In den Klinikambulanzen prügeln sich jetzt schon

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sophica
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Re: In den Klinikambulanzen prügeln sich jetzt schon

Beitrag von sophica »

Selbst das
ms2017 hat geschrieben:Tja,
i Es darf alles ja nix kosten.
Bis auf den Scheiss-BMW eben.
LG,
MS
funktioniert ja dann nicht mal so, dass es nichts, bzw. wenig kostet.
Ich mache gerade auch die von Ihnen gemachten Erfahrungen und ja mich erzürnt das alles sehr; ich habe nach meinen 7 Lebensjahrzehnten Meniskusschäden am Knie.
Selbst in der Ärztezeitung wurde sinngemäß geschrieben:
"Knie-Op Bei altersbedingten Meniskusschäden kein Nutzen; selbst bei Patienten, deren Knie nur leichte Arthroseschäden aufweisen nützt eine OP wenig."

(Laut MRT habe ich erst eine beginnende und keine ausgesprägte Arthrose; jedoch einen Innenminiskus mit Längsriss und Schrägkomponente zur Unterfläche am Hinterhorn.)

Deshalb ziehe ich eine konservative Therapie vor. Doch die orthopädischen Ärzte, die ich bisher besucht habe ( 3 an der Zahl) sind nur offen für eine Knie-OP bei mir und u. a. lehnen sie die Verordnung von Physiotherapie mit dem Argument ab, dafür gäbe es keine ICD; wenn ich operieren ließe, dann könnten sie mir 18 Einheiten Physiotherapie verordnen, so sei die Regelung.

OP und dann 18 Einheiten Physiotherapie ist wahrscheinlich teurer als wenn es gelingt mein Knie ohne OP zu behandeln und soweit zu heilen, dass ich für den Rest meines Lebens beweglich bleibe. Bewegungsbehinderungen habe ich nämlich inzwischen keine mehr, wenn ich es nicht zu sehr belaste.

Das System ist wirklich zu pervers und von einigen Vertretern der gesetzlichen Krankenkassen, der Kassenärztlichen Vereinigungen und der zuständigen Politikern so pervers gestaltet mit ihren Vereinbarungen, dass es wahrscheinlich innerhalb dieser Strukturen keinerlei Änderung hinsichtlich einer Besserung im Sinne des Patienten gibt - die Arztbesuche stressen mich außerordentlich. :roll:

ms2017
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Re: In den Klinikambulanzen prügeln sich jetzt schon

Beitrag von ms2017 »

Hallo,
ich weiß, ich weiß, alles schon erlebt, alles.
Vorläufiges Fazit: Alle sind die Verlierer,
alle rundern, nur Rücken an Rücken, deshalb
bewegt sich nichts.
Dann bleibt in letzter Konsequenz eben nur
stoisches Aushalten, bis man zugrunde gegangen ist
(wenn man Würde hat) oder eben (was ich
ausdrücklich nicht propagieren oder unterstützen
will) als Arzt und/oder Patient radikale Reissleinen
zu ziehen.
Das mit der Partei würde ich übrigens noch nicht
so arg weit weg werfen, man denke zB an die A**,
die mit irrsinnigsten Themen derzeit ziemlich fest
da steht. Ich denke, es kommt darauf an, wer und
wie man sowas aufziehen würde ...

dora
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Re: In den Klinikambulanzen prügeln sich jetzt schon

Beitrag von dora »

hallo sophica,

mit meinem Meniskus sieht es ähnlich aus, aber mein Orthopäde rät zu diesem Zeitpunkt von einer Op ab. Er hat mir eine Kniebandage verordnet, bei Bedarf Schmerzmittel und Sport zur Stärkung der Muskulatur empfohlen. Um den Sport muss ich mich selbst kümmern und bekomme da nichts von der KK was ich in Ordnung finde. Physioth. hilft da wenig, ist eher für den Zeitpunkt nach der Op gedacht, was ich in Ordnung finde. Eine Op kommt bei mir erst dann in Frage wenn die Arthrose schlimmer wird ( Arthrose ist momentan noch nicht heilbar ) oder der Meniskussriss größer und schmerzhafter.
passt nun zwar nicht zum Ausganspost, aber zum Post von sophica.

sophica
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Re: In den Klinikambulanzen prügeln sich jetzt schon

Beitrag von sophica »

Hallo Dora,

es passt schon in diesen Thread; ich selbst werde nämlich leider auch immer noch zornig, wenn ich in ärztlicher Behandlung bin; es ist alles so oberflächlich und ich weiß nicht, wie es mir gelingen soll, in Ruhe eine passende Kommunikation zu führen; es gelingt mir nicht bei den Ärzten; ich finde, es ist keine wirkliche Beratung und ich habe kein Vertrauen mehr angesichts meiner Erfahrungen mit den Arztgesprächen.

