In den Klinikambulanzen prügeln sich jetzt schon

Moderator: DMF-Team

PR
Topicstarter
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied
Beiträge: 6878
Registriert: 27.03.05, 23:51
Wohnort: Lörrach
Kontaktdaten:

In den Klinikambulanzen prügeln sich jetzt schon

Beitrag von PR »

die Patienten

http://www.badische-zeitung.de/nachrich ... -haeufiger

Wundert mich das ?

Nö! Haben die Bolledigger doch gewollt !

(SPD-Symposion 2002: Jeder dritte Arzt muss weg)

PR
Von Fremdinteressen freie an Patienteninteresse orientierte eigene Meinung.
99 2988 015 Die lebenslange Nummer zur Sicherheit

Christianes Herz
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied
Beiträge: 2287
Registriert: 31.12.12, 15:22

Re: In den Klinikambulanzen prügeln sich jetzt schon

Beitrag von Christianes Herz »

Sollten da nicht "Portalpraxen" zwischengeschaltet werden?

Grüße
Christiane

PR
Topicstarter
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied
Beiträge: 6878
Registriert: 27.03.05, 23:51
Wohnort: Lörrach
Kontaktdaten:

Re: Portalpraxen

Beitrag von PR »

Will der Monty überall und 24/7/365 offen. Parallel zur Notaufnahme der jeweiligen Klinik. Soll den Klinikkollegen die triage bei allen nicht evident lebensgefährlichen Fällen abnehmen. Soll voll finanziert (Einrichtung und Unterhalt) werden aus gedeckeltem "ambulantem" KV-Hohnorar.

Gibts bei uns außerhalb der Sprechzeiten = zu KV-Notdienst-Zeiten schon lang als "Sitzdienst". Man hat dazu die KV-Notdienstbezirke enorm vergrößert und doppelt besetzt, immer einer macht "Fahrdienst" und einer "Sitzdienst". Ist grundsätzlich so spartanisch ausgelegt dass im Sitzdienst alles außer Hustenschnupfenheiserkeit dann doch den Diensthabenden und/oder das Labor und/oder die Bildgebung der Klinik braucht und damit wieder "ambulantes" Hohnorar in die Kliniken leitet.

Kliniken werden immer im "Vorwegabzug" bedient und haben immer 100 % Auszahlungsquote (fehlerfrei Abgerechnetes wird immer bezahlt). Die Restärzte leben von Auszahlungsquoten zwischen 80 und 85 % (vom anerkannt abgerechneten Hohnorar für anerkannt wirtschaftlichausreichendnotwendigzweckmäßig erbrachte ärztliche Leistung).

Portalpraxen werden das politisch erwünschte Praxissterben enorm beschleunigen.
Bin gespannt, wann der Monty sein erstes BVK kriegt.

PR
Von Fremdinteressen freie an Patienteninteresse orientierte eigene Meinung.
99 2988 015 Die lebenslange Nummer zur Sicherheit

Dr. A. Flaccus
DMF-Moderator
Beiträge: 4436
Registriert: 06.03.05, 08:30
Wohnort: Hildesheim
Kontaktdaten:

Re: In den Klinikambulanzen prügeln sich jetzt schon

Beitrag von Dr. A. Flaccus »

Portalpraxen?

Ich berichte mal aus meinem notärztlichen Alltag:

Jeweils mit "Blaulicht" (also Einsatzfahrt unter Inkaufnahme der Gefährdung anderer Menschen)...

...zur Todfeststellung in Altersheim (14 Uhr, Hausarzt aus Praxis nicht abkömmlich)
...zur Schmerztherapie bei Tumorerkrankung (Wochenende, Hausarzt nicht erreichbar, KV-Notdienst "überlastet")
...zur begleitenden, finalen Therapie bei hohem Alter/schwerer Erkrankung ("bisher nichts besprochen", Hausarzt nicht erreichbar)
...zur Behandlung von Grippe/Kopfschmerzen/Übelkeit/Fieber ( :arrow: "Habe mal 112 gewählt. Auf den Kassenarzt-Notdienst muss man immer so lange warten"...)

