Erfahrungen mit homöopathischer Behandlung?

Theoretische Grundlagen, Philosophie, Kritik

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Emi
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Erfahrungen mit homöopathischer Behandlung?

Beitrag von Emi »

Hat hier jemand eventuell schon eine Behandlung bei einem echten Homöopathen oder Arzt mit Zusatzausbildung in Homöopathie gemacht?
Angeblich ist die Anamnese ja ganz anders wie bei normalen Ärzten. Wie kann man das denn verstehen, wie schaut eine Anamnese bei einem gelernten Homöopathen aus?
Welche Erfahrungen mit der Homöopathie habt ihr gemacht?
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jaeckel
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Re: Erfahrungen mit homöopathischer Behandlung?

Beitrag von jaeckel »

Ich meine man sollte das (Pendel, Irisdiagnose, Vogelflug, Kaffesatz...etc.) nicht Anamnese nennen. Die ärztliche Anamnese ist ein hohes Gut. Anamnese und Untersuchung bleiben unverzichtbare Basis des ärztlichen Handelns. Der erfahrene Hausarzt kann über 90% der Diagnosen allein anhand einer sorgfältigen Anamneseerhebung stellen. Das hängt mit seinem medizinischen Hintergrundwissen zusammen. Wer kein Hintergrundwissen hat, sollte die Finger davon lassen.
Das Anamnesegespräch besteht aus einem Wechsel von offenen Fragen (Sondierungsfragen) des Arztes, einem freien Bericht des Patienten, gezielten Fragen und Auswahlfragen bzw. geschlossenen Fragen.
Das Anamnesegespräch hat dabei mehrere Funktionen
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Herzlichen Gruss
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Dr. med. Achim Jäckel
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helfi_elfi
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Re: Erfahrungen mit homöopathischer Behandlung?

Beitrag von helfi_elfi »

also ich selbst war schon bei einer fachärztin mit zusatzausbildung für homöopathie, die ein sehr intensives anamnese gespräch mit mir geführt hat. das hat gar nichts mit kaffeesatz, pendel oder anderem humbug zu tun, sondern war ernst zu nehmen. bei mir ging es damals um meine probleme mit meinen polypen, die operativ entfernt hätten werden sollen, weil ich kaum luft bekam, probleme beim schlucken hatte und dauerschnupfen mit verstopfter nase hatte. meine behandelnde ärztin meinte, sie würde es gerne auf homöopathische weise versuchen, womöglich könnten wir so das problem in den griff bekommen. sollte die behandlung nicht anschlagen, müssten wir den operativen schritt gehen. es handelt sich hierbei um keinen schlimmen oder all zu dramatischen eingriff, ganz im gegenteil: um einen routine eingriff, der ambulant durchgeführt wird. allerdings unter vollnarkose und natürlich birgt jede operation risiken mit sich. es wäre dann doch auch schön, sich das zu ersparen. in meinem fall war klar, dass ich es versuchen kann, ohne, dass gefahr besteht. meine ärztin hatte mich ja unter aufsicht und konnte das geschehen abwägen. und siehe da, nach mehreren wochen mit den richtigen homöpathischen mitteln, ist es wirklich besser geworden und ich hatte seither keine probleme mehr. das anamnese gespräch beinhaltete alle möglichen fragen zu körperlichem, aber auch gewohnheiten, zu meinem wesen und vieles, worüber ich selber mal kurz nachdenken musste. hat sicher eine halbe stunde oder sogar länger gedauert.
Emi
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Re: Erfahrungen mit homöopathischer Behandlung?

Beitrag von Emi »

Ausgebildete Homöopathen brauchen doch eine Ausbildung in einem medizinischen Fach. Also das dürfen doch keine Fachfremden Personen sein oder? Soweit ich weiß richtet sich die Ausbildung ja nur an Ärzte, Hebammen oder Pharmakologen. Gibt es da etwa Unterschiede?
Ich möchte jetzt auch gar nicht sagen, ich gehe nur mehr zum Homöopathen. Wenn man da aber zu einem Arzt geht, der eine Zusatzausbildung in Homöopathie hat, dann ist das ja eine zusätzliche Möglichkeit. Ob man die jetzt nützt oder nicht, kommt dann ja auf das Problem an.

