Beschreibung von alternativen Heilmethoden

Theoretische Grundlagen, Philosophie, Kritik

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eurodoc
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Beitrag von eurodoc » 09.05.10, 13:12

Wenn Ihre Bildungsoffensive aus der Werbung für Scharlatane und Trickser besteht, die ihre "Heil"methoden nie nachgewiesen haben, dann danke ich. Sie stellen die "Ganzheitliche" Medizin schon in das rechte Licht.
Nein, meine Bildungsoffensive ist die, auf recht infantile Angriffe eine Antwort zu geben, die jedes Kind begreifen kann.
Offenbar hab ich aber meinen Auftrag noch nicht ganz erfüllt:
Nun versuch ich es für die ganz langsamen nochmals, bitte lesen Sie sich diesen Absatz laut und deutlich vor:

die Ursprungsposterin wollte - ohne von irgendjemand vorselektiert - eine seriöse Quelle -keine private Seite- wo sie (selbständig) über verschiedene Arten der alternativen Heilmethoden lesen kann.

Warum bestimmen Sie nun, was die Leserin davon halten soll oder darf?
Worin liegt ihr Antrieb und ihre Motivation?

Sie sind gegen diese Methoden, das ist ok und ihr gutes Recht.
Die Userin aber möchte sich selber darüber informieren.
Wer denken Sie, sind SIE und was ist ihr Auftrag hier? Vordenken, oder Zensur?
Ich komm mir langsam vor wie in einem Kindergarten mit Betreuung.
Unter erwachsenen Menschen sollte man doch bitte fähig sein, andere sich selbst ein Bild machen zu lassen.
Auch NEGATIVE Artikel helfen bei der Meinungsbildung. Vielleicht helfen diese sogar mehr bei dem, was Sie ausdrücken wollen, als jede noch so fundierte Fachpublikation...
Ich stelle gar nichts in irgendein Licht, denn ich bewerte nicht. Ich sage nur, dass ich den Link gut finde, weil er ein Erklärungsansatz für unerklärte Phänomene ist.

Ob Ihnen das nun gefallen muss oder nicht, ist ein anderes Thema. Aber Sie werden meine Meinung nicht verändern können, denn wir beide sitzen hier nicht im Sandkasten, wo man dem anderen die Schaufel auf den Kopf schlagen kann, wenn der mal nicht so mitspielt wie man das selbst gern hätte.

Sie haben ausser dass Sie unzusammenhángendes BlaBla schreiben, kein einziges fundiertes Argument eingebracht, sondern immer nur ihre persönliche Meinung in Verbindung von Angriffen auf meine persönliche Integrität. Ist das die Qualität der hier moderierenden Mitwirkenden? Sie wirken ein wenig verspannt auf mich, Herr Kollege...!

Wie "gut" Sie informiert sind, zeigt dieser entlarvende Satz:

Oder sind Sie als Augenarzt nunmehr auch Experte in Bioenergiemedizin? Dann nehme ich das natürlich zurück.
Nein, mit Scharlatanerie habe ich nun wirklich nichts zu tun.
Sie geben zu, keine Ahnung von der Thematik zu haben, gleichzeitig aber vergeben Sie das Prädikat Scharlatanerie. Wie ausgewogen und wohlüberlegt Sie ihre Beiträge hier hinschmieren, ist wirklich kaum zu fassen!*Ironiemodus aus* Anmassend wäre wohl das passende Wort.
Im Übrigen wäre heute eine Therapieform, die "Zehntausenden Menschen" geholfen hätte, längst x-fach durch die Medien getragen, von Managern verwurstet und in schlaue Bücher gegossen, die an Universitäten gelehrt würden.
Ich sehe schon, Sie haben viel Zeit, um hier Ihren Unsinn zu verbreiten, wahrscheinlich haben Sie in Ihrer normalen Tätigkeit genauso sorgfältig und verantwortungsbewusst recherchiert wie hier...

"Und dann mach weiter und zock die Verzweifelten ab!" Was für ein pauschaler Unfug!

