Notfallmedikamente Schwangerschaft

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stefkoch
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Notfallmedikamente Schwangerschaft

Beitrag von stefkoch » 13.02.07, 19:57

Hallo,

hat irgendjemand eine gute und schnelle Übersicht über die Notfallmedikamente auf dem RTW bzgl. Applikation in der Schwangerschaft (Kontraindikationen, rel. Indikationen...)

VG

Stefkoch

Uwe Hecker
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Beitrag von Uwe Hecker » 14.08.07, 12:49

Hallo Stefkoch,

habe mal wieder, im Forum gekramt und festgestellt, das Du leider noch keine Antwort auf deinen Tread bekommen hast. DIE ultimative antwort oder übersicht habe ich auch nicht, aber wie wärs wir widmen uns dem Thema einmal ? Wenn jeder einen Teil macht müsste man das doch bald zusammen bekommen - oder? Also - wer macht mit ?

Grüße

Uwe
Gesundheits- und Krankenpfleger für Intensivpflege und Anästhesie / Rettungsassistent

besorgter_rettass
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Beitrag von besorgter_rettass » 18.08.07, 18:36

Hallo zusammen!

Ich würd gerne helfen nur weiß ich nicht genau was stefkoch meint, Medikamente für die Schwangerschaft oder andere??? Für die Schwangerschaft, gibt es eigentlich auf dem RTW und NEF nur zwei Medikamente, jedenfalls da wo ich bis jetzt gearbeitet habe.

Oxytocin und Partusisten/Fenoterol

Oxytocin, Wirkst. Oxytoxin: ein Mittel zur Geburtseinleitung oder Förderung der Nachgeburt; meißtens in 1 ml Ampullen mit 3, 5 oder 10 IE; im Rettungsdienst gibt es kaum Anwendung für dieses Medikament, denn falls wirklich mal eine Indikation dafür bsteht, bist du hoffentlich schon im Kreißsaal (unter vielen Kollegen gilt die Fausregel, entweder kommt das Kind zu Hause oder im Kreißsaal, unterwegs fällt aus wegen iss nicht); falls man es doch mal brauch, man weiß ja nie...
zur Geburtseinleitung: initial 1 bis 2 milli IE/min Dauerinfusion i.v., je nach Wehentätigkeit alle 15 min steigern bis max. 20 bis 30 milli IE/min i.v.
bei postpartaler Blutung: 5 bis 6 IE langsam i.v. oder 5 bis 10 IE i.m.

Partusisten, Wirkst. Fenoterol: Mittel zur Wehenhemmung bei Placenta previa, vorzeitiger Placentalösung, Nabelschnurvorfall oder geburtsunmöglicher Lage des Kindes; meißt in 10 ml Ampullen mit 0,5 mg oder in 1 ml Ampullen mit 0,02 mg; wird im Rettungsdienst eigentlich nur zur Notfalltokolyse oder von Notärzten, die einen mords Schiss vor einer anstehenden Geburt haben, verwendet (dann aber gleich die volle Dröhnung, damit die Frau ihr Kind erst im nächsten Jahr bekommen kann);
Notfalltokolyse: 0,03 bis 0,05 mg langsam i.v. (2ml/min), einmalige Wiederholung möglich (max 0,1 mg), zusätzlich Beckenhochlagerung, O² Gabe; im Kreißsaal anmelden und OP für Notsectio vorbereiten lassen!!!
Dann noch das Gaspedal am Bodenblech fest nageln und mit voller Beleuchtung und Beschallung ab in den Kreißsaal, beim Nabelschnurvorfall wird es noch besser. Dann noch zusätzlich mit der Hand (natürlich mit sterilen Handschuhen) in die Vagina eindringen und den führenden Teil (meistens der Kopf) zur Entlastung der Nabelschnur hochschieben! :shock:

Ich mach keinen Scherz, dir wird keine andere Wahl bleiben entweder das oder das Ungeborene wird mir Sicherheit sterben bzw. einen schweren Hirnschäden erleiden!!! :!:

Ich hoffe, ich konnte helfen.

Mit freundlichem Gruß und immer einer vollen Desinfektionsflasche in der Hand!
Alles Entstandene ist auch der Vergänglichkeit unterworfen!

Erik Eichhorn
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Beitrag von Erik Eichhorn » 18.08.07, 19:36

Liebe Rett-Med-User,

bevor wir an dieser Stelle weiterdiskutieren:

Ich finde die Idee von stefkoch und Uwe Hecker klasse. Ihr wisst, dass das Team von Rett-Med gerne mit Rat und Tat hinter Euch steht.

