PM: Ärzte sollten Budgetgrenzen nicht überschreiten

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Barnie Geröllheimer
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Re: PM: Ärzte sollten Budgetgrenzen nicht überschreiten

Beitrag von Barnie Geröllheimer » 16.07.18, 13:36

Humungus hat geschrieben:Mögliche, thematisch zutreffendere Überschriften wären:

- KVen budgetieren Ärzte und sorgen für Mangelversorgung
Überschriften für die Tagespresse?
Da dürften Sie 9 von 10 Leuten fragen, was denn eine KV ist. Wenn Sie 's erklärt haben, werden 11 von 10 fragen, wieso gerade bei Ihnen das Budget aufgebraucht ist.
Humungus hat geschrieben: - KrankeKassen sind nicht bereit für die Versorgung mehr zu zahlen, sparen lieber Milliarden
Wieviel mehr? Und sollte der benachteiligte Kollege in Hinterdunkelhofen für ein und diesselbe Leistung mehr bezahlt bekommen als der Kollege in Schwabing oder Baden-Baden?
Wie lange reicht "mehr", bis man wieder mehr will?
Humungus hat geschrieben: Politik hat die Kontrolle über Gesundheitswesen verloren.
Glaub' ich weniger, aber man sieht einfach keinen Handlungsbedarf. Schließlich haben wir ja "eines der besten Gesundheitssysteme der Welt". Und die Lobbyisten (auch der Ärzteschaft!!) zeigen sich ja eifrig bei unseren Mandatsträgern.
Solange die Funktionärsbonzen lachen und zufrieden sind, wird 's schon auch der kleine Doc an der Front sein.

Pauschales Ärztebashing kenne ich nicht, dazu habe ich zu viele Ärzte getroffen, die durchaus konträre Meinungen zu Ihren vertreten. Und anscheinend recht gut mit den Gegebenheiten zurechtkommen, auch wenn sie nicht vor Begeisterung jubeln
.
Richtig sauer kann ich werden, wenn der kleine Leut ärztlichen Missmut ausbaden soll..., wenn er Schmerzen und Mühsal aushalten soll, weil er "nix" zu bezahlen bereit wäre.

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Re: PM: Ärzte sollten Budgetgrenzen nicht überschreiten

Beitrag von Humungus » 16.07.18, 13:58

Als erstes: ich bin gerührt darüber, wie intensiv Sie die Standpunkte der KVen, der Kassen und der Politik vertreten. Mal sehen, was Sie sagen wenn Ihre Tochter tätig wird. Sie wissen schon, das mit dem Wasser und so...
Barnie Geröllheimer hat geschrieben:Und sollte der benachteiligte Kollege in Hinterdunkelhofen für ein und diesselbe Leistung mehr bezahlt bekommen als der Kollege in Schwabing oder Baden-Baden?
Nö, ganz einfach: eine Leistung - ein Honorar. Nicht einmal das wird den Ärzten zugestanden.
...dazu habe ich zu viele Ärzte getroffen, die durchaus konträre Meinungen zu Ihren vertreten. Und anscheinend recht gut mit den Gegebenheiten zurechtkommen, auch wenn sie nicht vor Begeisterung jubeln
Die werden noch viel lauter jubeln wenn sie einen Nachfolger suchen. Glauben Sie mir.
.
Richtig sauer kann ich werden, wenn der kleine Leut ärztlichen Missmut ausbaden soll..., wenn er Schmerzen und Mühsal aushalten soll, weil er "nix" zu bezahlen bereit wäre.
Genau. Der Meinung bin ich auch. Darum muss der Unmut über die Verursacher der Budgetierung laut werden.
Zuletzt geändert von Humungus am 16.07.18, 14:23, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: PM: Ärzte sollten Budgetgrenzen nicht überschreiten

Beitrag von Barnie Geröllheimer » 16.07.18, 14:15

Humungus hat geschrieben:Als erstes: ich bin gerührt darüber, wie intensiv Sie die Standpunkte der KVen, der Kassen und der Politik vertreten. Mal sehen, was Sie sagen wenn Ihre Tochter tätig wird. Sie wissen schon, das mit dem Wasser und so...

