Bundesgesundheitsminister Spahn

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Re: Bundesgesundheitsminister Spahn

Beitrag von PR »

hat "seinem" BMG die Eigentumsmehrheit am Laden GEMATIK gesichert. Damit hat Bundesgesundheitsminister Spahn juristisch wie politisch die Verantwortung für den Laden GEMATIK übernommen.

Dieser Laden weiss nachweislich seit 2014, dass die von ihr geplante "TI im Gesundheitswesen" mit den geplanten Kompenenten und in der geplanten Struktur illegal, weil u.v.A. komplett datenunsicher ist und vorbestehende Datenschutzmaßnahmen zerstört.

Dennoch hat BMG Spahn 2019 ein strafbewehrtes Gesetz durch den Deutschen Bundestag getrickst, in dem der Einsatz dieser TI zunächst für die niedergelassenen Ärzte, sodann für die Apotheker, die Kliniken, die Sanitätshäuser, alle niedergelassenen Therapeuten verpflichtend wird.
Die Strafbewehrung greift bereits, sie wird ab März noch einmal verschärft.

Dem Deutschen Volke gegenüber hat BGM Spahn wiederholt, öffentlich und völlig unzweifelhaft wider alles bessere Wissen sämtliche Datenschutzprobleme d u r c h die "TI im Gesundheitswesen" geleugnet.

Die Figur Jens Spahn ist nicht länger tragbar. Nicht als Minister, und auch sonst in keiner bedeutenden öffentlichen Position.

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Christianes Herz
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Re: Bundesgesundheitsminister Spahn

Beitrag von Christianes Herz »

Spahn, die Nächste:

https://e-health-com.de/details-news/sp ... -naechste/
"... Versicherte bekommen im §363 SGB V das Recht, die Daten ihrer elektronischen Patientenakte freiwillig für die wissenschaftliche Forschung zur Verfügung zu stellen. Den Umfang dieses Datensatzes können die Versicherten frei wählen. Sie betrifft nur Daten ohne Personenbezug, also Bilder, EKGs, Laborwerte, Diagnosen etc. Diese werden pseudonymisiert. Die Daten gehen ohne Pseudonym an das Forschungsdatenzentrum nach §303d SGB V, das Pseudonym wiederum geht an die Vertrauensstelle nach §303c SGB V. Die entsprechenden Festlegungen muss die gematik bis zum 30. Juni 2021 treffen ..."

Ich bin zu gesund, vor allem längst zu alt, als dass man mich mit Gesundheitsdaten noch karrieremäßig "erpressen" oder "steuern" könnte, kapiert hätt ich es gerne trotz alledem. Auch mit der Datenspenderei, der freiwilligen. Also zweierlei Datenbanken: Die Forschung kriegt die Daten ohne Pseudonym, die Vertrauensstelle die Daten mit Pseudonym, und/aber alle Daten sind ohne Personenbezug übermittelt?

Frdl. Grüße
Christiane

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Der Herr Minister lügt wirklich gekonnt.

Beitrag von PR »

Es soll wenn ich das richtig verstanden hab etwa so laufen wie bei den Landeskrebsregistern, die mittlerweil bei Strafe von 50.000 € mit Daten "befüllt" werden müssen:

Die Daten landen erstmal in einer "Vertrauensstelle". Die ist jedenfalls in BaWü noch in einer Staatsbehörde beheimatet. Die trennt von den Meldungen die Personendaten ab und versieht sie mit Pseudonymen. Und diese Datensätze werden zur wissenschaftlichen Auswertung ans eigentliche Krebsregister gegeben. Auch das ist irgendwie ein Behördenableger.

Bin ja nicht mehr in der Weiterbildungspflicht, weil ich schlicht keine Medizin mehr betreib. Hab aber knapp 10 Jahre nach Scharfstellen der Krebs-Meldepflicht noch nienienie was über wissenschaftliche Erkenntnisse der Landeskrebsregister gehört oder gelesen.

Spahn argumentiert mit "anonymisierten" "Abrechnungsdaten". Sowas sei doch gewiss unverdächtig.
Jedoch:
Erstens sind einzeln eingereichte wirklich anonymisierte Daten für die Erforschung von Längsschnittverläufen vollkommen wertlos, weil nicht mehr derselben Person zuordenbar. Spahn meint pseudonymisiert (unkenntlich gemacht, aber dauerhaft Einzelpersonen zuordenbar). Wahrscheinlich kapiert er den Unterschied nicht.
Zweitens enthalten auch "Abrechnungsdaten" längst Diagnosen, also das Wichtigste.
Drittens: alle, auch die dazuhin "gespendeten" Daten der gesamten "elektronischen Patientenakte" landen in einer privatwirtschaftlichen Vertrauensstelle.
Viertens: die Daten sollen der Privatwirtschaft zur "wissenschaftlichen Auswertung" zur Verfügung gestellt werden. ARVATO ist Privatwirtschaft, nämlich Bertelsmann.
Fünftens: je seltener eine Diagnose, um so wahrscheinlicher lässt sie sich mit ausreichend großer Rechenkapazität einer einzelnen Person zuordnen.

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Christianes Herz
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Danke schön, PR

Beitrag von Christianes Herz »

Eine echte "Kunst", wird es auch sein, gesetzlich die Identifizierung zu untersagen, aber dann zu vorsorglich entspr. zu kontrollieren. Das ist doch alles Quark.
https://www.bundesdruckerei.de/system/f ... sdaten.pdf

"Als Mittelweg zwischen Schutz der Privatheit und hoher Datenverfügbarkeit liegt es dann nahe, Daten nur zu pseudonymisieren, es aber den Forschern selbst so schwierig wie möglich zu machen und es ihnen zudem gesetzlich zu untersagen, eine Person zu identifizieren. Dann ist es jedenfalls im Zweifel nur einer Person oder Institution möglich, der Forschung auf Nachfrage weitere Gesundheitsdaten eines Patienten bereitzustellen. Zugleich lässt sich so verhindern, dass einmal anonymisierte Gesundheitsdaten für alle Zukunft keine Rückschlüsse mehr auf die gesundheitliche Situation einer konkreten Person zulassen.
Von den Begehrlichkeiten datengetriebener Unternehmen und den Verheißungen ein ...

ab S. 13

Grüße und allen eine gute Woche
Christiane

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Auch die Bundesdrückerei

Beitrag von PR »

ist ja längst Privatwirtschaft: Giesecke & Devrient. Tät man nicht denken bei dem Namen, gell.
Hab den Laden in schlechter Erinnerung. Die machen auch die Ausweiskärtchen und Führerfscheine, und sammeln dazu in den Bürgermeister- und Landratsämtern die dort gescannten Fotos ein. So sollen auch etliche Fotos auf neue "elektronische" Gesundheizkärtchen gekommen sein, deren Empfänger
der kranken Kasse kein Foto geschickt haben...

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