Nur noch MVZs

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Die Kabevau

Beitrag von PR » 09.04.15, 13:13

ist nicht meine Interessenvertretung, nicht dazu gedacht, nicht dafür gemacht.
Die Kabevau ist d a s parastaatliche Repressionsinstrument für Freiberufler.

Über "mein Gehalt" diskutier ich hier nicht mehr, es ist sinnlos. Ihnen fällt ja nicht mal auf, dass da von "Honorarumsatz" die Rede ist...

Einfach weiter beobachten, was "auf dem Ärztemarkt" passiert. Vielleicht kommen Sie dann so in ein paar Jahren auf den Trichter, dass mit diesen Zahlen irgendwas nicht stimmen kann.

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PAM55
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So sollte es nicht rüberkommen

Beitrag von PAM55 » 09.04.15, 15:08

doch bei verschiedenen z.T. absurden Zahlen im Internet, erschien mir die KBV als wohl zuverlässigste Quelle, da sie sich ja immer als "die Ärzte und Psychotherapeuten" bezeichnet. Dass hier vom Honorarumsatz die Rede ist, ist mir durchaus aufgefallen. Den Umsatz kann man aber mit statistischen Methoden der einzelnen Fachrichtungen (auch von der KBV Seite) in Nettoeinkommen überführen. (Außerdem sind weiter unten die Praxisüberschüsse dargestellt.)
Vielleicht mag das jetzt falsch angekommen sein, aber natürlich will ich - als Patient - dass mein Arzt ordentlich verdient und auch weiter seine Praxis führen kann.

Nur kommt es mir als Nicht-Involvierter vor, dass die KBV doch gerade in der Diskussion ums VSG ihre Verantwortung als Ärztevertretung versucht zu erfüllen, wobei sie auch die Anfeindungen der GroKo auf sich nimmt. Vielleicht führt ihr Engagement ja letztlich doch zur Lockerung des Gesetzes. Oder was meinen Sie dazu, PR?

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ich meine dazu

Beitrag von PR » 09.04.15, 19:10

Funktionär bleibt Funktionär bleibt Funktionär. Ich hab vor bald zwanzig Jahren gehört: jeder dritte Arzt muss weg, ich seh die Entwicklung seither und erkenn: daran wird nach wie vor gesetzgeberisch rumgewerkelt.

Täuschen, tricksen, tarnen, die Gesetze mit dem Gegenteil des Intendierten benennen, das Land mit Diffamierungskampagnen überziehen, die selbständig niedergelassenen Ärzte = das einzige langfristig solidarische Element in dem ganzen Affenzirkus demotivieren was das Zeug hält. Hat übrigens mit Gerd Schröder angefangen.

Angestellte kann man viel besser "führen". Da wird doch jeder sofort eine Kwalitääzvereinbarung unterschreiben, und dann hat man ihn als Arbeitgeber vertragslang am Wickel. Ich krieg ja mit was meine Kinder aus der Großindustrie erzählen. Hab auch hautnah mitgekriegt wie das im Klinikkonzern gehandhabt wird, war da mal wohl versehentlich zu einer internen Fortbildung eingeladen. Da wird dann nach Kurzem bloß noch das gemacht, was in erster Linie den Konzern reicher macht, in zweiter Linie, was dem Patienten nicht als grobes Defizit sofort ins Auge sticht, und in dritter Linie Medizin.

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Die Einschläge rücken näher

Beitrag von PR » 05.05.15, 09:13

Abhilfe ist nicht in Sicht, betretene Gesichter allenthalben:

http://www.badische-zeitung.de/todtnau/ ... 16500.html
http://www.badische-zeitung.de/weil-am- ... 97419.html
http://www.badische-zeitung.de/todtnau/ ... 32918.html

Wer hat’s herbeiregiert ?

Wer exekutiert auch heut noch Koalitionsvertrag, stumpf, dumpf und blindwütig ?
Richtig: Minister Grobian und seine stets ahnungslose Staatse.

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Humungus
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Re: Die Einschläge rücken näher

Beitrag von Humungus » 05.05.15, 11:20

PR hat geschrieben:Wer exekutiert auch heut noch Koalitionsvertrag, stumpf, dumpf und blindwütig ?
Richtig: Minister Grobian und seine stets ahnungslose Staatse.
Wenn ich schon lese Strukturfonds, dann frage ich mich: sind die eigentlich so blöd oder stellen sie sich nur so? (Wobei man bei einem Großteil der Politiker, die keine Juristen sind, ein ewiges Studium ohne Abschluss feststellen kann. Null Erfahrung, außer im Labern).

