Navigationspfad: Home
medizin-forum.de • Thema anzeigen - PM: Ärzte sollten Budgetgrenzen nicht überschreiten
Aktuelle Zeit: 16.12.18, 03:10

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde [ Sommerzeit ]




Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 72 Beiträge ]  Gehe zu Seite 1, 2, 3, 4, 5  Nächste
Autor Nachricht
BeitragVerfasst: 09.07.18, 16:58 
Offline
Administrator

Registriert: 15.09.04, 10:49
Beiträge: 7403
Wohnort: Bad Nauheim
FÄ-Chef Dietrich: "Ärzte sollten Budgetgrenzen nicht überschreiten"

Die Freie Ärzteschaft (FÄ) fordert niedergelassene Ärzte und
Medizinische Versorgungszentren (MVZ) auf, jenseits der Budgetgrenzen
keine Leistungen mehr zu erbringen, die nicht bezahlt werden. Und das
ab sofort. "Es reicht", sagte Wieland Dietrich, der Bundesvorsitzende
der FÄ, am Donnerstag in Essen. "Wir sind es leid, uns als einzige
Berufsgruppe in Deutschland mit jahrelanger Budgetierung abfertigen
zu lassen." Regierungskrise hin oder her, "es gibt neben der
Asylpolitik auch andere wichtige Themen, die die Politik anpacken
muss", so Dietrich. Er zeigt sich verärgert, dass die
Gesundheitsministerkonferenz, die kürzlich in Düsseldorf tagte, die
Forderung nach dem Ende der Budgetierung abgelehnt hat. "So viel
Ignoranz ist unerträglich und wird dazu führen, dass die
Attraktivität des Arztberufes, vor allem für die Niederlassung,
weiter sinkt."

Dietrich betont, dass Praxisärzte und MVZ den Patienten keine
medizinischen Leistungen vorenthalten werden. "Wenn diese allerdings
von den Kassenärztlichen Vereinigungen und Krankenkassen gar nicht
oder nicht ausreichend bezahlt werden, können solche Leistungen dem
Patienten nur noch privat angeboten werden." Die bundesweiten
Honorare für die Grundbehandlung gesetzlich versicherter Patienten
liegen oftmals nur zwischen 13 und 25 Euro bei Fachärzten, und
zwischen 40 und 50 Euro bei Hausärzten, ganz egal, wie oft der
Patient innerhalb von drei Monaten zum Arzt geht. "Das ist und bleibt
ein Skandal", betont Dietrich.

Der Deutsche Ärztetag hat mehrfach entsprechende Beschlüsse gefasst,
auch in diesem Jahr in Erfurt. In dem von der FÄ eingebrachten Antrag
heißt es deutlich: "Ein notwendiger Schritt ist die Abschaffung von
Budgetierung und Leistungsbegrenzungen in der ambulanten Medizin.
Bereits heute werden infolge der Budgetierung bis zu 25 Prozent der
ärztlichen Leistungen nicht bezahlt. Neben dem Wegfall der
Budgetierung ist es für die Verkürzung von Wartezeiten erforderlich,
dass Leistungsbegrenzungen (Patientenzahlbegrenzungen, Begrenzungen
ärztlicher Leistungen) wegfallen und alle ärztlich notwendigen
Leistungen durchgängig und ohne Abstaffelung angemessen bezahlt
werden." FÄ-Chef Dietrich: "Es spielt auch keine Rolle, ob die
Sprechstundenzeiten 20 oder mehr Stunden betragen. Bei Erreichen der
Budgetgrenzen kann niemand mehr 'Umsonst-Leistungen' erwarten. An der
Endbudgetierung führt kein Weg vorbei."


Über die Freie Ärzteschaft e.V.

Die Freie Ärzteschaft e. V. (FÄ) ist ein Verband, der den Arztberuf
als freien Beruf vertritt. Er wurde 2004 gegründet und zählt heute
mehr als 2.000 Mitglieder: vorwiegend niedergelassene Haus- und
Fachärzte sowie verschiedene Ärztenetze. Vorsitzender des
Bundesverbandes ist Wieland Dietrich, Dermatologe in Essen. Ziel der
FÄ ist eine unabhängige Medizin, bei der Patient und Arzt im
Mittelpunkt stehen und die ärztliche Schweigepflicht gewahrt bleibt.

