Neues von den Diagnosenfälschern

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dora
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Re: Neues von den Diagnosenfälschern

Beitrag von dora »

aus Wiki

ohne Anspruch auf Richtigkeit, da aus Wiki

Dienstleistungsbereiche (Beispiele)

Beratungswesen (z. B. Unternehmensberatung, Familienberatung)
Bildungswesen
Erziehungswesen
Exekutive und Judikative
Friseur, Kosmetiker, Pediküre
Gastronomie, Hotellerie
Gebäudemanagement
Gesundheitswesen
Handel
Handwerk
Hauspersonal
IT-Dienstleistung, Telekommunikation
Kreditwesen (z. B. Banken)
Öffentlicher Dienst
Personaldienstleistung
Pflegedienst
Prostitution
Qualitätsmanagement
Seelsorge
Sicherheitsdienste
Sozialpädagogik
Sozialwesen
Übersetzungen
Verkehrsdienstleistung
Versicherungswesen
Verwaltung
Wasser- und Energieversorgung
Wissenschaft

Ich weiß, dass sie sich ungerne als Dienstleister bezeichnen lasen, aber im Grunde stimmt es.
Nicht jeder Dienstleister verkauft etwas, wie man aus obiger Tabelle entnehmen kann.
Aber verkaufen Ärzte nicht auch Igel ??

Barnie Geröllheimer
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Re: Leute mit miesen Renten oder prekären Einkommen

Beitrag von Barnie Geröllheimer »

PR hat geschrieben: Ansonsten: ich sperre niemanden aus. Spätestens in gut zwei Jahren wird die Wartezeit auf meine Dienste null betragen. Ich arbeite daran, im November sind wir zu dritt bei der Zwangskörperschaft um herauszufinden, ob ich meinen "Versorgungsauftrag" wohin verschenken darf, wo er auch gebraucht wird.
Es geht doch nicht um Sie persönlich! Die Welt geht hinter Weil am Rhein weiter! Sie werden doch nicht abstreiten wollen, dass es die genannten Patientenschikanen in relevantem Umfang gab und teilweise noch gibt, oder?! Ich höre sogar von Fällen, in denen der Kunde vom Arzt aus der Praxis geworfen und eine Behandlung verweigert wird, wenn keine IGeL gekauft werden.

Ich finde es auch erstaunlich, wenn jemand, der sich als Menschenfreund gibt, die Auffassung vertritt, dass man besser als Ingenieur arbeitet als vorübergehend als Privatarzt. Es geht doch auch nicht darum, Bismarcks Erfindung in Frage zu stellen, sondern nur darum, mit maximalem Druck mitzuhelfen, echte Änderungen herbeizuführen, die sowohl den Beitragszahlern/Patienten als auch den Ärzten gerecht werden.
Wie Sie Ihre Patienten/Kunden in der Privatarztphase behandeln und was Sie ihnen berechnen, ist doch Ihre Sache.
Das o.g. Beispiel aus meinem Dunstkreis sollte nur belegen, dass es selbst mit der geringen Anzahl an Selbstzahlern möglich ist, eine Existenz als Arzt zu sichern und dabei sogar Patienten zu helfen und nicht nur Kunden zu versorgen.
PR hat geschrieben:ich bin kein Dienstleister an Kunden.
Wortklauberei! Sie wissen, wie 's gemeint ist.
PR hat geschrieben: Ohne Anspruch auf Vollständigkeit: Kunden behandelt jeder "kundige" Koofmich um so zuvorkommender, je mehr sie ihm bereits Geld ins Haus getragen haben.
Und der "Bezahlmich" gibt dem Privatpatient morgen einen Termin, auf den der Kassenpatient 4 Wochen wartet. Das ist natürlich zuvorkommender... :evil:
PR hat geschrieben: Und wer das weder getan hat noch jemals zu tun erwarten lässt, den scheucht er weg.
Und der Bezahlmich nimmt Kassenpatienten erst gar nicht mehr auf. Natürlich nur wegen Überlastung...
PR hat geschrieben: Von welcher Sorte Kunde sind Ihrer Überzeugung nach die unentwegt zahlenden Mitglieder der kranken Kassen ?
Falls ich mit dieser Frage angesprochen würde, könnte ich nur aus Beobachtungen bei meiner Kundschaft und meiner Bekannt- und Verwandtschaft und nicht zuletzt aus der Statistik schließen.
Für Gesundheit und was dazugehört, werden jährlich über 320 Mrd. Euro ausgegeben, wovon nur 190 Mrd. auf Beiträge zur GKV entfallen (Zahlen können inzwischen wieder differieren).