Das soll jetzt auf gar keinen Fall als Vorwurf an meine niedergelassenen Kollegen verstanden werden.

Es soll vielmehr zeigen, das unser Gesundheitssystem sich in einer eigenartigen Schieflage befindet.

Wenn innerhalb einer Stunde 15 bis 25 Menschen die Notaufnahme aufsuchen und man sich dann wundert, das die Wartezeit mehrere Stunden beträgt, dann darf man sich über Zeitungsberichte wie den von PR zitierten nicht wundern.
Ein gemeinschaftliches "Ausbuhen" von Notaufnahme-Personal habe ich leider auch schon persönlich erlebt.

Aber wer mit "seit 4 Wochen bestehenden Schulterschmerzen" Samstags um 19 Uhr eine Notaufnahme aufsucht, der muss sich ggfs. auf 4 bis 6 Stunden Wartezeit einrichten...

A. Flaccus
Dr. A. Flaccus
Facharzt für Anästhesie
- Notfallmedizin -
DMF-Moderator

PR
Topicstarter
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied
Beiträge: 6878
Registriert: 27.03.05, 23:51
Wohnort: Lörrach
Kontaktdaten:

Die eigenartige Schieflage lässt sich in drei Worte fassen:

Beitrag von PR »

kost ja nix

PR
Von Fremdinteressen freie an Patienteninteresse orientierte eigene Meinung.
99 2988 015 Die lebenslange Nummer zur Sicherheit

Humungus
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied
Beiträge: 5064
Registriert: 10.09.07, 13:30

Re: In den Klinikambulanzen prügeln sich jetzt schon

Beitrag von Humungus »

Dr. A. Flaccus hat geschrieben:...zur Todfeststellung in Altersheim (14 Uhr, Hausarzt aus Praxis nicht abkömmlich)
...zur Schmerztherapie bei Tumorerkrankung (Wochenende, Hausarzt nicht erreichbar, KV-Notdienst "überlastet")
...zur begleitenden, finalen Therapie bei hohem Alter/schwerer Erkrankung ("bisher nichts besprochen", Hausarzt nicht erreichbar)
...zur Behandlung von Grippe/Kopfschmerzen/Übelkeit/Fieber ( :arrow: "Habe mal 112 gewählt. Auf den Kassenarzt-Notdienst muss man immer so lange warten"...)
Wurden Sie im Vorfeld der Alarmierung über diese Dinge informiert? Oder was wurde vom Anrufer bei der Auslösung des Notrufs mitgeteilt?
Das soll jetzt auf gar keinen Fall als Vorwurf an meine niedergelassenen Kollegen verstanden werden.
Ich erlebe Ähnliches - natürlich auf einem anderen Level gesundheitlicher Gefährdung.
- Patienten, die wegen eines Notfalls 5 Minuten vor Schluss am Freitagnachmittag anrufen (der war meist schon einen Tag alt, und der diensthabende Augenarzt war ihnen zu weit weg)
- selbstdeklarierte Notfälle, die nicht nur ewig alt sind, sondern in Wirklichkeit gehts um "könnten Sie nicht auch mal eine Brille..."
- als Konsiliarius erfolgen an mich Anfragen, "der Patient sehe schlecht". Komischerweise ist der Patient bereits drei Wochen hospitalisiert und wird am nächsten Tag entlassen. Der Kollege berichtet, der Patient habe ihn erst heute informiert - "könnten wir da nicht auch mal nachsehen lassen, wenn ich jetzt hier bin?"
Aber wer mit "seit 4 Wochen bestehenden Schulterschmerzen" Samstags um 19 Uhr eine Notaufnahme aufsucht, der muss sich ggfs. auf 4 bis 6 Stunden Wartezeit einrichten...
Als ich als Assistent Notdienste machte, wurde ich teilweise stündlich in der Nacht ins Krankenhaus gerufen. Fast immer waren es Patienten mit Fremdkörpern oder Verblitzungen, die nicht schlafen konnten. An der Anmeldung saß ein alter Pfleger, der sagte: "also früher hätte die Schwester dem eine Tube Salbe über den Tresen gegeben, dafür wäre der Arzt nicht geweckt worden".