Habe davon gehört, dass eben die Gespräche sehr lange dauern können weil da alles abgefragt wird. Das würde mir gefallen weil wenn ich zum Arzt gehe, habe ich oft das Gefühl, wenn ich ein Problem nenne, hat sich schon alles erledigt. Der Arzt hat die Medikamente, die er mir verschrieben will und fertig. Ob ich dann noch weitere Infos habe, interessiert oft gar niemanden mehr. Dann probiert man es mal so und wenn noch was sein sollte kommt man wieder. Ich will aber nicht dreimal zum Arzt sondern eben gleich beim ersten Mal alles darlegen können. Dann trifft man doch die viel besseren Entscheidungen, ist ja auch leichter für die Ärzte.
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jaeckel
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Re: Erfahrungen mit homöopathischer Behandlung?

Beitrag von jaeckel »

Emi hat geschrieben: 30.04.21, 11:25 Ausgebildete Homöopathen brauchen doch eine Ausbildung in einem medizinischen Fach.
Das ist falsch. Vgl. https://www.ndr.de/ratgeber/verbraucher ... er108.html
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helfi_elfi
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Re: Erfahrungen mit homöopathischer Behandlung?

Beitrag von helfi_elfi »

falsch ist das nicht, zumindest in österreich ist das so geregelt. in deutschland und der schweiz ist es anders, da gibt es (natur-) heilpraktiker*innen, da ist keine medizinische grundausbildung erforderlich. ich würde mich jetzt auch nicht für alle zeit nurmehr mit homöopathie behandeln lassen, ich finde aber, sie ist eine wunderbare ergänzung im spektrum der zahlreichen heilmethoden. ich für meinen teil, bin gerne offen für unterschiedliche möglichkeiten.
und ja, wie du dir bereits gedacht hast, sind diese anamnese gespräche wirklich sehr ausführlich und brauchen viel zeit, was ich ebenfalls positiv sehe.
Emi
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Re: Erfahrungen mit homöopathischer Behandlung?

Beitrag von Emi »

Stimmt, da gibt es einen Unterschied zwischen den Ländern. Habe mir das jetzt auch durchgelesen. Das wusste ich so gar nicht und finde es ein wenig verwirrend wieso da nicht alle dieselbe Ausbildung haben müsse. In der Schweiz oder Österreich bekommt man ja viel von Deutschland mit, wenn dann gerade dort keine Ausbildung nötig ist oder zumindest eine, die man mit den anderen nicht vergleichen kann, dann glaubt man dort auch, es wäre nichts nötig um Homöopath zu werden.
Wäre wohl besser für die Homöopathie man würde da eine einheitliche Ausbildung brauchen, würde vielleicht sogar das Ansehen heben.

Mich interessiert es deshalb weil die Anamnese länger sein soll. Ich habe oft das Gefühl wenn ich beim Arzt bin und meine Beschwerden erzähle, dass vieles gar nicht wahrgenommen wird. Ich versuche zumindest immer alles ganz genau zu beschreiben, sollte ja auch dem Arzt helfen. ich war beispielsweise wegen Knieschmerzen beim Arzt, habe dann alles genau beschrieben. Als Antwort nur bekommen "Ja, völlig normal so". Ok, und warum tuts mir dann weh? Creme bekommen und auf wiedersehen. Richtig toll finde ich das nicht.
Ich will ja jetzt auch nicht stundenlang mit dem Arzt reden, er hat ja auch besseres zu tun oder sagen wir zumindest noch andere Patienten, aber zumindest ernst sollte man es nehmen was man zu sagen hat. Sonst kann ich ja gleich zum Arzt gehen und nur sagen: "Knieschmerzen". Kommt aufs selbe raus:)
helfi_elfi
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Re: Erfahrungen mit homöopathischer Behandlung?

