Erfahrungen mit homöopathischer Behandlung?

Theoretische Grundlagen, Philosophie, Kritik

Moderator: DMF-Team

Antworten
Emi
Topicstarter
Interessierter
Beiträge: 11
Registriert: 26.04.21, 12:03

Erfahrungen mit homöopathischer Behandlung?

Beitrag von Emi »

Hat hier jemand eventuell schon eine Behandlung bei einem echten Homöopathen oder Arzt mit Zusatzausbildung in Homöopathie gemacht?
Angeblich ist die Anamnese ja ganz anders wie bei normalen Ärzten. Wie kann man das denn verstehen, wie schaut eine Anamnese bei einem gelernten Homöopathen aus?
Welche Erfahrungen mit der Homöopathie habt ihr gemacht?
Benutzeravatar
jaeckel
Administrator
Beiträge: 8753
Registriert: 15.09.04, 10:49
Wohnort: Bad Nauheim

Re: Erfahrungen mit homöopathischer Behandlung?

Beitrag von jaeckel »

Ich meine man sollte das (Pendel, Irisdiagnose, Vogelflug, Kaffesatz...etc.) nicht Anamnese nennen. Die ärztliche Anamnese ist ein hohes Gut. Anamnese und Untersuchung bleiben unverzichtbare Basis des ärztlichen Handelns. Der erfahrene Hausarzt kann über 90% der Diagnosen allein anhand einer sorgfältigen Anamneseerhebung stellen. Das hängt mit seinem medizinischen Hintergrundwissen zusammen. Wer kein Hintergrundwissen hat, sollte die Finger davon lassen.
Das Anamnesegespräch besteht aus einem Wechsel von offenen Fragen (Sondierungsfragen) des Arztes, einem freien Bericht des Patienten, gezielten Fragen und Auswahlfragen bzw. geschlossenen Fragen.
Das Anamnesegespräch hat dabei mehrere Funktionen
Alles Gute!

Herzlichen Gruss
Ihr

Dr. med. Achim Jäckel
Klinische Akut- und Notfallmedizin
Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie und Nephrologie
Intensivmedizin, Notfallmedizin, Hypertensiologe (DHL)
helfi_elfi
Interessierter
Beiträge: 5
Registriert: 19.04.21, 09:52

Re: Erfahrungen mit homöopathischer Behandlung?

Beitrag von helfi_elfi »

also ich selbst war schon bei einer fachärztin mit zusatzausbildung für homöopathie, die ein sehr intensives anamnese gespräch mit mir geführt hat. das hat gar nichts mit kaffeesatz, pendel oder anderem humbug zu tun, sondern war ernst zu nehmen. bei mir ging es damals um meine probleme mit meinen polypen, die operativ entfernt hätten werden sollen, weil ich kaum luft bekam, probleme beim schlucken hatte und dauerschnupfen mit verstopfter nase hatte. meine behandelnde ärztin meinte, sie würde es gerne auf homöopathische weise versuchen, womöglich könnten wir so das problem in den griff bekommen. sollte die behandlung nicht anschlagen, müssten wir den operativen schritt gehen. es handelt sich hierbei um keinen schlimmen oder all zu dramatischen eingriff, ganz im gegenteil: um einen routine eingriff, der ambulant durchgeführt wird. allerdings unter vollnarkose und natürlich birgt jede operation risiken mit sich. es wäre dann doch auch schön, sich das zu ersparen. in meinem fall war klar, dass ich es versuchen kann, ohne, dass gefahr besteht. meine ärztin hatte mich ja unter aufsicht und konnte das geschehen abwägen. und siehe da, nach mehreren wochen mit den richtigen homöpathischen mitteln, ist es wirklich besser geworden und ich hatte seither keine probleme mehr. das anamnese gespräch beinhaltete alle möglichen fragen zu körperlichem, aber auch gewohnheiten, zu meinem wesen und vieles, worüber ich selber mal kurz nachdenken musste. hat sicher eine halbe stunde oder sogar länger gedauert.
Emi
Topicstarter
Interessierter
Beiträge: 11
Registriert: 26.04.21, 12:03

Re: Erfahrungen mit homöopathischer Behandlung?

Beitrag von Emi »

Ausgebildete Homöopathen brauchen doch eine Ausbildung in einem medizinischen Fach. Also das dürfen doch keine Fachfremden Personen sein oder? Soweit ich weiß richtet sich die Ausbildung ja nur an Ärzte, Hebammen oder Pharmakologen. Gibt es da etwa Unterschiede?
Ich möchte jetzt auch gar nicht sagen, ich gehe nur mehr zum Homöopathen. Wenn man da aber zu einem Arzt geht, der eine Zusatzausbildung in Homöopathie hat, dann ist das ja eine zusätzliche Möglichkeit. Ob man die jetzt nützt oder nicht, kommt dann ja auf das Problem an.