Das Argument, mit einer Notdienstgebühr könnte vieles aufhören, habe ich lange Jahre verifizieren können. Vor der Notdienstgebühr (waren 10 Euro) kamen andere Patienten als währenddessen. Aktuell gibt es keine Notdienstgebühr mehr, aber wegen der zusammengelegten Notdienstbereiche müssen manche Patienten zig Kilometer fahren - und dazu haben sie oft keine Lust.

Es geht in erster Linie nicht ums Geld, sondern um die Wertschätzung des Notdienstes durch Patienten. Diese Wertschätzung hat einen massiven Umbruch erhalten. Wie heißt es so schön? Man weiß erst, wieviel man an jemandem verloren hat, wenn man ihn nicht mehr hat. Selbstverständlichkeiten werden nicht geschätzt. Und wenn auch noch der Schritt von der Selbstverständlichkeit zu dem "das steht mir zu" kommt, wird ein frustrierter Patient aggressiv, weil er sich um etwas betrogen sieht, was er als seins betrachtet.
Augenarzt? Flatrate. Für nur 18 Euro all you can (tr)eat, ein ganzes Quartal lang! DAS ist heutige Gesundheitspolitik.

Christianes Herz
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied
Beiträge: 2287
Registriert: 31.12.12, 15:22

Re: In den Klinikambulanzen prügeln sich jetzt schon

Beitrag von Christianes Herz »

Dr. A. Flaccus hat geschrieben:...zur Schmerztherapie bei Tumorerkrankung (Wochenende, Hausarzt nicht erreichbar, KV-Notdienst "überlastet")
Nur kurz dazwischengefragt, weil außerhalb des Themas:
Wie ist so etwas möglich? Ich habe immer gedacht/gehofft, dass man als Schwerstkranker auch über das Wochenende mit Medikamenten entspr. bedacht wird.

Danke schön und frdl. Grüße
Christiane

Dr. A. Flaccus
DMF-Moderator
Beiträge: 4436
Registriert: 06.03.05, 08:30
Wohnort: Hildesheim
Kontaktdaten:

Re: In den Klinikambulanzen prügeln sich jetzt schon

Beitrag von Dr. A. Flaccus »

Wie ist so etwas möglich? Ich habe immer gedacht/gehofft, dass man als Schwerstkranker auch über das Wochenende mit Medikamenten entspr. bedacht wird.
Keine Angst. Das ist natürlich gewährleistet.
Es geht aber um die Fälle, wo das nicht (mehr) ausreicht. Hier würde man sich wünschen, das es einen ständigen Ansprechpartner (Rufdienst/Notdienst) gibt oder das es Therapiepläne mit einer sogenannte "Escape"- oder Notfallmedikation gibt.
Natürlich kann ich hier als (Blaulicht-)Notarzt auch helfen. Aber ich darf z.B. keine Rezepte ausstellen und die meisten Schmerzmedikamente wirken nur zeitlich begrenzt :arrow: insgesamt also eine vor allem für den Patienten unbefriedigende Situation.
Humungus hat geschrieben:Wurden Sie im Vorfeld der Alarmierung über diese Dinge informiert? Oder was wurde vom Anrufer bei der Auslösung des Notrufs mitgeteilt?
Teilweise werden wir natürlich über die genaueren Inhalte informiert. Manche "Atemnot" stellt sich aber erst vor Ort als lange absehbar und "grunderkrankungsbedingt" dar.
Inwieweit der Anrufer das bewusst gelenkt hat, vermag ich nicht zu sagen.
Die Rettungsleitstelle hat ( :arrow: Qualitätsmanagement!!) 45 sec. Zeit, um Name, Adresse und den Grund zu erfragen. Dann hat die Disposition zu erfolgen. Da bleibt oft keine Zeit für genaueres Nachfragen.

Außerdem hinterfrage ich das vorher nicht. Wenn mein Pieper geht, habe ich einen Auftrag weil ein Mensch um Hilfe gerufen hat. Dem Patienten ist es erst mal völlig egal, welcher "Notdienst" zu ihm kommt. Ihn interessieren die Feinheiten unserer Versorgungsstruktur nicht. Der Patient möchte Hilfe.

