Atropin im Rahmen der Notkompetenz ?

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rathomas
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Atropin im Rahmen der Notkompetenz ?

Beitrag von rathomas » 18.03.07, 12:15

Hallo,
habe vor kurzem von einem Kollegen gehört, dass Atropin im Rahmen der Reanimation in die Notkompetenzempfehlungen mit aufgenommen worden sei. Habe da bisher nichts von gehört, bzw. auch im Netz (Bundesärztekammer etc.) nichts dazu gefunden.
Gruß
Thomas

Erik Eichhorn
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Beitrag von Erik Eichhorn » 18.03.07, 12:57

Hallo Thomas,

fragen Sie doch mal Ihren Kollegen, woher er diese Info hat. Mir ist jedenfalls nichts derartiges bekannt. Ich vermute, dass dort etwas mit den Guidelines 2005 durcheinander geraten ist.

BTW: Bitte für die Threads aussagekräftige Titel verwenden, das erleichtert den Kollegen das Auffinden von Themen über die Suche usw., ich hab es editiert.

Schönen Sonntag !
Erik Eichhorn
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mbela
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Beitrag von mbela » 18.03.07, 16:13

Hallo Thomas,

weder Atropin noch Amiodaron sind in die Notkompetenz aufgenommen worden. Vielerorts wird aber inzwischen die "Notkompetenz" um eine "worst-case-Kompetenz" erweitert, denn es ist schwierig bei solch eindeutiger Indikation bewußt darauf zu verzichten, bzw. zu sagen "ich weiß zwar was dem Patienten evtl noch helfen könnte, aber ich bin kein Arzt und darf die beiden Medikamente nicht verwenden".

Gruß,

Markus
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Dr. Ch. Erbschwendtner
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Beitrag von Dr. Ch. Erbschwendtner » 18.03.07, 19:30

Hallo !

Notkompetenz oder Empfehlung von BÄK, Dienstgeber usW ?

Beide Medikamente (Amio, bzw. Atropin) sind ind den ERC und AHA Guidelines expilcit erwähnt.

Aus ärztlicher Sicht sehe ich keinen Unterschied, ob Herr Maier (oder wer auch immer) im Rahmen einer Rea guidelineskonform Adrenalin, oder sonst was spritzt. Auch rechtlich kann ich mir da keine wesentlichen Unterschied vorstellen.

Aber zum Thema Notkompetenz verweise ich auf die rege Diskussion.

Daher kann das Ziel nur sein, wenn Kompetenz, dann fundierte, durch Ausbildung, Fortbildung und Überprüfung. Sonst kommen wir nie aus dem Graubereich "Notkompetenz" heraus.

mfG

Erbschwendtner
Dr.Ch. Erbschwendtner
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rathomas
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Beitrag von rathomas » 19.03.07, 13:07

Danke erstmal für die Antworten, hatte auch vermutuet, dass es im Zusammenhang mit den 2005er Empfehlungen zu einem Missverständniss gekommen ist .Aber man lernt ja nie aus, daher auch hier die Nachfrage :).

Ich stimme Ihnen beiden zu 100% zu, sicherlich sind sowohl Atropin als auch Amiodaron vom nichtärztlichen RD Personal im Rahmen der Reanimation einsetzbar, allerdings bin ich nicht sicher wie im Zweifelsfall ein Richter entscheiden würde. Wobei hier hoffentlich die Empfehlungen der ERC und der AHA Berücksichtigung finden würden.

Gruß
Thomas

Uwe Hecker
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Beitrag von Uwe Hecker » 14.04.07, 20:01

Hallo,

ich denke das die Richter im Zweifelsfalls sich an die aktuellen Gegebenheiten der medizinischen Versorgungstrends (z.B. Guidelines 2005) orientieren(werden/müsen/sollen). Im übrigen handelt es sich bei den Äußerungen der BÄK auch nur (?!) um Empfehlungen. Ein neues RettAssG sollte die dann "wieauchimmerheisende" Kompetenz jedenfalls insofern Berücksichtigen, das international anerkannte Versorgungsstrategien jeglicher Patienten, nach entsprechender Unterweisung und Schulung des Rettungsfachpersonals zu werten sind.

Liebe Grüße

Uwe
Gesundheits- und Krankenpfleger für Intensivpflege und Anästhesie / Rettungsassistent

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