Spirituelle Heilmethoden

Theoretische Grundlagen, Philosophie, Kritik

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terösl
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Spirituelle Heilmethoden

Beitrag von terösl » 15.03.11, 17:57

Hallo!

Für ein schulisches Referat arbeite ich gerade am Thema " spirituelle Heilmethoden" wie z.B. Handauflegen, Chakratherapie, Kinesiologie,...

Deswegen würde ich gerne wissen, was verschiedene Ärzte darüber denken.
Wäre nett, wenn sie ihre Meinung posten würden!

Vielen Dank schon im Vorraus! :)

Humungus
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Re: Spirituelle Heilmethoden

Beitrag von Humungus » 15.03.11, 18:50

terösl hat geschrieben:Deswegen würde ich gerne wissen, was verschiedene Ärzte darüber denken.
Wäre nett, wenn sie ihre Meinung posten würden!
Meine Meinung: alles Humbug, nichts nachgewiesen, gute Methode zum Geldverdienen. Ethisch bedenklich, weil Hilfesuchende und Verzweifelte abgezockt werden.

Effekt mit Plazebo zu vergleichen. Dazu noch ein wenig Zimbagaia, Brimborium und Räucherduft.
Augenarzt? Flatrate. Für nur 18 Euro all you can (tr)eat, ein ganzes Quartal lang! DAS ist heutige Gesundheitspolitik.

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Re: Spirituelle Heilmethoden

Beitrag von Adromir » 15.03.11, 23:44

Darf es auch was auf englisch sein?

terösl
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Re: Spirituelle Heilmethoden

Beitrag von terösl » 16.03.11, 17:51

Ja! Ich bin für alle Antworten dankbar :)

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Re: Spirituelle Heilmethoden

Beitrag von Adromir » 16.03.11, 17:55


BrightMind
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Re: Spirituelle Heilmethoden

Beitrag von BrightMind » 17.03.11, 07:54

@terösl:
Evtl. sollten sie wissen, dass dieses Forum in Bezug auf Alternativmedizin tot ist. Die Menschen, die hier posten gehören fast ausschließlich der Skeptiker Bewegung an. Das ist die extreme Gegenseite; Menschen die Wissenschaft einer Religion gleichgesetzt haben. Menschen, die der Alternativmedizin aufgeschlossen gegenüberstehen sind keine mehr hier.
Falls sie die Befürworter kennen lernen möchten müssen sie sich woanders umschauen.

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Re: Spirituelle Heilmethoden

Beitrag von Adromir » 17.03.11, 10:06

Die klassischen, immer nichts sagenden Argumente. Als ob uns unsere medizingeschichte nicht eindrucksvoll bewiesen hätte, daß der Weg der im Moment von vielen Alternativmedizinern beschritten wurde, nicht der richtige ist. Denn die "Schulmedizin" hat bis vor ca. 200 Jahren auch nicht anders agiert hat. Auch dort wurde nur eine reine "Erfahrungsmedizin" praktiziert und der einzige Beweis für die Wirksamkeit einer Medizin war das "Aber ich hab doch selbst erfahren, daß es hilft". Heute weiß man um der vielen Wahrnehmungsfehler, die man dabei machen kann.

Was ist denn so verwerflich dran, daß eine Therapie am Menschen nach den besten zur Zeit verfügbaren Methoden geprüft wird? Methoden, die uns in den letzten 200 Jahren einen Fortschritt ermöglicht hat, und zwar in allen Bereichen des Lebens, wie in den 5000 Jahren zuvor nicht? Warum soll man Medizinisch genau so weiter agieren, wie damals?

Komischerweise würde den gleichen Menschen, die oft die Wissenschaft "verteufeln", die Haare zu Berge stehen, bei dem Gedanken, die Pharmaindustrie dürfte ungeprüfte Medikamente und Therapien auf den Markt werfen. Im Alternativmedizinischen Bereich wird das aber komischerweise akzeptiert und eisern verteidigt..