Ich unterstelle mal, das manche Rettungsleitstellen (RLst) sicher aus der Not heraus schon mal ein anderes Rettungsmittel disponieren, als eigentlich notwendig. Oft koordinieren ja RLst den KV-Notdienst ebenfalls - es landet also alles auf einem Funktisch...
Wenn meine KV-Liste lang und länger wird und manche Patienten ein zweites oder drittes mal anrufen ("es wird immer schlimmer", "wir können jetzt nicht mehr warten", "schicken Sie schnell") :arrow: Was will der Disponent machen :?:

Da wird dann auf der Anfahrt schon gesagt: Eigentlich ein KV-Einsatz, aber es wurde wiederholt angerufen.

A. Flaccus
Dr. A. Flaccus
Facharzt für Anästhesie
- Notfallmedizin -
DMF-Moderator

Humungus
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied
Beiträge: 5064
Registriert: 10.09.07, 13:30

Re: In den Klinikambulanzen prügeln sich jetzt schon

Beitrag von Humungus »

Dr. A. Flaccus hat geschrieben:Manche "Atemnot" stellt sich aber erst vor Ort als lange absehbar und "grunderkrankungsbedingt" dar.
Inwieweit der Anrufer das bewusst gelenkt hat, vermag ich nicht zu sagen.
Bei einem Teil der Patienten habe ich das Gefühl, sie würden absichtlich dramatisieren, bei einem Teil nicht. Der Haken ist, dass die Atemnot Todesangst hervorruft. Und dann ist dem Patienten egal, welche Grunderkrankung Ursache ist.
Die Rettungsleitstelle hat ( :arrow: Qualitätsmanagement!!) 45 sec. Zeit, um Name, Adresse und den Grund zu erfragen. Dann hat die Disposition zu erfolgen. Da bleibt oft keine Zeit für genaueres Nachfragen.
Nein, da haben Sie recht. Und die Zeit, um Zweifel zu vertiefen, ist dann schlicht nicht da.
Eigentlich ein KV-Einsatz, aber es wurde wiederholt angerufen.
Klar. Beschwerden werden nicht besser, Stress entsteht, Anspannung folgt, genauere Wahrnehmung und Angst...

Verschnitt ist immer, aber vielleicht sollten wir nachdenken, warum (so kam es mir vor) Sie das Gefühl haben, solche Einsätze würden sich häufen. Haben die Patienten das Gefühl, die "normale" Notversorgung könnte ihnen nicht helfen? Oder werden die Patienten immer kranker und/oder schlechter behandelt?
Augenarzt? Flatrate. Für nur 18 Euro all you can (tr)eat, ein ganzes Quartal lang! DAS ist heutige Gesundheitspolitik.

ms2017
Interessierter
Beiträge: 11
Registriert: 04.09.16, 14:41

Re: In den Klinikambulanzen prügeln sich jetzt schon

Beitrag von ms2017 »

Darf ich als Patient auch was dazu sagen?

Falls ja:

Ich bin der berüchtigte Todfeind aller Ärzte - der mit Halbwissen ausgestattete Fachanwalt für Medizinrecht (20 Jahre Erfahrung).

Ob eines unglaublichen Unfalls geriet ich in 8/2016 völlig unvorbereitet und erstmals in die Fänge des Systems, das ich lebenslang kannte und kritisierte.

Aus Sicht des betroffenen, schwer verunfallten Patienten kann ich nur sagen: Man stößt auf die derbe Realität der Versorgungsstrukturen so dermassen hart auf, dass man sich überlegt, sich das bei einer ggf. neuen OP, die diesmal nicht lebensnotwendig ist, nochmals anzutun.

Ich habe Dinge erlebt, die ich nie mehr sagen kann und werde.

