Landarztquote

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Das Solidarsystem GKV ist längst kaputt

Beitrag von PR » 31.07.17, 18:28

Es ist unnachhaltig und generationenungerecht. Es "weiterentwickeln" bedeutet, nach vorgegebenem Muster noch mehr Leute damit zu entmündigen, zu bevormunden, und der reinen Funktionärswillkür zu unterwerfen.

Die allzeit willigen "Leistungserbringer", letzter Ort wo "Solidarität" noch stattgefunden hat, kommen ihm dermaßen galoppierend abhanden, dass, wer auch immer sich "Aktör im Gesundheizwesen" schimpft, stets mehr und neue Zwangsmaßmahmen erfinden muss, dies am bürgerlichen Anstand und Recht weit links vorbei.

Sie werden Ihre Gesundheitsknechte wiederkriegen. Die aber bringen alle sozialstaatlichen Rechte mit, die bringen Ihre Funktionärsmentalität mit, und sind in der Summe enorm viel teurer als alles Dagewesene.

Soviel Monolog muss sein.

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Timmie2
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Re: Landarztquote

Beitrag von Timmie2 » 31.07.17, 19:29

Was Sie nicht wollen wissen wir mittlerweile zu genüge. Was Sie wollen deuten Sie dagegen immer nur an. Sind Privatisierungen etwa nachhaltig oder gerecht? Privatisierung geht regelmäßig einher mit höheren Kosten und schlechterem Service. Beispiele dafür gibt es genügend. Privatisierung bedeutet zweistellige Renditen zu erwirtschaften und die wird durch guten Service geschmälert. Wer bezahlt diese Rendite und was ist mit den Menschen, die sich diesen „Service“ nicht leisten können?

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Was Sie Privatisierung nennen,

Beitrag von PR » 31.07.17, 21:01

wird mit aller Sicherheit kommen. Von Staats wegen. Man nannte es Stamokap, als ich Student war. Ich mach Ihnen da null Hoffnung. Es werden KV-Funktionäre und sonstige Körperschaftsler mit Insiderwissen sich mit ein paar Investoren zusammentun, die Basis der Selbständigen flugs vollends austrocknen und den kranken Kassen angestellte Knechte anbieten, die sie sich irgendwo zusammengekauft haben. Die kriegen ihre zweistelligen Renditen unter Garantie.

Ein paar Versüchelchen sind schon in die Hose gegangen, aber irgendwann wirds klappen. Dann hat, Dääderää, Gesamtdeutschland endlich seine Polikliniken wieder. Daneben wird sich ein zweiter Markt weiter ausbreiten, auf dem man Gesundheitsleistungen kaufen kann.

Es sind die Sozis, die's aus ideologischer Blödheit und Sozialneid herbeiregiert haben. "Ich kann nicht a l l e Ärzte zu Millionären machen", hatte Schmulla Schmidt damals gelogen.

Das mit dem schlechteren Service sollten Sie nochmal überlegen, oder waren Sie tatsächlich nie in der DDR gewesen ? Ansonsten: ohne Trolle, auch nicht schlecht, oder ?

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Re: Landarztquote

Beitrag von Timmie2 » 31.07.17, 21:56

PR hat geschrieben:Was Sie Privatisierung nennen, wird mit aller Sicherheit kommen
Mit dieser Regierung gewiss. Scheint Ihnen aber irgendwie auch nicht zu schmecken. Was wollen Sie denn überhaupt? Jetzt mal Tacheles.
PR hat geschrieben:Dann hat, Dääderää, Gesamtdeutschland endlich seine Polikliniken wieder.
Wie sonst wollen Sie die Versorgung im ländlichen Raum sicherstellen, wenn freiberufliche Vertragsärzte nicht bereit sind sich dort niederzulassen? Nach Aussagen von Humungus zu wenig liquide Privatpatienten ergo nix zu holen. Vorschläge?
PR hat geschrieben:Das mit dem schlechteren Service sollten Sie nochmal überlegen, oder waren Sie tatsächlich nie in der DDR gewesen ?
Nö, war nie so meine Richtung. Mich zog es eher gen Westen, dort galt damals schon: Ohne Moos nix los. Auch diesen „Service“ musste man sich leisten können.

