War das Verhalten des Rettungsteams korrekt?

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MarkusPfeiler
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War das Verhalten des Rettungsteams korrekt?

Beitrag von MarkusPfeiler » 05.05.08, 04:06

Hallo Zusammen,

gestern ist mein größter Alptraum wahr geworden und ich wurde von den herbeigerufenen Helfern (RS, RA, NA) schwer enttäuscht.

Meine Freundin hat seit einiger Zeit Probleme mit immer wiederkehrenden Ohnmachtsanfällen, dazu muss man sagen dass sie seit einigen Wochen kaum isst und trinkt, war aber aufgrund ihrer panischen Angst vor fremden Personen nicht dazu zu überreden einen Arzt aufzusuchen bzw. hat sich gegen den Notarzt, den ich bereits 2 mal gerufen habe, massiv gewehrt so dass keine Behandlung möglich war. Näheres dazu könnt ihr hier lesen http://www.medizin-forum.de/phpbb/viewtopic.php?t=83106

Meine größte Angst war natürlich dass sie sich irgendwann mal beim umfallen erstnhaft verletzt und dann dringend einen NA benötigt, dass ist heute passiert.

Ich war gegen 22 Uhr im Bad und habe ein rumpeln auf der Treppe gehört, meine Freundin hat aber gleich gerufen dass nichts passiert sei so dass ich mir nicht weiter Sorgen gemacht habe. Als ich dann ca. 20 min. später die Treppe runter gegangen bin habe ich meine Freundin bewusstlos, in Erbrochenem, Blut (aus der Mundhöhle) und Urin liegend, gefunden. Ich habe sehr genau suchen müssen bis ich erleichtert festgestellt habe dass noch Atmung und Puls vorhanden waren.
Ich habe dann 112 angerufen und gemeldet dass meine Freundin nach Treppensturz bewusstlos ist, es wurde mir dann gesagt dass der RTW in der Nähe ist und in ein paar Minuten da sein wird.
Nach ca. 5 Minuten war dann tatsächlich ein RTW besetzt mit RS, RA und einem "Praktikanten" da, und nachdem sie die Situation gesehen haben wurde mir mitgeteilt dass ein Notarzt angefordert werden müsste. Hätte dass die Leitstelle nicht automatisch machen müssen?
Der zuständige NA war gerade im Einsatz und der nächste hat knapp 20 Minuten benötigt um zu kommen.
Der RA hat dann die Vitalwerte überprüft (Puls 240, Blutdruck 60/30, Sauerstoffsättigung 82%) und hat denn geprüft ob meine Freundin noch auf Schmerzen reagiert. Nachdem es keine Reaktion gab hat er eine Infusion anghängt, der RS hat in der Zwischenzeit eine Halskrause angelegt. Nach Rücksprache mit dem Notarzt haben sie meine Freundin dann gerade auf ein Brett gelegt (lag verdreht auf den unteren Treppenstufen) und der RA hat sie intubiert. Darf ein RA überhaupt intubieren? Während der RA meiner Freundin den Schlauch in den Hals geschoben hat, hat sie masiv gewürgt und es musste Blut abgesaugt werden. Ich dachte Bewusstlose haben keinen Würgereflex mehr, und wenn doch dann sollte man doch ein Schmerzmittel o.ä. geben, oder?
Ca. 2 Minuten später ist meine Freundin dann wieder aufgewacht. Ich habe sofort versucht sie zu beruhigen aber der RA hat mich zur Seite geschubst und gesagt ich würde stören obwohl ich ihn mehrmals darauf hingewiesen habe das meine Freundin panisch auf fremde Personen und unbekannt Situationen reagiert.
Meine Freundin lag dann erstaunlicherweise ruhig da und hat nicht panisch gewirkt. Ich habe dann schnell den Notarzt zur Haustüre rein gelassen und als ich wieder zurück kam lag meine Freundin wild um sich schlagend und tretend da und hat sich die Nadel aus dem Arm und später dann auch den Schlauch aus dem Hals gerissen. Es haben sich dann 3 Leute auf sie gestürzt und versucht sie ruhig zu halten während sie am Schreien und um sich schlagen war. Der Notarzt hat ihr dann mit viel Mühe eine Spritze gegeben welche angeblich beruhigend wirken sollte, aber das Gegenteil war der Fall, meine Freundin hat davon noch mehr aufgedreht. Nachdem sie sich nach 5 Minuten immer noch nicht beruhigt hatte und nicht auf den Notarzt, der versucht hat ihr klar zu machen dass sie unbedingt ins Krankenhaus muss, gehört hat, wurde mir dann mitgeteilt dass man Nichts machen könnte da man sie nicht gegen Ihren Willen behandeln darf. Ich wurde dann, mit dem Rat nochmal anzurufen wenn es ihr schlechter geht, alleine gelassen.
Meine Freundin lag danach noch mind. 20 Minuten zitternd und heulend auf dem Boden bis sie aufstehen konnte. Nun schläft sie gerade und ich sitze neben ihr und hoffe dass es ihr gut geht.