Aus Sicht der Ärzte: Natürlich muss man als Professor der unfallchirurgischen Abteilung in 4 Wochen Aufenthalt nicht mehr als max. 10 Sätze zu einem PKV-ler sagen. Man muss eigentlich überhaupt nichts sagen. Dann könte man einen aber um halb Sieben noch etwas schlafen lassen als reinzudröhnen und einen anzubellen: Und? Und ... bevor man den Satz beginnen kann, ist er wieder weg und man ist auf einer Station für Unfallchirurgie überwiegend auf FJS-ler angewiesen, der einen während dem D-Syndrom 20 Meter qweit am Gehbock und auf einem Bein zum WC hetzt, danach sagt, na war doch toll und sich der OA entschuldigen muss, dass der fraggle nicht wusste, dass hier im Einzelzimer auch ein WC sei ...
Kein Scherz, Damen und Herren.

Und was könnte man noch tun? Eine Partei für Gesundheit, Soziales und gesunden Sozialismus mit aufbauen. Ich denke, sollte ich das Gedöns hier überleben, daran.

Aber dann höre ich wieder die gut erzogenen und im Studium zur Mundhalterei angehaltenen Ärzte (am drastischsten in den Kasernenhöfen der Zahnkliniken zusammengedrillt worden):

Woher denn das Geld nehmen?
Bundeswehr abschaffen?
Deutsche Bank und Konsorten verstaatlichen?
Ojeoje, das arme Grundgesetz, wo kommen wir denn da hin.

Doctores, Sie müssen sich entscheiden.

Herr Seehofer hat Ihr System schnell, sauber und efektiv zerschlagen. Es liegt an Ihnen, alle Kräfte in das Boot zu holen, vom Chefarzt bis zur Putzfrau im Pflegeheim, und Druck zu machen.

Und alle zusammen gezählt sind das nicht so wenige, oder.

Ich sehe eine Überwindung der 5 %-Hürde kommen, wenn alle geschickt mitmachern und jeder die eine oder andere Kröte schluckt, die ihm vielleicht von zu weit links daher kommt.

Ist doch auch auch egal: In Kürze haben wir sowieso den Medizinbetrieb der DDR-Polikliniken wieder (bisher heissen die noch MVZ).

Ja, ich seh schon, wie sich alle aufregen.
Just my 10 Cents von der Betroffenenfront.

Gruß,
M.

Dr. A. Flaccus
DMF-Moderator
Beiträge: 4436
Registriert: 06.03.05, 08:30
Wohnort: Hildesheim
Kontaktdaten:

Re: In den Klinikambulanzen prügeln sich jetzt schon

Beitrag von Dr. A. Flaccus »

Darf ich als Patient auch was dazu sagen?
Gern. Gerade der Patient ist hier gefragt, damit wir "Fachidioten" mal eine andere Sichtweise präsentiert bekommen.
Und das meine ich völlig ernst.

Aber ich habe den Text jetzt 3 x gelesen und frage mich: Was soll ich darauf antworten?
Ich habe Dinge erlebt, die ich nie mehr sagen kann und werde.
Schade.
So kann hier auch niemand ayuf die sehr allgemein gehaltenen "Vorwürfe" eingehen.

Geht´s - als Fachanwalt für Medizinrecht - auch etwas konkreter?

A. Flaccus
Dr. A. Flaccus
Facharzt für Anästhesie
- Notfallmedizin -
DMF-Moderator

ms2017
Interessierter
Beiträge: 11
Registriert: 04.09.16, 14:41

Re: In den Klinikambulanzen prügeln sich jetzt schon

Beitrag von ms2017 »

Lieber Herr Dr.,
eine der besten ärztlichen Aussagen.
Sie wissen nicht, was zu tun ist.
Genau. Das ist der Punkt.
Es ist fast nichts mehr zu machen, weil das System an die Wand gefahren ist.
Ausser eben:
Interessengemeinschaft, d.h. Partei gründen.
Für 2017 wird´s hier aber zu spä, ist klar.
Liebe Grüße
Ihr
MS

ms2017
Interessierter
Beiträge: 11
Registriert: 04.09.16, 14:41

Re: In den Klinikambulanzen prügeln sich jetzt schon

Beitrag von ms2017 »

