Gegengifte

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chester
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Gegengifte

Beitrag von chester » 16.06.07, 12:17

Hallo alle zusammen,

da ich noch in der Ausbildung bin, habe ich ein Frage:

Gibt es für die am häufigsten im Rettungsdienst genutzten Medikamente eine Gegengiftliste?
(bspw. wen ich Tramal überdosiert habe o.a.)
Wenn ja wo könnte ich diese finde?
Könnt ihr mir bitte einen Tipp geben?

LG Chester
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Erik Eichhorn
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Beitrag von Erik Eichhorn » 16.06.07, 12:25

Hallo Chester,

bitte hier www.gifte.de mal vorbeisurfen. Da findet man ziemllich viel.

(bspw. wen ich Tramal überdosiert habe o.a.)


Das war hoffentlich nur ein Versprecher und nicht ernst gemeint?

Gruß,
Erik Eichhorn
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FLindi
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Beitrag von FLindi » 17.06.07, 20:33

Hallo chester,

es gibt eine sehr gute Fibel unter dem Titel "Vergiftungen und ihre Antidotbehandlungen" von Dr. Egid Strehl. Sie hat 16 Seiten, ist im Format von der Größe des Notfalltaschenbuchs und alle Seiten sind mit einer wasserfesten Folie schichtet. Der jeweils doppelseitige Tabellenaufbau sieht wie folgt aus: 1. Vergiftung / Indikation, 2. Antidot, 3. Dosierung, 4. zusätzliche Maßnahmen / Hinweise
Auf der letzten Seite sind Giftnotrufnummern und die Telefonnummern für die Notfall - Lieferungsdienste abgedruckt.

Der Leitfaden ist kostenlos über einen Pharma - Hersteller erhältlich. Melde dich mal per PN oder Emai bei Interesse, dann suche ich dir mal die Anschrift raus.

Bis denne
Frank

FLindi
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Beitrag von FLindi » 17.06.07, 20:49

@ Erik,

ich habe im Forum Ausbildung bereits auf einen kostenlosen Leitfaden (16 Seiten wasserfest, Format: Notfalltaschenbuch) hingewiesen. Da er nur über einen Pharma - Hersteller bezogen werden kann würde ich die Adresse, wenn Interesse besteht, hier bekannt geben.

Schönen Abend
Frank

rathomas
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Beitrag von rathomas » 26.06.07, 22:57

Hi,
schau dir mal diese Seite an: http://www.gifte.de/
Hier ist vieles zum Thema zu finden

Pflasterdrauf
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Beitrag von Pflasterdrauf » 27.06.07, 00:00

guten abend chester.

wenn ich mich nicht irre, ist in der ausbildungsliteratur auch ein verzeichnis über die im rd benutzten medikamente vorhanden, und dort findet sich auch zu fast jedem medikament ein antidot ;) ich weiß ja nicht welche literatur ihr benutzt, aber ich kann da nur den leitfaden rettungsdienst empfehlen...aber ich bin grad nicht zu hause, ich schau nochmal nach und schreib dann nochmal genau in welchem buch das drin ist....

mfg

marco
Wenn jeder nur ein bißchen mehr noch Kind wär´, dann wäre die Welt viel erwachsener...

Dr. Ch. Erbschwendtner
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Beitrag von Dr. Ch. Erbschwendtner » 27.06.07, 15:00

Hallo chester !

Ich möchte das Thema noch von einer anderen Seite kurz betrachten.

Jedes Medikament welches ich verabreiche muß ich in Wirkung, Dosierung und zu erwartender unerwünschter Wirkungen gut kennen, insbesondere beim Einsatz unter Notfallbedingungen.

In der Regel funktioniert das mit dem "Gegengift" nicht so simpel und einfach, daher kann ich von präklinischen Experimenten nur dringenst abraten.

