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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Alternative Medizin?
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 Betreff des Beitrags: Re: Alternative Medizin?
BeitragVerfasst: 21.01.13, 23:20 
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Mike44 hat geschrieben:
Auch Patienten die der H. skeptisch begegnen sind schon durch sie wider Erwarten geheilt worden. .

Der Placeboeffekt tritt auch auf wenn man den Patienten vorher sagt, dass es sich um ein Placebomedikament handelt.
Homöopathie widerspricht nunmal den Naturgesetzen.Dagegen helfen auch nicht nachprüfbare Einzelerfahungen nichts ;)

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Hinweis unter Bezug auf §7(3) der Berufsordnung für Ärzte:
Mein Beitrag ist eine Stellungnahme, die auf den vorliegenden Angaben beruht. Sie ersetzt aber nicht die persönliche Beratung, Untersuchung und Behandlung durch Ihren Arzt.


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 Betreff des Beitrags: Re: Alternative Medizin?
BeitragVerfasst: 22.01.13, 16:41 
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Beiträge: 4811
Mike44 hat geschrieben:
Letztlich zählt doch nur der Erfolg, sofern er dauerhaft ist.
Was wollen Sie mit einem Erfolg anfangen, bei dem
- nicht klar ist, wie er zustandekam
- nicht klar ist, ob es beim nächsten Patienten auch so wird?

Mangels wissenschaftlicher Überprüfung und einer seriösen Basis ist nämlich bei der Homöopathie beides nicht bekannt.

Waren Sie nicht gerade jemand, der gegen Pharmahörigkeit und unnütze Eingriffe wettert? Wie vertreten Sie dann, dass Zuckerkugeln für teuer Geld verramscht werden und Quacksalberei vorgenommen wird?

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 Betreff des Beitrags: Re: Alternative Medizin?
BeitragVerfasst: 02.02.13, 22:26 
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Beiträge: 10
Adromir hat geschrieben:
Das tut mir leid, aber ist in seiner Gänze komplett falsch. Natürlich werden Tiere auch suggestiv beeinflusst.


Tiere können, müssen aber nicht zwingend suggestiv beeinflusst werden bzw. nur dadurch eine Besserung in ihrem Gesundheitszustand erlangen. Zusätzlich gibt es zum subjektivem Empfinden objektive Kriterien, um den Gesundheitszustand zu überprüfen. Ich behandelte meine Vögel anfangs nur mit homöopathischen Mitteln und/oder Heilpilzen, wenn wir in der Veterinärmedizin nicht mehr weitergekommen sind. Das waren in der Regel dann Fälle, wo man auch nichts mehr kaputt machen konnte - z.B. Tumore oder Organgeschichten mit schlechter Prognose. Natürlich können diese Mittel auch keine Wunder bewirken und dem Sensemann ständig ein Schnippchen schlagen, aber sie können ganz entscheidend positiv beeinflussen und manchmal sogar heilende Wirkung zeigen. Bei mir laufen im Jahr ca. 100 Neuzugänge und/oder Pflegevögel durch die Finger. Wir nehmen nur kranke Tiere auf, weil sie schwer unterzubringen sind, wir entsprechende Kapazität und einen sehr guten vogelkundigen Tierarzt vor Ort haben. Zu diesen Tieren hat man anfangs sicherlich nicht so eine innige soziale Bindung, wie ein normaler Halter zu seinem Haustier. Die Tiere werden von einem vogelkundigen Tierarzt, der sehr stark wissenschaftlich angehaucht ist und von Homöopathie und Heilpilzen nicht wirklich was hält, behandelt. Kranke Tiere werden von uns täglich gewogen, der AZ festgestellt, Ausscheidungen beurteilt, ggf. bei Auffälligkeiten mittels Abstriche untersucht. Vögel verlieren im Krankheitsfall meistens an Gewicht, plustern, oder zeigen Gefieder- und Kotveränderungen. Gewicht, Kot, Abstriche sind ganz objektive Kriterien, um den Gesundheitszustand eines Vogels zu beurteilen. Bei Körperhaltung und Gefieder kann man sich sicherlich darüber streiten. Auch lässt sich objektiv beurteilen, ob Henne oder Hahn brutig sind oder nicht. Bei den Vitalpilzen sind die objektiven messbaren Daten nachweislich besser geworden, was bei Anwendung von Medikamenten aus dem Veterinärbereich zuvor nicht gelungen war. Brutigkeit behandeln wir mittlerweile immer, und das erfolgreich, doch lieber mit Homöopathika als mit Hormongaben (die gewaltige Nebenwirkungen haben), wenn die obligatorischen Vorkehrungen wie Tag verkürzen, nur noch Erhaltungsfutter ohne Grünzeug etc. nicht mehr ausreichen. Kleinere Verletzungen als auch geringgradige Infektionen bekommen wir homöopathisch und/oder mit Pilzen gut im Griff. Hochgradiger Befall wird natürlich weiterhin veterinärmedizinisch abgedeckt. Seit Anwendung von Heilpilzen sind die Infektionen im regulären Bestand gegen Null gegangen. Ausnahmen sind die selten gewordenen Sekundärinfektionen, die bei allen Erkrankungen nebenher ausbrechen können. Meine Tierarztkosten sind bei meinen Bestand um ca. 70-80% gesunken obwohl die Anzahl der festen eigenen Tiere um gut 30% gestiegen ist. Die negativen Prognosen halten sich immer öfter nicht ein. Zusätzlich ist zu bedenken, dass die diagnostischen Maßnahmen bei Tumor- und Organerkrankungen etc. kostspieliger sind, als die, um Erreger nachzuweisen. Das ist sicherlich kein subjetktives Empfinden, sondern sind feststehende nachweisbare Zahlen. Ein Vogel mit Tumor lebte noch ganze zwei Jahre bei einer vorherigen Prognose von drei Monaten. Ich weiß nicht, ob das ohne Heilpilze auch eingetroffen wäre, aber Seltenheitswert hat das allemal. Soviel zu den Tieren.

Irgendwann saß mal einer vor mir, "pendelte" mit einem Holzgriff an einem Draht mit vorgesetzem rundem goldscheinendem Ring vor mir und sagte keinen Ton. Dann kam ein "Aha", ich bekam eine güldene Platte an zwei Kabeln auf den Oberschenkel gelegt, eine Kugel mit zwei Kabeln in die Hand gedrückt, nebendran ein etwas größeres Gerät mit einem Behältnis, in das er eine von den zuvor vor sich stehenden Fläschchen packte, Deckel drauf, fertig. Da saß ich 20 Minuten. Den Mann habe ich bei seiner Pendelei für nicht ernstzunehmend betrachtet. Die ersten 10 Minuten mit Platte und Kugel an mir hab ich mich etwas verschaukelt gefühlt. Danach waren die Symptome wie weggeblasen. Zwei weitere Behandlungen folgten, bis die Erkältung gänzlich weg war. Bioresonanztherapie nennt man diese Methode. Nicht wirklich anerkannt, noch wissenschaftlich nachgewiesen, aber effektiv. Mein Sohn ist seit 1999 damit von starkem allergisch und psychisch bedingtem Athma geheilt. Placeboeffekt? Er braucht seither sämtliche Medikamente nicht mehr, musste nie wieder auf Asthma oder mit Antihistaminika behandelt werden.