Zu ihrer Kenntnis:

1. Rubens Faria hat in einem Monat mehr Zulauf, als ein guter Arzt in einem halben Jahr. Das sollten Sie wissen, bevor wir hier weiterreden. Der hat soviele Anfragen, dass er sie allein nicht bewältigen kann. Das sollte vor allem uns Ärzten zu denken geben, egal wie man seine Arbeit bewertet. Gerade dann, wenn man ihn negativ beurteilt, ist doch die Frage, warum gehen die Menschen da überhaupt hin, wo liegt das Problem, und das liegt zweifelsohne bei den Ärzten.

2. Er nimmt kein Honorar, nur eine freiwillige Spende. Wer kein Geld gibt, wird trotzdem behandelt. Von den Spenden gehen 50% an ein Waisenhaus, das er mit (geschätzt)70 Kindern versorgt.

3. für Kinder verlangt er auch keine Spenden, die macht er komplett kostenlos. Kommerz?

Ich kenne Rubens Faria persönlich, weil ich das Phänomen um diesen Menschen ergründen wollte. Sie kennen ihn nicht. Aber wie können Sie etwas beurteilen, das sie nicht kennen?

Ich bin kein "Geistheiler", aber ich bin offen, um dazuzulernen, und wenn es den Menschen hilft, an etwas zu glauben, wenn sie dadurch gesund werden, dann sollte uns Ärzten das zu denken geben und wir sollte anfangen, etwas zu lernen, was Geistheiler offenbar schon können.
Sie geben den Kranken Hoffnung, die wir ihnen versagen, weil wir Haftungsprobleme haben, weil wir "auf der sicheren Seite" sein wollen, weil wir niemand enttäuschen wollen oder weil wir schlicht keine Lösung mehr haben.
Rubens Faria gibt den Menschen die Gewissheit, dass ein Prozentsatz von Patienten gegen jeden ärztlichen Befund eine Chance hat. Und die Menschen glauben daran und es hilft ihnen.
Ich habe einen Patienten untersucht und begleitet mit HLHS, (für Sie als Augenarzt sicher nicht unbedingt ihre Kernkompetenz)welcher als inoperabel galt und wegen viel zu hohem pulmonalem Druck und einer TI 3 Grades unter einer massiven Zyanose litt. Vor der "Behandlung " von Rubens Faria lag die Sättigung bei nachgewiesenen 65%, der 5jährige Patient verlor bei Belastung regelhaft das Bewusstsein.
Nach der "Behandlung" bei Rubens Faria, die ich als behandelnder Arzt mitbegleitet habe, stieg die Sättigung auf 85%-90% an und fiel auch nach mehreren Monaten nicht mehr ab. Der Patient konnte einer TCPC zugeführt werden.
Haben SIE dafür auch eine Erklärung?
Die Behandlung war übrigens kostenlos.
Die Medikation wurde nicht verändert. Ich hätte das hier nicht erwähnt, wenn Sie nicht pauschal alles als Scharlatanerie abtun würden, daher bitte ich, das ausdrücklich nicht als Werbung, sondern als Fallbeispiel zu sehen, da ich nicht weiss, worauf die Besserung zurückzuführen ist.

Im Übrigen wäre heute eine Therapieform, die "Zehntausenden Menschen" geholfen hätte, längst x-fach durch die Medien getragen, von Managern verwurstet und in schlaue Bücher gegossen, die an Universitäten gelehrt würden.
Sie sehen doch, wie das läuft:
jeder, der etwas Postives (oder wie ich, etwas neutrales) anführt, wird von der selbsternannten Wächterliga sofort mundtot gemacht, alles wird pauschal als Nonsens abgetan und jeder, der irgendwelche Erfahrungen einbringt, wird persönlich diffamiert, die Meute der ewig gestrigen wehrt sich gegen Veränderung, denn Veränderung birgt auch Kritik am Bestehenden.

Und wenn "ER" gut ist, dann müssen "wir" doch automatisch schlecht sein - oder doch nicht?
Das sind die Probleme, weshalb in der Medizin nur so schleppend neue Erkenntnisse umgesetzt werden.