Ich halt' Sie auf dem Laufenden...Jetzt steht erst einmal eine Famulatur beim Hausarzt an. Dafür hat sie sich eine Praxis in Rheinland-Pfalz ausgesucht, denn da bekommt sie im Gegensatz zu BaWü ein paar Euro dafür.
Schließlich muss man ja das neue Ei-Fon bezahlen.
Sie sehen, die Allüren stimmen schon mal :mrgreen:

Papa muss mit dem popligen China-Android telefonieren. :lachen:

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Re: PM: Ärzte sollten Budgetgrenzen nicht überschreiten

Beitrag von Humungus » 16.07.18, 15:15

Barnie Geröllheimer hat geschrieben:...Jetzt steht erst einmal eine Famulatur beim Hausarzt an. Dafür hat sie sich eine Praxis in Rheinland-Pfalz ausgesucht, denn da bekommt sie im Gegensatz zu BaWü ein paar Euro dafür.
Eine Famulatur wird vor dem PJ durchgeführt. Ihre Tochter hat also noch einige Jahre, denn weiter oben klang das wie "bald durch", was mich irritierte.
Papa muss mit dem popligen China-Android telefonieren. :lachen:
Hab auch kein Ei, weil ich meine Handys gerne 10 Jahre lang habe und gerne Akku selber auswechsle. Der Apfel ist eine tolle Sache, was Benutzerfreundlichkeit angeht, aber gnadenlos teuer, bei allen Produkten. Und das seit ich das überblicken kann.
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Re: PM: Ärzte sollten Budgetgrenzen nicht überschreiten

Beitrag von Barnie Geröllheimer » 17.07.18, 09:22

Humungus hat geschrieben:Eine Famulatur wird vor dem PJ durchgeführt. Ihre Tochter hat also noch einige Jahre, denn weiter oben klang das wie "bald durch", was mich irritierte.
Sie hat bald keine Vorlesungen mehr, muss dann nur noch zu ihren Leberzellen ins Labor.
Humungus hat geschrieben:Hab auch kein Ei, weil ich meine Handys gerne 10 Jahre lang habe und gerne Akku selber auswechsle. Der Apfel ist eine tolle Sache, was Benutzerfreundlichkeit angeht, aber gnadenlos teuer, bei allen Produkten. Und das seit ich das überblicken kann.
Das rund 1000 Euro teure Spielzeug ist schon ein geiles Teil. Vor allem die Fotos, das Display, aber auch die restliche Ausstattung (optischer Zoom!), die Qualtität der Verarbeitung usw. sind einfach gigantisch.
Sch.....lecht nur, wenn man im Pfälzer Wald oder am Rheinufer kein Netz hat. :lachen:

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Über die Hänndiekante hinausgeschaut:

Beitrag von PR » 17.07.18, 11:40

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Re: PM: Ärzte sollten Budgetgrenzen nicht überschreiten

Beitrag von Humungus » 17.07.18, 12:43

Auffällig, dass die Kollegin die Scheinzahl innerhalb von zwei Jahren verdoppelt hat. Offensichtlich besteht ein massiver Mangel an ärztlicher Versorgung in der Region, sonst wäre es nicht so gegangen.

:ironie: Ansonsten: alles fake news. Das ist eine Ärztin, die auf hohem Niveau jammert und die Patienten als Geisel nimmt. Die sollen lieber in eine Krankenhausambulanz gehen, da werden sie ordentlich versorgt. Hundert Patienten am Tag oder auch 300 - kein Problem. Und die eine oder andere lukrative OP oder DRG darf gleich dableiben.
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Auffällig, dass die Kollegin

Beitrag von PR » 17.07.18, 13:52

in so kurzer Zeit die Scheinzahl verdoppeln konnte, ohne massivst regressiert oder gleich vom Staatsanwalt vorgeladen zu werden.

In Südbaden durfte ich ohne Regress die Scheinzahl um 5 % pro Quartal steigern.

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Re: PM: Ärzte sollten Budgetgrenzen nicht überschreiten

Beitrag von Barnie Geröllheimer » 17.07.18, 15:06

Humungus hat geschrieben:Auffällig, dass die Kollegin die Scheinzahl innerhalb von zwei Jahren verdoppelt hat. Offensichtlich besteht ein massiver Mangel an ärztlicher Versorgung in der Region, sonst wäre es nicht so gegangen.