Genaues Erlernen der theoretischen Grundlagen, regelmäßiger Einsatz unter Aufsicht und Anleitung und vorsichtiges Hintitrieren sind die Basis des Einsatzes von Medikameneten.

mfG

Erbschwendtner
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Beitrag von FLindi » 29.06.07, 10:45

@ Alle

Da inzwischen einige Anfragen per Email bzw. PN bei mir eingetroffen sind, stelle ich jetzt mal hier, nach Rücksprache mit Dr. Erbschwendtner, die mir bekannten Anforderungsdaten ins Forum:

Dr. rer. nat. Egid Strehl
Vergiftungen und ihre Antidotbehandlung

Anforderung über Dr. Franz Köhler Chemie GmbH
Neue Bergstr. 3 - 7
64665 Alsbach - Hähnlein
http://www.koehler-chemie.de

Tel.: (0 62 57) 5 09 - 0
Fax: (62 57) 5 09 46
Email: info@koehler-chemie.de


Ein Tip am Rande: Fragt Eure Kollegen, ob sie auch interessiert sind und macht eine Sammelbestellung. Ich habe mal 40 Stück nachbestellt. Die kamen auch alle.

Bis denne
Frank

P00ler
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Beitrag von P00ler » 01.07.07, 01:05

Hallo zusammen,

also ich kann eigentlich nur folgendes sagen: Der Umgang mit Medikamenten jeglicher Art muss genauestens überlegt sein, daher ist es nie schlecht sich vorher intensiv durch fachliteratur zu informieren.
Sollte es durch Unbedachtheit oder sonstigen Gründen trotzdem zu einer Medikamentenvergiftung kommen ist höchste Eile geboten. Wie oben schon erwähnt wäre der Giftnotruf wohl am geeignetsten.
:arrow: Aus persönl. Erfahrung ist der Giftnotruf XXXXX NICHT zu empfehlen! Ich rate jedem in YYYYY anzurufen, absolut egal in welchem Bundesland der jeweilige Einsatz vorliegt.

(Es tut mir leid falls ich mit dieser Aussage jemandem auf den Schlips trete, aber meine Erfahrung hat gezeigt das in XXXXXKompetenzmängel leider nicht selten auftreten. YYYYYY hingegen ist überaus Kompetent)

Beitrag von der Redaktion rechtskonform gestaltet.


Viele Grüße
P00ler
Michael Stefan Badura
Bundeswehr-Rettungsassistent
_______________________
Ein Blaulicht macht noch keinen Helden - gerettete Menschenleben schon!

Erik Eichhorn
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Beitrag von Erik Eichhorn » 01.07.07, 08:37

Lieber Herr Badura,

vielen Dank für Ihren Beitrag. Ich möchte ihn aber nicht unkommentiert lassen.

Der Umgang mit Medikamenten jeglicher Art muss genauestens überlegt sein, daher ist es nie schlecht sich vorher intensiv durch fachliteratur zu informieren.


Richtig. Aber: in diesem Fall ging es um eine Medikamentengabe durch einen Rettungsassistenten, konkret um Tramal. Die Illegalität dieser Maßnahme lässt sich auch durch das Studium einschlägiger Fachliteratur nicht wettmachen.

Sollte es durch Unbedachtheit oder sonstigen Gründen trotzdem zu einer Medikamentenvergiftung kommen ist höchste Eile geboten. Wie oben schon erwähnt wäre der Giftnotruf wohl am geeignetsten.


Höchste Eile dahingehend, dass es für den betreffenden Kollegen günstig wäre das Land zügig zu verlassen :-)
Typische Medikamentenüberdosierungen (was in der Tat hin und wieder mal vorkommt, zum Beispiel durch Benzodiazepine) sollte man aber auch ohne die Hilfe eines Giftinformationszentrums in den Griff bekommen.

Aus persönl. Erfahrung ist der Giftnotruf XXXXXX NICHT zu empfehlen! Ich rate jedem in YYYYYYanzurufen, absolut egal in welchem Bundesland der jeweilige Einsatz vorliegt.


Wenn man sich zu solchen Aussagen hinreissen lässt, sollte man sie wenigstens untermauern. Davon abgesehen, ist solch eine Aussage durchaus auch rechtlich problematisch. Wie oft hatten Sie denn, und wenn warum, Kontakt zur Giftinformationszentrale? Welche "Falschaussage" wurde denn dort Ihrer Meinung nach getroffen?

Ich hoffe Sie erhellen uns noch ein wenig :idea:

Gruß,
Erik Eichhorn
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