Beitrag von helfi_elfi »

ja, das ist leider so, dass es in den verschiedenen ländern anders geregelt ist... und natürlich wäre es übersichtlicher, wenn das überall oder zumindest im deutschsprachigen raum gleich geregelt wäre, also ich finde auch, dass das besser wäre.
die sache mit der anamnese finde ich persönlich sehr gut, weil sich dafür wirklich intensiv zeit genommen wird und ganz viele verschiedene faktoren in die prognose miteinkalkuliert werden. so wie du dein erlebnis beim arzt schilderst, ist es halt wirklich mühsam. die ursache wird nicht sofort ergründet und man wird schnell abgefertigt. ist natürlich nicht überall so, aber es kommt schon oftmals vor. bei einer richtigen homöopathischen untersuchung wird eben wert auf viel zeit gelegt, denn nur so findet sich das benötigte mittel.
Emi
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Re: Erfahrungen mit homöopathischer Behandlung?

Beitrag von Emi »

Klingt jedenfalls sehr spannend. Würde mich wirklich interessieren wie das dann aussieht. Weiß aber nicht ganz ob ich da nur auf die Homöopathie setzen soll. Irgendwie möchte ich da nicht ganz auf die Medizin verzichten. Also wenn würde für mich jetzt nur ein Arzt in Frage kommen, der eben eine Zusatzausbildung hat in Homöopathie. Denke, der kennt sich dann überall aus und weiß wann man besser diese oder jene Methode nimmt. Wäre auch einfacher als parallel zu zwei verschiedenen Personen zu gehen und sich da jeweils die eine Seit anzuhören.
helfi_elfi
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Re: Erfahrungen mit homöopathischer Behandlung?

Beitrag von helfi_elfi »

ja, ich finde das thema auch sehr spannend, trotz der ganzen kritischen stimmen. aber korrekt angewendet und professionell untersucht, kann homöopathie wirklich sehr gut helfen. dafür kann man schon offen sein und es zumindest einmal probieren. viele lehnen es ab, ohne, sich genauer damit befasst zu haben, geschweige denn, es selbst getestet zu haben. ich persönlich fühle mich bei meiner homöopathischen ärztin sehr wohl und ich habe wirklich das gefühl, sie weiß genau, was in welcher situation am besten zur anwendung geeignet ist. da ich in österreich zu hause bin, habe ich aber auch keine andere möglichkeit. von freundinnen in deutschland weiß ich, dass diese auch sehr gute erfahrungen mit heilpraktiker*innen gemacht haben. also kann ich mir vorstellen, dass das auch funktionieren kann. muss man halt selber schauen, dass es sich kompetente fachpersonen handelt, aber das muss man ja sowieso überall und in jedem bereich.
Emi
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Re: Erfahrungen mit homöopathischer Behandlung?

Beitrag von Emi »

In Österreich ist es wohl einfacher da kompetente Personen zu finden weil sie die Ausbildung eben nur an gewisse Menschen richtet. In Deutschland wird man wohl etwas mehr recherchieren müssen. Aber man wird wohl auch dort Menschen finden, die es ernst nehmen und wissen was sie tun. Aber einem Arzt vertraut man nun mal mehr als der Kräuterhexe (zumindest die meisten Menschen).
Ich werde mir das noch genauer ansehen und dann auch mal in meiner Nähe suchen ob es da überhaupt Ärzte mit Zusatzausbildung gibt. Das wäre mir schon ein Anliegen.
helfi_elfi
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Re: Erfahrungen mit homöopathischer Behandlung?