Ich finde es unverantwortlich dass meine Freundin einfach hier gelassen wurde und ich als absoluter Laie (letzter EH-Kurs war vor 4 Jahren) erkennen soll ob es ihr ernsthaft schlechter geht.
Es muss doch in so einem Fall möglich sein einen Patienten gegen seinen Willen mitzunehmen? Ich weiß z.B. das dehydrierte Personen (was meine Freundin sicherlich auch ist) oft aggressiv reagieren und sich gegen die Behandlung wehren, lässt man die dann auch einfach vertrocknen?
In welchen Fällen kann ein Arzt entscheiden dass der Patient gegen seinen Willen behandelt wird? Ist es ausreichend wenn ich von meiner Freundin einen unterschriebenen Zettel habe auf dem steht dass ich in Notfällen über die Behandlung bestimmen darf? Kann ich dann verlangen dass sie sediert und ins Krankenhaus gebracht wird?

War das Verhalten der Beteiligeten (RS, RA, NA, Rettungsleitstelle) richtig oder hätten sie anderst reagieren müssen?
Ich bin über das Verhalten einfach sehr geschockt und auch sauer, weiß aber nicht ob die Rettungsleute überhaupt anderst reagieren hätten können.

Morgen werde ich versuchen meine Freundin irgendwie zum Arzt zu bringen, wenn nötig auch mit Gewallt. Im Notfall muss ich den Psychiater überreden dass er sie Zwangseinweisen lässt, dass geht meines Wissens nach. Nach dieser Erfahrung befürchte ich aber dass ihre Angst noch schlimmer geworden ist und sie nun vielleicht nicht einmal ihre Hausärztin toleriert.

Gruß Markus

Liesel
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Beitrag von Liesel » 05.05.08, 15:40

Hallo,

ich hatte in der Familie einen ähnlichen Fall.
Meine Mutter, Diabetikerin mit abfaulendem Fuß, weigerte sich ebenfalls ins Krankenhaus zu gehen.
Der Hausarzt meinte, da könne er nichts machen! Erst, wenn sie nicht mehr ansprechbar in ihrem Bett liegen würde.
Dann könnte er sie ins KKH bringen lassen.

Da ich es nicht soweit kommen lassen wollte, fuhr ich aufs zuständige Gesundheitsamt, schilderte dem Arzt den Zustand meiner Mutter.
Dieser fuhr mit mir vor Ort, in Begleitung einer Sozialarbeiterin zu meiner Mutter nach Hause.
Nach einem längeren Gespräch willigte sie schliesslich ein, mit ins KKH zu kommen.

Wenn das nicht der Fall gewesen wäre, hätte der Arzt die Polizei und das Ordnungsamt gerufen, wie er mir sagte, und hätte sie zwangsweise ins nächste KKH einweisen lassen.

Dr. A. Flaccus
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Beitrag von Dr. A. Flaccus » 05.05.08, 18:32

Lieber Markus,

so, wie Sie die Situation beschreiben, hört sich das ganze sehr befremdlich an...

Ich will mich hier mal auf das aus meiner Sicht wesentlich beschränken:

längere Zeit bewußtlos, erbrochen, eingenässt (Urin) :arrow: das sind eindeutige und nicht wegzudiskutierende Fakten, die einen Krankenhausbesuch zwingend erforderlich machen.

Als Notarzt vor Ort stelle ich meine Patienten dann immer vor die Wahl:

Entweder: Vernünftig sein, und ganz lieb mitkommen...

oder: Mit Handschellen an Händen und Füßen, notfalls auch laut schreiend mit Polizeigewalt mitkommen.

Auf jeden Fall gilt aber: Mitkommen. (Das mag jetzt hart klingen, führt aber in bisher 100% der Fälle dazu, daß die Pat. sich für Variante 1 entscheiden :wink: )

Gegenüber der Polizei würde ich hier "vorübergehende Unzurechnungsfähigkeit" geltend machen, die sich durch die erhobenen Symptome allemal rechtfertigen läßt.
Auf gar keinen Fall hätte ich die Pat. in der Wohnung gelassen! Hier liegt zumindest der Verdacht auf eine Gehirnerschütterung vor, evtl. spielt auch ein Krampfanfall ein Rolle.