Pressekontakt:
Tel.: 0176 49963803, E-Mail: presse@freie-aerzteschaft.de

V .i. S. d. P.: Wieland Dietrich, Freie Ärzteschaft e.V.,
Vorsitzender, Gervinusstraße 10, 45144 Essen, Tel.: 0201 68586090,
E-Mail: mail@freie-aerzteschaft.de, http://www.freie-aerzteschaft.de


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: 10.07.18, 09:59 
Offline
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied

Registriert: 04.06.13, 12:38
Beiträge: 1028
Im Klartext:

Keine an sich schon fragwürdige "Priorisierung" bei der Behandlung und Aufnahme von Kassenpatienten, sondern handeln frei nach dem Motto: Wer zuerst krank wird, bekommt alle Segnungen des Gesundheitswesens, wer dagegen erst am Jahresende erkrankt, zahlt privat.

Meint das die "Freie Ärzteschaft"? :evil: :evil:

Zitat:
FÄ-Chef Dietrich: "Es spielt auch keine Rolle, ob die Sprechstundenzeiten 20 oder mehr Stunden betragen. Bei Erreichen der Budgetgrenzen kann niemand mehr 'UmsonstLeistungen' erwarten. An der Endbudgetierung führt kein Weg vorbei."


Der hat doch den Knall nicht gehört!! "Umsonstleistungen"??
Erstens ist dem Arzt selbst überlassen, auf wieviele Sprechstunden für Kassenpatienten er sein Budget verteilt und zweitens will niemand was "umsonst". Jedem Kassenpatient steht eine Versorgung zu, völlig wurscht, ob er erst erkrankt, wenn noch ein Budget zur Verfügung steht oder nicht.
Basta.
Der Herr Dietrich sollte sich mal lieber darum kümmern, dass mehr Honorargerechtigkeit in seinem Bereich einkehrt, statt die Bürger noch weiter zur Ader lassen zu wollen!


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: 10.07.18, 10:16 
Offline
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied

Registriert: 31.12.12, 16:22
Beiträge: 2187
ich find auch, das ist der falsche Weg.

Dabei wäre ich als potentieller Patient sofort dabei, wenn Arzt mir gegenüber eine für die Kasse verständliche Aussage macht und ich mich mit dieser Aussage entspr. an diese wenden und die nicht ausgeführte Leistung versuchen könnte, einzufordern. Das braucht Zeit. Viel ärztliche Zeit. Die will/kann sich Arzt auch schon lange nicht mehr nehmen. Und ich habe genügend Geld zur Vorauszahlung zur Verfügung. Was ist mit den vielen anderen, die mit Müh und Not ihre Beiträge schaffen (oder auch nicht)?

Ich halte diese https://www.deutscheaerztegewerkschaft.de/#about
Gründung für ehrlicher, weil einfach offenener diskutiert und die Punkte angesprochen werden, die den bisherigen „Vertrag“ zwischen Arzt und Gesellschaft zunichtegemacht haben.

Unser deutscher Krampf aus Föderalismus, beruflichen und Interessen - Verbänden via Selbstverwaltung macht alles unmöglich, was noch einem Rest Vertrauensverhältnis direkt zwischen Arzt und Patient helfen könnte. Das Letzteres nicht gewünscht ist bzw. nicht als nötig angesehen wird, ist die eine Sache, den Rahmen aber, dafür die Möglichkeit noch zu schaffen, ist, wie ich schon schrieb, durch die Gründung o. a. „Gewerkschaft“ ehrlicher, als einfach in der Praxis die Leistungen einzuschränken und den Patienten verwundert sitzen zu lassen.

Meine persönliche Meinung.

Frdl. Grüße
Christiane


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: 10.07.18, 12:42 
Offline
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied

Registriert: 10.09.07, 14:30
Beiträge: 4941
Barnie Geröllheimer hat geschrieben:
Meint das die "Freie Ärzteschaft"? :evil: :evil:
Die freie Ärzteschaft meint, Sie sollten Ihre Brillen auch umsonst weggeben, wenn Sie genügend Umsatz gemacht haben. Das finden Sie dioch sicher legitim und angemessen.

Zitat:
Jedem Kassenpatient steht eine Versorgung zu, völlig wurscht, ob er erst erkrankt, wenn noch ein Budget zur Verfügung steht oder nicht.
Basta.
Finde ich auch. Und diesen Anspruch sollte er gegenüber der Politik und den KrankenKassen durchsetzen. Basta.