Zu den 190 Mrd. kommen dann noch die PKV-Beiträge, die Auf- und Zuzahlungen der GKV-Versicherten für Medis/Hilfsmittel sowie die IGeL. Der Rest wird mehr oder minder "freiwillig" geleistet, um eine annehmbare medizinische Betreuung und Versorgung zu kaufen, die die WANZ-Regeln nicht zulassen.
Das kann der neureiche Opa sein, der unbedingt meint, einen güldenen Rollator besitzen zu müssen, es kann aber auch Schütze @rsch im letzten Glied sein, der seine Krankenfahrt oder häusliche Betreuung selbst bezahlen muss.

Um mal wieder ein bissel mehr auf das eigentliche Thema zurückzukommen: Ich habe meine Unterlagen nun komplett durchgesehen, aber abgesehen von diesem ominösen N182 ist weiter keine "lukrative" Codierung vorgenommen worden. Vorhin habe ich meinen Hausarzt dazu angerufen und um eine Stellungnahme gebeten, denn dieser Befund wurde nie kommuniziert und auch nie behandelt.

Am kommenden WE werde ich 60 Jahre alt, bin schon als Teenager Chroniker gewesen und seit 2005 wg. meines Hinterwandinfarktes in Behandlung. Ich schlucke seither morgens 3 Medis, abends 4. Natürlich gehe ich auch mal zum Zahnarzt, habe allerdings bislang keinen Zahnersatz.

In all den Jahren, in denen ich gesetzlich versichert bin, hat man trotz meines fortgeschrittenen Alters und meiner ganzen Wehwehchen und Pillchen und samt Zahnreinigung usw. sage und schreibe 1/6 meiner Beiträge für mich beim Arzt, der Apotheke usw. ausgegeben müssen. Das ist ein Skandal!
Konsultationen für 34 Euro, mal 56 Euro, mehr nur bei Terminen mit EKG o.ä.

Selbstverständlich ist mir klar, dass ich in eine Solidarversicherung einbezahle, aber ein derartiges Missverhältnis zwischen dem, was man dem Beitragszahler aus der Tasche zieht und dem, was beim Helfenden (@PR; ja, auch ein Optiker hilft manchmal durch das Ablesen von halbautomatischen Geräten!) ankommt, ist eine Frechheit. Bismarck hat bestimmt auch an die mittellosen Brillenträger gedacht, als er seine Versicherung einführte. Wir Optiker bekommen aber schon seit 2004 keinen Cent mehr für den normalen erwachsenen Kunden.

Nachtrag: Soeben rief mich meine Hausarztpraxis an. Es handele sich bei dem Eintrag um eine "versehentlich" als Dauerdiagnose angebenen Schlüssel. Neuere Blutuntersuchungen würden diese Filtrationsdefizite nicht mehr zeigen und man hätte den ICD-Schlüssel aus den Unterlagen entfernt.

Aha!
Wie sagt PR immer so schön?: "da sehnse's mal wieder! Ein Schweinesystem!"

Dr. A. Flaccus
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Re: Neues von den Diagnosenfälschern

Beitrag von Dr. A. Flaccus »

In all den Jahren, in denen ich gesetzlich versichert bin, hat man trotz meines fortgeschrittenen Alters und meiner ganzen Wehwehchen und Pillchen und samt Zahnreinigung usw. sage und schreibe 1/6 meiner Beiträge für mich beim Arzt, der Apotheke usw. ausgegeben müssen. Das ist ein Skandal!
Keine Angst.
Das dicke Ende kommt doch noch :wink: :

In der Regel fallen die mit Abstand meisten Kosten in den allerletzten Lebensjahren an.

:arrow: für noch mehr Medikamente
:arrow: für zusätzliche Heil- und Hilfsmittel
:arrow: für Krankenhausaufenthalte

Ich erlebe es immer wieder, das mit 80 Jahren noch Dialyseverfahren begonnen werden und das 90jährige Menschen noch einen Schrittmacher bekommen (Kostenpunkt Schritt,macher ca. 4.500 bis 8.000 Euro, je nach Modell...)

Die Menschen sind halt auch im Alter noch fit - daher wird so etwas gemacht. Das ist bei uns klarer gesellschaftlicher Konsens.
Und das kostet eben seinen Preis...den wir alle in unseren "gesunden" Jahren davor mitbezahlen.