Die Situation während des Einsatzes möchte ich nur insoweit kommentieren, als das ein RA sehr wohl intubieren darf, wenn er das Verfahren beherrscht. Erst recht darf er das "nach Rücksprache mit dem Notarzt".
Allerdings ist es ungewöhnlich, daß RA´s noch spontan atmende Patienten intubieren. Wie Ihre Schilderung zeigt, erfordert eine solche Intubation meist die Gabe von zusätzlichen Medikamenten (Narkose) und da endet dann die Kompetenz des RA.

Mit den "Schutzreflexen" beim Einführen des Tubus war durchaus zu rechnen.

Bei Ihrer Meldung (bewußtlose Person nach Sturz) hätte zudem die Leitstelle gemäß Indikationskatalog sofort einen Notarzt schicken müssen.

Ich hoffe, ich konnte mit meinen Ausführungen etwas Licht ins Dunkel bringen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. A. Flaccus
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Liesel
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Beitrag von Liesel » 05.05.08, 21:44

Gute Antwort, Dr. Flaccus.

Ich schätze mal, mit der Situation, also befremdlicher, sind nicht wenige konfrontiert heutzutage.

Es wird auch zunehmen.

Und nicht jeder weiss, wo er sich Hilfe holen kann.

Das ist auch für die Ärzte nicht leicht, aber auch nicht für die Angehörigen.
Was immer gut ist, fundiert zu argumentieren.

Gruss Liesl

MarkusPfeiler
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Beitrag von MarkusPfeiler » 06.05.08, 01:21

Hallo,

danke für die Antworten.

Das Problem hat sich heute, zumindest teilweise, erledigt.
Nachdem sich der Zustand meiner Freundin heute morgen sehr schnell verschlechtert hat (lies sich nur noch schwer wecken, konnte mir nicht mehr sagen wo sie ist, hat immer wieder Blut gespuckt, die linke Gesichtshälfte hing runter u.s.w.) habe ich die Hausärztin angerufen welche zum Glück sofort gekommen ist. Meine Freundin hatte nicht einmal die Kraft sich zu wehren.
Nachdem sie die Vitalwerte überprüft hatte wurde sie ganz hektisch und hat gemeint dass sie nicht verstehen wie jemand mit diesen Werten überhaupt noch halbwegs bei Bewusstsein sein kann. Sie hat dann bei der Rettungsleitstelle angerufen und einen Notarzt, Hubschrauber und die Polizei angefordert. Diesmal war der Notarzt innerhalb kürzester Zeit da und die Polizei kam kurz danach. Meine Freundin hat kurz versucht sich zu wehren, hat aber nachdem die Polizei eingriff relativ schnell aufgegeben. Ich durfte diesmal auch bei ihr bleiben, der Notarzt hat mich sogar aufgefordert sie zu beruhigen, und das Rettungsteam war sehr rücksichtsvoll und hat sich nicht gleich auf sie geworfen sondern mit etwas Abstand zu Ihr versucht sie zu überzeugen.
Der Notarzt hat dann sehr lange gebraucht bis er eine Vene gefunden hatte und ungefähr 10 Versuche benötigt bis er endlich einen Zugang unter dem Schlüsselbein legen konnte. Er hat sie dann gleich schlafen gelegt, sie Intubiert und mehrere Medikamente verabreicht. Danach wurde sie mit dem Krankenwagen ca. 2 km zur nächsten Wiese gefahren von wo sie dann in die nächste geeignete Klinik geflogen wurde.

Der Notarzt hat mich dann gefragt warum ich erst so spät den Notarzt gerufen habe und er war sehr schockiert als ich ihm den Grund dafür genannt habe. Er wollte es erst überhaupt nicht glauben. Er hat mir versprochen dass er sich darum kümmern wird dass der Vorfall geklärt wird, da es ihn auch selbst interessiert, und dass sich jemand mit mir in Verbindung setzt.

Meine Freundin war bereits im OP als ich in der Klinik angekommen bin.
Ich wurde dann informiert dass mehrere schwerwiegende Verletzungen gefunden wurden, eine Blutung im Gehirn, zwei Frakturen der HWS, eine Beckenfraktur, eine Verletzung der Luftröhre wodurch sie einiges an But aspiriert hat und ein durchgebrochenes Magengeschwür.
Es wurden nun erstmal die wichtigsten Verletzungen operativ behandelt, lt. behandeldem Arzt wird sie wohl noch mind. 3 mal operiert werden müssen. So schnell wie möglich soll nun auch eine Dialyse gemacht werden da die Nieren wegen der starken Dehydration nicht mehr ausreichend arbeiten.
Es war wohl sehr knapp und der Arzt kann auch noch nicht 100%ig sagen ob sie überleben wird aber die Chancen stehen lt. Arzt recht gut, danach muss man abwarten ob es bleibende Schäden geben wird. Der Arzt hat mir noch viel mehr erklärt aber das Meiste habe ich nicht verstanden oder bereits vergessen.
Ich hoffe dass ich ab Morgen zu meiner Freundin darf, dann werde ich wohl in der Klinik bleiben.