Wenn mir der Händler verspricht ich kriege den Ferrari mit Goldlackierung, und er kommt dann in schnödem Rot, nehme ich den Händler an die Kandare - nicht den Autobauer.

Klar, oder?

_________________
Augenarzt? Flatrate. Für nur 18 Euro all you can (tr)eat, ein ganzes Quartal lang! DAS ist heutige Gesundheitspolitik.


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: 10.07.18, 15:17 
Offline
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied

Registriert: 28.03.05, 00:51
Beiträge: 6632
Wohnort: Lörrach
Christiane: das haben wir alles längst bezahlt. Diese Art Protest ist unwirksam und sinnlos.

Was da an Budgetierung läuft,
wie viel Leistung überhaupt bezahlt wird und wie viel nicht,
das weiß also auch der Arzt am Tag der ärztlichen Leistung nicht wirklich.
Landen tut das Hohnorar eh erst sechs Monate und zwei Wochen später beim Arzt.

Das mit den zwanzig Wochenstunden ist ein politisches Feigenblatt. Es soll die Obszönität bedecken,
die in der Budgetierung überhaupt steckt.

In der Sache hat der Dietrich vollkommen Recht.
Die Budgetierung muss verschwinden.
Es muß Transparenz her. Die gibt's bloß, wenn Geldbeträge bekannt werden und offen und ehrlich fließen. D.h. in einem Erstattungsverfahren. Die Schweiz macht vor, wie das sozialverträglich funktioniert.

PR

_________________
Von Fremdinteressen freie an Patienteninteresse orientierte eigene Meinung.
99 2988 015 Die Nummer zur Sicherheit


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: 10.07.18, 15:23 
Offline
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied

Registriert: 04.06.13, 12:38
Beiträge: 1028
@Humungus
Der Vergleich hinkt immer noch.

PR hat geschrieben:
Was da an Budgetierung läuft, wie viel Leistung überhaupt bezahlt wird und wie viel nicht, das weiß also auch der Arzt am Tag der ärztlichen Leistung nicht wirklich.
Landen tut das Hohnorar eh erst sechs Monate und zwei Wochen später beim Arzt.


Ja, das sehe ich ein und ist wirklich auch ein Argument, die Bezahlmodalitäten zu kritisieren. Aber es ist nicht erlaubt, die Kranken zu schikanieren, die erst im November ihre Erkältung bekommen statt schon im Frühjahr zusammenzubrechen.


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: 10.07.18, 15:35 
Offline
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied

Registriert: 07.09.14, 22:15
Beiträge: 378
Hallo,
Zitat:
Wir sind es leid, uns als einzige Berufsgruppe in Deutschland mit jahrelanger Budgetierung abfertigen zu lassen.
Die gute Nachricht für Herrn Dietrich ist, dass Ärzte eben gerade nicht die einzigen sind, die in Deutschland mit Budgetierungen, Lohndumping und Vergleichen nach unten leben müssen. Ergebnis katastrophaler Klüngelpolitik und des doch recht abartigen Systems als solches.

Einzig an der genannten Berufsgruppe allerdings ist, dass deren eloquente Lobbyverbände regelmäßig ihre Wut an denen abreagieren, die sich nicht dagegen wehren können:
Zitat:
Bei Erreichen der Budgetgrenzen kann niemand mehr 'UmsonstLeistungen' erwarten.
Wieso verbünden sich diese Verbände nicht mit ihren Patienten, sondern drohen denen, deren Abwesenheit diese Berufsgruppe überflüssig machen würde, noch mit Geißelhaft?

_________________
Viele Grüße,

Parasympathikus


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: 11.07.18, 01:30 
Offline
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied

Registriert: 28.03.05, 00:51
Beiträge: 6632
Wohnort: Lörrach
dass Sie das:
Zitat:
Wieso verbünden sich diese Verbände nicht mit ihren Patienten, sondern drohen denen, deren Abwesenheit diese Berufsgruppe überflüssig machen würde, noch mit Geiselhaft?

auch noch selber glauben.

Fakt ist: die Patienten sind nicht abwesend, sie werden auch nicht abhanden kommen, sondern im Gegenteil immer mehr.

Fakt ist : niemand droht wemauchimmer mit Geiselhaft.