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Tacheles

Beitrag von PR » 31.07.17, 22:25

schreib ich hier dauernd. Das schmeckt keinem Funktionär, Ihnen natürlich auch nicht. (Wundre mich übrigens über eine massive Veränderung Ihres Schreibstils, aber egal).

Das ist auch längst nicht mehr konstruktiv, was ich da schreib, aber ich hab hier auch nichts mehr zu konstruieren.

Und bin mir sicher: was sich hier "Solidarsystem" nennt, ist längst keins mehr. Besser es kracht heut als morgen vollends zusammen.

PR
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Versorgung im ländlichen Raum

Beitrag von PR » 31.07.17, 22:38

Ich hab so um die einsachtzich gezahlt an die Bezett, für das Vorrecht, ein Jahr lang meine papierne Frühstückszeitung auch online lesen zu dürfen. Vielleicht tun Sie sich das ja auch mal an.

Und verfolgen da dann mal, was sich da unter dem Suchwort (ganz rechts oben) "Maulburg" so tut bezüglich der ärztlichen Versorgung im ländlichen Raum.

Natürlich werden Sie auch da gelegenlich auf meine Kommentare gestoßen werden.

Der link ?

Code: Alles auswählen

http://www.badische-zeitung.de/maulburg/der-aerzte-streit-bleibt--139947973.html
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Humungus
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Re: Landarztquote

Beitrag von Humungus » 01.08.17, 06:47

Timmie2 hat geschrieben:Nach Aussagen von Humungus zu wenig liquide Privatpatienten ergo nix zu holen. Vorschläge?
Das finde ich irre witzig, dass Sie das Fehlen derjenigen beklagen, die Sie doch nicht mögen. Die Gewinnler der Privatisierung und des "Neoliberalismus" erhalten das aktuelle Gesundheitssystem. Jetzt auch aus Ihrem Mund. Wirklich, manchmal kommen solche Wahrheiten ganz unerwartet (und unbeabsichtigt?).

Dass die Privaten aber das System nicht mehr lange stützen können, dafür sorgt doch schon lange der linke Flügel der SEPD um Karl Lauterbach (der sich allerdings gerne von Rhön fürstlich alimentieren ließ...some are more equal...). Die mit Frank WoIstDieKamera Montgomery konzertierte Zerstörung der GOÄ ist der erste Schritt. Dass die Ärzte darum kämpfen, eine 30 Jahre alte GOÄ ohne Inflationsausgleich retten zu können spricht Bände. Die möglichst massive Behinderung der IGeL, wozu bereitwillig auch wissenschaftlicher Betrug begangen wird, ist ein weiterer Sargnagel. Nächster Schritt, probat in Deutschland: Bürokratie.

Geben Sie es doch einfach zu: die Linken wollen das aktuelle Gesundheitssystem zerstören. Und geben Sie es doch auch zu, dass die Linken eigentlich gar nicht wissen, wie es danach weitergehen soll. Dass sie von Polikliniken träumen verstehe ich. Es gibt eben immer Ewiggestrige. Dass dabei das Land völlig verdorrt - wen störts? Früher gingen die Mittel doch auch nach Berlin und in die Städte.

Eigentlich wie immer während und nach linken Machtübernahmen: vernichte als erstes die Intelligenzija, denn die denkt, und das kann ein Kommunist nicht gebrauchen.