A. Flaccus
Dr. A. Flaccus
Facharzt für Anästhesie
- Notfallmedizin -
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Barnie Geröllheimer
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Re: Neues von den Diagnosenfälschern

Beitrag von Barnie Geröllheimer »

Dr. A. Flaccus hat geschrieben: Keine Angst.
Das dicke Ende kommt doch noch :wink: :
Ja, in der Liga Ü60, in der ich auch demnächst mitspiele, verdreieinhalbfachen sich nach Statistik die Kosten für die Kassen. Eine detailliertere Untergliederung nach Alter liegt mir nicht vor. Ich kann mir aber vorstellen, dass kurz vor dem Ableben die Kostenhyperbel noch mal kräftig ansteigt, allerdings ist das wahrscheinlich meist nur eine relativ kurze Phase mit extremen Kosten.

Wenn man also von 3,5fachen Kosten bei Ü60ern gegenüber U60ern ausgeht, bleibt von den Beiträgen immer noch ein gigantischer Rest übrig, der offensichtlich irgendwo versickert.
Dr. A. Flaccus hat geschrieben: Ich erlebe es immer wieder, das mit 80 Jahren noch Dialyseverfahren begonnen werden und das 90jährige Menschen noch einen Schrittmacher bekommen (Kostenpunkt Schritt,macher ca. 4.500 bis 8.000 Euro, je nach Modell...)
Die Menschen sind halt auch im Alter noch fit - daher wird so etwas gemacht. Das ist bei uns klarer gesellschaftlicher Konsens.
Und das kostet eben seinen Preis...den wir alle in unseren "gesunden" Jahren davor mitbezahlen.
Solche Themen bekommen seit dem Blockbuster gestern abend (ARD, 20.15 Uhr) wieder neue Nahrung.

Christianes Herz
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Re: Neues von den Diagnosenfälschern

Beitrag von Christianes Herz »

Es wird ein Kampf der Kassenarten
https://www.krankenkassen.de/dpa/268119.html
werden und damit einhergehend dann der Aufsichtsbehörden, ob Bundesversicherungsamt oder die einzelnen Gesundheits-/Sozialministerien.

Frdl. Grüße
Christiane

PR
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Es wird kein Kampf,

Beitrag von PR »

denn das System Alles Ohne Kontrolle hat die Gesetze ja längst schreiben lassen, in denen steht, dass alles Geld und alle Macht im 'schländischen Gesundheizwesen auf

na, auf wen wohl ?
den Operierenden Thetanen
den Großen Zampano
den Kleinen David
den Strammen Max
(nichtzutreffendes bitte streichen)
zuzulaufen hat.

Keine Sorge insofern. Alles gut. Alles im Plan.

PR
Zuletzt geändert von PR am 22.10.16, 18:18, insgesamt 1-mal geändert.
Von Fremdinteressen freie an Patienteninteresse orientierte eigene Meinung.
99 2988 015 Die lebenslange Nummer zur Sicherheit

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Eingeweihte Kreise munkeln übrigens

Beitrag von PR »

von den bislang ungeahnten Möglichkeiten, Kassenärzte künftig für einen "Sonstigen Schaden" in Regress zu nehmen, der kranken Kassen leicht dadurch entsteht, das dieselben (Kassenärzte) leichtfertig allzu läppische Diagnosen stellen.

Ein Herr Litschi hat jedoch nun endlich der 'schländischen Öffentlichkeit den entscheidenden Hinweis gegeben.

Man kann fast nicht anders, als ihn beim Nächstenmal für seine Verdienste zu nobeln.

PR
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Christianes Herz
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Re: Neues von den Diagnosenfälschern

Beitrag von Christianes Herz »

Ich glaub ja, die basteln ganz dreist am Krankengeld herum. Die Daten müssen noch herangeschafft werden (wer fragt die Versicherten nach Freigabe ?), wo, wer, wie lange, mit welchem Gehalt / Arbeitslosenhilfe etc. seine finanzielle Lebensbasis erhält. Dann wird sortiert und Regresse müsste es dann mehr da hageln, wo so gefährlich krankgeschrieben wird, dass es an die Überziehung der Lohnfortzahlung geht. Sonst kapier ich das gar nicht mehr, was der Herr Litsch von sich gibt.
https://www.aok-bv.de/presse/pressemitt ... 17346.html

Und genobelt wird der auch nicht. Bob Dylan macht es richtig. Der nimmt den gewachsenen Unsinn erst gar nicht mehr zur Kenntnis.

Grüße
Christiane

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Die kränkste aller Kassen in der Rolle des Nebenfinanzamts.