Obwohl ich eher mit der Schulmedizin aufgewachsen bin und früher selber skeptisch bis ablehnend hinsichtlich Alternativmedizin reagiert habe, sehe ich das heute aus Erfahrung weitaus entspannter. Nicht alles, was die Wissenschaft nicht belegen, begründen, auseinanderrupfen kann, existiert ohne jegliche Berechtigung. Nicht alles, was die Krankenkasse nicht bezahlt ist Humbug, wenngleich es leider in allen Bereichen angebliche Könner gibt, die ihr Fach nicht zwingend beherrschen. Darum ist eine gesunde Skepsis sicherlich angebracht, und das nicht nur bei Alternativmedizinern. Eine Kombination zwischen Allgemein- und Alternativmedizin halte ich mittlerweile für sinnvoll.

Mal ganz ehrlich, wenn das wirklich Placeboeffekte wären, wär mir das auch schnuppe. Mir ist wichtig, dass sich Mensch als auch Tier in der eigenen Haut wohlfühlen und ein für sie ertägliches Maß an gesundheitlichen Einschränkungen haben, wenn man schon die Gesundheit nicht gänzlich wiederherstellen kann. Womit ich das am Ende erreichen kann, ist für mich mittlerweile nebensächlich.

"Wer heilt, hat Recht" (Paracelsus)


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 Betreff des Beitrags: Re: Alternative Medizin?
BeitragVerfasst: 02.02.13, 23:15 
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Naja, dass die Erkaeltung nach drei Sitzungen einer obskuren Behandlungsmethode weg geht, wundert wohl kaum. Wie heisst es so schoen? Mit Behandlung dauert eine Erkaeltung sieben Tage, ohne Behandlung eine Woche.

Und psychogenes Asthma? Wen wundert's, dass eine suggestive Therapie da Erfolg zeigen kann. Mich jedenfalls nicht.

Wie Sie bereits schrieben, ist diese Bioresonanztherapie wissenschaftlich nicht belegt; da helfen auch Einzelberichte nicht. Gelegentlich soll schonmal jemand einen metastastierten Krebs oder eine HIV-Infektion ueberlebt und besiegt haben. Das bedeutet jedoch nicht, dass irgendwelche Kraeuter, Diaeten oder was diese Menschen sonst alles versucht haben, tatsaechlich einen therapeutischen Effekt hatten. Dies waren einfach nur die statistischen Ausreisser, die es immer mal wieder gibt.

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 Betreff des Beitrags: Re: Alternative Medizin?
BeitragVerfasst: 03.02.13, 01:23 
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Lächel, wird wieder nur das gelesen oder sich rausgepickt, was man lesen will und der Rest glorreich übergangen? Dabei war ich der Meinung, dass ist ein Vorrecht der Ungebildeten. Ich möchte schwören, dass da steht: "allergisch und psychisch bedingtem Athma". Die Allergien waren ausgetestet von einem Allergologen und über Jahre humanmedizinisch behandelt - mit weitaus weniger Erfolg und mehr Nebenwirkungen, teilweise mehr Aufwand. Es war auch nicht nur ein Humanmediziner, es haben sich so einige in vier Bundesländern darum bemüht mit unterschiedlichen Therapieansätzen.

Brigitte Goretzky hat geschrieben:
Naja, dass die Erkaeltung nach drei Sitzungen einer obskuren Behandlungsmethode weg geht, wundert wohl kaum. Wie heisst es so schoen? Mit Behandlung dauert eine Erkaeltung sieben Tage, ohne Behandlung eine Woche.

Da gebe ich Ihnen Recht. Aber für mich als Patient macht es einen Unterschied, ob ich die Erkältung mit tränenden Augen, Fieber, Kopfschmerz und triefender roter Nase überstehen muss und aussehe wie nen aufgequollenes Häufchen Elend, oder ob ich ohne die derbsten Begleiterscheinungen dadurch komme und meiner Arbeit am Patientenbett nachgehen kann ohne bei denen den Eindruck zu hinterlassen, dass ich eher am sterben bin als sie. Das kann dem Humanmedziner wegen meiner egal sein, zeugt dann für mich aber nicht zwingend von seiner Kompetenz. Wenn ein Arzt seine Patienten bzw. ihre Bedürfnisse nicht ernst nimmt, dann fehlt ihm etwas, was ich für mich persönlich als Patient für wichtig erachte, um mich vertrauensvoll in seine Hände zu begeben.

Ich war zwischenzeitlich nicht untätig und habe mal ein paar Threads hier im Forum gelesen. Erstaunlich, wieviel Toleranz bei gerade solchen Menschen fehlt, die viel am Menschen arbeiten und in deren Hände ich mich als Patient begeben soll. Der Himmel möge mich behüten, an jene zu geraten, sorry. Was bin ich dankbar, dass ich zwischenzeitlich auch an Humanmediziner geraten bin, die nicht nur verbohrt an ihren Wissenschaften festgeklammert waren und auch teilweise alternative Heilverfahren erlernt und angewendet haben. Von mir persönlich ausgehend hätte ich damals HPs wohl nicht aufgesucht. Es war übrigens ein Humanmediziner mit Dr.-Titel und Approbation, der die Bioresonanzthreapie angewendet hat - in Ihren Augen ggf. auch nur ein Scharlatan, der von nichts eine Ahnung hat, vermute ich??? Selbiger Dr. hat teilweise auch mit homöopathischen Mitteln gearbeitet. Mir ist das total schnuppe, ob Sohnemann oder ich nun unter "statistischer Ausreisser" verbucht werden. Wichtig ist - unsere Lebensqualität hat sich zu diesem Zeitpunkt reichlich verbessert, beim Sohn dauerhaft - bisher. Ich habe nach wie vor jährlich meine ein bis zwei Erkältungen und kann im allgemeinen auch ganz gut damit leben - auch ohne Arzt und HP, da ich heute fest im Berufsleben und nicht wie seinerzeit nach einem Umzug erst eine Woche im neuen Job stehe. Ein paar Heilungskräfte darf mein Körper auch entwickeln, soll ja nicht faul werden, datt Kerlchen.