Ich werde mir nun auch überlegen ob ich rechtlich gegen die Rettungsleitstelle, die den Notarzt sofort schicken hätte sollen, und den Notarzt vorgehen werde.
Ich möchte zwar niemanden unnötig Ärger machen aber wenn ich mir vorstelle was alles passieren hätte können...... :?
Und nach Ihrer Antwort Dr. Flaccus bin ich mir sicher dass gestern einiges Falsch gemacht wurde.

Die Intubation wurde lt. RA durchgeführt weil die Sauerstoffsättigung trotz Sauerstoffgabe über Maske nicht gestiegen ist und sie eine unzureichende und "auffällige" Atmung hätte welche auf ein Schädeltrauma hinweisen würde. Zudem hat sie immer wieder Blut gespuckt und die Aspirationsgefahr wäre zu groß.
Wäre die Intubation in Narkose durchgeführt worden, wäre sie nicht wach geworden, hätte sich den Schlauch nicht raus gerissen und dabei die Luftröhre verletzt.....

Vielen Dank für die Tips und dafür dass ich mich mal ausheulen konnte. Jetzt werde ich erstmal versuchen ein bischen Ruhe und ggf. Schlaf zu finden.

Gruß
Markus

Dr. A. Flaccus
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Beitrag von Dr. A. Flaccus » 06.05.08, 18:58

Lieber Markus,

ich bin ehrlich gesagt schockiert über die Entwicklung dieses Falles!

Wenn sich alles so zugetragen hat, wie Sie es schildern, sollten Sie den Fall unbedingt weiterverfolgen. Hier gibt es einiges aufzuarbeiten. Und es scheint so - aus der Ferne betrachtet - als wurden hier schwerwiegende Fehler gemacht.
Wenn Sie möchten, können wir das ganze gern aufarbeiten und offene Fragen Punkt für Punkt klären.

Es wäre schön, wenn Sie uns über den weiteren Fortgang informieren könnten.

Selbstverständlich stehen wir hier im Forum auch bei allen fachlichen Fragen rund um die Intensivmedizin gerne zur Verfügung!

Ich wünsche Ihrer Freundin alle gute und Ihnen viel Kraft in den kommenden Tagen und Wochen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. A. Flaccus
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MarkusPfeiler
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Beitrag von MarkusPfeiler » 06.05.08, 23:06

Hallo,

Vielen Dank für das Angebot. Ich wäre ihnen äußerst dankbar wenn sie mir dabei helfen könnten das Ganze aufzuarbeiten und offene Fragen zu beantworten.

Ich werde auch gerne versuchen sie über den weiteren Forgang zu informieren, dazu muss ich aber erstmal versuchen selbst zu kapieren was mir gesagt wurde bzw. was ich gesehen habe.
Es scheint wohl nicht üblich zu sein dass man Angehörigen Dinge erklärt. Man bekommt grundsätzlich nur gesagt dass man den behandelnden Arzt fragen muss, und der behandelnde Arzt sagt dass er gerade keine Zeit hat. :(
Es wollte mir nicht mal jemand erklären wozu die verschiedenen Schläuche benötigt werden, einige habe ich bei Google gefunden, aber wozu z.B. der Schlauch am Hals und der zwischen den Rippen gut ist konnte ich nicht rausfinden.

Ich habe heute schon versucht mit Hilfe verschiedener Fachbücher, die meine Freundin noch vom Studium aufgehoben hat, einige Fragen zu klären aber leider sind die Bücher auf Englisch geschrieben und ich glaube selbst auf Deutsch sind sie nur von Medizinern zu verstehen. :?

Meine Freundin wurde heute Nachmittag nochmal operiert wobei wohl ein Loch in den Schädel gebohrt wurde. Der Arzt hat nur irgendwas bezügl. Blutung und Hirndruck geredet und war dann ganz schnell wieder verschwunden. Gestern hat er mir noch erklärt dass die Blutung wohl nicht operativ behandelt werden müsste.
Die Dialyse wurde immer noch nicht durchgeführt obwohl es gestern eigentlich ziemlich wichtig klang. Eine Schwestern hat mir dann nur erklärt dass das Volumen nicht so schnell gesteigert werden könnte weil das wohl gefährlich für die Organe wäre, warum das so ist und was das mit der Dialyse zu tun hat hab ich mal wieder nicht verstanden.