Was Sie - eine Krönung wahltaktischer Euphemismen - als..."Weiterentwicklung des Sozialstaats" bezeichnen, ist ein massiver Rückschritt. Aber auch das klassische Sache: "Vorwärts immer, rückwärts nimmer!" :mrgreen: Ein Tip: übertreiben Sie es nicht, es wird sonst völlig unglaubhaft.
PR hat geschrieben:Wundre mich übrigens über eine massive Veränderung Ihres Schreibstils, aber egal).
Nein, er hat nur die Blumen weggelassen. Ich sagte ja: Wahlkampf, da werden die Bandagen härter, insbesondere, wenn das Wasser Oberkante Unterlippe steht.
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Re: Landarztquote

Beitrag von Barnie Geröllheimer » 01.08.17, 08:07

PR hat geschrieben: ....Maulburg....
PR hat geschrieben: ....Maulburg....
PR hat geschrieben: ....Maulburg....
PR hat geschrieben: ....Maulburg....
Es nervt! Jetzt weiß jeder inkl. des Weihnachtsmannes, dass in dem 4000 Seelen-Dorf ein Arzt fehlt.

Hier der Ärzte"mangel" in einem 4800 Seelen-Dorf (Altenstadt an der Iller)

"Hoffmann Volkmar" Allgemeinmediziner
"Preschke Ute" Allgemeinmedizinerin
"Wagner Margit" Allgemeinmedizinerin

Mindestens eine der beiden Damen fährt einen Porsche und lebt sehr zufrieden.

Vielleicht ist es nur wieder ein jämmerliches Versagen der "Selbstverwaltung", wenn sich für Maulburg niemand finden will ??? :evil:

Humungus
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Re: Landarztquote

Beitrag von Humungus » 01.08.17, 10:28

Barnie Geröllheimer hat geschrieben:Vielleicht ist es nur wieder ein jämmerliches Versagen der "Selbstverwaltung", wenn sich für Maulburg niemand finden will ??? :evil:
Was sollen die denn machen? Studenten in Kneipen abfüllen, Knüppel auf den Kopf und dann in einem Sack nach Maulburg? :wink:

In unserer Nachbarstadt sind von vier Augenarztsitzen zwei unbesetzt. Und die einzige Praxis, die da noch ist, nimmt schon seit Jahren keinen Patienten mehr an. Einer der Partner hört jetzt aus Altersgründen auf. Die KV bietet jedem Niederlassungswilligen 50.000 Euro. Seit Jahren: null Interesse. Wir würden gerne dorthin expandieren, mittels Angestelltem oder auch Partner. Und? Null Resonanz. Es geht übrigens nicht um ein Kaff mit 4000 Einwohnern, sondern um einen Einzugsbereich von mindestens 30.000!

Null, null, null. Das nennt man dann wohl "Weiterentwicklung des Sozialstaats". Irgendwie ist diese Phrase so gut, dass ich sie nicht vergessen kann. Wenn ich mir das Wahlprogramm linker Gruppen so ansehe, muss ich dann herzhaft lachen.
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Re: Landarztquote

Beitrag von Barnie Geröllheimer » 01.08.17, 11:27

@Humungus
Also scheint es schon einen Unterschied zwischen Allgemeinmedizinern und Fachärzten zu geben, wenn es um die Rentabilität einer Praxis geht. Ich habe vergeblich versucht, PR diese Info zu entlocken. Nach eigener Angabe hat er darauf keine Antwort.
Wenn wir hier also über eine Problemstellung diskutieren wollen, wäre es vielleicht sinnvoll, das Problem zu definieren, ansonsten reden wir aneinander vorbei.

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Re: Landarztquote

Beitrag von Humungus » 01.08.17, 13:03

Barnie Geröllheimer hat geschrieben:Also scheint es schon einen Unterschied zwischen Allgemeinmedizinern und Fachärzten zu geben, wenn es um die Rentabilität einer Praxis geht.
Das kann man nicht generell sagen. Facharzt ist nicht Facharzt.