Ich hatte ja, habe auch noch, vor den Weg der Selbstheilung zu gehen - fällt allerdings auch nicht immer leicht und ganz loslassen von den Arztbesuchen scheine ich auch noch nicht zu können.
LG sophica

dora
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Re: In den Klinikambulanzen prügeln sich jetzt schon

Beitrag von dora »

"Knie-Op Bei altersbedingten Meniskusschäden kein Nutzen; selbst bei Patienten, deren Knie nur leichte Arthroseschäden aufweisen nützt eine OP wenig."
m.E. ist das richtig, man sollte eine Op so lange rausziehen wie das nur geht. Wenn du, wie du schreibst eig. ganz gut zurecht kommst, versuche es mit Gymnastik ( joutube mal schaun ) und lass dir für den Fall dass die Schmerzen mal stärker werden ( gerade jetzt bei der Witterung ) Schmerzmittel verschreiben. Sollte der Orthopäde das nicht machen, dann gehe zum HA oder suche dir einen Schmerztherapeuten.
Ich gehe deswegen zur Gymnastik und an die Geräte im Fittnesstudio, habe Schmerzmittel und meine Bandage. Damit komme ich sehr gut zurecht.

Es werden zu viele Gelenke zu schnell eingesetzt, und am Knie gibt es hinterher mehr Probleme als mit der Hüfte.

wubbel
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Re: In den Klinikambulanzen prügeln sich jetzt schon

Beitrag von wubbel »

Ich kann aus eigener Erfahrung nachvollziehen wie wütend einen die Behandlung in einer Notfallambulanz machen kann.
Ich war erst beim Vertreter meines Hausarztes weil ich im seitlichen Rücken ein Kribbeln, Jucken und ziemliche Schmerzen hatte. Ich äußerte meinen Verdacht auf Gürtelrose auch wenn die Pusteln ganz winzig und eher eine Rötung waren. Er schickte mich nach Hause um abzuwarten. Morgens um 5 fuhr mein Gatte mich dann in die Notaufnahme weil ich es nicht mehr aushielt und kurz davor war meinen Kopf gegen die Wand zu hauen.
Gegen 9:30 wurde ich dann von einem Arzt untersucht. In der Zwischenzeit hatte ich mir jedoch schon das Knie blau geschlagen. Blutdruck lag bei 110:180 dann bekam ich endlich ein Schmerzmittel und Rezepte für Antivirale Mittel.
Während der ganzen Zeit saß eine Ärztin in einem Büro und starrte auf einen Bildschirm ohne sich zu bewegen. Die hat geschlafen :shock:
Ich saß da ja auch während des Schichtwechsels als alle locker Plaudernd auf dem Tresen hockten und auch noch als alle in einen Nebenraum verschwanden, durch die nicht ganz geschlossene Tür war zu beobachten dass dort Frühstück eingenommen wurde.
Hätte ich auch nur annährend etwas Kraft gehabt, ich wäre Amok gelaufen aber so reichte es grade um nicht vom Stuhl zu rutschen.
Vielleicht sollten einige Kliniken die Dringlichkeitseinstufung rückwärts abarbeiten, dann sind sie die die randalieren könnten eher los, die denen es richtig schlecht geht können ja Garnichts mehr unternehmen. Das würde die Übergriffe sicher stark eindämmen :ironie:

Sorry, ich weiss dass die Notaufnahmen unterbesetzt sind und dass ein Großteil der Patienten mit Bagatellen kommt. Die Situation ist jedoch nicht sehr befriedigend und trägt dazu bei, dass Menschen über reagieren.