Nachdem ich ewig im Krankenhaus gewartet habe durfte ich zumindest kurz zu meiner Freundin, aber mit den ganzen Schläuchen, Drähten und Maschinen die immer wieder piepsen habe ich mich sehr unwohl dort gefühlt, zudem kommt alle paar Minuten immer wieder jemand rein um irgendwas zu überprüfen, das Piepsen abzustellen, irgendwas zu verstellen u.s.w. Ich war dann eigentlich froh als ich dann aufgefordert wurde das Zimmer zu verlassen und man mir sagte dass ich über Nacht nach Hause fahren soll. Da bin ich wohl ein bischen zu feige.....

Ich hatte heute auch eine Nachricht auf meiner Mailbox von einem Rettungsdienstleiter der mir mitgeteilt hat dass es ihm sehr leid tut was mit meiner Freundin passiert ist und er ihr gute Besserung wünscht, er konnte aber kein Fehlverhalten seitens der Leitstelle oder des Notarztes feststellen. Bei weiteren Fragen soll ich ihn anrufen.

Ich gehe mal davon aus dass jedes Einsatz irgendwie dokumentiert wird, ist es möglich diese Unterlagen irgendwo anzufordern?
Werden Gespräche beim Notruf aufgezeichnet?

Nach Rücksprache mit einem Anwalt werde ich wohl nicht viele Möglichkeiten haben irgendetwas zu tun da grundsätzlich nur der Geschädigte klagen o.ä. kann.

Gruß

Markus

Izzy
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Beitrag von Izzy » 07.05.08, 09:35

Kurz ergänzend möchte ich noch hinzufügen dass das Stichwort "Bewußtlose Person" bei dem Leitstellendisponenten immer eine alamierung von RTW und Notarzt (meist Bodengebunden via NEF) nach sich zieht, den bewußtlose Personen sind potenziell lebensgefährlich (vital) bedroht.

Ist kein zuständiger Notarzt in einem vertretbaren Zeitlichen Rahmen zu bekommen - und 20 min sind viel zu lange - muss überörtliche Hilfe eingefordert werden. Entweder aus einem Nachbarkreis/ Nachbarstadt, oder ein fliegender Notarzt via RTH. In Ländlichen Gegenden können diese Zeiten allerdings auch variieren.
Ist der Notarzt unterwegs, aber noch nicht vor Ort, ärztliche Maßnahmen aber in diesem Moment von nöten sind um das Leben des Patienten zu retten macht der RA von der sog. Notkompetenz gebrauch; d. H. Zugang legen, endotrachial intubieren, bestimmte Medikamente geben etc. (auch das manuelle schocken des Defis gehört in die Notkompetenz). Bei der Notkompetenz handelt es sich aber nicht wie viele fälschlich meinen um eine gesetzes Vorschrift sondern lediglich um eine Empfehlung der Bundesärztekammer. Es bleibt nach § 1 des Ärzte und Heilpraktier Gesetzes nach wie vor dem Arzt vorbehalten zu diagnostizieren und zu therapieren.
Juristisch war es also korrekt das der RA einen intubationsversuch gemacht und einen Zugang gelegt hat.

Alles in allem ist klingt das für mich nach einem ziemlich schlecht gelaufenen Einsatz wo das RD Personal wohl nicht ganz gewußt hat was es tat.

Meine Vorhergehensweise - nachdem die Patientin wieder wach geworden war - wäre in Absprache mit dem Arztes folgende gewesen:
Patientin war bewußtlos, ist zeitlich und räumlich nicht orientiert also nicht geschätsfähig, also greift die sog. "geschäftsführung ohne Auftrag" im Mutmahßlichen Willen des Patienten. http://de.wikipedia.org/wiki/Gesch%C3%A4ftsf%C3%BChrung_ohne_Auftrag

Also wie schon erwähnt kommt der Patient friedlich oder in begleitung von 110 mit, alleine schon um eine Eigengefährdung zu verhindern, mit.
Wenn sich durch dieses Zaghafte verhalten etwas verschlimmert hätte müsste, wenn ich nicht völlig irre, sogar der Straftatbestand der Körperverltzung durch Unterlassung erfüllt sein. Hierzu aber bitte einen Juristen nochmal fragen.

Was mich auch noch stutzig gemacht hat war folgendes:
Wenn die Jungs schon so klever waren und ein Stiffneck (die Halskrause) angelegt haben weil sie eine Wirbelsäulen beteiligung befürchtet haben, warum haben sie dann a. die Patientin auf das WEICHE Bett gelegt und b. sie nicht mit Schaufeltrage und VakuMat vollständig immobilisiert!? Das hätte ich nämlich an deren Stelle getan...