Ach so, ja, entschuldigung, hab was übersehen (mein Kopf hat von der ITN offenbar was zurück behalten):
Zu schildern, was mir widerfahren ist, beudetete, Ausdrücke zu verwenden und Dinge zu offenbaren, bei dem es sogar mir die Röte in das Gesicht treibt . Wer wird im Krankenhaus von Schwestern gerne als dumme Sau beschimpft oder wenn es Movicol gab angebrüllt: Ach, der Herr braucht mal wieder den Topf.
Ich glaube, das nennt man fremdschämen, auf Neudeutsch.
Vielleicht packe ich es irgendwann, aber, Her Dr., mir wird sowieso keiner glauben.
Höchstens ein Buch schreiben, wenn die Kraft noch reichen würde ...
Herzlichst Ihr
MS

Barnie Geröllheimer
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied
Beiträge: 1064
Registriert: 04.06.13, 11:38

Re: In den Klinikambulanzen prügeln sich jetzt schon

Beitrag von Barnie Geröllheimer »

ms2017 hat geschrieben:Es ist fast nichts mehr zu machen, weil das System an die Wand gefahren ist.
Ausser eben: Interessengemeinschaft, d.h. Partei gründen.
Für 2017 wird´s hier aber zu spä, ist klar.
Auch das wird nix. Ich bin mit Gesundheitsthemen in den Wahlkampf gegangen..., bitte glauben Sie mir...das Thema interessiert keine Sau, solange man nicht selbst betroffen und noch streit- und kampflustig ist.
Die, die eigene und oft leidvolle Erfahrungen mit diesem System gesammelt haben, resignieren oft oder/und sind alte Leute, die vielleicht überhaupt nicht mehr wählen gehen wollen. Und von den Jungen erntet man oft unverständige Blicke, denn für die ist doch alles paletti, weil alles "kostenlos" zu sein scheint.

Themenstammtische wurden so gut wie nicht angenommen. Rekord waren 4 Interessierte.
Zum Vergleich: Der Themenstammtisch zur Verschlüsselung von Emails war völlig überfüllt.

Diesselbe Erfahrung habe ich gemacht als ich einen Themenabend der Grünen zum Gesundheitswesen aufsuchte: Von den anwesenden ca. 20 Leuten waren einige aus dem Fach, Ärzte, Krankenschwestern, Hebammen, aber kaum "normale" Bürger.

Eine Partei kann nix werden, wenn sie den Rückhalt aus dem Volk nicht hat, wenn sie nicht mandatiert wird. Es ist für die meisten leider viel wichtiger, dass eine Partei für ein Verbot des Niqab eintritt, als dass sie sich für eine echte Reform des Gesundheitswesens einsetzt.

ms2017
Interessierter
Beiträge: 11
Registriert: 04.09.16, 14:41

Re: In den Klinikambulanzen prügeln sich jetzt schon

Beitrag von ms2017 »

Tja,
ich hatte diese Option in lichten Momenten auch schon im Kopf.
Wenn dem so ist (und ich befürchte, Sie haben Recht):
Ein Grund mehr, sich von dieser Welt zu verabschieden.
Dann aber wenigstens als letzten Dienst am Menschen die
aktive Sterbehilfe fördern (der nächste Aufschrei des
wohlfeilen Publikums), damit nicht alle in die Schwyz müssen.
So schön es dort ist, aber das ist doch recht weit.
Dann haben wir also in Summe das Fazit (ich war zu meinen
aktiven Zeiten, also bis zum 12.8.2016, als berüchtigter RA
und Stellungnehmer bekannt):
Das Volk der BRD ist für Demokratie, d.h. wählen gehen,
und zwar verantwortungsvoll, einfach zu dumm.

Breitreifen auf dem 7-er BMW sind eben doch wichtiger als
eine adäquate Gesundheitsvorsorge. Wasch mit den Pelz,
aber mach mich nicht nass. Es darf alles ja nix kosten.
Bis auf den Scheiss-BMW eben. Markennamen sind austauschbar ...
Und welche Konsequenzen man hieraus wieder ziehen kann ...
zeigt eine derzeit ziemlich widerliche Partei.
Funktioniert es also vielleicht doch oder ist das ein Umkehrschluss?
Das einzige, was mich daran hindert, hier ausm Hochhaus rauszuhüpfen, ist
die grausame Wut und die Hoffnung, doch noch was tun zu können.
LG,
MS

Antworten