Beitrag von PR »

Ich sag's schon lang: die haben einen Staat im Staat errichtet. Fände dies alles nicht unter dem Sonderrecht des Sozialgesetzbuchs statt, gäbe es längst Ermittlungen wegen bandenmäßiger Gefährdung der staatlichen Ordnung.

Vergeben die jetzt schon Aufträge ans BVA, dessen Kontrolle ja bloß die lästige Konkurrenz um die RSA-Milliarden unterliegt. "Versachlichung" und "Weiterentwicklung" heisst sowas im schönsten AOK-Neusprech.

Ich kapier's einfach nicht, wieso das sonst keiner mitgekriegt haben will.

PR
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Barnie Geröllheimer
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Re: Es wird kein Kampf,

Beitrag von Barnie Geröllheimer »

PR hat geschrieben:denn das System Alles Ohne Kontrolle hat die Gesetze ja längst schreiben lassen, in denen steht, dass alles Geld und alle Macht im 'schländischen Gesundheizwesen auf

na, auf wen wohl ?
den Operierenden Thetanen
den Großen Zampano
den Kleinen David
den Strammen Max
(nichtzutreffendes bitte streichen)
zuzulaufen hat.

Keine Sorge insofern. Alles gut. Alles im Plan.
Hat je einer ernsthaft geglaubt, dass es bei verpflichtend gleichlautenden Leistungen unter den Kassen echten Wettbewerb geben könne?
Würden wir denn überhaupt wirklich echten Wettbewerb mit grundsätzlich unterschiedlichen Leistungen und Beiträgen haben wollen (für die Versicherten) und unterschiedlichen Hohnoraren und Anforderungen (für Leistungserbringer)

Wie würde denn ein eiskalt berechnender Arzt auf die Offerten der Kasse(n), bei gewünschter Codierung von Diagnosen Regressansprüche zu reduzieren, reagieren? Vielleicht würde ich nur noch möglichst senile Patienten behandeln, von denen man davon ausgehen kann, dass etliche darunter sind, die sich für "Dramatisierungen" eignen!? Multimorbide bekommen gleich nach dem Privatpatienten einen Termin, der junge Hüpfer mit dem angebrochenen Finger kann warten.

Wettbewerb = Ungleichbehandlung der Versicherten und der Leistungserbringer
Ethik und Gesetz = Gleichbehandlung aller Menschen

Ich hab mir den Text unter Christianes Link "krankenkassen.de" mal durchgelesen und kann nur den Kopf schütteln.
Wozu der ganze Sche!ß mit noch komplizierteren Verteilungsmechanismen für einen RSA?

Pflicht-Einheitskasse heißt die simple Lösung des Problems, geführt und kontrolliert von den Versicherten selbst. Denn es geht um deren Geld und deren Gesundheit(sversorgung).

Wir brauchen weder RSA noch Wettbewerb, um jedem Bürger zu einem möglichst geringen Beitrag eine angemessene Gesundheitsversorgung zu sichern.

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Wozu der ganze Sche!ß

Beitrag von PR »

Damit das System AOK als Einheizkasse überbleibt.

Davor ist zu warnen. Zum zig-sten Mal: die kranken Kassen haben ihre "behördliche Unschuld" längst über Bord geworfen (das Volk glaubt ja noch immer, die seien gemeinnützig !) und zu gewinnorientierten Konzernen geworden. Eingeführt haben das die Sozis. Die gesetzgeberische Hand dazu hat ihnen ein Herr Knieps geführt, der damals vom AOK-Bundesverband ins BMG gekommen war.

Wenn der AOK-Litschi behauptet "wir schummeln nicht", lügt er die deutsche Öffentlichkeit dumm und platt an. Seine Läden sind es, die die übelsten Drückerkolonnen besitzen und am flächendeckendsten in die Praxen schicken, um die dort zum upcoding zu erpressen. Seine Läden sind es, die steigende DMP-Einschreibungen zur Pflichtleistung zB für Hausarztmodelle machen. Die Arzt-Foren sind voll mit tagfrischen Berichten darüber.

Und das mit dem "Wettbewerb", ja richtig, das ist eine Verdeckungsmetapher für das Obengenannte. In die Gesundheizpolitik eingeführt hat sie dermaleinst ein Herr Seehofer. Erst hätte es überhaupt ein "Wettbewerb" über die Anzahl "MARKT!-Teilnehmer sein sollen, dann ein "Preiswettbewerb", dann ein "Leistungswettbewerb", schließlich ein "Qualitätswettbewerb". Man stelle sich vor: Behörden im "Wettbewerb". Für dööfer hat kaum je ein Politticker seine Schäflein erklärt.