Habe davon gehört, dass eben die Gespräche sehr lange dauern können weil da alles abgefragt wird. Das würde mir gefallen weil wenn ich zum Arzt gehe, habe ich oft das Gefühl, wenn ich ein Problem nenne, hat sich schon alles erledigt. Der Arzt hat die Medikamente, die er mir verschrieben will und fertig. Ob ich dann noch weitere Infos habe, interessiert oft gar niemanden mehr. Dann probiert man es mal so und wenn noch was sein sollte kommt man wieder. Ich will aber nicht dreimal zum Arzt sondern eben gleich beim ersten Mal alles darlegen können. Dann trifft man doch die viel besseren Entscheidungen, ist ja auch leichter für die Ärzte.
Benutzeravatar
jaeckel
Administrator
Beiträge: 8753
Registriert: 15.09.04, 10:49
Wohnort: Bad Nauheim

Re: Erfahrungen mit homöopathischer Behandlung?

Beitrag von jaeckel »

Emi hat geschrieben: 30.04.21, 11:25 Ausgebildete Homöopathen brauchen doch eine Ausbildung in einem medizinischen Fach.
Das ist falsch. Vgl. https://www.ndr.de/ratgeber/verbraucher ... er108.html
Alles Gute!

Herzlichen Gruss
Ihr

Dr. med. Achim Jäckel
Klinische Akut- und Notfallmedizin
Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie und Nephrologie
Intensivmedizin, Notfallmedizin, Hypertensiologe (DHL)
helfi_elfi
Interessierter
Beiträge: 5
Registriert: 19.04.21, 09:52

Re: Erfahrungen mit homöopathischer Behandlung?

Beitrag von helfi_elfi »

falsch ist das nicht, zumindest in österreich ist das so geregelt. in deutschland und der schweiz ist es anders, da gibt es (natur-) heilpraktiker*innen, da ist keine medizinische grundausbildung erforderlich. ich würde mich jetzt auch nicht für alle zeit nurmehr mit homöopathie behandeln lassen, ich finde aber, sie ist eine wunderbare ergänzung im spektrum der zahlreichen heilmethoden. ich für meinen teil, bin gerne offen für unterschiedliche möglichkeiten.
und ja, wie du dir bereits gedacht hast, sind diese anamnese gespräche wirklich sehr ausführlich und brauchen viel zeit, was ich ebenfalls positiv sehe.
Emi
Topicstarter
Interessierter
Beiträge: 11
Registriert: 26.04.21, 12:03

Re: Erfahrungen mit homöopathischer Behandlung?

Beitrag von Emi »

Stimmt, da gibt es einen Unterschied zwischen den Ländern. Habe mir das jetzt auch durchgelesen. Das wusste ich so gar nicht und finde es ein wenig verwirrend wieso da nicht alle dieselbe Ausbildung haben müsse. In der Schweiz oder Österreich bekommt man ja viel von Deutschland mit, wenn dann gerade dort keine Ausbildung nötig ist oder zumindest eine, die man mit den anderen nicht vergleichen kann, dann glaubt man dort auch, es wäre nichts nötig um Homöopath zu werden.
Wäre wohl besser für die Homöopathie man würde da eine einheitliche Ausbildung brauchen, würde vielleicht sogar das Ansehen heben.

Mich interessiert es deshalb weil die Anamnese länger sein soll. Ich habe oft das Gefühl wenn ich beim Arzt bin und meine Beschwerden erzähle, dass vieles gar nicht wahrgenommen wird. Ich versuche zumindest immer alles ganz genau zu beschreiben, sollte ja auch dem Arzt helfen. ich war beispielsweise wegen Knieschmerzen beim Arzt, habe dann alles genau beschrieben. Als Antwort nur bekommen "Ja, völlig normal so". Ok, und warum tuts mir dann weh? Creme bekommen und auf wiedersehen. Richtig toll finde ich das nicht.
Ich will ja jetzt auch nicht stundenlang mit dem Arzt reden, er hat ja auch besseres zu tun oder sagen wir zumindest noch andere Patienten, aber zumindest ernst sollte man es nehmen was man zu sagen hat. Sonst kann ich ja gleich zum Arzt gehen und nur sagen: "Knieschmerzen". Kommt aufs selbe raus:)
Antworten