Kleine Netze

Moderator: DMF-Team

Antworten
PR
Topicstarter
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied
Beiträge: 6832
Registriert: 27.03.05, 23:51
Wohnort: Lörrach
Kontaktdaten:

Kleine Netze

Beitrag von PR » 07.05.15, 23:53

Die zwei Worte mag ich. Späte Hommage an einen, der längst nicht nur für „seine Jusos“ solche geknüpft hat, die bis heute tragen.

Die komplette Idiotie aktueller Gesundheizpolitik zeigt eine Alltäglichkeit von gestern.

Türkische Endvierzigerin, vom Hausarzt notfallmäßig rübergeschickt, der hatte wohl garkeine Zeit zum selber Nachgucken: Knoten Axilla, Abszeß ? seit zwei Wochen !
Die linke Axilla ist derb immobil ausgefüllt, die linke Supraklavikulargrube voller eben noch mobiler Lymphome, die Mammae und übrigen LK-Stationen haben klinisch nichts. Nach zehn Minuten ist auch das kleine Becken oB abgeklärt, steht der radiologische Notfalltermin zur Ausschlußdiagnostik Mamma am nächsten Tag, weiß der vielbeschäftigte Hausarztinternist bescheid und leiert schon mal die hämatoonkologische Basisdiagnostik an. Querverweise auf den Überweisungssscheinen und nachrichtliche Befundfaxe garantieren, dass sich alle bis dahin involvierten Kollegen gegenseitig auf dem Laufenden halten.
Die Mammae haben nichts, kam heut um elf, alles sieht nach einer hämatologischen Systemerkrankung aus.
Freitag wird PE-iert, Freitag in einer Woche steht die Diagnose und kann die Therapie beginnen.

Das Ganze auf dem platten Land, und, ohne dass man dazu sämtliche Daten und Kommunikationen einer weltweit auswertbaren Rechnercloud (Elektronische Gesundheiz Karte) hätte anvertrauen müssen.

Was die leicht zipfelsinnige BMG-Staatse von Diebenge und aus dem Wiesental jetzt ja endlich herbeizwingen will mit der wohl selbst nicht wirklich verstandenen Begründung:
„das analoge Zeitalter“ sei zuende.

PR
Von Fremdinteressen freie an Patienteninteresse orientierte eigene Meinung.
99 2988 015 Die lebenslange Nummer zur Sicherheit

Jessy-81
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied
Beiträge: 728
Registriert: 05.12.08, 20:34

Re: Kleine Netze

Beitrag von Jessy-81 » 08.05.15, 00:21

Hallo,

das im Bereich Onkologie/Hämatologie das"Netz" gut funktioniert, ist mir bekannt. Aber wenn jemand eine Erkrankung hat, die nicht in in den Bericht fällt, sieht es nicht so aus, da kann gerne mal Wochen,Monate auf ein Termin gewartet werden. Egal, wie erst es sein kann. Wenn es nicht ist gut, eben Pech gehabt, wenn es gut geht, eben Glück gehabt.
Ein Bsp. aus den Bereich Onkologie/Hämatologie, kann nicht schlussfolgert werden, das allgemein das "Netz" Funktioniert. So sieht es leider nicht aus.

Gruß
Jessy

PR
Topicstarter
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied
Beiträge: 6832
Registriert: 27.03.05, 23:51
Wohnort: Lörrach
Kontaktdaten:

Hier

Beitrag von PR » 08.05.15, 00:34

sieht es nicht nur so aus, sondern hier ist das so. Es handelt sich bei meinem Beitrag um einen höchstaktuellen Tatsachenbericht.

Man muss die Netze bloß klein genug halten.

Kapieren Sie sowas ?

PR
Von Fremdinteressen freie an Patienteninteresse orientierte eigene Meinung.
99 2988 015 Die lebenslange Nummer zur Sicherheit

Jessy-81
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied
Beiträge: 728
Registriert: 05.12.08, 20:34

Re: Kleine Netze

Beitrag von Jessy-81 » 08.05.15, 01:49

Ich glaube vollkommen das es so. Das habe ich überhaupt nicht bezweifelt. Ich selber bin ja beim Onkologie in Behandlung und komischerweise läuft seit dem, meine Medizinische Versorgung super. Da habe ich eben mal kennengelernt wie es Ideal laufen kann.
Bevor ein Onkologe mit im Boot war, lief gar nichts, da konnte sich eben die Erkrankung weiter verschlechtern, in der zeit wo ich eben auf ein Termin warten konnte. Da wurde mir eben eine Überweisung in die Hand gegeben und kümmern sie sich drum schnell da ein Termin zu bekommen, damit war Pflicht erfüllt.
Ja, leider wo ich zwischen zwei Fachbereich immer mal hin und her geschickt (Dermatologie- Rheumatologie) . Patient weg, Problem gelöst.