Ich erwarte von niemandem, dass er seine vorgefasste Meinung bezüglich Allegemein- bzw. Human- oder Alternativmedizin ändert, habe auch viel Verständnis für die Zweifel und unterschiedlichen Meinungen, weil auch mir bei der HP- und THP-Ausbildung einiges an Wissenvermittlung fehlt bzw. zu kurz kommt. Aber ich erwarte gerade von einem noch praktizierenden Mediziner eine gewisse Toleranz dem anderen Menschen gegenüber. Dazu gehört auch, dass man einem Patienten seine Erfahrungswerte nicht niedermacht, weil man wissenschaftlich verankerter Mensch in weißem Kittel ja doch schlauer als alle anderen ist. Es soll auch schon solche im weißen Kittel gegeben haben, denen man trotz aller Vertuschungsversuche Fehler nachweisen konnte, da sie auch nur Menschen sind. Wobei die Arbeitsbedingungen z.B. in Kliniken m.E. sicherlich geradezu Fehler herausfordern. Muss ich deshalb auch alle über einen Kamm scheren und darf keinem Arzt mehr über den Weg trauen, weil alle Fehler machen und sie zu vertuschen versuchen? Mir scheint, dass hier mit jenen zumindest so umgegangen wird, die alternative Methoden anwenden oder auch nur stellenweise befürworten.

Vielleicht sollten Sie sich mal fragen, warum es immer mehr Heilpraktiker gibt und die auch noch gut besucht sind, obwohl die Kasse nicht zahlt. Was bringt die Menschen dazu, denen mehr zu vertrauen als ihrem behandelnden Humanmediziner? Wenn es tatsächlich nur der Placeboeffekt wäre, warum gelingt es Ihnen dann nicht, damit besser umzugehen? Was ist so negativ am Effekt, wenn sich der Patient doch wohler und gesünder fühlt? Wenn das nicht so ist, landet er eh wieder bei Ihnen. Wenn Sie den dann auch gleich mit Vorwürfen oder Feststellungen überschütten, geht er vielleicht auch bald wieder.

Mir ist bewusst, dass es viele Situationen gibt, in denen man nicht an einem Humanmediziner vorbei kommt und in denen ein guter HP auch an einen Mediziner verweisen muss/sollte. Mir ist auch bewusst, dass es Menschen gibt, die mental nicht in der Lage sind, ihre Gesundheitsgefährdung zu erkennen und die richtige Entscheidung bzw. Wahl zwischen beiden zu treffen. Solange sie die Entscheidung für sich alleine treffen, ist das für mich in Ordnung. Treffen sie die Entscheidung für Schutzbefohlene, dann muss man eingreifen und das wird bei Kenntnis auch gemacht.


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 Betreff des Beitrags: Re: Alternative Medizin?
BeitragVerfasst: 03.02.13, 09:19 
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Dann erweitere ich mein Statement einmal auf die Asthmatiker: es soll Asthmaetiker geben, deren Asthma einfach von alleine besser wird. Insbesondere eim Asthma im Kindesalter ist es nicht ungewoehnlich, dass sich dies waehrend der Pubertaet bessert, oftmals fuer laengere Zeit voellig verschwindet. Das bedeutet jedoch nicht, dass irgendwelche Kraeuter, Diaeten oder was diese Menschen sonst alles versucht haben, tatsaechlich einen therapeutischen Effekt hatten.

Wenn ich das Wohl meiner Kunden (Patienten habe ich als Gutachterin nicht) nicht im Auge haette, wuerde ich eine Privatpraxis oeffnen und fuer viel Geld obskure Behandlungen anbieten. Mein Lebensstandard waere dann mit Sicherheit hoeher als er es jetzt ist. Aber wissen Sie: ich habe ein Gewissen, und derartige Machenschaften vertragen sich nicht damit.

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 Betreff des Beitrags: Re: Alternative Medizin?
BeitragVerfasst: 03.02.13, 10:39 
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Brigitte Goretzky hat geschrieben:
Insbesondere eim Asthma im Kindesalter ist es nicht ungewoehnlich, dass sich dies waehrend der Pubertaet bessert, oftmals fuer laengere Zeit voellig verschwindet.


Auch das stimmt, aber es ist schon sehr spontan geheilt, wenn binnen von wenigen Wochen und das zufällig nach rangehen mit alternativen Methoden, das starke Asthma aufmal wie weggeblasen ist. Ganz davon ab, war mein Sohn da noch lange nicht in der Pubertät. Da interpretieren sie wieder einen Wunschfaktor in ihre Argumentation ohne überhaupt familiäre Dispositionen, Vorkommnisse und allgemeine Gegebeneheiten auch nur ansatzweise in Erwägung gezogen oder hinterfragt zu haben. Sehr geschickt, aber es soll Patienten oder andere Menschen geben, die des Lesens mächtig sind.

Brigitte Goretzky hat geschrieben:
Wenn ich das Wohl meiner Kunden (Patienten habe ich als Gutachterin nicht) nicht im Auge haette, wuerde ich eine Privatpraxis oeffnen und fuer viel Geld obskure Behandlungen anbieten. Mein Lebensstandard waere dann mit Sicherheit hoeher als er es jetzt ist. Aber wissen Sie: ich habe ein Gewissen, und derartige Machenschaften vertragen sich nicht damit.


Auch bei medizinischen Gutachtern gibt es sone und sone - will heißen, sie handeln oft nach Vorgaben, die meines Erachtens eher die Ersparnis von Kosten irgendeines Versicherungsträgers - sei es Krankenkasse, Renten- oder Haftpflichtversicherung u.a. - als das Wohl und die Bedürfnisse ihrer Kunden im Kopfe haben. Auch hier möchte ich niemanden persönlich etwas unterstellen. Ich möchte meinen, dass med. Gutachter nicht am Hungertuche nagen, wenn sie ihren Job verstehen oder anpassungsfähig genug sind, nicht weit über ihre Verhältnisse leben sondern um einiges besser gestellt sind als viele andere Menschen. Aufträge gibt es mehr als genug, es werden immer mehr in der heutigen Zeit. Auch möchte ich meinen, dass die wenigsten praktischen Anwender von alternativen Heilmethoden zu den Millionären in unserem Land zählen, wenn sie nicht gerade im Lotto gewonnen haben. Was ist denn das für eine Argumentation? Auch der Faktor Gewissen ist eine Auslegungssache und von Erfahrungen des Einzelnen gespickt, geprägt und wird individuell ausgelegt. Ein wissenschaftlich belegbarer Faktor ist datt nu nicht gerade, oder?

Anstatt mir meine, für mich erstmal positiven Erfahrungen (mir schnurz, warum auch immer das positiv ausgegangen ist) madig zu machen und den Versuch zu starten, mir einen nicht vorhandenen Glauben nehmen zu wollen - ich verdamme doch Humanmediziner nicht oder halte alle für unfähig, lobe aber auch nicht die Alternativmedizin blind in den 8. Himmel - wäre es nett gewesen, wenn Sie mir auch nur eine meiner Fragen hätten beantwortet. Mir ist es wirklich egal, ob das nun ein Placeboeffekt, Zufall, Glück oder was auch immer war, solange mein Kind doch bitte ohne Medikamente gescheit atmen, essen und trinken kann. Ihr Gewissen juckt mich als Patient oder Mutter in diesem Zusammenhang doch herzlich wenig, wenn ich dankbar bin, dass mein Gewissen beruhigt ist, einen nicht nachvollziehbaren, dafür für mich kostenintensiven Weg mit derartigem Ausgang gegangen zu sein. Das aus der Not heraus und der zufälligen Begebenheit, dass ein mir vorher unbekannter Arzt zufällig Notdienst hatte und mit alternativen Heilmethoden gearbeitet hat, als mein Sohn just einen heftigen Schub bekam. Der hatte die Chance, weil just das, was Sie als Grundlage für Ihr Gewissen hernehmen bis dato versagt hatte, die vorhandenen - wirklich nicht wenigen Medikamente zu diesem Zeitpunkt nicht angeschlagen haben. Und bitte unterstellen Sie mir jetzt nicht, dass ich als Laie unfähig war, die Medikamente korrekt und in richtiger Reihenfolge anzuwenden. Diesbezüglich war ich mit jahrelanger Anleitung und Erfahrung gespickt. Sie erklären just in diesem Moment einer Mutter mit einem vormals schwer an Asthma erkranktem und nun geheiltem Kind, dass alles Unsinn ist was sie an Kosten und Energie aufgebracht hat und in ihren Augen zum Erfolg geführt haben muss, weil ein Zusammenhang hergestellt wurde zwischen Behandlungszeitraum, Behandlungsmethode und Gesundung.