Und dass jeder Depp, der vor 30 Jahren mal approbiert wurde, weiterpfuschen darf, obwohl sein Wissen längst überholt ist.
Darüber regen wir uns abe rnicht auf, weil dieser ist ja einer von uns.
Mir sind sowohl bunte Seiten wie auch kostenpflichtige Seminare nicht anerkannter "Heilmethoden" zuwider
Anerkannt - aber von wem? Von den Kollegen (die sich ja ins eigene Fleisch schneiden würden, wenn sie das anerkennen würden), vom Ärzteverband?(ein ganz tolles Qualitätsmerkmal, wenn die, die versagt haben, dem, der hilft, Anerkennung zollen sollten, sehr witzig, wirklich)
Anerkannt von der Industrie (die nichts an dem Heiler verdient, weil er keine Medikamente verordnet) oder vielleicht von den KK? Von wem denn nun?
Ich verrate es Ihnen: anerkennen kann diese Methoden nur derjenige, dem sie geholfen hat. Und das ist der Patient. Ich habe die Menschenschlangen gesehen, und ich habe die Begeisterung erlebt, die die Patienten auch nach stundelangem Warten nicht verloren haben. Ich habe mit Patienten gesprochen und ich habe mit Faria selbst gesprochen.
Ich weiss also, über wen und über was ich hier schreibe.

Bevor Sie nun anführen, dass es auch Versagerquoten gibt: die haben wir alle, wir sind nur Menschen.

Ich sage niemand: geh zum Heiler.
Ich sage auch nicht: ich bin dafür.
Aber ich bin fair genug, um mir selbst gegenüber meine Grenzen zu erkennen und einem schwerkranken Patienten SELBST die Entscheidung zu überlassen, ob er das tun will oder nicht.

http://www.youtube.com/watch?v=UYRKCvL_Lf4

Das alles pauschal mit Placeboeffect abzutun ist leider nicht möglich. Es muss also noch eine andere Komponente geben, und möglicherweise ist der Ausdruck, den Faria selbst benutzt, dafür gar nicht mal so schlecht: einen "Kanal" über den der Patient zu der Auffassung gelangt, dass er nun geheilt ist, und mittels dessen er diese Heilung im Körper nun aktiv anstösst.
Wir können fachlich über diese Phánomene diskutieren, gerne.
Was ich nicht mache, ist, Sie überzeugen zu wollen, oder mich auf eine "wer hat denn nun recht" Diskussion zu begeben, da mir dazu jegliche Motivation fehlt.

Das gezeigte Video ist exemplarisch für die "Behandlungen" die durchgeführt werden, und man kann wirklich nicht behaupten, dass es an Medienaufmerksamkeit fehlen würde.
Übrigens müssen Sie nicht in den Regenwald reisen, Rubens Faria lebt derzeit in Deutschland und arbeitet auch hier eng mit Medizinern zusammen.
Er hat sich bei seiner Behandlung sofort bereiterklärt, mich als Beobachter teilnehmen zu lassen und hat mir ohne die Diagnose des Patienten zu kennen, sowohl gesagt, wie lange seine "Energiebehandlung" helfen wird als auch, dass das Kind in ca. 4 Monaten nach der Behandlung operiert werden könne.
Er hat mir sogar die Klinik vorgeschlagen und hat zutreffend die von den Eltern präferierte (recht ungewöhnliche) Wahl der Klinik in den USA, nicht in D. vorhergesagt.
Man könnte das nun vielleicht mit einem Vorgespräch mit den Eltern erklären, jedoch hat weder Mutter noch Vater des Kindes vor der Behandlung Kontakt gehabt zu Faria.
Das alles war doch sehr ungewöhnlich und ich war sehr überrascht.

Falls Sie also nun auf meinen Beitrag eingehen wollen, können wir gern die Umstände kritisch beleuchten. Pauschale Diffamierungen jedoch werde ich nicht beantworten und bitte um Ihr Verständnis.