Ein paar Anmerkungen meinerseits:
besorgter_rettass hat geschrieben:Medikamente für die Schwangerschaft oder andere??? Für die Schwangerschaft, gibt es eigentlich auf dem RTW und NEF nur zwei Medikamente, jedenfalls da wo ich bis jetzt gearbeitet habe.


:arrow: Medikamente für die Schwangerschaft: kenne ich keine, da hilft offensichtlich nur ganz viel Liebe und ein gesunder Dienstplan :-)
:arrow: Medikamente gegen die Schwangerschaft: heissen Kontrazeptiva, es soll aber auch mechanische Verhütungsmittel geben :-)
:arrow: Medikamente, die im Rahmen von geburtshilflichen Notfällen eingesetzt werden: dazu hat besorgter_rettass ja schon beigetragen. Danke !
:arrow: Medikamente, die im Rahmen der Schwangerschaft nicht oder nur eingeschränkt eingesetzt werden dürfen: da würde ich mich wirklich über ein kleines "Abstract" für den Download-Bereich freuen

So, jetzt sind erstmal alle Unklarheiten beseitigt, oder?

Gruß,
Erik Eichhorn
Rett-Med
DMF-Moderator im Forum Rettungsdienst und präklinische Notfallmedizin

besorgter_rettass
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Beitrag von besorgter_rettass » 18.08.07, 22:32

Bitte bitte immer wieder!!!

Aber immer diese Besserwisser, or ne das geht gar nicht :evil:
Irgendwann kauf ich mir son Läksikon oder wie das heißt und dann weiß ich auch mal besser (ähh ist weiß nicht ne Farbe, na egal...) :lol:

Außerdem gibt es wohl zwei Mittel FÜR die Schwangerschaft auf dem RTW - ein männlicher und ein weiblicher Kollege auf 'ner Aussenwache mit ganz viel Langeweile... :oops:
... hat es alles schon gegeben muhuhar :!: :!: :!:
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blackylein
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Beitrag von blackylein » 19.08.07, 08:36

Dann frage ich mal anders nach, da mich dieses Thema auch interessiert, aber mit Medikamentenkunde hapert es derzeit bei mir.
Welche Medis, die in der Notfallmedizin eingesetzt werden, schädigen den Fötus?

stefkoch
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Beitrag von stefkoch » 19.08.07, 10:59

Tach zusammen.
Danke an Erik für die sehr schön ausformulierte Antwort, hätte es nicht treffender formulieren können...
Es geht natürlich hier um die Medis, die man bei einer Schwangeren einsetzen kann/darf im Rahmen der notfallmedizinische Versorgung bei "Spass auf der Gass".
Eine akute Schwangerschafts-Induktion oder einer Verhinderung der selbigen stand eher weniger im Vordergrund meiner Frage. ("NAW bitte zur Akut-Befruchtung in die Hauptstr. 115 bei Müller, drohender Eisprung laut Anrufer :D )
Habe von unserern Gynokokken eine nette Übersicht bekommen, auf der auch einige Medis, die auf dem RTW sind, erwähnt werden. Wenn ich mal Zeit bekommen die nächsten Tage werde ich da mal etwas zusammenschreiben, das ganze aber noch mittels Internet und IFAP absichern.
Bis dann
Stefkoch

Uwe Hecker
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Beitrag von Uwe Hecker » 19.08.07, 15:01

Guten Tag Zusammen,

also wie gesagt, ich bin gerne bereit hier was für unseren Downloadbereich zusammen zu werfen. Grundlegend denke ich läuft es aber bei vielen Notfallmedikamnenten auf eines hinaus: Kontraindikationen: Im Notfall keine.

Bedenken muß man immer den IST-Zustand der beiden Patienten Mutter und Kind. In der Regel, von wenigen Ausnahmen abgesehen, wird man sich für die Mutter entscheiden.

Ich habe im Moment Nachtschicht weshalb sich der Beginn, verzögert. Wer aber bei der Erstellung der Übersicht mitmachen will, und schon wesentliche und handfeste Infos besitzt kann sich gerne an mich (per PN oder Email) wenden. Ich bitte aber um Verständnis, wenn nicht postwendend eine Nachricht von mir kommt, da ich nicht täglich am PC sitze. Selbstverständlich werde ich alle Beteiligten in die Autorenliste mit aufnehmen, sofern es gewünscht wird.

In diesem sinne wünsche ich allen Mitmachern, viel Spaß und dem Projekt ein gutes gelingen.

LG aus Wiesloch

Uwe
Gesundheits- und Krankenpfleger für Intensivpflege und Anästhesie / Rettungsassistent

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