- Niemand gehts aufs Land, bloß weil 60.000 Euro geboten werden. Sich eine Existenz aufzubauen, von der man weiß, dass sie bald vernichtet wird, wäre hirnrissig.
- Niemand lässt sich nieder, wenn die Perspektive so bleibt wie jetzt. So lange der Wind in Richtung Medizinindustrie geht, kann man nur sagen: bloß nicht niederlassen.
- Jeder sieht, dass sämtliche Regulationen nur oberflächlich sind und das wahre Problem nicht lösen. Darum ist und bleibt die Arbeit als selbständiger Arzt völlig unattraktiv, von wenigen Ausnahmen abgesehen.

Tut mir leid, Frauen und Herren Politiker: die Ärzte, und die, die mit dem Gedanken spielen sind einfach schlauer als Ihr.
Augenarzt? Flatrate. Für nur 18 Euro all you can (tr)eat, ein ganzes Quartal lang! DAS ist heutige Gesundheitspolitik.

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Die Einschläge rücken näher

Beitrag von PR » 16.05.15, 11:29

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Beitrag von PR » 17.05.15, 22:45

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Christianes Herz
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Re: Nur noch MVZs

Beitrag von Christianes Herz » 26.05.15, 15:24

http://www.freiepresse.de/NACHRICHTEN/S ... 204170.php

Geschenk: 1000,-- Euro pro Monat, während der Regelstudienzeit, vielleicht gibt es auch noch die Königstochter des Landes dazu oder den Prinzen, je nachdem. Die Not ist zu spät, aber erkannt.
Ist auch eine Art Einkaufen, aber die ärztliche Unabhängigkeit ist dabei wenigstens nicht „fachlich“ in Gefahr, meine ich.

:roll:
Frdl. Grüße
Christiane

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Re: Nur noch MVZs

Beitrag von Humungus » 26.05.15, 16:21

Das sind also 75.000 Euro. Leider steht da nicht, für wie lange sich die Ärzte zur Landarbeit verpflichten müssen. Aber gut, dass sie dann von "erfahrenen Hausärzten" ausgebildet werden, da werden sie gleich sehen wie es wirklich abgeht in unserem schönen Land.
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Re: Nur noch MVZs

Beitrag von Christianes Herz » 26.05.15, 23:14

Humungus hat geschrieben:Leider steht da nicht, für wie lange sich die Ärzte zur Landarbeit verpflichten müssen.
Für 6 Jahre
http://www.gesunde.sachsen.de/ausbildun ... dizin.html
haben sie sich zur Verfügung zu stellen. Eine lange Zeit, wenn man am Anfang seiner Berufsausübung steht.

Grüße
Christiane

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Re: Nur noch MVZs

Beitrag von Humungus » 27.05.15, 04:23

Haha, jetzt habe ich mir das mal selber durchgelesen. Das ist ziemlich witzig:
1. man muss ja gar nicht die volle Zeit "absitzen". Wer will, bezieht nur ein oder zwei Jahre "Stütze", und muss auch nur so lange in der Pampa dienen. Prima, wenn finanzielle Engpässe nur vorübergehend sind.
2. Man muss erst nach der Facharztausbildung aufs Land. Das heißt, solange man sich nicht für die Prüfung anmeldet, kann man die Sache umgehen. Und wer weiß, was aus dieser Regelung in 10 oder 15 Jahren geworden ist?
3. Immerhin gibt der Staat Sachsen zu, dass es einen Versorgungsmangel gibt. Warum er dann noch nicht der KV den Hintern heiß macht?
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LilyG
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Re: Nur noch MVZs

Beitrag von LilyG » 27.05.15, 07:45

Humungus hat geschrieben:1. man muss ja gar nicht die volle Zeit "absitzen". Wer will, bezieht nur ein oder zwei Jahre "Stütze", und muss auch nur so lange in der Pampa dienen. Prima, wenn finanzielle Engpässe nur vorübergehend sind.
Ich verstehe die "Kann-Regelung" nicht so. Ich nehme an die Stütze wird unter Vorbehalt bezahlt, Abschluss vorausgesetzt. Die Stütze muss vllt. nicht gezahlt werden, wenn Prüfungen nicht bestanden werden (in Anlehnung an die ehemaligen Delegierungsverträge der Betriebe der DDR). Einzelheiten der Verträge enthält der Link ja nicht.
Die Ausbildungsbeihilfe kann grundsätzlich für die Dauer der Regelstudienzeit, also maximal sechs Jahre und drei Monate, längstens bis zum Zeitpunkt der Exmatrikulation gezahlt werden.
Humungus hat geschrieben:2. Man muss erst nach der Facharztausbildung aufs Land.
Gut so, denn da kommt nicht viel Berufserfahrung zusammen:
Während der gesamten Dauer der Ausbildungsbeihilfe ist der Student pro Förderjahr 24 Tage in der Praxis.
Humungus hat geschrieben:Das heißt, solange man sich nicht für die Prüfung anmeldet, kann man die Sache umgehen. Und wer weiß, was aus dieser Regelung in 10 oder 15 Jahren geworden ist?
Ich gehe davon aus, dass die Stütze dann nicht mehr gezahlt wird.
Humungus hat geschrieben:3. Immerhin gibt der Staat Sachsen zu, dass es einen Versorgungsmangel gibt. Warum er dann noch nicht der KV den Hintern heiß macht?
Das ungeschriebene Gesetz des geringsten Widerstandes.