Barnie Geröllheimer
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Re: In den Klinikambulanzen prügeln sich jetzt schon

Beitrag von Barnie Geröllheimer »

Die Überlastung der Notaufnahmen ist hauptsächlich der Weigerung vieler niedegelassener Ärzte anzurechnen, Patienten aufzunehmen und sie zu behandeln. Dieser "Patientenstopp" wird gnadenlos durchgezogen...., auf eine Beschwerde wegen Pflichtverletzung einer Arztpraxis schrieb mir dessen KV folgende Definition eines "Notfalles"
Ein medizinischer Notfall ist ein _akuter, lebensbedrohlicher Zustand_ durch Störung der Vitalfunktionen oder die Gefahr einer plötzlich eintretenden, irreversiblen Organschädigung infolge einer Verletzung, akuten Erkrankung oder Vergiftung......

und
..Notfallversorgung [besteht] auch in erster Linie darin, Erstversorgungen sowie solche
Sofortmaßnahmen durchzuführen, die der Aufrechterhaltung vitaler Funktionen dienen.
Daraus ist abzuleiten, dass man zwar einerseits in einer Notfallambulanz nicht abgewiesen werden darf, andererseits aber bewusstlos vom Stuhl kippen kann, ohne dass es irgend jemanden interessiert, solange keine "vitalen Funktionen" beeinträchtigt sind.

Ich schrieb der KV zurück, dass unter dieser Definition selbst Jesus am Kreuz kein Notfall darstellt.
Inzwischen hat sich -nach fast 3 Monaten seit Beschwerdeabgabe- der Justitiar der BÄK gemeldet, der der Beschwerde immerhin unter berufsrechtlichen Aspekten nachgehen will.

Wir können also etwas bewirken, aber Sie alle dürfen sich halt auch nichts gefallen lassen!! Beschweren Sie sich! Machen Sie Druck.
Von alleine ändert sich nichts!

Dr. A. Flaccus
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Re: In den Klinikambulanzen prügeln sich jetzt schon

Beitrag von Dr. A. Flaccus »

Morgens um 5 fuhr mein Gatte mich dann in die Notaufnahme weil ich es nicht mehr aushielt und kurz davor war meinen Kopf gegen die Wand zu hauen.
Sorry, es mag hart klingen, aber in der Tat erfordert eine Gürtelrose nicht zwingend eine Akuttherapie - morgens um fünf - in der Notaufnahme.
Während der ganzen Zeit saß eine Ärztin in einem Büro und starrte auf einen Bildschirm ohne sich zu bewegen. Die hat geschlafen
Das ist allein Ihre Wahrnehmung.
Wenn ich im Dienst schlafen will, lege ich mich im Bereritschaftszimmer ins Bett.

Es kann ebenso möglich sein, das die Ärztin Röntgenbilder betrachtet hat, Arztbriefe für andere Notfälle schreib, oder, oder, oder....
Ich saß da ja auch während des Schichtwechsels als alle locker Plaudernd auf dem Tresen hockten und auch noch als alle in einen Nebenraum verschwanden, durch die nicht ganz geschlossene Tür war zu beobachten dass dort Frühstück eingenommen wurde.
Jeder Arbeitsbereich hat einen Sozialraum. Das ist vorgeschrieben.
Und man stelle sich vor: Sogar Krankenhausmitarbeiter haben ein Recht auf Pause. Steht u.a. im Arbeitszeitgesetz.
Wenn man warten wollte, bis die Notaufnahme "leer" ist, bekämen die Kollegen niemals Pause.
Also macht man Pause, wenn man die Situation für geeignet hält.

Das wartende Patienten das anders einschätzen, kann durchaus sein.

Ein echtes Fehlverhalten kann ich aber in der Schilderung nicht erkennen.
Eine Versorgung fand statt, ein lebensbedrohlicher Notfall lag nicht vor.

Alternativ hätte auch die Inanspruchnahme des Kassenärztlichen Notdienstes (Tel. 116 117 bundesweit) erwogen werden können. Möglicherweise hätte es da schneller einen Arztkontakt gegeben.

A. Flaccus
Zuletzt geändert von Dr. A. Flaccus am 09.11.16, 11:30, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Text ergänzt
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der Weigerung vieler niedegelassener Ärzte

Beitrag von PR »

Ganz Recht. Auch ich krieg von meiner KV vorgeworfen, lediglich eine Fach-durchschnittliche Fallzahl pro Quartal abzuarbeiten.

Wobei seit 25 Jahren unter jeder Quartalsabrechnung steht: leider können wir Ihnen nur 85 (82 bis 87) % des Ihnen zustehenden Hohnorars auszahlen.