Ansonsten: alles fake news. Das ist eine Ärztin, die auf hohem Niveau jammert und die Patienten als Geisel nimmt. Die sollen lieber in eine Krankenhausambulanz gehen, da werden sie ordentlich versorgt. Hundert Patienten am Tag oder auch 300 - kein Problem. Und die eine oder andere lukrative OP oder DRG darf gleich dableiben.
Ich bin jetzt mal gehässig und behaupte, die Ärztin muss das aufarbeiten, was die Vorgängerin bei 2000 Scheinen/Quartal :shock: alles hat liegenlassen. Und immerhin scheint genug Kapital vorhanden oder greifbar gewesen zu sein, um Ärzte anzustellen und ein MVZ zu gründen. Sie hat also während ihrer Tätigkeit scheinbar ordentlich was auf die Seite legen können und/oder genug Bonität und Sicherheiten vorzuweisen gehabt, dass Kredite gegeben wurden.

6 Ärzte und 4000 Scheine ergeben dann wieder ein reelles Bild und lassen auf eine halbwegs angebrachte ärztliche Betreuung schließen. Nicht sie nimmt die Patienten als Geiseln, sondern die Vorgängerin hat das wohl getan nach dem Motto: Ist die Marge niedrig, muss die Stückzahl stimmen.

Wo ist eigentlich das Problem, eine Medikation mit dem verordnenden Arzt abzustimmen? Und wozu gibt es "Aut idem"-Kreuzchen? Ich schlucke selbst morgens 4 Pillchen, abends 5. Und es war mir stets wurscht, ob es ein Original oder ein Generikum war und in welcher Darreichungsform ich es nehmen sollte.
Heutzutage verlangen die GKVen sowieso "Flexibilität". Ständig wird ein anderes Medi rabattiert, das man dann auch gefälligst zu nehmen hat.

Ansonsten: Respekt vor dieser Ärztin!

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genug Kapital vorhanden oder greifbar

Beitrag von PR » 17.07.18, 15:38

So isses Barnie. War bei mir auch so (Hauptsponsorin).

Zweimal mach ich das nicht, und Sie hatten ja auch schon mitgeteilt, dass Sie das im Leben sowieso nie so gemacht hätten. :oops:

Aut idem: bedeutet seit Jahrenden "Nec idem".
Also früher -> lieber Apotheker, substituier gern mit Identischem !
und seit Schmulla -> lieber Apotheker, liefer gefälligst haargenau das, was da steht. Ich weiß selber, was am Billigsten ist (welches Rabattmedi mir die kranke Kasse für diesen Patienten vorgeschrieben hat).

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Re: PM: Ärzte sollten Budgetgrenzen nicht überschreiten

Beitrag von Barnie Geröllheimer » 17.07.18, 17:18

PR hat geschrieben:Zweimal mach ich das nicht, und Sie hatten ja auch schon mitgeteilt, dass Sie das im Leben sowieso nie so gemacht hätten.
Nö, das hab ich nicht gesagt. Ich hab auch bänkische Starthilfe gebraucht und nach einem Beschissversuch auch bekommen.
Ich habe vielmehr geschrieben, dass ich mich niemals in Mithaftung nehmen lassen würde, um meiner Tochter einen Kredit zu verschaffen, wenn sie entgegen meines Ratschlages den Kassenknecht machen sollte.
Und ich habe vielmehr geschrieben, dass ich mich wundere, dass bei deeeen schlechten Verdiensten der Ärzte, die hier kolportiert werden, überhaupt noch Kredite gegeben werden. Offenbar gibts noch Kredite, offenbar geben die Bänker den Ärzten selbst auf dem Land eine Zukunft.

Wenn man als Hausärztin 2000 Scheine "machen" (lassen) kann, dann rollt doch der Rubel, oder? Welche Qualität die ärztliche(?) Versorgung bei einem solchen Durchgangsbahnhof hat, hinterfrage ich mal lieber nicht.
Das bringt mich wieder zur Frage, ob es nicht doch besser ist, statt eines frustrierten Scheinesammlers in der Nähe, der doch 2/3 aller anfallenden Arbeiten ans Personal delegiert, lieber einen engagierten Heilpraktiker ein paar Kilometer entfernt zu haben.

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Der Rubel rollt

Beitrag von PR » 18.07.18, 11:47

"Mittlerweile arbeiten sechs angestellte Ärztinnen in unserer Praxis und wir betreuen rund 4000 Patienten pro Quartal."

Der Rubel wird auf 6 angestellte (Teilzeit)-Ärztinnen und die Scheffin aufgeteilt. Und die rund 4.000 Patienten im Quartal auch.

Ich weiß, was solche Umstände mit der Medizin machen.

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