Allgemein gesagt gibt es Fachärzte mit sehr hohen Einnahmen, beispielsweise Radiologen und Labormediziner. Dann gibt es Gruppen mit sehr niedrigen Einnahmen, die besonders aufs IGeLn angewiesen sind (GOUDA, also Gyn, Ortho, Uro, Derma, Augen). Dann gibts noch die rein sprechende Medizin (Psychieter/Psychoth.). Immer dann, wenn man an einen gut gefüllten Fleischtopf kommt (Sondervereinbarungen, Operationen, Private etc.), geht es gut, wenn nicht - miserabel. Und man kann sich dann vorstellen, warum das Land einbricht: wenig Fläche= wenig OP, wenig Private, keine Lobby bei der KV. Es ist schlicht eine Marktfrage wie auch bei jeder anderen Branche. Bei Hausärzten kenne ich mich nicht gut aus und bin deshalb vorsichtig. Es wird in erster Linie um die Scheinzahlen gehen, in zweiter um die "Optimierung" apparativer Ausstattung - also nur das "machen", was auch bezahlt wird, in dritter wieder um Sondervereinbarungen mit der KV:

Das prinzipielle Problem ist und bleibt aber: sind niedergelassene Fachärzte überhaupt erwünscht? Ich sage: nein. Frage Sie doch mal unseren fortschrittlichen Timmie!
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Re: Landarztquote

Beitrag von Barnie Geröllheimer » 01.08.17, 13:35

Allgemein gesagt gibt es Fachärzte mit sehr hohen Einnahmen, beispielsweise Radiologen und Labormediziner. Dann gibt es Gruppen mit sehr niedrigen Einnahmen, die besonders aufs IGeLn angewiesen sind
Ja, klar, aber es dürften die wenigstens Laborärzte auf dem Land praktizieren und dass bei den nötigen Investitionen in eine Radiologen-Praxis keine in Maulburg oder Altenstadt existiert, ist denke ich auch nachvollziehbar.

Aber grob jeder 2. Mensch ist eine Frau und die meisten dürften spätestens ab der Pubertät regelmäßig eines Frauenarztes bedürfen. Jeder 2. Mensch ist fehlsichtig, ab 45 ist es so gut wie jeder (auch dann, wenn er dem LASIK-Versprechen vertraut hat "nie wieder Brille" tragen zu müssen). Der Kartoffelbauer wird sich hie und da mal das Knie, das Kreuz oder einen Fingerknöchel verletzen und einen Arzt brauchen, genauso wie der Senior, bei dem es allmählich immer öfter nachtröpfelt.

Vieles wird vielleicht der Allgemeinarzt zu kurieren versuchen, was dem Frauenarzt, dem Orthopäden und dem Urologen dann an Umsatz fehlt. Man bekommt dort halt auch noch halbwegs angemessen einen Termin, beim Facharzt wird man alt und grau.
Natürlich kann man jetzt darüber reden, ob das Huhn oder das Ei zuerst da war....

In diesem Maulburg (ich kanns nicht mehr hören) scheint ja aber ein Allgemeinarzt zu fehlen und es ist für mich nicht nachvollziehbar, wieso sich in dem einen Kaff die Allgemeinärzte auf die Füße treten und im anderen, genauso großen Kaff, muss man 30km bis zum Allgemeinarzt einkalkulieren. Das ist für mich ein Versagen der Selbstverwaltung. Wenn sich in Altenstadt keine 3 Allgemeinärzte niederlassen dürften, dann fände sich vielleicht jemand für Siewissenschonwo.