Beste Grüsse
Zuletzt geändert von eurodoc am 09.05.10, 13:36, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitrag von eurodoc » 09.05.10, 13:33

jaeckel hat geschrieben:Wenn heute jemand behauptete, wir brauchen nicht auf Elektroautos zu hoffen, man wäre gestern schließlich auf der Autobahn von einem fliegenden Teppich überholt worden, hätten wir kein Problem zu erkennen, dass das wohl eher Unsinn wäre.

Es wäre auch überaus rational, aufgeklärt und würde selbstverständlich sowohl der Erfahrung als auch dem wissenschaftlichen Weltbild entsprechen, dass das Unsinn sein muss.

Nur wer dank seiner (schulischen/wissenschaftlichen) Unbildung in Lage ist, all sein Hintergrundwissen über die Welt als null und nichtig zu erklären, kann solchen Unsinn als reale Möglichkeit in Erwägung ziehen.

Genau die selben Gründe sprechen bei entsprechender (Aus-) Bildung gegen die geschilderte Quantenmedizin und selbsternannte Geistheiler.

Die Unbildung, die ein notwendiges Kriterium ist, sein Hintergrundwissen über die Welt, Naturgesetze usw. komplett über Bord zu werfen, schließt regelmäßig auch die Unbildung über die Denkmethodik der Wissenschaft, Wissenschafts- und Erkenntnistheorie ein. Daher sind argumentative Auseinandersetzungen meist zwecklos.
Guten Tag dem Admin,
Sie werden mir verzeihen, dass ich auch Ihre Haltung nicht nachvollziehen kann, denn es geht doch gar nicht um die Debatte "kann ich das glauben" sondern um die Frage"was steckt konkret dahinter".
Abtun und sagen "Scharlatanerie" ist das eine.
Aber erforschen, warum und weshalb es eben häufig doch funktioniert, ist etwas ganz anderes.
Und damit tun wir uns leider immer noch sehr schwer, weil nicht sein kann, was nicht sein darf.

Und dass derjenige, der an fliegende Teppiche glaubt, nicht unbedingt ungebildet, sondern eher Visionär sein muss, sehen Sie an dem Video in folgendem Link.
http://www.focus.de/wissen/wissenschaft ... 00632.html
Vieles, was unmöglich scheint, ist möglich, und wir sollten herausfinden, warum. Darum geht es, und nicht um Recht oder Unrecht.
Ich hoffe, auch Ihren Blick ein wenig verändert zu haben, denn oftmals sind wir geprágt vom rationalen Denken und vergessen dabei jeglichen Glauben an die Wunder der Natur und die wundersamen Entwicklungen ausserhalb unseres direkten Blickwinkels.

Hier noch eine (nicht ganz ernstgemeinte) Bauanleitung für fliegende Teppiche:
http://docs.google.com/viewer?a=v&q=cac ... j3RmrjTHZAund falls Sie gern mal selbst einen fliegenden Teppich ausprobieren möchten, klicken Sie einfach
http://derstandard.at/2254430 :lol:
Zuletzt geändert von eurodoc am 09.05.10, 18:35, insgesamt 3-mal geändert.
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Beitrag von jaeckel » 09.05.10, 13:41

eurodoc hat geschrieben: Es muss also noch eine andere Komponente geben, und möglicherweise ist der Ausdruck, den Faria selbst benutzt, dafür gar nicht mal so schlecht: einen "Kanal" über den der Patient zu der Auffassung gelangt, dass er nun geheilt ist, und mittels dessen er diese Heilung im Körper nun aktiv anstösst.
Damit habe ich z.B. gar kein Problem. Viele Patienten haben die Auffassung, sie wären körperlich gesund, sind aber krank und umgekehrt. Auch die Aktivierung von Selbstheilungskräften ist ein Gebiet, wo die Wissenschaft sich aufgrund des Leib-Seele- (bzw. Geist-Materie-) Problems schwer tut. Dieses Schwertun ist ein grundsätzliches: Denn "Psyche" ist nicht "Hirnströme" und umgekehrt.
Alles Gute!