Muss ich das ggf. als Unterstellung meiner persönlichen Gewissenlosigkeit auffassen, wenn Sie mir Ihr gutes Gewissen als Spiegel vorhalten? Kann das sein, dass das insgesamt vergebene Liebesmühe ist - Ihr Gewissen hin oder her? Sie haben es bei mir nicht mit einem HP zu tun, der sich in seiner (Berufs)Ehre persönlich angegriffen fühlen könnte, sondern mit einen medizinischen Laien, der dankbar ist ein geheiltes Kind zu haben. Diese Tatsache und damit verbundene nachhaltige Freude wird vermutlich kein Argument der Welt mindern können. Ihnen als Gutachter habe ich aber auch keinen Grund geliefert, sich persönlich angegriffen zu fühlen und zurückschlagen zu müssen. Warum kommen Sie mir dann mit einer solchen Argumentation?


Zuletzt geändert von peraw am 03.02.13, 11:18, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Alternative Medizin?
BeitragVerfasst: 03.02.13, 11:12 
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>>warum es immer mehr Heilpraktiker gibt und die auch noch gut besucht sind, obwohl die Kasse nicht zahlt.
Was bringt die Menschen dazu, denen mehr zu vertrauen als ihrem behandelnden Humanmediziner<<

Warum wohl, weil sich Heilpraktiker Stunden Zeit nehmen können um am Patienten etwas herauszufinden.
Gegen Bezahlung natürlich + Substanzen.

Beim Arzt wird eine Diagnose gestellt, dann Medikamente verordnet.
Von der Apotheke kommend wird der Beipackzettel gelesen, da tritt dann oft ohne Einnahme rasche Heilung ein.

Beim Heilpraktiker gibt es keine Beipackzettel, da wird Verträglich-oder Unverträglichkeit einfach ausprobiert.

Es bleibt jedem selber überlassen, auf was er sich einlässt.
Nur sollte man nicht versuchen, irgendwelche Heilsversprechen anderen nahezubringen.
Besonders bei schweren Erkrankungen wie Krebs.


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 Betreff des Beitrags: Re: Alternative Medizin?
BeitragVerfasst: 03.02.13, 12:18 
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heidu hat geschrieben:
Warum wohl, weil sich Heilpraktiker Stunden Zeit nehmen können um am Patienten etwas herauszufinden.
Gegen Bezahlung natürlich + Substanzen.


Hmm - es gibt Humanmediziner - nicht nur im Märchen oder in längst vergangenen Zeiten - die sich noch Zeit lassen für eine gescheite Annamnese zuzüglich das Herausfiltern von individuellen, ggf. gesundheitsbeeinflussenden Umfeldfaktoren und es gibt die anderen, die das nicht machen. Die Ersten stellen u.U. weniger Rezepte aus, nutzen aber ihr Potential, individuell auf die Patienten einzugehen. Mag sein, dass die Bezahlung dem Zeitfaktor der Annamnese dann nicht gerecht wird, aber ein zufriedener, sich wohlfühlender ernstgenommener Patient, benötigt beim nächsten Mal vielleicht nicht so viel Zeit, entwickelt auch ein gewisses Verständnis, wenn der Warteraum voll ist und der Arzt aufmal weniger Zeit für ihn zur Verfügung hat. Mal davon abgesehen, dass die Behandlung aller Wahrscheinlichkeit nach besser anschlägt, weil ein Patient halt nicht nur aus seiner Krankheit, sondern aus seinen Lebensbedingungen, seinem Umfeld und eigenen Erfahrungen besteht, was seine Heilung oftmals durchaus negativ beeinflussen kann.

Ein HP erhält von mir doch die zuvor erstellten ärztlichen Diagnosen, die ihm zusätzlich zu seiner Bearbeitung der vorhandenen Symptome zur Verfügung stehen. Das das nicht immer bei jedem Patienten der Fall ist, ist mir bewusst. Das wäre ggf. aber anders, wenn man sich nicht in den beruflich unterschiedlichen Denkweisen gegenseitig niedermachen, sondern zusammenarbeiten würde. Mir als Patient geht es nicht darum, wer warum der bessere Heiler ist. Mein Ziel und Bestreben ist einzig und alleine die Besserung meines bisherigen Gesundheitszustandes. Mir ist es als Patient zu einem bestimmten Zeitpunkt aufmal egal wie auch immer das passiert, wenn Schmerz, Atemnot oder was auch immer - endlich vorbei ist.

heidu hat geschrieben:
Beim Arzt wird eine Diagnose gestellt, dann Medikamente verordnet.
Von der Apotheke kommend wird der Beipackzettel gelesen, da tritt dann oft ohne Einnahme rasche Heilung ein.


Ärgerlich für den Arzt, da er sich doch so bemüht hat. Das mag ggf. auch am Ego kratzen? Ich würde mich darüber ärgern, aber auch hinterfragen, warum das so ist. Nicht jeder ist ein eingebildter Kranker. Da stimmt die Vertrauensbasis nicht, fehlen dem Patienten ggf. Informationen. Das aber ist nicht zwingend die alleinige Schuld von Heilpraktikern oder sonstigen Anbietern alternativer Heilmethoden. Zum Teil mag das auch an der Vielfalt und der selbst für med. Berufsgruppen Unübersichtlichkeit der existierenden Medikamente und damit zusammenhängenden Vorschriften der Krankenkassen etc. liegen.

heidu hat geschrieben:
Beim Heilpraktiker gibt es keine Beipackzettel, da wird Verträglich-oder Unverträglichkeit einfach ausprobiert.

Stimmt, hat mich auch immer abgenervt und verunsichert mich immer wieder.