Zur Dokumentation:
Ja, JEDES Gespräch das die Leitstelle führt muss protokolliert und aufbewahrt werden, auch die Patientendokumention (DIVI Protokolle u.ä.) muss über Jahre hinweg aufbewahrt werden. Einsicht werden Sie aber soleicht nicht erlangen, dies kann der Staatsanwalt einfordern und im Rahmen eines Prozesses Ihnen über Ihren Anwalt zugänglich machen.
Grunsätzlich gilt, was nicht dokumentiert wurde gilt als nicht gemacht, wurde etwas dokumentiert was nicht gemacht wurde ist dies ein strafbares Vergehen (nicht Urkundenfälschung sondern sogar ein schwerwiegenderes Vergehen ich komme aber gerade leider nicht auf den Begriff). Sollte es also zu einem Prozess kommen und es wurde dokumentiert dass Ihre Freundin in eine Vakuummatraze gelegt wurde, sie aber eindeutig gesehen haben dass sie ohne auf ein Bett gelegt wurde ist dieser Straftatbestand erfüllt.

Lassen Sie sich nicht von Vollmundigen Entschuldigungen einlullen, sondern wenden Sie sich an einen Rechtsbeistand. Dies muss nicht jetzt übers Knie gebrochen stattfinden wo Sie vermutlich sowieso den Kopf woanders haben werden. Strafrechtlich können Sie übrigens Anzeigen veranlassen. Zivilrechtlich jedoch nicht, dass muss Ihre Freundin tun. Aber besprechen Sie dies am besten mit Ihrem Anwalt, der wird Sie da schon beraten.

Ich hoffe Ihre Freundin erholt sich recht bald.
Hier ist das Internet zu Ende. Bitte Alt+F4 drücken.

Dr. A. Flaccus
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Beitrag von Dr. A. Flaccus » 08.05.08, 12:43

Lieber Markus,

ich will nun einmal versuchen, die Sache systematisch anzugehen und Ihre "Interventionsmöglichkeiten" auszuloten.

1. Die Alarmierung

Ich habe dann 112 angerufen und gemeldet dass meine Freundin nach Treppensturz bewusstlos ist, es wurde mir dann gesagt dass der RTW in der Nähe ist und in ein paar Minuten da sein wird.


Wenn Sie es genau so gesagt haben, hätte der Notarzt mitalarmiert werden müssen. Wie bereits von Izzy geschrieben, ist es ein Leichtes, das nachzuprüfen.
Die Leitstelle hätte einen Fehler gemacht.

Meine persönliche Einschätzung: In diesem Fall spielt das nur eine untergeordnete Rolle. Schließlich hat der NA am Ende ja gar nicht transportiert! Ihre Freundin wurde vor Ort gelassen - da hätte ein Parallelalarm durch die Leitstelle wohl auch nichts geändert... :(

Man kann sich beim Dienststellenleiter beschweren, aber in Anbetracht der Gesamtsituation würde ich das hinten anstellen.

2. Die RTW-Besatzung

Es werden eindeutig bedrohliche Vitalwerte festgestellt. Der "Glasgow-Coma-Scale" ist offensichtlich schlecht (Augen öffnen? Spontanbewegungen ? Sprache ?) und der RA hat - nach Rücksprache mit dem NA ? - die Pat. versucht zu intubieren.
Für mich steht die Indikation zur Intubation zu diesem Zeitpunkt aus ausser Frage! Allerdings war ziemlich sicher mit Widerstand zu rechnen. Es wären Medikamente zur Narkoseeinleitung nötig gewesen, die auf vielen RTW´s nicht vorrätig sind. Außerdem sind RA´s damit dann doch oft überfordert.

Meine persönliche Einschätzung: Das RTW - Team hat die bedrohliche Situation erkannt und in guter und richtiger Absicht gehandelt. Es fand sogar eine Rückversicherung beim NA statt.
Der Intubationsversuch ohne Medikamente durch den RA stellte sich als Fehler heraus, aber ich war nicht vor Ort und hinterher ist man immer schlauer! Die Situation vor Ort mag sich anders dargestellt haben.
Das RTW-Team war enorm unter Druck: Kein NA in der Nähe und eine akut bedrohte Patientin.
Ich denke, mit assistierter Beatmung in Absaugbereitschaft hätte man es eleganter lösen können, aber nochmal: Ich war nicht dabei!

Unterm Strich denke ich, daß man der RTW-Besatzung keinen Vorwurf machen kann. Sie haben den Ernst der Lage sofort erkannt und versucht, bestmöglich zu helfen.
Allerdings sollte das Intubationsmabnnöver des RA sehr kritisch hinterfragt werden! Ist die Verletzung der Luftröhre Folge des Intubationsversuches ? Hier sollte eine intensive Nachbereitung auf der Rettungswache stattfinden - hat der RA seine Fähigkeiten überschätzt?