Herzlichen Gruss
Ihr

Dr. med. Achim Jäckel
Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie und Nephrologie
Intensivmedizin, Notfallmedizin, Hypertensiologe (DHL)

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Beitrag von Beitragszahler » 09.05.10, 14:10

jaeckel hat geschrieben:Wenn heute jemand behauptete, wir brauchen nicht auf Elektroautos zu hoffen, man wäre gestern schließlich auf der Autobahn von einem fliegenden Teppich überholt worden, hätten wir kein Problem zu erkennen, dass das wohl eher Unsinn wäre.
Wenn dieser Vergleich in morgenländischen Kulturen angebracht werden würde, so könnte das schon auf größeren Glauben treffen als im Abendland.
Lassen wir mal in Gedanken ein UFO bei uns fliegen und schauen wir mal...
jaeckel hat geschrieben:Nur wer dank seiner (schulischen/wissenschaftlichen) Unbildung in Lage ist, all sein Hintergrundwissen über die Welt als null und nichtig zu erklären, kann solchen Unsinn als reale Möglichkeit in Erwägung ziehen.
Das ist aber pauschal abgeurteilt. Führt Unbildung nicht öfter dazu sich eher mit fassbaren Realitäten unserer Welt abzufinden? Also einfach zu sein? (Über)Geistige Überlegungen sind doch oft eher eine intellektuell geführte Auseinandersetzung von wie auch immer Gebildeten.

Und was ist mit der Unbildung, die von der Bildung nicht erkannt wird?
Meine jahrelange Beobachtung zu medizinischem Wissen, ist, dass es auch nur eine hauchdünne Schicht von Weltwissen abbildet und immer wieder mal Unbildung auch dort Gegenstand ist.
Zweifelhafte Thesen und Praktiken dort also genauso verteidigt werden, wie bei alternativen Heilmethoden.
Wie oft wird sich dann auch noch auf gesicherte Erkenntnisse berufen?

OK, ich erkenne an, dass so eine Auseinandersetzung dann aber wieder gesund ist, wenn die Bildung zur Unbildung führen kann.
Dazu ist die Schulmedizin viel eher in der Lage, als reine Glaubensmedizin.

zerlina
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Beitrag von zerlina » 09.05.10, 14:13

Obwohl ich mich als "Ärztebasher" aus diesen absolut sinnlosen Diskussionen in diesem Forum bereits zurückgezogen hatte, möchte ich mich doch noch einmal zu Wort melden (nicht ärgern - nur wundern :mrgreen:)

Lieber eurodoc,

ich möchte Ihnen hiermit meinen allerhöchsten Respekt zollen. Ärzten wie Ihnen ist es zu verdanken, dass so mancher Patient den Glauben an die Medizin nicht verliert. Ärzte, die nicht obrigkeitsgläubig an längst überholten Relikten festhalten, Kritik nicht als persönliches Versagen implizieren und dafür noch so deutliche Worte finden. Bleiben Sie wie Sie sind! Ich ziehe meinen (nicht vorhandenen) Hut.

Gruß Cerlina

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Beitrag von eurodoc » 09.05.10, 14:25

Vielen Dank,

liebe Zerlina, Ihr Lob ehrt mich, dennoch weiss ich nicht, ob ich es verdiene.
Aufgrund meiner persönlichen Einstellung und vieler Erfahrungen habe ich aufgehört, mich und meine Person als Maxime für einen Behandlungserfolg zu nehmen.

Ich lasse es zu, dass andere mir ihre Sichtweisen schildern und nehme mir - so wie in einem Supermarkt- das für mich nachvollziehbare daran heraus.
Manchmal lerne ich, manchmal lache ich, und manchmal schüttele ich auch den Kopf.
Aber ich versuche, nicht der Versuchung zu erliegen, mich als Arzt zum Vormund meines Patienten zu machen.
Aber wie Sie hier sehen, deckt sich meine Haltung nicht immer mit dem, was Kollegen befürworten, und daher bin ich wohl eher nicht der Erfolgstyp Arzt, für den Sie mich vielleicht halten.
Freue mich aber trotzdem oder gerade deshalb über Ihre Zustimmung.
Liebe Grüsse!
Eurodoc