Andererseits - warum kann ein zukünftiger Humanmediziner auf so fundierte Ausbildungen zugreifen? Weil irgendwann, oft lange vor seiner Zeit irgendein Mensch eine Idee hatte, die an anderen Menschen experimentiert und ausprobiert, am Ende schriftlich fixiert hat, was Ihnen als zukünftiger Arzt im Studium an Wissen bezüglich Therapiemöglichkeiten übermittelt wird. Denen ist das auch nicht vom Himmel ins Hirn gefallen und alles hat gleich prima funktioniert. Heute werden neue Therapiemöglichkeiten der Humanmedizin an Tieren, dann an freiwilligen Probanten ausprobiert, bevor sie auf die Menschen losgelassen werden - wenn datt ma immer stimmt und man die schwarzen Schafe außer Acht lässt. Selbst dann sind neue Therapien nicht unumstritten und bis ins Kleinste wissenschaftlich fundiert untermauert. Selbst bekannte, lange Jahre angewendete Therapien werden untereinander oft kontrovers diskutiert, Sinn und Zweck angezweifelt. Tun Sie doch bitte nicht so, als sei jegliche humanmedizinische Therapie unumstritten, insbesondere in der Krebsbehandlung. Vieles steckt noch in den Kinderschuhen oder ist noch gar nicht wissenschaftlich so fest verankert, wie man hier glauben müsste, wenn man mal etwas mehr liest.


heidu hat geschrieben:
Nur sollte man nicht versuchen, irgendwelche Heilsversprechen anderen nahezubringen.
Besonders bei schweren Erkrankungen wie Krebs.


Da gehe ich mit Ihnen konform. Andererseits - kommt es ggf erst deshalb dazu, dass Patienten ohne Rücksprache mit dem Humanmediziner auf die Alternativmedizin zugreifen, weil sich die beiden Berufsgruppen ausserstande sehen, zusammenzuarbeiten? Hätte der Humanmediziner nicht viel mehr Möglichkeiten zu beobachten und ggf. rechtzeitig humanmedizinisch einzugreifen, wenn er neben sich einen Alternativmediziner duldet? Bei einigen scheint das gar nicht in ihrem Sinne zu liegen, auch nur im Ansatz darüber nachzudenken. Hätte er nicht die Möglichkeit zu wählen zwischen den Methoden, könnte er den Patienten nicht viel leichter überzeugen für oder gegen eine Therapie, wenn er sich die eine oder andere Alternative aneignen würde? Ist es nicht am Ende wurscht, warum es einem Menschen besser geht? Steht nicht das Wohlbefinden des Patienten im Vordergrund?

Man muss als Patient seinen Kopf einschalten und abwägen. Es ist immer schwer abzuwägen, wenn einem die nötigen Kenntnisse oder Fakten fehlen, ergo geht man nach seinen ggf. sehr wenigen Informationen, eventuell mit sehr viel Halb- und noch mehr Unwissen, greift oft als letzten Strohhalm auf Erfahrungen anderer zurück und trifft Entscheidungen. Wie bei allen Entscheidungen funktioniert es oder geht in die Hose. Blind vertrauen sollte man m.E. heutzutage weder der einen noch der anderen Seite.

Meiner einer hat nichts versprochen, nur einen Erfahrungsbericht geliefert. Diese gesammelte Erfahrung kann mir keiner absprechen. Ob andere mit oder ohne selbige Therapie ähnliche, selbige oder negative Erfahrungen machen würde, lag nirgends in irgendeiner Aussage von mir beschrieben. Wer nun welche Schlüsse auch immer daraus ziehen mag, macht das für sich nach eigenem Gutdünken.


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 Betreff des Beitrags: Re: Alternative Medizin?
BeitragVerfasst: 03.02.13, 12:44 
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peraw hat geschrieben:
Meiner einer hat nichts versprochen, nur einen Erfahrungsbericht geliefert. Diese gesammelte Erfahrung kann mir keiner absprechen. Ob andere mit oder ohne selbige Therapie ähnliche, selbige oder negative Erfahrungen machen würde, lag nirgends in irgendeiner Aussage von mir beschrieben. Wer nun welche Schlüsse auch immer daraus ziehen mag, macht das für sich nach eigenem Gutdünken.


Das ist die Quintessenz:

- wie hat die Homöopathie gewirkt? Das kann niemand fundiert sagen.
- warum hat die Homöopathie gewirkt? Das kann niemand fundiert sagen.
- wird sie beim nächsten Patienten wirken? Das kann niemand fundiert sagen.

Und jetzt erklären Sie mir, wie ich auf einer solchen Grundlage Patienten behandeln soll.

Wenn zu mir jemand mit Beschwerden kommt und ich sage, ich schreibe Ihnen etwas auf, dann fragt er nämlich genau diese Dinge: Was ist das fürn Zeug, wie wirkt das und hilft mir das.

Dem nächsten werde ich dann auch sagen: ich hab keine Ahnung. Aber vielleicht klappts ja bei Ihnen. Macht 125 Euro.

Oder soll ich lieber ein Theater vorspielen, Räucherkerzen anmachen, irgendetwas über Quantenmedizin reden und dann das gleiche machen? Macht nämlich auch 125 Euro.

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 Betreff des Beitrags: Re: Alternative Medizin?
BeitragVerfasst: 03.02.13, 14:09 
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Humungus hat geschrieben:
Das ist die Quintessenz:

- wie hat die Homöopathie gewirkt? Das kann niemand fundiert sagen.
- warum hat die Homöopathie gewirkt? Das kann niemand fundiert sagen.
- wird sie beim nächsten Patienten wirken? Das kann niemand fundiert sagen.

Und jetzt erklären Sie mir, wie ich auf einer solchen Grundlage Patienten behandeln soll.


Lächel, ich würde mir nie herausnehmen, Ihnen zu erkären wie und nach was Sie zu arbeiten haben. Sie sind schon groß und alt genug, das für sich alleine entscheiden zu können - vermute ich mal. Meine Gedankengänge sind keine Arbeitsanweisungen, sie sind nur einfache Gedanken, die ggf. ähnlich in anderen Köpfen auch herumschwirren könnten. Mein Anliegen ist es auch nicht, wen auch immer dazu zu bringen, gegen seine Überzeugungen zu handeln oder eine seiner Überzeugungen zu ändern. Aber ein wenig nach links und rechts schauen, nicht jedes wissenschaftlich nicht belegbares Phänomen in Stücke reißen zu müssen, das wäre schon etwas, was ich als positive Entwicklung bezeichnen würde.

Wenn ich als Patient dazu bereit bin, jemandem 125 € zu zahlen für die Aussage, er habe keine Ahnung ob es funktioniert, dann ist das meine freie Entscheidung. Das Risiko der möglicherweise stattfindenden Geldverschwendung muss ich alleine tragen. Die Enttäuschung über einen Misserfolg wohl auch. Dafür wird es dann sicherlich einen guten, wenn auch nicht für alle Menschen nachvollziehbaren, Grund geben. Von Rationalität rede ich nicht, wenn ich über diese Erfahrungen schreibe. Ich kann Ihnen versichern, dass ich mir die Menschen, die ich an meinen Körper lasse oder an den meiner Kinder oder Tiere, gut aussuche und mir schon überlege, wem ich ggf. das Geld für eine irrwitzige Hoffnung in die Hand drücke. Die Enttäuschung erlebe ich aber ggf. auch in der Humanmedizin. Trotz aller Wissenschaft und technischen Möglichkeiten, ist halt nicht jedem zu helfen, nicht alles machbar, was das Herz begehrt.