Fakt ist: von niemandem im Land verlangt auch nur irgendwer, dass er 1. eine Infrastruktur hinstellt und in die eine halbe bis dreiviertel Million reinsteckt, 2. um einen Arbeitsplatz zu haben, 3. ohne sicher sein zu können, dass er die Dreiviertel Million im Lauf einer Lebensarbeitszeit v e r z i n s t auch wieder rauskriegt. Gerade von denen nicht, an denen Lohndrückerei begangen wird, den Arbeitern und Angestellten, verlangt und erwartet das niemand. Nur von den "selbständigen" Kassenärzten. Weil man bei denen diese ganzen Übelstände so besonders gut hinter Propapopoganda verstecken kann.

Drum will demnächst schlicht und einfach nienieniemand mehr "selbständiger Kassenarzt" werden.

Merke: das Schweinesystem ist am Ende. So einfach ist die Kiste.

PR

_________________
Von Fremdinteressen freie an Patienteninteresse orientierte eigene Meinung.
99 2988 015 Die Nummer zur Sicherheit


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: 11.07.18, 08:22 
Offline
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied

Registriert: 10.09.07, 14:30
Beiträge: 4941
In diesem Thread wird wieder einmal deutlich, als wie SELBSTVERSTÄNDLICH die Arbeit der Niedergelassenen gesehen wird.

Niedergelassene sind Unternehmer. Die haben investiert, die tragen ein Risiko, die arbeiten gewinnorientiert.

Wer garantierte ärztliche Leistung will, und auch noch für Gotteslohn, der sollte entweder Beamte oder Nonnen beschäftigen. (und selbst die können rechnen!)

_________________
Augenarzt? Flatrate. Für nur 18 Euro all you can (tr)eat, ein ganzes Quartal lang! DAS ist heutige Gesundheitspolitik.


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: 11.07.18, 09:52 
Offline
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied

Registriert: 31.12.12, 16:22
Beiträge: 2187
Humungus hat geschrieben:
In diesem Thread wird wieder einmal deutlich, als wie SELBSTVERSTÄNDLICH die Arbeit der Niedergelassenen gesehen wird.


Sie wird nicht als selbstverständlich angesehen. Sie wird als abgegolten angesehen. Das ist ein Unterschied in der Wahrnehmung. Wenn, wie Herr Dietrich sagt, 25 % nicht abgegolten sind, dann muss tatsächlich nach der 3. Arbeitswoche mit dem Hinweis „Ab jetzt nur noch Selbstzahler bzw. Privat“ gearbeitet werden. Dann aber flächendeckend. Obwohl das ist bald auch schon wurscht, weil Ihr Berufsstand immer dünner vertreten ist.
Da die Entlohnung über die Verbandelung Kassen-Ärztevertretungen nicht ausreichend ist, bleibt nur der Weg über eine Art Gewerkschaft, wie ich sie o. a.
Wenn wir warten, bis sich die gesetzlich Versicherten soweit in der Enge fühlen, dass sie ihre Politiker angehen, ist Schluss mit der Gemütlichkeit der selbstverwalteten Einrichtungen. Ich würde es mir fast wünschen. Aber dann sind Plan und Kontrollwahn noch größer. Die Selbstverwaltungen haben ja 2 Seiten. Eine davon ist die Vernunft gewesen.

Die Kassen müssen angegangen werden. Ich bleib dabei. Und wenn die 3 mal zurückschreiben, „wir haben alles bezahlt“ (da hat PR ja Recht mit dem Hinweis), dann müssen wir Patienten halt 3 mal antworten, „wir haben auch bezahlt, also lasst Euch was einfallen“.

Grüße
Christiane


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 11.07.18, 10:16 
Offline
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied

Registriert: 04.06.13, 12:38
Beiträge: 1028
PR hat geschrieben:
Fakt ist : niemand droht wemauchimmer mit Geiselhaft.


