PM: Freiberufliche Arztpraxen sind der Schutzschirm für das Medizinsystem

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jaeckel
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PM: Freiberufliche Arztpraxen sind der Schutzschirm für das Medizinsystem

Beitrag von jaeckel »

Freie Ärzteschaft: Freiberufliche Arztpraxen sind der Schutzschirm
für das Medizinsystem


Bei der Bewältigung der Corona-Pandemie steht Deutschland im
weltweiten Vergleich so gut da, dass man sich im Ausland fragt: Wie
machen die Deutschen das? Die Freie Ärzteschaft (FÄ) sieht den Erfolg
unter anderem in der Schlagkraft der ambulanten Medizin in
Deutschland. "Rund 160.000 Ärztinnen und Ärzte arbeiten in den Haus-
und Facharztpraxen in den Groß- und Kleinstädten sowie auf dem Land.
Sie behandeln die Menschen wohnortnah und können schnell und flexibel
auf die lokale und regionale Lage
reagieren - unabhängig von staatlicher Steuerung", sagte
FÄ-Vorsitzender Wieland Dietrich am Dienstag in Essen.

Die Arztpraxen sorgen dafür, dass viel weniger Patienten in die
Kliniken und in dort angeschlossene Zentren gehen, so wie das oft
etwa in europäischen Nachbarländern der Fall ist. "Zum einen werden
die Kliniken dadurch entlastet, zum anderen entstehen dort weniger
Infektionscluster", betont der FÄ-Chef. Sechs von sieben
Covid-19-Patienten werden ambulant behandelt. Schnell und
unbürokratisch entwickeln die Praxen Lösungen. In manchen Regionen
haben sich Praxen beispielsweise untereinander
aufgeteilt: in Praxen, die Patienten mit Covid-19 oder Verdacht auf
Covid-19 behandeln und Praxen, die alle anderen Patienten behandeln.

Dietrich erläutert: "Die dezentrale Struktur unseres ambulanten
Gesundheitswesens mit freiberuflichen Haus- und Fachärzten, die
eigenständig medizinische und unternehmerische Entscheidungen
entsprechend dem lokalen Bedarf treffen, trägt mit zur Eindämmung der
Pandemie bei." Staatliche oder konzerngesteuerte Einrichtungen
müssten bei unvorhersehbaren Situationen hingegen erst auf zentrale
Vorgaben und Entscheidungen warten.

Auch das hohe professionelle Niveau der ambulanten Medizin in
Deutschland dürfte die Bekämpfung der Pandemie unterstützen. "Die
niedergelassenen Haus- und Fachärzte - allesamt mit
Facharztausbildung - sind diagnostisch umfassend ausgestattet und
führen etwa 90 Prozent aller ärztlichen Behandlungen durch", betont
FÄ-Vize Dr. Axel Brunngraber. Im Gegensatz dazu seien etwa die
"General Practitioners" in den Niederlanden mit wenig mehr als einem
Stethoskop und einer Blutdruckmanschette ausgestattet
und müssten mangels niedergelassener Fachärzte ihre Patienten mit
zahlreichen medizinischen Fragestellungen direkt in die
Klinikambulanzen schicken. "Je höher aber der Patientenandrang in
Kliniken ist", sagt Brunngraber, "desto größer ist das Risiko der
weiteren Virusverbreitung."

Über die Freie Ärzteschaft e. V.

Die Freie Ärzteschaft e. V. (FÄ) ist ein Verband, der den Arztberuf
als freien Beruf vertritt. Er wurde 2004 gegründet und zählt heute
mehr als 2.000 Mitglieder: vorwiegend niedergelassene Haus- und
Fachärzte sowie verschiedene Ärztenetze. Vorsitzender des
Bundesverbandes ist Wieland Dietrich, Dermatologe in Essen. Ziel der
FÄ ist eine unabhängige Medizin, bei der Patient und Arzt im
Mittelpunkt stehen und die ärztliche Schweigepflicht gewahrt bleibt.

Pressekontakt:
presse@freie-aerzteschaft.de

V .i. S. d. P.: Wieland Dietrich, Freie Ärzteschaft e.V.,
Vorsitzender, Gervinusstraße 10, 45144 Essen, Tel.: 0201 68586090,
E-Mail: mail@freie-aerzteschaft.de, http://www.freie-aerzteschaft.de

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Schutzschirm: um so erstaunlicher,

Beitrag von PR »

dass die "freiberuflichen Arztpraxen" in Deut'schland nicht längst selbst zu "superspreadern" geworden sind ! Jedenfalls bisher nicht nachweislich, und nicht einmal angesichts der Tatsache, dass ihre Versorgung mit Schutzausrüstung über fast ein Jahrzehnt hinweg politischerseits sträflich verpennt worden ist (weil halt die Prioritäten woanders lagen).

Wieso hat der Schutzschirm bislang funktioniert ? Ich denke, das hängt damit zusammen,

1. dass n o c h das politische Konzept n i c h t aufgegangen ist, demzufolge sich Alltagsmedizin großteils und ohne Weiteres von angelernten Hilfskräften erledigen ließe, die einfach nur Kochbuchrezepte nachkochen. (Dass also für sowas Banales ein umfassendes akademisches Studium gar nicht nötig sei.) KLARTEXT: die meisten Praxen waren offenbar aus eigener Sachkompetenz in der Lage, in allerkürzester Zeit wirksame eigene Schutzkonzepte zu entwickeln.
2. Es hängt a u c h damit zusammen, dass in den Praxen n o c h überwiegend deren Eigentümer zugange sind, die den eigenen Ruf der Zuverlässigkeit und Patiententreue zu verteidigen haben. (Demgegenüber hätten angestellte Ärzte jederzeit jedes Recht gehabt, unter Verweis auf Gefährdung durch völlig unzureichenden Arbeitsschutz die Arbeit zu verweigern, den Arbeitgeber im Regen stehen zu lassen und zu verklagen).
3. Wiederum damit zusammenhängend: die tatsächlich Angestellten innerhalb der Praxen haben das alles mitgetragen. (statt bei der heute für sie extrem günstigen Personallage einfach davonzulaufen). KLARTEXT: in einer vollends durch-emvauzettisierten medizinischen Versorgungslandschaft wird sich so ein Erfolg nicht wiederholen lassen.

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