Nach welcher Grundlage werden Krebspatienten mit neuen, noch nicht wirklich wissenschaftlich fundierten Therapieansätzen behandelt? So wirklich preiswert sind die glaub auch nicht. 125 Eurönchen dürften da wohl kaum reichen. Es wird nicht preiswerter, nur weil ein anderer bzw. die Allgemeinheit die Kosten trägt. Möglicherweise wenden Sie auch bei den aussichtslosesten Diagnosen keine derartigen Therapien an - läge im Rahmen des Möglichen. Wäre ihr gutes Recht. Verspielen Sie dann nicht ggf. eine, wenn auch nur minimale Chance, zu helfen oder eine noch viel größere Chance, neue Erkenntnisse zu sammeln? Viel schlimmer noch - wird mir als Patient dann nicht eine - und sei es eine noch so unwahrscheinliche - Möglichkeit, auf ein ggf. für kurze Zeit anhaltendes Leben mit etwas mehr Lebensqualität vorenthalten? Will ich als Patient jemanden zum Arzt, der mir ggf. die kleinste, wenn auch relativ unrealistische Chance verbaut, weil sie gegen seine persönliche Überzeuguung geht, während ich ggf. mittlerweile bereit bin, mich an jedem Strohhalm zu klammern? Interessiert es eigentlich, was ich als Patient will?

Und zwangsläufig stellt sich mir die zentrale Frage:
Was bin ich eigentlich für den mich behandelnden Arzt, der meint, er kann mich behandeln wie immer er mag und für einzig richtig hält? Oder für einen, bei dem ich Befürchtung haben muss, dass er mir ggf. nicht wissenschaftlich fundierte Therapieansätze verschweigt, weil sei gegen seine Überzeugung sind?

Gesundheit ist nicht immer nur auf rationalem Wege zu erreichen, weil Krankheit nicht nur materiell ist, nicht nur aus im Körper befindliche Erreger oder Schäden bzw. Entartungen bestehen muss. Handelt der Mensch nicht nur im Falle einer Krankheit oftmals scheinbar oder nachweisbar irrational?


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 Betreff des Beitrags: Re: Alternative Medizin?
BeitragVerfasst: 03.02.13, 17:26 
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peraw hat geschrieben:
Nach welcher Grundlage werden Krebspatienten mit neuen, noch nicht wirklich wissenschaftlich fundierten Therapieansätzen behandelt?
Nach dem Prinzip, dass es
- eine pathophysiologisch fundierte Basis gibt
- eine therapeutisch fundierte Basis gibt
- es eine sowohl empirisch (Experimente) als auch theoretische Basis gibt, die vermuten lässt, dass ein Medikament einen positiven Effekt erzielt.

Bevor ein Medikament am Krebspatienten eingesetzt wird, bestehen damit bereits jahrelange Erfahrungen, beispielsweise im Reagenzglas oder am Tierversuch.

Ich lade Sie gerne ein, ein Medikament zu erwähne, bei dem dies nicht der Fall ist.

Zitat:
Will ich als Patient jemanden zum Arzt, der mir ggf. die kleinste, wenn auch relativ unrealistische Chance verbaut, weil sie gegen seine persönliche Überzeuguung geht, während ich ggf. mittlerweile bereit bin, mich an jedem Strohhalm zu klammern?
Jeder darf sich an diese Strohhalme klammern. Jeder Strohhalm, der auch nur im Ansatz die Möglichkeit bietet den Zustand zu bessern ist legitim. Das heißt nicht, dass völlig untaugliche Strohhalme von Scharlatanen für völlig überteuertes Geld angeboten werden können.

Eine direkte Frage: halten Sie es für legitim, wenn mit der Angst eines Menschen Geld verdient wird?

Zitat:
Gesundheit ist nicht immer nur auf rationalem Wege zu erreichen, weil Krankheit nicht nur materiell ist, nicht nur aus im Körper befindliche Erreger oder Schäden bzw. Entartungen bestehen muss.
Welche Erkrankung ist Ihrer Meinung nach nicht materiell nachweisbar?

_________________
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 Betreff des Beitrags: Re: Alternative Medizin?
BeitragVerfasst: 03.02.13, 17:42 
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Ich würde ganz gerne eine kurze Zwischenfrage: Können sie sich grundsätzlich vorstellen, daß es irgendein Argument gibt, daß sie davon überzeugen könnte, daß Homöopathie nicht wirkt und sie vielleicht in ihren Erfahrungen bekannten und gut erforschten Wahrnehmungsfehlern "aufgesessen" sind?


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 Betreff des Beitrags: Re: Alternative Medizin?
BeitragVerfasst: 03.02.13, 20:14 
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Adromir hat geschrieben:
Ich würde ganz gerne eine kurze Zwischenfrage: Können sie sich grundsätzlich vorstellen, daß es irgendein Argument gibt, daß sie davon überzeugen könnte, daß Homöopathie nicht wirkt und sie vielleicht in ihren Erfahrungen bekannten und gut erforschten Wahrnehmungsfehlern "aufgesessen" sind?


Nein - natürlich nicht, weil ich habe bei mir oder meinem Sohn von einer erfolgten Bioresonaztherapie geschrieben und nicht von der erfolgreichen Anwendung von homöopatischen Mitteln. Das ist ein ganz anderes Paar Schuhe, oder sitze ich da einer falschen Annahme auf? Ergo kann ich m.E. diesbezüglich keinem Wahrnehmungsfehler aufgesessen sein. Fakt ist, dass nach der Therapie keine Behandlungen, keine Medis mehr benötigt wurden. Das war nicht alleine meine Wahrnehmung, sondern die von mehreren Schulmedizinern. Bei den Vögeln zeigt die Anwendung von homöopathischen Mitteln, meist im Zusammenspiel mit Heilpilzen seine Wirkung - ob vermeindlicher Placeboeffekt oder nicht. Spontanheilungen gab es nicht, aber Verbesserung des Gesundheitszustandes, somit mehr Lebensqualität. Wahrnehmungsfehler hinsichtlich der Beobachtung von kranken Tieren wäre möglich, aber da anhand von objektiven Daten die subjektive Wahrnehmung untermauert wurden - nee, kann ich mir in diesem Fall nicht wirklich vorstellen. Was ich mir allerdings vorstellen könnte, dass ggf. die Pilze mehr Wirkung hatten als die Homöopatika oder ein Zusammenspiel von ärztlich verordneten Medis mit den anderen zur Besserung geführt haben könnte. Nur - wer will den letztendlich den wissenschaftlichen Beweis führen können? Ich als Laie doch sicher nicht. Das maße ich mir gar nicht an. Sie können mir aber auch nicht wissenschaftlich fundiert das Gegenteil belegen und genau da ist der springende Punkt. Könnten die Humanmediziner und Wissenschaftler das, dann gäbe es manche Therapieform gar nicht. Sie können mir wissenschaftlich belegen, warum es lt. wissenschaftlicher Meinung nicht funktionieren kann, aber keine logische Begründung anbringen, warum es dann in den von Ihnen so gerne als Einzelfälle bezeichnet, funktioniert hat. Der Placeboeffekt ist eine in den Raum gestellte Phrase, die eine vielleicht berechtigte Annahme ist, aber über die in diesem Zusammenhang kein wissenschaftlicher Nachweis zu führen ist.