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Re: Spirituelle Heilmethoden

Beitrag von heidu » 17.03.11, 12:16

nicht nur >akzeptiert und eisern verteidigt< sondern auch deren anwendung.

bei einer meiner schwägerinen, welche absolut alternativmedizinisch aufgeschlossen war,
wurde in der uniklinik systemische sklerodermie diagonstiziert.
eine schulmedizinische behandlung lehnte sie ab.
mit der tcm erhoffte sie sich heilung. hat es fertigebracht tapfer ein jahr lang tagsüber
jede viertelstunde eine geringe menge, speziel für sie zusammengestellten tee zu trinken.
ergebnis, keine verbesserung, eher das gegenteil. sie hat ein jahr verloren.

nun wird schulmedizinisch nach neuesten gesichtpunkten versucht, die krankheit
zu behandeln. als erfolg wird gewertet, dass ein fortschreiten an den organen
gestoppt wurde. heilung ist ohnehin nicht zu erwarten.
sie wird noch die sache mit ultraschall, paraffin und tens unterstützen.
will jedoch von alternativmedizin und geistheilern absolut nichts mehr zu tun haben.

Tora
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Re: Spirituelle Heilmethoden

Beitrag von Tora » 13.04.11, 19:38

BrightMind hat geschrieben:@terösl:
Evtl. sollten sie wissen, dass dieses Forum in Bezug auf Alternativmedizin tot ist. Die Menschen, die hier posten gehören fast ausschließlich der Skeptiker Bewegung an. Das ist die extreme Gegenseite; Menschen die Wissenschaft einer Religion gleichgesetzt haben. Menschen, die der Alternativmedizin aufgeschlossen gegenüberstehen sind keine mehr hier.
Falls sie die Befürworter kennen lernen möchten müssen sie sich woanders umschauen.
Hallo"Bright Mind",

doch es ist schon noch einer da.
Aber seit einiger geraumen Zeit geht ein Virus durch dieses Land - es verursacht die sehr infektiöse "Logoroe".
Ich kenne schon sehr viele die daran erkrankt sind - sie sollte eigentlich medepflichtig sein.
Denken - Nachdenken - ist nicht sehr wissenschaftlich "viel mehr schon spirituell.
Aber es hillft. Sag es ruhig weiter.
Also - ich bin und bleibe!

jaeckel
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Re: Spirituelle Heilmethoden

Beitrag von jaeckel » 14.04.11, 06:52

Dr. med. A. Jäckel hat geschrieben:Esoterische Heilmethoden haben soviel mit rationaler Medizin zu tun wie fliegende Teppiche mit der Straßenverkehrsordnung.
Alles Gute!

Herzlichen Gruss
Ihr

Dr. med. Achim Jäckel
Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie und Nephrologie
Intensivmedizin, Notfallmedizin, Hypertensiologe (DHL)

T. Ostwald
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Re: Spirituelle Heilmethoden

Beitrag von T. Ostwald » 15.04.11, 11:39

Ich glaube schon, dass bei kleineren und häufigeren Krankheiten altchinesische Medizin zum Beispiel gut und natürlich helfen kann. Wenn man davon ausgeht, dass diese Krankheiten seit Jahrtausenden immer wieder auftauchen und sich die chinesischen Weisen jedes Mal mit der Rezeptur ihrer Heilmittel verbessert haben. Ein außergewönlicher Tee zum Beispiel, oder eine Rückensalbe bei Bronchitis. Es ist eben, wie Adromir bereits klarstellte, eine Erfahrungsmedizin, die zumindest statistisch betrachtet, mehr als zweieinhalbtausend Jahre Zeit hatte sich an der Realität zu schleifen.

Dennoch sind diese alten Heilmethoden eben auf Krankheiten spezialisiert, die ständig und überall auftauchen. Bei schlimmeren- und vor allen Dingen ganze Körpersysteme angreifenden Krankheiten, gibt es keine ausreichende (bzw. nur negative) Statistiken, die einer Erfahrungsmedizin das Recht zur Gültigkeit einräumen könnten.

Und wer das Argument anführt, die Schulmedizin würde genauso an sich glauben, wie die spirituellen Heimethoden, der macht einen Gedankenfehler. Die Schulmedizin glaubt nicht an sich als Heilmethode, sondern als Forum für die -Verbesserung- der Heilmethoden. Es würde doch gar nicht geforscht werden, wenn man glauben würde, in der Medizin die Antwort auf alle Fragen gefunden zu haben. M.a.W. der Unterschied zwischen den beiden Schulen könnte gar nicht existenzieller sein. Während bei spiritueller Heilung der Glaube die erste Grundlage zur Heilung ist, ist bei der Schulmedizin der Unglaube die erste Grundlage zur Heilung, in dem immer wieder nachgefragt, revidiert und optimiert wird, bis die wahrscheinlichste Methode zumindest halbwegs guten Herzens angewandt wird.

jaeckel
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Re: Spirituelle Heilmethoden

Beitrag von jaeckel » 15.04.11, 12:48

T. Ostwald hat geschrieben:Ich glaube schon, dass bei kleineren und häufigeren Krankheiten altchinesische Medizin zum Beispiel gut und natürlich helfen kann.
Auch in der rationalen Medizin kann Abwarten und Teetrinken manchmal eine richtige Empfehlung sein.
Alles Gute!