Weswegen auch hier jeden Tag Leute zu hören bekommen: wir nehmen derzeit keine neuen Patientinnen an.

Diese Lage wird sich mit aller Sicherheit in den nächsten zwei Jahren massiv verschlechtern.

Die Lage in den Notfallambulanzen würde sich schlagartig beruhigen, sobald deren Inanspruchnahme j e d e n sagenwermal 50 Euronen kosten würde.

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Re: In den Klinikambulanzen prügeln sich jetzt schon

Beitrag von Barnie Geröllheimer »

Notfälle sind m.W. nicht budgetiert. Ärzte sind gesetzlich und berufsrechtlich sogar verpflichtet, zu helfen.

Im Übrigen: Der Bürger, Patient und Versicherte setzt sich selbstverständlich auch für seinen Arzt ein, wenn er sich gegen das System wehrt. Zumindest ich sehe den Arzt als sich am Falschen rächendes Opfer, nicht als Täter.
Wenn dieser Arzt aber riskiert, dass echte Notfälle durch sein Patientenstopp-Raster fallen, dann habe ich wenig Mitleid.

Nachtrag: Die ganz aktuellen Zahlen zur ärztlichen Über-/Unterversorgung der Patienten in D sind geradezu grotesk. Es würde bei Augenärzten in BaWü eine Überversorgung von mehr als 20% herrschen, dabei warten hier die Leute teilweise mehr als 6 Monate auf einen Termin.

Die Selbstverwaltung der Ärzte hat vollständig versagt! Sie kommt ihrer Verpflichtung nicht nach, die flächendeckende medizinische Versorgung sicherzustellen. Sie lässt sich von den Kassen eine Arzt"dichte" aufdrängen, die Verrat an den Mitgliedern und selbstverständlich erst recht am Versicherten und Patienten ist.

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Re: In den Klinikambulanzen prügeln sich jetzt schon

Beitrag von Dr. A. Flaccus »

Notfälle sind m.W. nicht budgetiert. Ärzte sind gesetzlich und berufsrechtlich sogar verpflichtet, zu helfen.
Wo ist denn das Problem?
wubbel hat geschrieben:Ich war erst beim Vertreter meines Hausarztes weil ich im seitlichen Rücken ein Kribbeln, Jucken und ziemliche Schmerzen hatte. Ich äußerte meinen Verdacht auf Gürtelrose auch wenn die Pusteln ganz winzig und eher eine Rötung waren. Er schickte mich nach Hause um abzuwarten.
:arrow: es fand eine Untersuchung statt - offenbar direkt am Tag des Aufsuchens der Arztpraxis (Notfall)
:arrow: es fand eine ärztliche Einschätzung statt
:arrow: es gab einen Behandlungsplan ("abwarten")

Und weiter:
Gegen 9:30 wurde ich dann von einem Arzt untersucht. (...) dann bekam ich endlich ein Schmerzmittel und Rezepte für Antivirale Mittel.
:arrow: Zweiter Arztkontakt innerhalb von 24 Stunden
:arrow: es fand eine Untersuchung statt - offenbar direkt am Tag des Aufsuchens der Notaufnahme (Notfall)
:arrow: es fand eine ärztliche Einschätzung statt
:arrow: es gab einen Behandlungsplan (Schmerzmittel+Antivirale Med.)

Was genau war denn hier jetzt falsch?
Wo hat der Patient Schaden genommen?
Was wurde konkret erwartet?

A. Flaccus
Dr. A. Flaccus
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„Notfälle … nicht budgetiert“

Beitrag von PR »

Ham Sie ne Ahnung !

In der Klinikambulanz ist n i x budgetiert.
Dagegen in der Praxis a l l e s Kurative, also eben alle akut angeforderten Behandlungen.
In der Praxis nicht budgetiert ist die „Prävention“ und nicht budgetiert sind die Kontrollen im Rahmen der DMPs.

Ich räche mich an niemandem. Ich betrachte mich lediglich nicht als Zwangsarbeiter, der sich ein Vierteljahrhundert lang um noch m e h r als ein Siebtel seines Hohnorars prellen lässt.