Und nochmal - selbst, wenn die Homöopathie Mittel verwendet, bei denen wissenschaftlich keinerlei Wirkung nachgewiesen werden kann, was mir durchaus bewusst ist, müssen diese runden Kügelchen, Globulis genannt irgendeine Wirkung haben und sei es nur eine psychische. Ansonsten ist die Vielzahl der Einzelfälle (Patienten) mit positiver Rückmeldung nicht zu erklären. Das sind doch nicht alles in irgendeiner Form Schwachmaten, die kein eigenes Urteilsvermögen haben. Wenn der Patient davon überzeugt ist, dass es ihm besser geht, die objektiven Werte nicht das Gegenteil aussagen, wo ist dann das Problem? Andererseits ist es Ihnen als Ärzten oder Interessierte doch sicherlich bekannt, wenn vielleicht auch nicht nachvollziehbar warum, dass die Psyche ein wichtiges Kriterium auch innerhalb der Humanmedizin ist. Glaubt ein Patient nicht an Ihre Therapieform und ist er eh stark psychisch angeschlagen, kann das durchaus dazu führen, dass Ihre Therapie schlecht bis gar nicht anschlägt.

Bei jedem Einzelfall. der für sich einen Erfolg der Therapie wahrnimmt oder wahrgenommen wurde - wissenschaftlich gesehen berechtigt oder nicht - ist m.E. die Anwendung berechtigt und ein guter Weg gewesen. Er hat sein Ziel und wenn ggf. auch nur für kurze Zeit erreicht. Ich sage nicht, dass die Alternativmedizin die Schulmedizin ersetzen soll, aber zeitweilig scheint sie mir als Ergänzung nützlich.

Humungus hat geschrieben:
Nach dem Prinzip, dass es
- eine pathophysiologisch fundierte Basis gibt
- eine therapeutisch fundierte Basis gibt
- es eine sowohl empirisch (Experimente) als auch theoretische Basis gibt, die vermuten lässt, dass ein Medikament einen positiven Effekt erzielt.


Ersteres habe ich nie in Abrede gestellt, Zweites zweifel ich bei einer ganz neuen Therapieform an, und zu der dritten Aussage - vermuten wollen Sie nicht, Sie wollen stets wissenschaftliche Untermauerung, oder habe ich da etwas falsch verstanden?

Humungus hat geschrieben:
Bevor ein Medikament am Krebspatienten eingesetzt wird, bestehen damit bereits jahrelange Erfahrungen, beispielsweise im Reagenzglas oder am Tierversuch.

Ich lade Sie gerne ein, ein Medikament zu erwähne, bei dem dies nicht der Fall ist.


Nichts anderes habe ich oben geschrieben, warum sollte ich jetzt meiner eigenen Aussagen widersprechen wollen, indem ich mir ein derartiges Medikament aus dem Hut zaubere? Dass aber Tiere aller Art, selbst das Schwein was gerne als tauglichstes Objekt angeführt wird, wenn ich nicht irre, gibt keine Garantien, dass genau die gleiche Wirkung auch beim Menschen eintrifft. Es sind mehr als genug schon zugelassene Medikamente vom Markt genommen worden (z.B. Metamizolhydro. Kombinationen), weil sich am Menschen teilweise erst Jahre später hat nachweisen lassen, dass es mehr geschadet als genutzt hat. Da kam der wissenschaftliche Nachweis für einige Patienten etwas spät trotz aller Annahmen, dass ein Medikament einen positiven Effekt hat. Die Annahme, dass negative Effekte niedriger als der Nutzen sind, hat sich in diesen Fällen nicht bestätigt.

Da mache ich jetzt wieder einen Schwenker zu alternativen Methoden. Es gibt meines Wissens keinen Nachweis, dass ein z.B. homöopathisches Mittel jemals Schaden zugefügt hätte. Kann ja auch nicht, weil es wirkt ja nicht *grins*. Im Gegenzug gibt es Patienten, die davon überzeugt sind, dass es bei Ihnen gewirkt hat. Wo ist jetzt das Problem?

Wenn ein Patient sich weigert, zu einem Humanmediziner zu gehen, sei es aus Glaubensfragen, Misstrauen oder wie auch immer begründet, sich lieber an einen Alternativmediziner wendet, ist das ja nicht dem angewendeten homöopathischem Mittel zuzuschreiben. Das muss man m.E. trennen, wenn man nur nach wissenschaftlich fundiertem Wissen fragt.


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 Betreff des Beitrags: Re: Alternative Medizin?
BeitragVerfasst: 03.02.13, 21:09 
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peraw hat geschrieben:
Ergo kann ich m.E. diesbezüglich keinem Wahrnehmungsfehler aufgesessen sein. Fakt ist, dass nach der Therapie keine Behandlungen, keine Medis mehr benötigt wurden. Das war nicht alleine meine Wahrnehmung, sondern die von mehreren Schulmedizinern.

Na gut, dann halt zur Kinesiologie und Heilpilzen

peraw hat geschrieben:
Nur - wer will den letztendlich den wissenschaftlichen Beweis führen können?

Also ich fände, daß diejenigen, die Versprechen, damit heilen zu können und dafür Geld nehmen da in der Pflicht sein sollten, wär doch Fair oder?

peraw hat geschrieben:
Sie können mir wissenschaftlich belegen, warum es lt. wissenschaftlicher Meinung nicht funktionieren kann, aber keine logische Begründung anbringen, warum es dann in den von Ihnen so gerne als Einzelfälle bezeichnet, funktioniert hat.

Doch den Placeboeffekt und viele weitere psychologische und Wahrnehmungseffekte, die allesamt gut erforscht sind, von denen man weiß, daß diese einen dazu verleiten einen Zusammenhang bzw. eine Wirkung zu sehen, wo es keine gibt.

peraw hat geschrieben:
Der Placeboeffekt ist eine in den Raum gestellte Phrase, die eine vielleicht berechtigte Annahme ist, aber über die in diesem Zusammenhang kein wissenschaftlicher Nachweis zu führen ist.

Der Placeboeffekt ist mittlerweile mehr als "nur eine Annahme" er ist mittlerweile sehr gut erforscht, daß man mittlerweile ne Menge über ihn weiß (wodurch er z.B. ausgelöst wird, wodurch er moduliert werden kann und das er sogar auftritt, wenn der Patient weiß ein Plazebomedikament zu kriegen).

peraw hat geschrieben:
Und nochmal - selbst, wenn die Homöopathie Mittel verwendet, bei denen wissenschaftlich keinerlei Wirkung nachgewiesen werden kann, was mir durchaus bewusst ist, müssen diese runden Kügelchen, Globulis genannt irgendeine Wirkung haben und sei es nur eine psychische.