LilyG

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Re: Nur noch MVZs

Beitrag von Christianes Herz » 27.05.15, 10:43

LilyG hat geschrieben:Das ungeschriebene Gesetz des geringsten Widerstandes.
Und/oder weil nicht nur die Landespolitik ahnt, dass es in der EU noch weiter „kracht“ und sich notgedrungen dann noch etliche Ärzte, z. B. aus Rumänien pp. hier einfinden werden. Das Sprachproblem nimmt man dann in Angriff, wenn es zu massiven Beschwerden seitens der Versicherten/Patienten kommt.
Apropos Beschwerden. Den Versicherten/Patienten bleibt die Möglichkeit, sich bei den jeweiligen örtlichen Politikern zu beschweren. Oder auch direkt bei den jeweiligen KVen? Es heißt immer, der Patient hält nur die Hand auf, hat ein viel zu hohes Anspruchdenken, aber es scheint nicht zu ihm durchgedrungen zu sein, dass er Anspruch auf eine wohnortnahe Versorgung hat, dass sich die „Politik“ nicht länger achselzuckend vor ihn hinstellen und die Mär einer unwilligen Ärzteschaft verbreiten kann.
Macht es nicht einmal Sinn, die Versicherten und Patienten dahingehend aufzustacheln? Dass sie sich wegen der mangelnden Versorgung durch fehlende Ärzte ganz massiv beschweren? Bei den Lokalpolitikern und/oder bei ihren Kassen?

Frdl. Grüße
Christiane

Timmie2
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Re: Nur noch MVZs

Beitrag von Timmie2 » 16.06.15, 21:17

PR hat geschrieben:Einfach weiter beobachten, was "auf dem Ärztemarkt" passiert.
Kassenpatienten erhalten zeitnah keine Arzttermine mehr, weil es (angeblich) zu wenig Ärzte gibt. Zeitgleich fahren Ärzte ihre Kassensprechstunden auf ein Minimum zurück und bieten frühere Termine gegen Bares in der Selbstzahlersprechstunde.
Täuschen, tricksen, tarnen...
Bei einer von FAKT vorgenommenen Stichprobe boten 15 von 50 angefragten Arztpraxen Expresstermine gegen Bezahlung an. In einem Fall wurde beispielsweise verlangt, 100 Euro im Voraus zu bezahlen.
Kritik an Selbstzahler-Sprechstunden von Ärzten

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Wenn kranke Kasse nicht mehr Arbeitszeit kauft

Beitrag von PR » 16.06.15, 22:28

für ihre Mitgliederinnen und Mitglieder (täuschen, tricksen, tarnen),

wenn wer "mehr ärztliche Versorgung" zum Patientenrisiko deklariert (der Krautjunker vom Spitzen Bunzverbanz) und

KVen nichts Wichtigeres zu tun haben, als jede "unnötige Ausweitung vertragsärztlicher Tätigkeit" mit Gewalt zu unterbinden,

Patienten sich jedoch bisweilen gern die Fessel der Entmündigung abstreifen, die ihnen ihre Zwangskörperschaft Kasse fortwährend anlegt, und persönlich "mehr ärztliche Versorgung" wünschen,

tja, timmiezwoo, dann ist das doch bloß ganz einfach d i e logische Folge, findensenich ?

Es gibt übrigens nichts Ehrlicheres und Transparenteres als eine Selbstzahler-Sprechstunde:
Patient u n d Arzt wissen v o r h e r, was die an Geld kostet.

Wobei demgegenüber das arme Kassenmitglied sich bloß an die leeren Versprechen und Luftnummern der kranken Kasse klammern kann, und der Arzt im verrotteten Kassensystem sechs Monate und zwei Wochen nach getaner Arbeit einen über viele Jahre hinweg v o r l ä u f i g e n Honorarbescheid erhält...

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