3. Der Notarzt

Mit dem Eintreffen des NA wird die Situation für den Leser grotesk: Eine eben noch akut vitalbedrohte Patienten, die intubationspflichtig :!: war, darf jetzt zu Hause bleiben, weil sie nicht mit möchte...
Sie hat sogar noch sedierende Medikamente von NA bekommen!
Einmal mehr kann ich nur sagen: Ich war nicht dabei, aber ich hoffe, es gibt ein Notarztprotokoll und ein RTW-Protokoll, auf dem alles sehr sauber dokumentiert ist.
Wie waren die Vitalwerte beim Verlassen der Wohnung ?

An dieser Stelle sehe ich den Ansatzpunkt für eine fundierte Beschwerde, die in verschiedener Form möglich ist:

a. Versuch eines persönlichen Gesprächs mit dem NA, um auch etwas über dessen Sichtweise zu erfahren (evtl. mit der RTW-Besatzung gemeinsam)
b. Bei Uneinsichtigkeit oder offener Ablehnung bleibt m.E. nur noch das Mittel der Strafanzeige gegen den Notarzt. Wenn alles so war, wie Sie es beschrieben haben, handelt es sich um unterlassene Hilfeleistung. Der NA ist seiner Garantenstellung nicht gerecht geworden.
Die Polizei wird ermitteln, NA- und RTW-Protokolle einsehen und im weiteren Verlauf die Staatsanwaltschaft informieren, wenn sich der Verdacht bestätigen sollte.

Insgesamt sollte man aber nicht vergessen, daß der Arzt mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht vorsätzlich gehandelt hat. Er hat einen Fehler gemacht, hat sich geirrt, die Situation evtl. falsch eingeschätzt.
So gesehen, verhärtet "b" nur die Fronten, während "a" zu einem befriedigendem Ergebnis für beide Seiten führen kann. Einen Versuch ist das auf jeden Fall wert.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. A. Flaccus
Dr. A. Flaccus
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MarkusPfeiler
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Beitrag von MarkusPfeiler » 08.05.08, 16:09

Hallo,

danke für die Antworten und die vielen PNs die ich erhalten habe.

Ich werde auf Anraten mehrerer Mediziner und meines Anwalts Anzeige wegen Tötung durch Unterlassen stellen.

Mehr kann und will ich momentan nicht dazu schreiben.....

Gruß

Markus

Arthur E. Guedel
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Beitrag von Arthur E. Guedel » 08.05.08, 20:04

Hallo zusammen, hallo Markus,

mein erstes Post gleich zu so einem tragischen Ereignis, dennoch möchte ich eine Lanze brechen für die Kollegen, die vor Ort waren; unter großem Vorbehalt, alle Informationen habe ich aus Deinen beiden Threads.
Folgende Dinge sind mir aufgefallen:

Warum zu Beginn kein Notarzt mitgekommen ist, klärst Du selbst auf: er hatte einen anderen Einsatz und war dort nicht abkömmlich. Die Leitstelle schickt daraufhin einen RTW, der auch nach 5 Minuten eintrifft und nach Sichtung der Lage einen auswärtigen Notarzt nachfordert. Das ist ein völlig normaler Vorgang. Daraufhin wird der nächste verfügbare NA alarmiert, die Anfahrtzeit von 20 Minuten ist (z.B. in ländlichen Gebieten, gerade nachts) nicht außergewöhnlich.
Hätte die Leitstelle beide Fahrzeuge zeitgleich alarmiert (warum sie das möglicherweise nicht getan hat später), dann wäre der NA 5 Minuten früher an der Einsatzstelle gewesen als jetzt. Da qualifizierte Hilfe vor Ort war ist es eher fraglich, ob diese Minuten am Ausgang etwas geändert hätten. Dem Leitstellendisponenten würde ich hier keinerlei Vorwurf machen, m.E. hat er korrekt gehandelt. Aus seiner Sicht sieht das doch so aus: hier wird zum dritten Mal innerhalb weniger Tage (wenn ich Dich richtig verstanden habe!) der Rettungsdienst zu einer bewußtlosen Person gerufen, die bereits zweimal vorher die Mitfahrt nach Behandlung verweigerte. Jetzt würde er sich einen weiteren Rettungsdienstbereich blank ziehen, darum schickt er zunächst den RTW vor, in der Hoffnung, ohne NA auskommen zu können.

Nun zur konkreten Situation vor Ort: Deine Freundin ist seit Tagen lebensbedrohlich erkrankt, verliert immer wieder das Bewußtsein, stürzt, krampft, hat permanent Kreislaufparameter außerhalb jeder Norm. Du hast panische Angst, daß sie auf der Treppe stürzt, erteilst ihr "Treppenverbot", hörst sie "auf der Treppe rumpeln" und siehst erst 20 Minuten später nach? (Ich werte das nicht, sondern wiederhole nur die Fakten, die Du geschildert hast).