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Beitrag von Adromir » 09.05.10, 16:01

Damiana hat geschrieben:
Beitragszahler hat geschrieben:Ist auch fast wie im Kochkurs.
Man nehme ein paar bestehende Theorien als Rezepturen und daraus schön gehackt und gewürfelt verschiedenste Begriffe, und voila, fertig ist die nächste Fast-Food-Heilung.
Ich meine Adromir(?) hatte da mal einen netten Link, so eine Art Basteltanleitung... Ich find ihn leider grad nicht, vielleicht weiß einer der Mitlesenden was ich meine und kann den Link posten.

Viele Grüße Damiana
:D
@Damiana, meinen sie den: http://de.wikipedia.org/wiki/Benutzer:C ... %A4kelkurs
?

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Beitrag von Damiana » 09.05.10, 16:19

Adromir hat geschrieben:meinen sie den: http://de.wikipedia.org/wiki/Benutzer:C ... %A4kelkurs ?
:D Irgendwas handarbeitsmässiges hatte ich noch im Kopf hab aber nach stricken gesucht war ja nur knapp daneben. Ja den meinte ich. Danke!

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Beitrag von Adromir » 09.05.10, 16:25

Hallo Damiana,
dieser Beitrag ist auch nicht schlecht: http://ratgebernewsblog2.wordpress.com/ ... -produkte/

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Beitrag von Beitragszahler » 09.05.10, 16:25

Ja nett mit dem Häkelkurs, den kannte ich noch nicht. Aber meinen spontanen Vergleich mit einem Kochkurs finde ich treffender, hat so was organisches, so was alchemistisches. :wink:

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Beitrag von zerlina » 09.05.10, 16:47

Eurodoc hat geschrieben:Aber ich versuche, nicht der Versuchung zu erliegen, mich als Arzt zum Vormund meines Patienten zu machen
Genau das macht in meinen Augen einen guten Arzt aus, ebenso wie gegenseitiger Respekt, selbst wenn man unterschiedliche Ansichten vertritt.

Trotz dem Bemühen von Herrn Dr. Jäckel ist es leider nicht möglich, in diesem Forum darüber eine sachliche Diskussion zu führen, wie man nun unschwer wieder erkennen kann - nicht zuletzt, weil dieser gegenseitige Respekt vielen wohl abhanden gekommen ist.

eurodoc
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Beitrag von eurodoc » 09.05.10, 16:51

