Wenn das Lebenretten zur Nebensache werden soll

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Wenn das Lebenretten zur Nebensache werden soll

Beitrag von PR » 22.07.19, 14:16

Wenn das Lebenretten zur Nebensache werden soll - anders lässt sich zumindest aus Sicht einer Rettungsleitstelle Zappelspähnchens neueste Eingebung - gleicher helpdesk für # 112 und # 116 117 - nicht interpretieren,

dann sollten im Deut’schland vorab zumindest die Schlüsselwörter allgemein und allgemeinverständlich veröffentlich werden, die die Rettungsleitstellen obligat abfragen und benötigen, um sogleich den Rettungswagen mit Notarzt losschicken zu können.

Bis das sicher funktioniert, halt ich Zappelspähnchens neueste Eingebung für einen seiner vielen flatus cerebri.

MERKE: eine Notfallzentrale macht einen gänzlich anderen Job als ein Terminvereinbarungsbüro.
Aber erklär sowas Kompliziertes mal dem Koofmich von der Bank, oder einem verkörperschaftselten Ärztefunktionär ...

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Christianes Herz
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Re: Wenn das Lebenretten zur Nebensache werden soll

Beitrag von Christianes Herz » 27.07.19, 13:03

Damit die, die wirklich Notfälle sind, nicht lange warten, müssen halt jetzt alle warten.
Einer der Rundfunks hats schon kapiert: "... schon mal probiert? Stecker ziehen, 10 Min. warten und neu? ...
https://www.swr3.de/comedy/comedy-archi ... gn=swr3.de
Fast könnte man lachen und das Lachen vergeht einem bekanntlich erst, wenn man es selber merkt. Das ist ja auch die andere Seite der Medaille bzgl. Privatmedizin. Merken tun es die, die pflichtversichert sind, dass Ärzte und ihr Personal fehlen. Die, die die Gesetze und Parameter schaffen, sind meist privat so gut versichert, dass die ärztliche und pflegerische Leistung auf Zuruf funktioniert.
Neue Wege? Barmer`s Hilfe zur Selbsthilfe: https://www.deutschlandfunk.de/barmer-e ... id=1031971
(Ich konnte mir Letzteres nicht verkneifen, auch wenn es hier grenzwertig ist, nix für ungut).

Frdl. Grüße und allen eine kühlere Zeit
Christiane

Humungus
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Re: Wenn das Lebenretten zur Nebensache werden soll

Beitrag von Humungus » 28.07.19, 09:06

Ja, die Kranken Kassen, die wissen eben guten Rat zu erteilen. Werde ich der/m nächsten verspannten SoFa auch raten!

Spaß beiseite: Spahns Reformen verfolgen konsequent weiter das Ziel der Politik: Abschaffung der Niedergelassenen, zentrale Verwaltung, Leitung der Patienten in Krankenhäuser. Und natürlich: Mut zur Lücke!

Übrigens lag in Bayern die gesamte Notfallversorgung bis vor einige Jahren in den Händen einer rotgekreuzten Hilfsorganisation. Da diese Gerüchten zufolge aber bei der Vermittlung eines Anrufs mehr verdiente als der dann mit dem Notfall beschäftigte Arzt, wurde die Notfallversorgung in die Hände der KV gegeben - mit Ausnahme lebensbedrohlicher Notfälle.

Das wird jetzt wieder geändert. Und parallel dazu soll die komplette Notfallversorgung in die Krankenhäuser. In denen sollen dann die Niedergelassenen den Notdienst schieben, denn Krankenhausärzte kriegt man auch keine mehr.

Übrigens, zwei Geschichten zur Versorgung: 20 Kilometer östlich von uns ist ein Augenarztsitz frei. Der Inhaber hat ihn von heute auf morgen verlassen, weil er lieber stressfrei in einem MVZ Dienst schiebt. Der Sitz wurde 2x ausgeschrieben - kein Bewerber! Selbst die Großpraxen finden keine Knechte mehr, die sie auf solche Sitze setzen können. Und dabei wäre er UMSONST gewesen! Bisheriger Umsatz der Praxis deutlich im sechsstelligen Bereich, auch operativ tätig. Und? Interessiert KEINEN mehr. Danke, Politik!

Zweite Geschichte: Einserabiturient wird geehrt. Sein Berufsziel: er studiert Medizin. Mit Stipendium.

Im Ausland.
Augenarzt? Flatrate. Für nur 18 Euro all you can (tr)eat, ein ganzes Quartal lang! DAS ist heutige Gesundheitspolitik.

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Ja was isch au dô los ?

Beitrag von PR » 31.07.19, 12:13

Da empfiehlt eine "große" kranke Kasse zwecks Erzeugung von "natürlichem" Schlafbedürfnis ihren M i t g l i e d e r n den privaten Kauf und Gebrauch eines Geräts,

das ganz offensichtlich nur zum Gebrauch durch M i t g l i e d e r i n n e n / D i v e r s zweckbestimmt ist.

Wie man sieht, sind die kranken Kassen heutzutage vom fundierten Verständnis des innersten Kerns ihrer professionellen Befassung genau so weit entfernt wie vor der verpflichtenden Anwendung des Ihzehdehzehn durch alle Beteiligten.

Zu meiner Jugendzeit kürzte man einen derartigen Sachverhalt so ab: DBDDHKP

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