Die RTW-Besatzung hat im Prinzip korrekt gehandelt, das wurde bereits ausgeführt. Sowohl RS als auch RA haben in ihrer Ausbildung das Intubieren gelernt, der RA darf es auch in der Praxis anwenden. Intubation war hier indiziert, weil nur diese richtig vor Aspiration schützt. Mit Schutzreflexen war zu rechnen, dennoch wurde offenbar erfolgreich intubiert. Handwerklich sehe ich da keine Fehler. Bereits nach zwei Minuten erwacht Deine Freundin und reagiert aggressiv. Daß Du zur Seite geschubst wurdest ist unschön, ob der enormen Streßbelastung in einer solchen Situation allerdings nachvollziehbar. Wurde die Patientin gleich wieder extubiert?

Jetzt beginnt für mich eine längere Lücke: NA ist noch nicht da(?), Patientin wieder bei Bewußtsein, hoch aggressiv. Du berichtest von der Vorgeschichte. Nochmal: weder ihre Hausärztin noch der behandelnde Psychiater(!) halten eine Zwangseinweisung in die Psychiatrie (nur dahin kann zwangseingewiesen werden) für erforderlich, trotz tage- bzw. wochenlanger lebensbedrohlicher Situationen. Deine Freundin hat zweimal zuvor gegenüber dem Rettungsdienst erklärt, eine Mitfahrt abzulehnen. Der NA (er sieht sie viell. zum ersten Mal) steht jetzt vor der Entscheidung. Es wurde offenbar lange versucht, sie zur Mitfahrt zu überreden, vergeblich. Deine Freundin ist bei Bewußtsein, äußert ihre Ablehnung vehement, nicht nur jetzt, sondern konsistent über die letzte Zeit. Der NA hat hier am Ende für das Selbstbestimmungsrecht Deiner Freundin entschieden, aus meiner Sicht korrekt (das ist aber bis jetzt der einzige kritische Punkt). Der Transport wurde nicht durchgeführt, obwohl er aus rein medizinischer Sicht natürlich absolut indiziert gewesen wäre (Ausschluß zerebrale Blutung etc. pp). Handlungsanweisung an Dich: sofortiger Wiederanruf des Rettungsdienstes, wenn sich die Situation verschlechtert.

Am nächsten Morgen findest Du Deine Freundin mit dramatsich verschlechtertem Zustand und rufst die Hausärztin. Hattest Du die Befürchtung, der Rettungsdienst käme nicht mehr? M.E. wäre hier ein sofortiger Anruf bei der Rettungsleitstelle angebracht gewesen (aber auch das hätte nicht unbedingt zu einem anderen Ausgang geführt). Warum kam denn diesmal die Polizei mit? Ich vermute, die Hausärztin hat diesmal endlich zwangseingewiesen, während sie das zuvor noch nicht für nötig gehalten hatte.

Ich möchte Dir mein Beileid aussprechen und hoffe, daß Du meine Ausführungen nicht in den falschen Hals bekommst. Es ist einfach die Sicht aus einer anderen Perspektive ohne jegliche Wertung. Alles Gute!

Dr. A. Flaccus
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Beitrag von Dr. A. Flaccus » 08.05.08, 20:55

Liebe Mitglieder des Forums,

weil der geschilderte Fall offensichtlich eine strafrechtliche Relevanz bekommt, habe ich ihn in das nichtöffentliche Forum verschoben.

Der Threaderöffner bekommt die Möglichkeit, sich hier anzumelden und weiter mitzudiskutieren.

Unabhängig davon ist natürlich eine weitere kritische Diskusion dieses Falles ausdrücklich erwünscht!

Mit freundlichen Grüßen

Dr. A. Flaccus
Dr. A. Flaccus
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fa7x110
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Beitrag von fa7x110 » 10.11.08, 11:04

Es tut mir wirklich leid was passiert ist, ABER.......

nach der Rechtfertigung der Intubation ohne Medikamente mit einem eventuell vorliegendem Schädel-Hirn-Trauma.... musste ich mich erst mal ausklinken. Was kann ich einem Patienten schlimmeres antun als einen erheblichen Reiz zur Erhöhung des ICDs zu geben? Wenn dieser Patient intubiert wird dann mit RSI und nicht mit dem Fuß auf der Brust. Die Atemwege lassen sich in diesem Fall bis Eintreffen des Arztes auch ohne Intubation sichern. RA und NA gehören in ein kleines grünes Auto, nicht in ein großes rotes.

mfg Marcus

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