Echte Notfälle stehen am Tresen, werden von bestens geschultem Personal als solche erkannt und entweder reanimiert oder drangenommen, wenn sich eine (täglich eingeplante Notfall)-Lücke auftut. Und bis dahin wird gewartet. Termine werden dafür nicht vergeben.
Oder als Nicht-Notfall entlarvt und (wenn hier bekannt dann mit einem Termin, wenn hier neu dann ohne einen Termin) nach hause geschickt.

Die Selbstverwaltung hat exakt die Gesundheitsgesetze der letzten 20 Jahre abgearbeitet und damit die „Versorgungs“Landschaft eingeebnet. Dies macht sich jetzt allmählich bemerkbar, indem der gesamten Grundversorger-Medizin der Nachwuchs komplett wegbricht.

Von nichts Anderem schreibe ich hier seit 27.03.05, 23:51 und kassiere dafür läppische Kommentare.

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Barnie Geröllheimer
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Re: In den Klinikambulanzen prügeln sich jetzt schon

Beitrag von Barnie Geröllheimer »

Dr. A. Flaccus hat geschrieben:
Notfälle sind m.W. nicht budgetiert. Ärzte sind gesetzlich und berufsrechtlich sogar verpflichtet, zu helfen.
Wo ist denn das Problem?
Den konkreten Fall, auf den ich anspiele, finden Sie hier
PR hat geschrieben:Ham Sie ne Ahnung !
In der Klinikambulanz ist n i x budgetiert.
Dagegen in der Praxis a l l e s Kurative, also eben alle akut angeforderten Behandlungen.
EBM, II. Absatz 1.2 regelt die außerbudgetären Leistungen bei Notfällen.
Aber selbst wenn Sie recht behielten, ist das noch lange kein Grund, jemanden wegzuschicken, der starke Schmerzen erleidet oder Angst um Dauerschäden oder gar um sein Leben hat.
Freilich muss man nicht jede quersitzende Flatulenz als Notfall anerkennen, aber Schmerzen ertragen zu müssen ist sicher nicht der Sinn der Erfindung Bismarcks gewesen.
PR hat geschrieben: Ich räche mich an niemandem. Ich betrachte mich lediglich nicht als Zwangsarbeiter, der sich ein Vierteljahrhundert lang um noch m e h r als ein Siebtel seines Hohnorars prellen lässt.
Von Ihren Patientinnen prellt Sie niemand auch nur um 1 Cent. Und Sie schicken auch keine Funktionäre wieder weg, sondern einfache Leute, die nur erwarten, für ihre Beiträge zur Krankenkasse ärztlich behandelt zu werden.
PR hat geschrieben: Echte Notfälle stehen am Tresen, werden von bestens geschultem Personal als solche erkannt..
Das halte ich für ein Gerücht. Aus eigener Erfahrung kann ich beschwören, dass das "bestens geschulte Personal" den (Notfall-) Patienten nicht befragt, ob er aus irgendwelchen Gründen ein besonderes Maß an Gesundheitsgefährdung sieht. Man wird -schon am Telefon- einfach auf den Patientenstopp hingewiesen und kann sehen, wo man bleibt.
Auch meinen Schwager, der persönlich und mit entsprechenden Augen in der Praxis erschien, hat niemand gefragt, ob er zufällig Bechterew hat. Wenn ich beim Augenarzt ein Mydriatikum erhalte, wird ein mords Aufstand veranstaltet, weil ich nicht Auto fahren darf. Aber ein Buckliger, dem jeder Schritt weh tut der kaum länger sitzen kann, schon gar nicht Auto fahren kann, wird zugemutet, knapp 800m zu "seinem" Augenarzt zu gehen bzw. 1 Stunde auf den nächsten Bus zu warten.

btw: was Sie vermutlich als "echten" Notfall ansehen, dürfte wohl ohnehin den Rettungswagen bestellen. Was sich noch selbst in die Praxen niedergelassener Ärzte schleppen, aber eben nicht stundenlang warten kann, ist nach meinem Empfinden auch ein "Notfall", aber eben womöglich keiner mit Beeinträchtigung "vitaler" Funktionen.
PR hat geschrieben:Die Selbstverwaltung hat exakt die Gesundheitsgesetze der letzten 20 Jahre abgearbeitet und damit die „Versorgungs“Landschaft eingeebnet. Dies macht sich jetzt allmählich bemerkbar, indem der gesamten Grundversorger-Medizin der Nachwuchs komplett wegbricht.

