungen gelitten haben, nur weil Diagnosen per Telefon gestellt werden.
Das mag ein Bsp. von einigen sein.
Ich will auf niemanden mit dem Finger zeigen, dazu habe ich gar kein Recht, aber leider erlebe ich die Realität nicht immer von der besten Seite. Naja.

Vielleicht kann ja Prof. Dr. med. Stefan von Sommoggy etwas dazu sagen, ob generell Rollstuhlfahrer Thrombosestrümpfe tragen sollten.

LG Lydia
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Stefan von Sommoggy
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Beitrag von Stefan von Sommoggy » 27.05.09, 13:37

Hallo, offen gestanden habe ich mich nicht geäussert, weil ich ausser allgemein gültigen Regeln nichts hätte beitragen können.
Jetzt habe ich aber (über Google) eine klare Aussage von Prof. Curt Diem gefunden. Ich kenne ihn und er ist ein sehr bekannter Angiologe mit großer Erfahrung. Man kann also seinem Rat vertrauen:http://www.curt-diehm.de/AZ-2000-07-05.pdf
Viele Grüße,
Sommoggy
Prof. Dr. Stefan von Sommoggy

Nach § 7 (3) der Berufsordnung für Ärzte ersetzt meine Stellungnahme nicht die persönliche Beratung, Untersuchung und Behandlung durch Ihren Arzt.

Lydi
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Beitrag von Lydi » 28.05.09, 11:26

Sehr geehrter Herr von Sommoggy,

vielen Dank für ihre schnelle Antwort und den Beitrag von Prof. Curt Diem.

GLG Lydia
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