Es ist ja an allem ein Körnchen Wahrheit, aber gibt es das nicht alles bereits als Strickmuster aus der guten, alten Schulmedizin?
Offenbar schon
in deutscher Postbote, Gert Postel, hat mehrere Jahre verschiedene medizinische Positionen inne gehabt und das ohne medizinische Ausbildung. Er brachte es unter anderem bis zum Oberarzt einer psychiatrischen Klinik, stellte Expertisen für Schwurgerichte aus und diskutierte auch mal unter vier Augen mit einem Gesundheitsminister. Es wurde ihm sogar ein Posten des Oberarztes einer Klinik für Psychiatrie und Neurologie angeboten, der normalerweise nur für Professoren, also Inhabern eines Lehrstuhls vorgesehen war. Seine Berichte und Bücher demaskieren auf eine ausgesprochen seltene Art und Weise, dass Psychiater und Psychotherapeuten nur in der Umhüllung eines „Freundes in der Not“, die einer hohlen Maske gleicht, stecken. Nun, wenn da nicht dieses Problem wäre, dass „die Psychiatrie“ eine unbegrenzt scheinende Macht über diese Leute, die hinter ihre Mauern verbracht wurden, inne hätte, und wenn sie nicht auf erfundenen „wissenschaftlichen“ Begriffen basierte und wenn ihr „Output“ nicht so dramatische physische und mentale Verläufe für die mit Psychopharmaka vollgestopften „Patienten“ mit sich bringen würde, prätendierte dieser Text vielleicht sogar für die Rubrik „Humor“. Aber er wird nicht lustig sein. Eher müsste in uns eine nicht zu bremsende Unruhe wachsen, da wir es bei den Psychiatrieinsassen oft mit an der Psychiatrie leidenden und durch sie ausgegrenzten Menschen zu tun haben. Bei vielen dieser Menschen schwindet die Hoffnung auf Gerechtigkeit und sie fangen an sich immer kleiner und verlassener zu fühlen um dann, all die „Mächtigen“ (in weiße Kittel Verkleideten) betrachtend, in diese vermeintlich eigene Kleinheit und Abhängigkeit von ihrer Macht sich ergebend, häufig allmählich zu beginnen an die von den „weißen Göttern“ implizierte „psychische Erkrankung“ selbst tatsächlich zu glauben. In der Psychiatrie war es ihm jedoch möglich, schon nach Aneignung einer begrenzten Anzahl bestimmter psychiatrischer Begriffe Fuß zu fassen und sich dort gar mehrere Jahre als „Fachmann“ zu behaupten! Zugegeben… Er hatte ja auch Zeugnisse gefälscht, was strafrechtlich verfolgt wurde, aber angesichts der vielen Fälschungen in der unheiligen Allianz Psychiatrie-Pharmaindustrie denke ich, sei ihm – zumindest meinerseits – verziehen und vergeben. Er selbst sagte mal: „Während ich diese Rolle spielte, fühlte ich mich oft, wie ein Hochstapler unter Hochstaplern“. Heute, dank seiner Berichte und Bücher kann man die Psychiatrie auch aus einer anderen Perspektive betrachten; er hat sie bloßgestellt und trägt damit zur Aufklärung der Situation in psychiatrischen Einrichtungen entscheidend bei… An dieser Stelle ist wohl der Hegelgedanke angebracht über die gegenseitige Abhängigkeit des Herren und des Knechtes: der Herr glaubt, Herrschen zu müssen und Überlegenheit zu besitzen und der Knecht glaubt, dass er beherrscht werden und gelenkt werden müsse; schwindet der Glaube, schwindet die Existenz beider Irrtümer... Also: danke Herr Postel!
Dieses Strickmuster funktioniert also ebensogut und gerade in der Schulmedizin, weshalb dieser lustig aufgemachte Artikel, den ich lustig fände, wenn er sich auf die gesamte Medizin bezöge, gar nicht so lustig ist, weil er leider nur die Randgebiete edr Medizin in Mitleidenschaft zieht, und nicht zum Grund des Ganzen vordringt.
Die Schulmedizin bleibt wie immer aussen vor und bar jeder Kritik.
http://www.onlinezeitung24.de/article/3197
Ausschnitte aus einem Interview mit Gert Postel:*

- /…/ Ich war zum Beispiel Weiterbildungsbeauftragter der Klinik und habe in dieser Eigenschaft vor 80, 100 vieleicht 120 Psychiatern psychiatrische Krankheitsbegriffe eingeführt, die es überhaupt nicht gibt. Diese berühmte „Bipolare Depression III. Grades“… Das gibt es nicht. Und ich habe es nicht vor Chirurgen gemacht oder Internisten, sondern vor Fachpsychiatern. Und keiner hat eine Frage gestellt, weil sie in diesen Kreisen dadurch, dass sie fragen, Inkompetenz zugeben, aus deren Sicht. Und das will man nicht. Weil dann hätte ich fragen können: Wie bitte? Was? Sie kennen die Bipolare Depression III. Grades nicht? Muss ich den im Urschleim anfangen? Und das wollte man sich ersparen. Und ich habe internationale Psychiatriekongresse eingeführt, die nie stattgefunden haben, Professoren genannt, die es überhaupt nicht gibt und so. /…/