Die Selbstverwaltung kann meinetwegen Kopfstand machen und mit dem Hintern Fliegen fangen... Sie hat die medizinische Versorgung zu sichern und das bedeutet nach WHO eben auch, akute Schmerzzustände zu kurieren, auch wenn keine Lebensgefahr besteht.

Ich werde meinen bescheidenen Teil dazu beitragen, alle darauf hinzuweisen.

PR
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wer alles den Rettungswagen bestellt und für was

Beitrag von PR »

konnten Sie ja weiter vorn im thread bewundern.

Nochmal, ganz simpel: Grundversorgung "auf Kasse" in den GOUDAH-Fächern wird seit Jahren so hohnoriert, dass damit kein wirtschaftliches Arbeiten möglich ist. Das System kranke Kasse begeht seit zwei Jahren Insolvenzverschleppung.

Deshalb wird an meinem Arbeitsort spätestens Anfang übernächsten Jahres noch eine einzige Kollegin meines Fachs für Kassenpatientinnen zu sprechen sein. (Als ich hier anfing waren wir zu dritt, die meiste Zeit zu viert, und niemand hat sich gelangweilt). Die dann Letztverbleibende hat bereits angekündigt, dass sie das nicht länger als ein halbes Jahr macht und dann die Kassenzulassung zurückgibt. Dann ist die Ethikfalle ausgelutscht und dann ist da einfach niemand mehr, nicht für Notfälle, nicht für Prävention, und nicht für die DMPs.

Weiß nicht, ob Sie noch das Vergnügen hatten, hier eine Dame namens gesundbrunnen zu lesen. Die saß damals auf verantwortlichem Sessel im BMG, hat die bis heute geltenden Gesetze durchdrücken geholfen, und für die Vorhersage der jetzt eintreffenden Umstände Spott und Propagandalüge übrig.

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wubbel
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Re: In den Klinikambulanzen prügeln sich jetzt schon

Beitrag von wubbel »

Dr. A. Flaccus hat geschrieben: es fand eine Untersuchung statt - offenbar direkt am Tag des Aufsuchens der Arztpraxis (Notfall) es fand eine ärztliche Einschätzung statt es gab einen Behandlungsplan ("abwarten")
Toller Behandlungsplan! Hilft in 100% aller Krankheiten.
Dr. A. Flaccus hat geschrieben:Zweiter Arztkontakt innerhalb von 24 Stunden es fand eine Untersuchung statt - offenbar direkt am Tag des Aufsuchens der Notaufnahme (Notfall) es fand eine ärztliche Einschätzung statt es gab einen Behandlungsplan (Schmerzmittel+Antivirale Med.)
Also kann ich doch hoch zufrieden sein. Ich glaube, ich muss meine Ansprüche mal zurückfahren, kann ja nicht sein, dass ich bei der umfassenden Behandlung auch noch was zu nörgeln habe.
Allerdings war der behandelnde Notarzt nicht erbaut dass ich während der Wartezeit kein Schmerzmittel bekam.
Dr. A. Flaccus hat geschrieben: Was genau war denn hier jetzt falsch?
Wo hat der Patient Schaden genommen?
Was wurde konkret erwartet?
Die Patientin hat in so fern Schaden genommen, als dass sie nach dieser Erfahrung verschreibungspflichtige Schmerzmittel für Notfälle bunkert. Außerdem wird zukünftig in solch schlimmen Fällen ein Notarzt/RTW gerufen.
Dr. A. Flaccus hat geschrieben:Sorry, es mag hart klingen, aber in der Tat erfordert eine Gürtelrose nicht zwingend eine Akuttherapie - morgens um fünf - in der Notaufnahme.
Hätte ich vorher auch nicht gedacht aber die Nervenschmerzen waren so stark, dass sowohl Bandscheibenvorfall als auch ein erlittener offener Bruch dagegen Kindergarten waren.

In der Zeit die ich dort warten musste kam eine ältere Dame per RTW, und eine Frau mit verstauchtem Knöchel als Arbeitsunfall.

Zu der Ärztin die vor dem Monitor saß... die saß dort mehr als 2 h lang völlig regungslos, den Kopf auf die Hände gestützt. Weder Maus noch Tastatur wurden benutzt.

Ich habe auch kein Problem mit Pausen, es muss mir nur mal jemand erklären warum die komplette Notfallambulanz zeitgleich frühstücken muss.

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