Diese psychischen Effekte sind aber nicht sicher reproduzierbar und man braucht keine wirkungslosen Kügelchen um diese Effekte hervorzurufen. Die bekommt man nämlich bei wirkenden Medikamenten quasi Gratis dazu. Um es frei mit den Worten Edzard Erns zu sagen "Wenn ich wirklich krank bin, dann brauche ich echte Medizin und wenn ich es nicht bin, dann brauch ich keine Plazebopillen".



peraw hat geschrieben:
Ansonsten ist die Vielzahl der Einzelfälle (Patienten) mit positiver Rückmeldung nicht zu erklären.

Doch, z.B. über oben genannte Wahrnehmungsfehler. Die Medizingeschichte ist voll von Irrtümern, in denen die Zeitgenössische Medizin über ihre wirkungsvollen Methoden gejubelt haben und trotz aller Heils- und Erfolgsgeschichten wissen wir heute, daß diese Dinge oftmals nicht nur wirkungslos waren, sondern dem Patienten direkt geschadet haben. In Zeiten der heroischen Medizin wurde z.B. versucht Cholera mit Analtamponaden oder Quecksilbereinläufen zu kurieren, die Medizin dieser Zeit schwor auf ihre Methoden und ihre Heilerfolge. Trotzdem war sie falsch.

Früher glaubten die Menschen, die Erde sei eine Scheibe und die Sonne würde sich um sie kreisen, denn sie haben es ja täglich erlebt. Trotzdem war ihre Wahrnehmung letztendlich falsch.

Und allerletztens zu diesem Punkt: Der Größteil der Erkrankungen, an denen ein Mensch erkrankt kuriert dessen Körper ohne irgendwelche Fremdhilfe aus (nach verschiedenen Schätzungen bis zu 80% aller möglichen Erkrankungen), da sind große Heilungserfolge garantiert... Egal was man macht.

peraw hat geschrieben:
Das sind doch nicht alles in irgendeiner Form Schwachmaten, die kein eigenes Urteilsvermögen haben.

Diesen speziellen Wahrnehmungsfehlern zu unterliegen hat nichts damit zu tun, ein Schwachmat zu sein, diese sind zum großen Teil evolutionär bedingt und haben sich als Vorteil erwiesen, wenn es darum geht, schnell auf eine gefährliche Situation zu reagieren. Leider taugen die Mechanismen nicht immer dazu korrekte Zusammenhänge zbzw. "Nichtzusammenhänge" zu identifizieren, da diese in der Selektion unschädlich waren.
Um einen groben Überblick darüber zu bekommen empfehle ich übrigens das Buch "Die Kunst des klaren Denkens - 52 Denkfehler, die sie besser anderen überlassen" von Rolf Dobelli

peraw hat geschrieben:
Wenn der Patient davon überzeugt ist, dass es ihm besser geht, die objektiven Werte nicht das Gegenteil aussagen, wo ist dann das Problem?

Weil wir, um dieses nutzen zu können, dem Patienten nicht wirkungslose Therapien als Wirksam andrehen müssen. Aufmerksamkeit können wir ihm auch mit wirkungsvollen Medikamenten schenken. Und übrigens würde es jeder als unethisch empfinden, wenn ein Juwelier den Leuten Messingringe als Goldringe verkauft und sich dann verteidigt "Ist doch in Ordnung, wenn die Leute glauben es sei ein Goldring und sich entsprechend gut fühlen".

peraw hat geschrieben:
Andererseits ist es Ihnen als Ärzten oder Interessierte doch sicherlich bekannt, wenn vielleicht auch nicht nachvollziehbar warum, dass die Psyche ein wichtiges Kriterium auch innerhalb der Humanmedizin ist.

Das die Psyche ein wichtiger Punkt in der Patho- und auch Salutogenese ist, ist der Schulmedizin wohlbekannt, oder was glauben sie, warum Ärzte im Grundstudium schon in Psychologie- und Soziologieseminare gehen müssen, wo unter anderem über Psychosomatik, Krankheitsmodelle und Sozialmedizin referiert wird.
Schaut man mal unter die Haube der meisten alternativmedizinischen Therapieformen, so sind es gerade diese, die diesen Zusammenhang ausblenden, da sie in ihrem Grundkonzept absolut Monokausal sind (Störung der Lebensenergien, des Energieflusses oder was auch immer als Ursache angenommen wird)

peraw hat geschrieben:
Glaubt ein Patient nicht an Ihre Therapieform und ist er eh stark psychisch angeschlagen, kann das durchaus dazu führen, dass Ihre Therapie schlecht bis gar nicht anschlägt.

Hat man dem Patienten auch noch genug eingeredet, daß die Therapie schädlich ist, kann es sogar sein, daß es dem Patienten sogar schlechter geht. Das nennt man dann heutzutage den Noceboeffekt und ist der böse Zwilling des Placeboeffektes.

peraw hat geschrieben:
Bei jedem Einzelfall. der für sich einen Erfolg der Therapie wahrnimmt oder wahrgenommen wurde - wissenschaftlich gesehen berechtigt oder nicht - ist m.E. die Anwendung berechtigt und ein guter Weg gewesen.

Nein, weil sie keinen Vergleich haben, ob es wirklich ursächlich an der Therapie lag. Und andersherum gefragt, wenn ich ihnen zwei Leute präsentiere, bei denen die Therapie nicht gewirkt hat, wird sie dann zu einem schlechten Weg?

peraw hat geschrieben:
Er hat sein Ziel und wenn ggf. auch nur für kurze Zeit erreicht. Ich sage nicht, dass die Alternativmedizin die Schulmedizin ersetzen soll, aber zeitweilig scheint sie mir als Ergänzung nützlich.

Ich würde sogar weiter gehen, wenn eine Therapie sich als Wirksam erweißt, braucht sie nicht weiter "Alternativmedizin" bleiben, sie muss sogar in den Kanon der medizinischen Methoden aufgenommen werden. Kann sie diesen Nachweis nicht erbringen, dann braucht man sie auch nicht als Ergänzung.

Es ist mMn. höchstgradig unethisch nicht nachgewiesene Therapien am Menschen systematisch anzuwenden (ausserhalb eines klinischen Wirksamkeitsnachweises). Denn solange wir nicht konkret sagen können, ob sie wirklich objektiv wirkt, können wir auch nicht sagen, ob sie nicht vielleicht sogar einen größeren Schaden anrichtet.



peraw hat geschrieben:
Das muss man m.E. trennen, wenn man nur nach wissenschaftlich fundiertem Wissen fragt.


Also ich finde es gut, daß Menschen mit, nach dem derzeit besten Wissens nach geprüften, Medikamenten behandelt werden und nicht mit irgendwelchen Mitteln, bei denen es nur ein "Vielleicht" gibt. Vielleicht heilend, vielleiicht nutzlos, vielleicht schädlich..


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