- Ich habe mal zu einem Psychiater gesagt, in der psychiatrischen Diagnostik sind sie doch darauf angewiesen, dass der Patient was sagt. Wenn der Patient nichts sagt, können sie nichts diagnostizieren. Da sagt er: „Ach, da schreibe ich dann immer: symptomschwache autistische Psychose“.
Was ich immer sage: nichts ist unmöglich:)
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Beitrag von Beitragszahler » 09.05.10, 16:57

zerlina hat geschrieben:..ist es leider nicht möglich, in diesem Forum darüber eine sachliche Diskussion zu führen
Ich finde, dass hier ausgesprochen umfangreich sachlich und mit klaren Worten diskutiert wird.
Die Darstellung unterschiedlicher Meinungen, ja selbst mit persönlicher Ansprache und Zuordnung, verlassen m.E. damit lange nicht den Pfad einer gesunden und ausgewogenen Diskussionskultur, diese dadurch erst Belebung erfährt.
zerlina hat geschrieben:...wie man nun unschwer wieder erkennen kann - nicht zuletzt, weil dieser gegenseitige Respekt vielen wohl abhanden gekommen ist...
Was hat die letzte nicht auf Einzelpersonen zielende Satire mit gegenseitigem Respekt zu tun?
Humor ist auch ein Gesundheitsthema.

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Beitrag von Beitragszahler » 09.05.10, 17:02

eurodoc hat geschrieben:...weshalb dieser lustig aufgemachte Artikel, den ich lustig fände, wenn er sich auf die gesamte Medizin bezöge, gar nicht so lustig ist, weil er leider nur die Randgebiete edr Medizin in Mitleidenschaft zieht, und nicht zum Grund des Ganzen vordringt.
Die Schulmedizin bleibt wie immer aussen vor und bar jeder Kritik...
Haben Alternativmediziner denn überhaupt gar keinen Humor, obwohl lachen doch so gesund ist?
Es besteht doch auf dieser satirischen Kommunikationsebene Waffengleichheit.
Da kann ich nun nur für mich sprechen, da man mich hier in den Foren als Kritiker aller Parteien kennenlernen könnte, auch als Kritiker meiner selbst.
Somit würde ich auch gerne mal fröhliche Ablassungen zur sich oft allmächtig haltenden Schulmedizin lesen.

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Beitrag von eurodoc » 09.05.10, 17:07

@zerlina:
ich habe kein Problem mit SPAM, solange es den Admin nicht stört ist das doch wie das Salz in der Suppe.
Auch dieses Verhalten kann man kommentieren (wenn man ihm soviel Aufmerksamkeit widmen will):
der Verfasser hat schlicht und ergreifend kein Gegenargument, und auch keine Begründung die auf nachvollziehbarer Logik basiert, also bedient er sich des Stilmittels einer Verzerrung ins ironische, weil er ja dem Inhalt selbst nichts entgegensetzen kann.

Macht aber nichts, weil mich das ja gar nicht betrifft.
Denn ich bin weder
für noch gegen
die in meinem Artikellink erläuterten Methoden
ich fand wie ich schon x-fach erklärte, nur den Gedanken einer Verbindung von Quantenphysik und Geistheilung sehr reizvoll.

Es wäre eben interessant, zu wissen, worauf so ein Phänomen basiert, denn -zig tausend (zufriedene) Patienten machen mich schon nachdenklich und ich wüsste gern, woran so etwas liegt.
Ich weigere mich, alle, die positive Erfahrungen wiedergeben, pauschal als leichtgläubige Idioten zu sehen, die abgezockt wurden und hinterher noch danke sagen.
Wenn das so leicht ist, den "dummen Patienten" zufrieden zu stellen, warum haben (wir) Ärzte dann so viele "intelligente" aber unzufriedene Patienten?
Wir sind mittels IGeL in der Lage, durch die nicht abrechnungsfähigen Leistungen (die manche Praxis "über Wasser halten" ) unsere Patienten "seriös" von ihrem Reichtum zu befreien.
Allein diese Leistungen kosten oft ein Vielfaches dessen, was einem "Heiler" an Spende zuteil wird oder was er selbst verlangen mag.
Ich plädiere dazu, dass die Ärzteschaft zuerst in den Spiegel sieht, bevor sie die hässliche Visage der anderen kritisiert.
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