Es wird längst nicht mehr nur gedroht, die Geiselhaft hat längst begonnen (siehe Dietrich)
Viele Niedergelassene nehmen längst keine Kassenpatienten mehr an, verringern Sprechzeiten für Kassenpatienten, behandeln diese WANZig bis unverschämt...ist das noch keine Geiselhaft?
Jetzt stellt ein Dietrich sogar noch eine Priorisierung in Frage, was gleichbedeutend mit der Aussage ist: ich will gar nicht wissen, ob du Schmerzen hast, der andere Patient war halt früher da. Für dich hab ich kein Geld mehr!
Ist das dann Geiselhaft?
PR hat geschrieben:
Fakt ist: von niemandem im Land verlangt auch nur irgendwer, dass er 1. eine Infrastruktur hinstellt und in die eine halbe bis dreiviertel Million reinsteckt, 2. um einen Arbeitsplatz zu haben, 3. ohne sicher sein zu können, dass er die Dreiviertel Million im Lauf einer Lebensarbeitszeit v e r z i n s t auch wieder rauskriegt. Gerade von denen nicht, an denen Lohndrückerei begangen wird, den Arbeitern und Angestellten, verlangt und erwartet das niemand. Nur von den "selbständigen" Kassenärzten.


...und Optikern und Elektrikern, von Metzgern und Bäckern usw. Bevor ich investieren konnte, musste ich der Bank eine "Rentabilitätsrechnung" vorweisen. Sie nicht?
(Auf Wunsch stelle ich hier meine Investitionen online oder die meines Vaters (selbständiger Metzger))
Jeder Selbständige geht doch ein unternehmerisches Risiko ein. Die meisten sogar -im Gegensatz zu niederlassungswilligen Ärzten- ohne jeden Gebietsschutz und ohne jedes gesichertes "Grundeinkommen".
Geehrter PR, man sieht an Ihrer Einschätzung das Fehlen der Erfahrung, in einem "Markt" zu arbeiten!

PR hat geschrieben:
Merke: das Schweinesystem ist am Ende.
PR


Stimmt, aber der Patient kann dafür nix.

Humungus hat geschrieben:
In diesem Thread wird wieder einmal deutlich, als wie SELBSTVERSTÄNDLICH die Arbeit der Niedergelassenen gesehen wird.


Das sollte sie auch sein, ist es aber leider nicht. Der Patient hat doch den Anspruch für sein Geld, ärztlich betreut zu werden, oder? Muss er sich vorwerfen lassen, nicht dafür gesorgt zu haben, dass die KVen für kleines Geld arbeiten, sondern vom Geld, das die Ärzte verdient haben, kräftig absahnen?
Ist er schuld an der Administration, die man den Ärzten (und Optikern) aufbürdet und den Regressen, die die Kassen fordern?
Das alles haben wir aber schon 100.000 mal diskutiert. Wenn nun aber von seiten der Ärzteschaft auch noch nach Kinokassen-Prinzip eingelassen und behandelt wird, ist Schluss mit lustig. Vermutlich brauche ich mich überhaupt nicht aufregen, vermutlich ist das sowieso nicht zulässig.
Humungus hat geschrieben:
Niedergelassene sind Unternehmer. Die haben investiert, die tragen ein Risiko, die arbeiten gewinnorientiert.


..wie jeder andere Selbständige auch. Ich z.B. kann aber nicht, weil ich unzufrieden bin, meine Kunden schikanieren. Ärzte können das oder glauben das zu können.

Humungus hat geschrieben:
Wer garantierte ärztliche Leistung will, und auch noch für Gotteslohn, ....


Knapp 40 Mrd. Euro jährliche Ausgaben der GKV an die KVen sind Gotteslohn? Dieses Geld kommt von Ihren Patienten! Die haben das vorab ins Kässchen gezahlt, damit sie bei einem Arzt Hilfe finden! Dafür müssen sie sich keinesfalls schikanieren lassen.
Wenn davon bei den Ärzten nur noch bspw. 20 Mrd. ankommen, sollten diese das Leck suchen und es schließen.


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: 11.07.18, 10:49 
Offline
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied

Registriert: 10.09.07, 14:30
Beiträge: 4941
Man hört immer das Gleiche: "Die Patienten haben gezahlt, die Patienten haben Anspruch"

Bitte erwähnen Sie auch, wieviele Milliarden die Patienten insgesamt zahlen und wieviel davon an die Ärzte geht. Und wieviel davon anderweitig verschleudert wird. Komisch, wenn ich Miete zahle, wird auch zwischen kalt und warm unterschieden. Da kann ich nicht sagen "ich zahl doch, da muss es auch warm sein".

Ich wiederhole: Ärzte sind nicht die Ansprechpartner, wenn es darum geht verfehlte Gesundheitspolitik zu kritisieren.