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Barnie Geröllheimer
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Re: Wozu der ganze Sche!ß

Beitrag von Barnie Geröllheimer »

PR hat geschrieben:Damit das System AOK als Einheizkasse überbleibt.
Davor ist zu warnen. Zum zig-sten Mal: die kranken Kassen haben ihre "behördliche Unschuld" längst über Bord geworfen (das Volk glaubt ja noch immer, die seien gemeinnützig !) und zu gewinnorientierten Konzernen geworden.
Gegen eine Gewinnerzielungsabsicht bei voller Einlagensicherheit einer Versicherung zugunsten ihrer Mitglieder hätte ich noch nicht einmal etwas, sofern diese Gewinne nicht durch Beschneidung versicherter Leistungen oder durch nicht zweckgebundene Beitragserhöhungen zustande kommen und evtl. Gewinne vollumfänglich den Versicherten zugute kommen.
Aber es sind einige, vom "Wettbewerb" der Kassen nicht berührte Faktoren im Spiel, die jedes sich andeutende Zitronencremebällchen vom Kosakenzipfel schlecken, noch bevor ein Seehofer oder Rösler "Pharma" sagen kann. Und keiner tut bislang ernsthaft etwas gegen die vorwitzigen Naschkatzen, die man auch als Verräter am Solidarsystem und somit als Verbrecher übelster Sorte bezeichnen könnte.
Wie ich schon sagte: das ist absolut kein Wahlkampfthema, Änderungen am System gelten als "nicht mehrheitsfähig".

Übrigens: Für die "behördliche Unschuld" einer Einheitsversicherung würde ein gut gestaltetes, also ein kompetentes und paritätisch besetzes Aufsichtsorgan schon sorgen.

PR
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Das Aufsichtsorgan gibts in jedem Bezirk.

Beitrag von PR »

Es heisst Bezirksrat und soll alle 6 Jahre gewählt werden. Die zugehörigen Wahlen heissen "Sozialwahlen".

Tatsächlich werden die Sozialwahlen die meiste Zeit nicht abgehalten, vielmehr findet oft eine "Friedenswahl" statt.

Die ist dazu da, dass in dem Gremium über Jahrzehnte ganz legal immer die selben total paritätischen Gipsköpfe hocken, einmal im Jahr ergriffen den neuesten Hurrameldungen des Bezirksdirektörs (schon wieder 93 Mitglieder mehr und 2000 in "strukturierten Behandlungsprogrammen", die Leute hier müssen fortlaufend weniger krankgeschrieben werden, das ist alles den hervorragenden Leistungen unserer kranken Kasse zu verdanken...) lauschen und applaudieren, und zum Schluss das Gesicht hinhalten für die einspaltige Pressemeldung gleichen Inhalts.

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Barnie Geröllheimer
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Re: Das Aufsichtsorgan gibts in jedem Bezirk.

Beitrag von Barnie Geröllheimer »

PR hat geschrieben: Die zugehörigen Wahlen heissen "Sozialwahlen".
:lachen:

Gab es je ein primitiveres Alibi als die "Sozialwahlen" :lachen:
Das sind ja noch nicht mal Papiertiger, das ist dreiste Volksver@rsche

sophica
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Registriert: 17.03.12, 17:21

Re: Das Aufsichtsorgan gibts in jedem Bezirk.

Beitrag von sophica »

Barnie Geröllheimer hat geschrieben:
PR hat geschrieben: Die zugehörigen Wahlen heissen "Sozialwahlen".
:lachen:

Gab es je ein primitiveres Alibi als die "Sozialwahlen" :lachen:
Das sind ja noch nicht mal Papiertiger, das ist dreiste Volksver@rsche

und

Hat je einer ernsthaft geglaubt, dass es bei verpflichtend gleichlautenden Leistungen unter den Kassen echten Wettbewerb geben könne?
Würden wir denn überhaupt wirklich echten Wettbewerb mit grundsätzlich unterschiedlichen Leistungen und Beiträgen haben wollen (für die Versicherten) und unterschiedlichen Hohnoraren und Anforderungen (für Leistungserbringer)
Es ist ein Widerspruch in sich, dass vom Wettberb der gesetzlichen Krankenkassen geredet wird und gleichzeitig die Pflichtleistungen gesetzlich vorgeschrieben sind - das sehe ich schon lange so; und ich sehe die Tendenz, dass wir als normale Bürger immer größere und dreistere Propagandageschichten vorgesetzt bekommen. Es ist alles ein großes Trauerspiel, aber
Hauptsache in diesem unserem Deutschland funktioniert der Waffenexport. :roll:

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