Timmie2
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Re: Landarztquote

Beitrag von Timmie2 » 01.08.17, 18:15

PR hat geschrieben:Das ist auch längst nicht mehr konstruktiv, was ich da schreib, aber ich hab hier auch nichts mehr zu konstruieren.
Nur Jammern und Lamentieren? Wo soll das nur enden, wenn Sie erst mal im Ruhestand sind? :P
PR hat geschrieben:Und bin mir sicher: was sich hier "Solidarsystem" nennt, ist längst keins mehr. Besser es kracht heut als morgen vollends zusammen.
Und was danach kommt ist Ihnen gleichgültig? Oder muss es ruiniert werden wie auch die gesetzliche Rente mutwillig beschädigt wurde, um der Privatisierung Vorschub zu leisten?
Humungus hat geschrieben:Die Gewinnler der Privatisierung und des "Neoliberalismus" erhalten das aktuelle Gesundheitssystem. Jetzt auch aus Ihrem Mund. Wirklich, manchmal kommen solche Wahrheiten ganz unerwartet (und unbeabsichtigt?).
Eigentlich wollte ich damit ja nur andeuten, dass dem Ärztemangel auf dem Land auch mit Privatisierung nicht beizukommen ist. Ein Standort mit wenig liquiden Privatpatienten wird auch durch Privatisierung nicht attraktiver und die Niedergelassenen würden sich weiter in den Ballungszentren tummeln.
Humungus hat geschrieben:Dass die Privaten aber das System nicht mehr lange stützen können, …
Tun sie das denn? Wer finanziert denn größtenteils die medizinische Infrastruktur und auf wen werden gesamtgesellschaftliche Aufgaben finanziell abgewälzt? Das sind doch die Beitragszahler der gesetzlichen Krankenversicherung. Von Privatpatienten profitieren nur Ärzte und Versicherungskonzerne und den privaten Krankenversicherern steht durch die anhaltende Niedrigzinspolitik das Wasser längst bis zum Hals. Die Beiträge steigen und die Mitgliederzahlen brechen ein, einzig die Zusatzversicherungen wachsen noch. Stützen die Privatversicherten die GKV oder muss die GKV beschädigt werden, um die PKV zu stützen?
Humungus hat geschrieben:Eigentlich wie immer während und nach linken Machtübernahmen: vernichte als erstes die Intelligenzija, denn die denkt, und das kann ein Kommunist nicht gebrauchen.
Um ehrlich zu sein bin ich aufgrund meiner Erfahrungen der letzten Jahre schwer enttäuscht, wie viele aus der „Intelligenzija“ nicht mehr in der Lage sind eigenständig zu denken bzw. sich zu denken getrauen. Selbständiges Denken setzt voraus Informationen aus verschiedensten Quellen zu sammeln und zu vergleichen, eigene Erfahrungen einzubringen und seine eigenen Schlüsse daraus zu ziehen und nicht nur von Fachautoritäten vorgegebene Meinungen unhinterfragt zu übernehmen. Menschen, die nicht selbständig denken, können diese Denkweise oft nicht verstehen und verwechseln das häufig mit Angriffen auf ihre Fachautorität.