@Christiane: Gewerkschaft? Eine tolle Sache. Und funktioniert bestens, wenn die Mitglieder solidarisch sind. So ein Streik, das macht was her. Und die Streikbrecher werden mit Dachlatten "erzogen". Sind ja eh sehr wenige. Dann kriegt man auch durchgesetzt, was man will.

Erinnern Sie sich an Maggie Thatcher? Die hat nicht nachgegeben. Die hat den Streik ausgesessen. Bis die Arbeiter mürbe waren. Bis die Gewerkschaften am Ende waren, und das sind sie in GB heute noch. In Deutschland wäre so etwas gar nicht nötig. Weil nämlich es mehr Streikbrecher als Streikende geben würde. Weil Ärzte nur an ein Wohl denken: ihr eigenes. Vergessen Sies. Ich sehe dieses Thema übrigens noch übler und sage nur: Posten und Pöstchen. Und wenn man auf die eine Art scheitert, versucht mans auf die andere.

_________________
Augenarzt? Flatrate. Für nur 18 Euro all you can (tr)eat, ein ganzes Quartal lang! DAS ist heutige Gesundheitspolitik.


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: 11.07.18, 11:49 
Offline
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied

Registriert: 04.06.13, 12:38
Beiträge: 1028
Humungus hat geschrieben:
Bitte erwähnen Sie auch, wieviele Milliarden die Patienten insgesamt zahlen und wieviel davon an die Ärzte geht.


Das ist wohl eines der bestgehüteten Geheimnisse des 21. Jahrhunderts!
Überschlägig kann man wohl sagen, dass von den kolportierten durchschnittlich 280.000 Euro/Jahr, die ein Augenarzt umsetzt, der absolute Löwenanteil von Kassenkunden via KV und IGeLn kommen dürfte.
Humungus hat geschrieben:
Ich wiederhole: Ärzte sind nicht die Ansprechpartner, wenn es darum geht verfehlte Gesundheitspolitik zu kritisieren.


..und der Patient schon garnicht. Immerhin sind es Ärzte, die Patienten abweisen und keine Patienten, die Ärzte boykottieren. Und es ist nicht Lieschen Müller, die hier ein weiteres Mal Benzin ins Feuer auf dem gemeinsamen Boot gießt, sondern ein "freier Arzt" namens Dietrich.


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Gemeinsames Boot
BeitragVerfasst: 11.07.18, 15:07 
Offline
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied

Registriert: 28.03.05, 00:51
Beiträge: 6632
Wohnort: Lörrach
Wer soll da drin sitzen ?

PR

_________________
Von Fremdinteressen freie an Patienteninteresse orientierte eigene Meinung.
99 2988 015 Die Nummer zur Sicherheit


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: 11.07.18, 16:02 
Offline
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied

Registriert: 27.09.14, 16:01
Beiträge: 878
Zitat:
Die Freie Ärzteschaft (FÄ) fordert niedergelassene Ärzte und Medizinische Versorgungszentren (MVZ) auf, jenseits der Budgetgrenzen keine Leistungen mehr zu erbringen, die nicht bezahlt werden. Und das ab sofort.

Etwa 30 % der Arzthonorare werden durch die Krankenkasse extrabudgetär vergütet, d.h. sie unterliegen nicht den „Budgetgrenzen“ (außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung). Von den Leistungen innerhalb der Budgetgrenzen (ca. 70 % aller Kassenleistungen) werden (gem. GKV) gerade mal 5 % aller Leistungen abgestaffelt d.h. nicht zum vollen Preis/Punktwert vergütet. Welche Leistungen werden denn „nicht bezahlt“?


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 72 Beiträge ]  Gehe zu Seite 1, 2, 3, 4, 5  Nächste

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde [ Sommerzeit ]


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 3 Gäste


Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.

Suche nach:
Powered by phpBB® Forum Software © phpBB Group
Deutsche Übersetzung durch phpBB.de
Karma functions powered by Karma MOD © 2007, 2009 m157y

Datenschutzrichtlinie
© Deutsches Medizin Forum 1995-2018. Ein Dienst der Medizin Forum AG, Hochwaldstraße 18 , D-61231 Bad Nauheim ,HRB 2159, Amtsgericht Friedberg/Hessen, Tel. 03212 1129675, Fax. 03212 1129675, Mail jaeckel@medizin-forum.de. Plazieren Sie Ihre Werbung wirkungsvoll! Hier finden Sie unsere Mediadaten!