Katheterembolisation der Milz vor Splenektomie

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Nordstern56
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Katheterembolisation der Milz vor Splenektomie

Beitrag von Nordstern56 » 06.06.12, 03:19

Sehr geehrter Herr Professor von Sommoggy,

in diesem Forum ist es schwer für mein massives Problem den passenden Ansprechpartner zu finden.
Aber ich versuche es mal.

Bei angeborenem Klippel-Trenaunay Syndrom mit vizeraler Beteiligung, bestehender chronischen
DIC, Hyperfibrinolyse und Faktor XIII Mangel besteht bei mir eine ausgeprägte Splenomegalie
(im Sinne einer Lymphangiomatose) Die Größe der Milz hat in den letzten Jahren zugenommen
und drückt aktuell auf das Sigma. Eine akute Divertikulitis ohne Darmperforation hatte ich vor
3 Jahren.
1985 reichte die Milz bis zum Bauchnabel und die chronische DIC bestand noch nicht!
Aufgrund meines Kinderwunsches wurde ein fachchirurgisches Gutachten erstellt das ergab,
dass eine Splenektomie mit einer hohen Letalität von etwa 5% belastet ist und mir mit
meinen damaligen 28 Jahren praktisch nicht zumutet werden kann und darf.

Aufgrund der Zunahme der Splenomegalie und der lebendsbedrohlichen Komplikationen,
denen ich ausgesetzt bin (Ruptur ect.) bin ich in 2 Unikliniken bei den Professoren für
Abdominalchirurgie vorstellig geworden.

In der einen Uniklinik will man präoperativ eine Ballon-Katheterembolisation durchführen,
um so die Blutzufuhr zur Milz zu drosseln, um sie zum Schrumpfen zu bringen.
Hier wird die Milzarterie durch ein Embolisat verschlossen. Danach erfolgt die Splenektomie.

In der anderen Uniklinik will man die Milz ohne vorherige Ballon-Katheterembolisation entfernen,
weil eine Ballon-Katheterembolisation zusätzliche Komplikationen mit sich bringen kann z.B
dass die Bauchspeicheldrüse die Embolisation "übelnehmen kann", sowie die Gefahr von
Leberabzessen und Milzinfarkt.

Was nun?????? Für welchen Operateur soll ich mich entscheiden???
Soll ich noch weitere Kliniken kontaktieren bis ich einen eindeutigen Punktestand habe?
Für oder gegen die Embolisation? Warum gibt es hier überhaupt 2 Meinungen?

Mit meinen damaligen 28 Jahren war mir wegen der ca. 5% tigen Letalität die
Splenektomie nicht zumutbar. Heute besteht zusätzlich die chronische DIC.
Ist sie mir denn heute mit meinen 56 Jahren und dem Blutungsrisiko der chronischen DIC,
die bei der OP in einer akuten DIC übergehen kann mit Organversagen zumutbar?

Zu den 5% von damals kommt heute noch das Blutungsrisiko. 1985 bestand dieses noch nicht.

Ist es nicht besser zu warten bis ein Notfall eintritt. Der kann morgen - aber auch erst in
Jahren eintreten. Dann könnte ich noch ein wenig Luft holen.
Bei Narkosesetzung ohne Notfall war es dann wohl auch gewesen - das Leben-.

Aber nun komme ich noch mal zu meiner Frage. Katheterembolisation Ja oder Nein?

Können Sie, Herr Professor von Sommoggy aus Ihren gefäßchirurgischen Erfahrungen eine Empfehlung geben
was die zusätzlichen Risiken anbelangt? Bei welchem Operateur bin ich in "sichereren" Händen?

Eine Stellungnahme wäre klasse!

Danke sagt der Nordstern 56

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