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Salutogenese

Verfasst: 13.05.10, 18:36
von Beitragszahler
Was mich hier schon länger bei der Diskussion Schulmedizin vs. Komplementärmedizin stört, ist, dass es immer nur um den Prozess von Krankheit geht, der Pathogenese, und dieses Krankheitsgeschehen gesteuert, geregelt, gestoppt werden muss, mit angegebenem oder angenommenem Wissen, mit Mittelchen und Wässerchen, mit Sinneseindrücken, etc.

Recht frühzeitig am Anfang meiner neuzeitlichen "Krankengeschichte" vor neun Jahren, die mit zum Teil ungeheuerlichen Vorgängen bis vorletztes Jahr so verlief, ich wegen der Kenntnis- und Hilflosigkeit von Ärzten zu einer Beschäftigung mit mir und der Medizin gezwungen wurde, hatten mich zwei Themen bis heute besonders neugierig gemacht:
Die Resilienz in der Psychologie und insgesamt die Lehre von der Salutogenese, letztere die Lehre von der Gesundheit ist und damit das Gegenteil von der Krankheitslehre, der Pathogenese.

Vor Jahren brachte ich hier in den Foren dazu schon mal was und wundere mich, dass dieses Thema wohl nie wieder eine Rolle spielte.

Unter http://de.wikipedia.org/wiki/Salutogenese gibt es einen ersten eher einfach gehaltenen Einblick.

Was mich mal in einer anderen Abhandlung faszinierte, war ein Hinweis auf die Perspektive, die wir fast reflexartig auf Krankheit hin einnehmen.
Dabei muss man sich Krankheit und Gesundheit wie auf einer Messlatte angetragen vorstellen.
Selbst wenn es auf dieser Messlatte fast nur Krankheit gibt, so finden sich dennoch immer wieder kleine Abschnitte von Gesundheit.
Nun gilt es also diese kleinen Fragmente Gesundheit besonders zu fokussieren und nicht mehr der Krankheit den Platz einzuräumen, den diese ohnehin schon eingenommen hat.

Es geht darum mit Gesundheit und nicht mit Krankheit leben zu lernen.

Ich fand mal einen schönen Spruch:
Der klassische Mediziner würde einen Patienten u.a. mit folgenden Worten in seiner Praxis begrüßen: "Wie geht es Ihnen heute?"
Der Salutogenetiker würde es wohl so machen: "Was haben Sie heute gemacht, damit es Ihnen besser geht?"

Was ich mich mal rein logisch fragte, warum es so viele Namen für unterschiedlichste Krankheitsbilder gibt aber keinen einzigen Namen für ein Gesundheitsbild, dieses wohl erst noch erfunden werden müsste und ein Name nun nicht wäre, wie Zahngesundheit oder so.