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Re: Die Bürgerversicherung - ein Witz

Verfasst: 19.12.17, 15:54
von Humungus
Barnie Geröllheimer hat geschrieben:Gerade hat Humungus in einem anderen Strang betont, dass sich seine Behandlung eines Selbstzahlers von der eines Kassenpatienten nicht unterscheidet, abgesehen von "etwas" mehr Zeit und einem schnelleren Termin.
Das ist auch so. Einen Unterschied gibt es allerdings: sinnvolle Zusatzuntersuchungen mache ich beim Privatpatienten ohne große Diskussion, den Selbstzahler und Kassenpatienten frage ich, ob er das will und bereit zu zahlen ist.

Bei der Einführung der Bürgerversicherung wird diese Schiene massive Beachtung finden, denn sie erhält die Medizin, die über Minimalmedizin hinausgeht. Die Frage ist, ob sie geduldet oder torpediert wird.. Wird sie geduldet, wird der IGeL-Bereich noch wesentlich intensiver als bisher "beackert" werden.

Es gibt ein höchst sozialgerichtliches Urteil

Verfasst: 19.12.17, 16:50
von PR
nach dem ein Kassenhohnorar nicht nur nicht gewinnbringend sein muss, sondern auch unter den Gestehungskosten der Leistung liegen darf, mit der höchstsozialrichterlichen Begründung: den Ärzten stehen weitere Einnahmequellen zur Verfügung. Das müssten die Sozis erst mal kassieren, aber das werden sie hübsch bleibenlassen.

Nochmal: solches ist in allen Ländern Usus, in denen der Staat die Pfoten im Spiel hat.

PR

Re: Die Bürgerversicherung - ein Witz

Verfasst: 05.01.18, 11:52
von Christianes Herz
So. Am Sonntag geht es weiter mit den Gesprächen. Von der Idee der Bürger- bzw. Einheitsversicherung gem. SPD ist m. E. übriggeblieben:
Beiträge nach Einkommen, Kriterien bei den Privaten, das Alter etc., entfallen, Arbeitgeber und Arbeitnehmer zahlen hälftig, daher entfällt der bisherige Zusatzbeitrag. Gesetzlich versichert bleibt gesetzlich versichert, privat darf sich gesetzlich versichern. Auch die Beamtenschaft. Rückstellungen sollen erhalten bleiben.
Eine einheitliche ärztliche Honorarliste, also einheitliche Behandlungskosten, egal ob für gesetzlich oder privat.
Und da sich dann natürlich alle das für sie am Günstigste heraussuchen werden, schlägt Frau Pfeiffer, GKV, Alarm:
https://www.pfefferminzia.de/grosse-las ... muster-ab/
Währenddessen hat Hamburg längst Fakten geschaffen und den Beamten den Einzug in die gesetzlich vorgeschriebene Solidarität ermöglicht (ab Sommer d. J.)
https://www.ndr.de/nachrichten/hamburg/ ... ng154.html

Und das sind die Gesprächspartner:
https://www.krankenkassen.de/dpa/274577.html

Frdl. Grüße und ein schönes Wochenende
Christiane

Da wär man doch direkt gespannt,

Verfasst: 05.01.18, 14:56
von PR
was der Grögepokraz plant bezüglich Zuweisungen aus dem Risikostrukturausgleich - an die PKV !

Das Ding B.V. ist so tot, töter geht nicht.

Was die vereinbaren werden ist die Einführung der vereinheitlichten Gebührenordnung à la Monty. Nicht nur hat der die eigenhändig vorbereitet, sondern auch hat der der überhaupt gar nichts entgegenzusetzen.

Und dann schaumermal, was die niedergelassenen Ärzte und deren Flächendeckung machen.

PR

Re: Die Bürgerversicherung - ein Witz

Verfasst: 05.01.18, 15:37
von Humungus
Das möcht ich sehen, eine EGO. Und was machen wir mit den Budgets? Und den floatenden Punktwerten?

Na ja, die KV hat ha vor Jahren auch schon gesagt, dass der EBM in Cent gerechnet wird. Und dann wurden einfach die Summen angepasst. Irgendeine Schweinerei wird denen schon einfallen.

Die Versorgung wird das tun, was jeder Markt tut: lohnt es sich nicht, erlischt der Markt.

Re: Die Bürgerversicherung - ein Witz

Verfasst: 12.01.18, 12:55
von Christianes Herz
Und das sind die mit Spannung erwarteten Ergebnisse der Sondierungsbemühungen:
http://www.portal-sozialpolitik.de/uplo ... nis_PS.pdf

Hieraus, bzgl. Bürgerversicherung (S. 14 Gesundheit) scheint nur übriggeblieben zu sein, dass die einbehaltenen Krankenversicherungsbeiträge in den Lohnabrechnungen wieder hälftig ausgewiesen werden.

Alles andere sind Formulierungen, was man will. Die Parität ist der einzige Punkt, der mit wir „werden“ dargestellt wird.

Jetzt müssen wir schauen, was die Basisparteiarbeiter entscheiden.

Frdl. Grüße und ein schönes Wochenende
Christiane

"wieder hälftig ausgewiesen"

Verfasst: 16.01.18, 21:52
von PR
Vielen Dank für diese wahrheitsgemäße, nichts verdeckende, nichts beschönigende und klare einfache Aussage.

Solang ich von der SPD sowas nicht hör und les, halt ich sie nicht für regierungsfähig und will sie auch in keiner Regierung.

PR

Hälfte - Hälfte

Verfasst: 30.11.19, 16:28
von Christianes Herz
Dieser Verkauf als Gerechtigkeit wird (zumindest) von Frau Bas zur Rechtfertigung für evtl. Beitragserhöhungen schöngeredet.
https://www.bundestag.de/mediathek?vide ... =mediathek

Frdl. Grüße
Christiane

Offenbar hat die SPD ja beschlossen, sich vollends entbehrlich zu machen.

Verfasst: 01.12.19, 11:54
von PR
Insofern bin ich sicher: ab sofort ist Spahn drin, wo Spahn draufsteht in der Gesundheizpolitik.

Wer dann dermaleinst den Perspektivwechsel hinkriegen soll, das ist mir unklar.

Für einen Arbeitgeber jedenfalls sind Lohn- wie Lohnnebenkosten Herstellungskosten,
die im Produkt selbstverständlich eingepreist sein müssen, sonst geht der Laden baden.

Die elendige Paritätsdebatte zur "GKV" war schon immer eine Scheindebatte.

PR