Genau diesen Irrsinn hatte ein Onkologe mitbekommen. Eigentlich nur dagewesen wegen unbedeutende Gerinnungsstörung(war eigentlich auch nur eine Ausrede von der Rheumatologie um die Zuständigkeit weiter zu schieben).
Daraus ist entstanden das Not gedungen bei mir ein Onkologe, eine Rheumatische Erkrankung+ Folgen(die leider so entstanden sind, weil es so lange unbehandelt bliebt) bei mir behandelt, weil der nicht mehr dieses Verantwortliche Verhalte was sonst stattfand verantworten konnte..
Diese eigentlich "zufall" hat mir das leben gerettet.
Halten Sie es wirklich für Zufall, das ausgerechnet ein Onkologie es ist, wo auf einmal die Versorgung gut ist? Der konnte doch selber nicht fassen, wieso bei mir vorher dieses hin und her schieben lief und keine zusammenarbeit, dazu musste ich noch nicht mal was sagen, das hat er selber aus den Unterlagen raus gelesen, wo eben auch auffielt das mal 6 Monate dazwischen waren, ja leider musste ich solange auf ein Termin Warten. Das macht wirklich Spaß, dieses Spiel ein paar mal mitzumachen. Und die Erkrankung sich immer mehr verschlechter.
Von ein Netz, habe ich da nichts mitbekommen, keine Kommunikation der beiden Fachbereiche usw.
Diese Probleme kannte der Onkologie vor mir auch nicht. Hat aber eben sonst mit Patienten zu tun, wo die Versorgung gut Organisiert ist.

So ist es eben jetzt das ein Onkologe eine Patientin hat, die eigentlich gar nicht in seine Zuständigkeit gehört, die aber eben sonst keiner haben will. Leider zu aufwendig, Patienten mit selten Erkrankung die häufig kommen muss, häufig Probleme, stehen auf der Beliebtheitsskala ganz unten. Lohnen sich eben nicht.
Ich habe davor ein "Netz" mit einen Großen loch erlebt, wo ich knall hart durchgefallen bin, bis ich in ein Netz von ein Onkologe erlebt hatte, wo ich aufgefangen wurde. Nur leider eben sehr spät. Wenn es früher schon so gelaufen wäre, wäre mir viel leid erspart geblieben, keine bleibende Schäden, weniger Aufwendig und für die KK weniger kosten. Gewonnen hat so keiner, in dem System in dem einige durchfallen.
Ach zum Thema Unterlagen weiterleiten,außer beim Onkologe kann ich mich sonst nicht dran erinnern das die Benötigen Befunde usw, mal Gefaxt wurden. Da konnte ich schon immer selber zusehen, die wichtigen Befunde mitzunehmen. Auch ganz schön, das mein HA leider so ein schlechten Drucker hat, wo auf den Zetteln alles kaum lesbar war. Da konnte ich mal schön selber zusehen, "lesbare" Befunde zu bekommen.

LilyG
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied
Beiträge: 290
Registriert: 25.09.12, 09:29

Re: Kleine Netze

Beitrag von LilyG » 08.05.15, 07:47

Ich kenne folgenden Fall:

Frau (P, 42J.) bemerkt eine Einziehung an der Brust und geht zum Gyn , könnte BK sein. Gyn: "In ihrem Alter haben Sie noch kein BK." P geht zu einer anderen Gyn. P bekommt Überweisung für Mammographie und macht selbst einen Termin aus. In der Wartezeit recherchiert P im Internet und findet einen Spezialisten ca. 400 km entfernt. P fährt dorthin. Gyn sinngemäß, falls sich BK bestätigen sollte, würde er sie nicht behandeln, da si zu weit weg wohnt. P bräuchte dann Unterstützung seitens der Familie und da wäre 400 km einfach zu weit weg. Er nennt noch einen Namen eines Spezialisten in der Nähe von P. P geht wieder zur Gyn und Überweisung für die Ambulanz in der Klinik des genannten Experten in 30 km Entfernung. Gyn untersucht P und diagnostiziert aggressiven BK, der noch nicht gestreut hat.

PR, Ihr Netz funktioniert sicher gut, es funktioniert im Kleinen. Nur, wenn ich Ihre positiven Berichte zu diesem Thema lese und dann berücksichtige was laut Fernsehsendungen für ein tolles System im Bereich Onkologie , dann komm ich mir vera... vor. So entsteht in der Öffentlichkeit der Eindruck, dass Krebs schnell erkannt wird und eine Maschinerie anläuft, ein gewisser Automatismus, der einen praktisch auffängt. Meine Meinung zu diesem System ist jedoch, wer überleben will, kümmere sich selbst.

Gleich kommt wieder das Totschlagargument mit dem Einzelfall.

LilyG

dora
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied
Beiträge: 3495
Registriert: 27.12.06, 00:51

Re: Hier

Beitrag von dora » 08.05.15, 11:22

PR hat geschrieben:sieht es nicht nur so aus, sondern hier ist das so. Es handelt sich bei meinem Beitrag um einen höchstaktuellen Tatsachenbericht.

Man muss die Netze bloß klein genug halten.

Kapieren Sie sowas ?

PR
da kann ich aus eigener Erfahrung nur zustimmen.
Hatte 2007 einen knoten in der Brust sebst festgestellt. Arztpraxis angerufen und gesagt dass ich einen Knoten habe. Termin am gleichen Tag beim Gyn. Nächster Tag Radiologe, Tumor bestätigt auf Röbi sichtbar,
keine Woche hat es gedauert, da war ich im Brustzentrum und der Tumor wurde per Stanze geholt und untersucht. Organisiert hat das alles mein Gyn, deshalb auch so schnell die Termine.

PR
Topicstarter
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied
Beiträge: 6832
Registriert: 27.03.05, 23:51
Wohnort: Lörrach
Kontaktdaten:

Ja eeeben: im Kleinen klappts !

Beitrag von PR » 08.05.15, 19:02

N u r im Kleinen ! Ist das denn nicht Hinweis genug, daß große Netze sowas aus tausendundeinem Grund eben n i c h t leisten können ?!?

PR
Von Fremdinteressen freie an Patienteninteresse orientierte eigene Meinung.
99 2988 015 Die lebenslange Nummer zur Sicherheit

Antworten