Eine Machtübernahme droht doch eher von rechts als von links. Solange man sich selbst einen Vorteil davon verspricht, scheint das aber offenbar viele nicht weiter zu stören. Es sind nicht die Linken, die rechtes Gedankengut verharmlosen und den Faschisten den Weg ebenen. Es ist auch nicht die Partei die Linke, die ihre Grundsätze über Bord wirft und die von den Rechten vor sich her getrieben wird. In der Opposition braucht es eine starke Linke als Gegenpart zum neoliberalen Einheitsbrei. Eine lebendige Demokratie lebt von offenem politischen Diskurs und vorhandenen Optionen, Alternativlosigkeit dagegen ist der Sargdeckel jeder Demokratie und fördert nur Frustration und Rechtspopulismus. Alles eine Frage der Perspektive :wink:
Humungus hat geschrieben:Was Sie - eine Krönung wahltaktischer Euphemismen - als..."Weiterentwicklung des Sozialstaats" bezeichnen, ist ein massiver Rückschritt
Ich sehe es eher als Chance. Zu befürchten ist doch, dass die gesetzliche Krankenversicherung genauso willkürlich beschädigt wird wie die gesetzliche Rente. Die Folgen sind heute schon absehbar - Altersarmut ist vorprogrammiert. Weshalb sehen Sie einen starken Sozialstaat als Rückschritt und was wäre denn dann nach Ihrem Verständnis ein Fortschritt? Nun mal Butter bei die Fische…
Humungus hat geschrieben:Das prinzipielle Problem ist und bleibt aber: sind niedergelassene Fachärzte überhaupt erwünscht? Ich sage: nein. Frage Sie doch mal unseren fortschrittlichen Timmie!
Die ‚fortschrittliche Timmie’ ist in eine Partei eingetreten, die Gesundheit nicht als 'Ware' sieht bzw. den Marktmechanismen ausgesetzt sehen möchte. Menschen vor Profite. Auch in einem solidarischen Gesundheitssystem mit verbesserter ambulanter Versorgung auf dem Land und bedarfsgerecht finanzierten Krankenhäusern braucht es Fachärzte. Weshalb also sollten Fachärzte nicht erwünscht sein? Die Frage stellt sich doch gar nicht, fraglich ist doch immer nur zu welchen Konditionen
Barnie Geröllheimer hat geschrieben:In diesem Maulburg (ich kanns nicht mehr hören) scheint ja aber ein Allgemeinarzt zu fehlen und es ist für mich nicht nachvollziehbar, wieso sich in dem einen Kaff die Allgemeinärzte auf die Füße treten und im anderen, genauso großen Kaff, muss man 30km bis zum Allgemeinarzt einkalkulieren. Das ist für mich ein Versagen der Selbstverwaltung. Wenn sich in Altenstadt keine 3 Allgemeinärzte niederlassen dürften, dann fände sich vielleicht jemand für Siewissenschonwo.
Liegt vermutlich daran, dass sich diese Allgemeinärzte dort niedergelassen haben noch bevor die von Seehofer eingeführte Bedarfsplanung und Zulassungsbeschränkung wirksam wurde. Die Ärzte reagierten auf das bevorstehende Gesetz mit einem schlagartigen Anstieg von Zulassungsanträgen (sog. Seehofer-Bauch). Das war Anfang der 90er, nun gehen diese Ärzte nach und nach in Rente, die Bedarfsplanung wirkt nach und Privatpatienten, die über die Schweizer Grenze anreisen, sind nun mal deutlich lukrativer als "all inclusive"-Kassenpatienten.
PR hat geschrieben:Sie sind nicht versichert für viel Geld sondern nur Kassenmitglied - Aufgaben im nötigen Umfang nachkommen, ertappt! Der nötige Umfang ist 20 Stunden pro Woche. Das ist so definiert und alles was drüber geht unnötig - Die sehen mittlerweile so aus, dass wir Anrufenden mit Terminwunsch die Telefonnummern der Konkurrenz mitteilen: bitte dort nachfragen ! Die meisten Kollegen machen das. Wettbewerb mag's geben um die Selbstzahler.

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Was Sie "Solidarystem" im Gesundheitswesen nennen, timmiezwo

Beitrag von PR » 01.08.17, 23:33

ist wegen Verlogenheit und nachgewiesener Verschwendungssucht in eigener Sache am Ende.

Es funktioniert nur noch aufgrund von Sklavenhalterei und Ausbeutung, aber die hat da ein Ende, wo sich dem die "Leistungserbringer" entziehen = sich den Zwangssystemen der Sozialneider und Funktionäre gar nicht erst mehr aussetzen, sondern mit ihrem Anstellungsvertrag gleich auf der Nehmerseite der "Solidarsysteme" Platz nehmen.

Sie brauchen das nicht zu kapieren, Sie brauchen das auch nicht zu glauben, aber Eins wünsch' ich Ihnen: dass Sie es noch erleben.

Ich hab jedenfalls gestern den Bericht einer ziemlich fitten Achtzigjährigen mit Brustkrebs erlebt, die von ihrer kranken Kasse (DAK) eine Haushaltshilfe für drei Stunden pro Woche wollte,
und dort hörte: Sie fallen nicht ins Raster, denn Sie haben ja nicht mal eine Chemotherapie gebraucht. Hab sie dann aufs Sozialamt gleich hier nebenan geschickt, was der kranken Kasse (DAK) unziemlich recht gewesen sein dürfte.

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Jammern und Lamentieren?

Beitrag von PR » 02.08.17, 01:06

Noch ein Kindskopf hier, oder bloß Trolle ?

;-)

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