Herzlichen Gruss
Ihr

Dr. med. Achim Jäckel
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Re: Spirituelle Heilmethoden

Beitrag von T. Ostwald » 15.04.11, 13:11

wollte die rationale Medizin damit nicht als verkopft abtun, sondern lediglich einräumen, dass die chinesische medizin (eben weil sie empirisch 2,5 tausend Jahre die Rezeptur für Teesorten perfektioniert hat) bei häufigen Krankheiten möglicherweise zu heilsameren ergebnissen kommen kann.

Humungus
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Re: Spirituelle Heilmethoden

Beitrag von Humungus » 15.04.11, 17:12

Die Schulmedizin hat sich aus der empirischen Medizin entwickelt und ist genauso alt wie sie. Im Unterschied zur "Alternativen" Medizin hat sie sich jedoch wissenschaftliche Methoden und Beweisbarkeit auf die Fahnen geschrieben. Dies ist bei der "Alternativmedizin" nicht der Fall.

Zeigen Sie doch einfach, in welchen Fällen perfektionierte Teesorten den Methoden der Schulmedzin überlegen sind. Wenn Sie dazu eine Studie hätten wäre ich dankbar.

Dass die Schulmedizin weniger an sich glaubt als die "Alternativmedizin" hängt vielleicht damit zusammen, dass die Alternativmedizin den Glauben an sich selbst mehr braucht. Ich will als Schulmediziner auch gar nicht glauben, ich will wissen.
Augenarzt? Flatrate. Für nur 18 Euro all you can (tr)eat, ein ganzes Quartal lang! DAS ist heutige Gesundheitspolitik.

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Re: Spirituelle Heilmethoden

Beitrag von Adromir » 15.04.11, 17:16

Auch in der TWM (traditionell westlichen Medizin) gibt es eine vielzahl phytotherapeuthische Arzneien. Das bekannteste Schmerzmittel entstammt dieser Kräuterheilkunde. Von daher wäre es vermessen, jeglicher Chinesischer Heilkunde pauschal eine Wirksamkeit abzusprechen. Eine Anwendung darf aber nicht alleine durch die "Erfahrung" begründet werden, sondern nur durch korrekt durchgeführte Studien.

Den Denkfehler, den viele machen ist derjenige, daß die "Schulmedizin" über Jahrhunderte selbst eine reine "Erfahrungsmedizin" gewesen ist, jahrhundertelang den Aderlass praktiziert hat (und das, obwohl dieser, von ganz wenigen Hämatologischen Indikationen abgesehen, mittlerweile bekanntermaßen den Patienten geschadet hat und diese nicht wegen, sondern trotz diesem gesund geworden sind.. Oder wie das Beispiel George Washington zeigt, leider auch nicht). Es wurden noch viel kuriosere Heilverfahren propagiert, bis hin zu solchen Dingen wie Quecksilbereinläufen und was weiß ich nicht alles. Alles auf der Grundlage der Erfahrung "Ich hab doch gesehen, daß es wirkt" und "wer heilt hat recht". Alles Beispiele, daß der Mensch sich mit seiner "Erfahrung" irren kann und das obwohl eine Therapieform auch über sehr lange Zeit praktiziert wird. Der Aderlass zum Beispiel seid der Zeit Hippokrates bis hinein ins 19. Jhd.

Übrigens als kleiner Exkurs in einen Alternativbereich, den ich einfach nicht verstehen kann: Samuel Hahnemann gehörte zu den ersten großen Kritikern des Aderlasses, einer Praxis die in seiner Kritik an der Schulmedizin eine ganz zentrale Rolle spielt. Trotzdem haben viele Alternativmediziner anscheinend kein Problem damit, beide Therapien anzubieten. Selbst der alte Hahnemann hatte für solche Heiler deutliche Worte "Quacksalber" und "Verräter an der echten Heilkunst"...

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