Beitrag von helfi_elfi »

wie in jeder branche scheidet sich auch hier die spreu vom weizen und natürlich wäre es gut, sich zu informieren, wo es eine gute und seriöse heilpraxis zu finden gibt. aber wie gesagt, das ist ja überall so. auch, wenn ich meine heizung reparieren lassen möchte, höre ich mich mal um und entscheide mich für die best mögliche installateur firma. das gleiche gilt auch für ärztliche untersuchungen. da gibt es ja auch solche und solche. und heilpraktiker*innen würde ich jetzt auch nicht gleich als kräuterhexen bezeichnen. die haben ja auch ihre vorgaben, sind haftbar und legen deshalb auch wert darauf, die bestmögliche behandlung zu bieten, beziehungsweise ziehen sie die notbremse, wenn sie sehen, es hilft nicht und empfehlen dann eine ärztliche untersuchung. im normalfall findet sich leicht eine ärztliche fachperson mit homöopathischer zusatzausbildung. zumindest bei mir in der umgebung gibt es echt viele. da wirst du bestimmt fündig. :)
Emi
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Re: Erfahrungen mit homöopathischer Behandlung?

Beitrag von Emi »

Ich habe halt das Gefühl, so ist es mir zumindest bis jetzt vorgekommen, wenn man die Homöopathie darstellt, dann redet man von Personen rund um solche Kräuterhexen und Esoteriker. Zumindest wenn man die Homöopathie in ein gewisses Licht rücken möchte. Deshalb war ich da halt auch überrascht als ich gelesen habe, dass es auch einige Ärzte mit Zusatzausbildung gibt. Hat für mich einen anderen Stellenwert wenn man da beides verbindet. Da verstehe ich die Kritik dann nur bedingt. Dann kann es nicht an der Ausbildung liegen sondern eben nur mehr am Menschen und wie der das Gelernte einsetzt. Darum hat es mich eben interessiert und ist auch für mich in Frage gekommen.
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jaeckel
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Re: Erfahrungen mit homöopathischer Behandlung?

Beitrag von jaeckel »

Emi hat geschrieben: 10.06.21, 10:34 dass es auch einige Ärzte mit Zusatzausbildung gibt.
Das ist inzwischen von den Landesärztekammern aus gutem Grund eingestellt worden.
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Re: Erfahrungen mit homöopathischer Behandlung?

Beitrag von Brigitte Goretzky »

Emi hat geschrieben: 10.06.21, 10:34 Hat für mich einen anderen Stellenwert wenn man da beides verbindet. Da verstehe ich die Kritik dann nur bedingt.
In meinen Augen muss man die medizinische Kompetenz eines homöopathisch tätigen Arztes hinterfragen.

Wenn man ihnen vorschlüge bei Basel in den Rhein zu pieseln und zwei Tage später bei Bonn eine "Urinprobe" aus dem Rhein zu ziehen, weil das viele Wasser des Rheins die Probe nun "potenziert", also verstärkt habe, dann würden Sie denjenigen für ziemlich bescheuert halten. Vollkommen zu recht.

Wenn man ihnen vorschlägt, 100 mg Arsen in einem olympischen Schwimmbecken voller Wasser aufzulösen und dann zwei Tropfen dieses Wassers dreimal täglich gegen Übelkeit und Erbrechen oder bei einer Erkältung einzunehmen, weil das viele Wasser das Arsen "potenziert", also verstärkt habe, dann halten Sie das für eine valide medizinische Therapie. Vollkommen unverständlich.

PS: Arsen wird in der Homöopathie gegen Übelkeit und Erbrechen, Erkältungen und Beschwerden durch verdorbene Lebensmittel eingesetzt. Ähnlichkeitsprinzip: Beschwerden durch Stoffe zu heilen, die in Reinform ähnliche Beschwerden auslösen.
Das Zeug wird zum Glück hoch verdünnt, zumindest ist es dann nicht mehr giftig. Potenzierung oder Dynamisierung, laut Hanemann wird dadurch eine "innere, geistartige Kraft" wirksam und die Materie löst sich in ihr "individuelles geistartiges Wesen" auf. Wer spätestens an diesem Punkt der Grundlagen der Homöopathie nicht an Esoterik denkt, dem kann man nicht mehr helfen.
And God promised men that good and obedient wives would be found in all corners of the earth.


Then she made the world round and laughed and laughed and laughed...
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