Gesundheizwesen - frisch gestärkt

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Gesundheizwesen - frisch gestärkt

Beitrag von PR » 09.10.14, 23:33

Bald kanns vor Stärke gar nicht mehr laufen, das 'tsche Gesundheizwesen. Aber Spahn, Gröhl & Co wollens unbedingt schon wieder frisch stärken.

Und zwar da vor Allem die Gemeinden. Neben dem Behausen und Versorgen der Armuts- und Kriegsflüchtlinge der Welt hat man ihnen längst die Lasten aberwitziger Schulexperimente an die Backe geklebt,

und will ihnen jetzt unbedingt "das Recht" übereignen, "medizinische Versorgungszentren" zu bauen, materiell und personell auszustatten und zu unterhalten, in beliebig zu wählender Rechtsform.
Zur Pleite vorherbestimmte städtische Firmen also.

Scheint im Kopulationsvertrag zu stehen. Find das heimtückisch. Muß mal mit unserem Schlagzeuger reden. Der ist im Gemeinderat und um klare Worte selten verlegen. Irgend einer muß doch den Lügenbaronen in Börlinn mal endlich die Leviten lesen.

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Christianes Herz
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Re: Gesundheizwesen - frisch gestärkt

Beitrag von Christianes Herz » 10.10.14, 23:21

PR hat geschrieben:Scheint im Kopulationsvertrag zu stehen.
Da steht drin, dass sie es können.
Ich verstehe nicht, woher dann die Gemeinden die benötigten Ärzte zaubern.
Hier in der Umgebung freuen sich die Lokalpolitiker aber auf die Möglichkeit: So wie sich früher die Siedlungen um die Kirche ...,

Grüße
Christiane

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Ich verstehe auch nicht,

Beitrag von PR » 11.10.14, 11:23

woher die Gemeinden das nötige Geld oder die Planungskapazität zaubern sollen...

Tatsache ist, daß in Städten von Investoren-Konsortien unter Einschluß kranker Kassen eingerichtete Gesundheitszentren ratzfatz wieder pleite gegangen sind. Für aufm platten Land wird sich sinnvoller Weise gleich gar kein Investor finden.

Tatsache ist, daß ärztliche Leistung in MVZs mit Angestellten um Größenordnungen unwirtschaftlicher erbracht wird, und die Effizienz der dort getanen Arbeit ändert sich umgekehrt proportional mit der Zahl der dort tätigen Ärzte. Ein sehr sehr anschauliches Beispiel findet sich 50 m südlich von meiner Tastatur. Die Kollegen dort und die Entwicklung ihrer Praxis überschaue ich seit über einem Vierteljahrhundert. Weiß, was die Patienten erzählen; weiß wie lange es geht bis ich von einem Kollegen "mal eben schnell" eine eilige Auskunft krieg; weiß, ob meine taggleichen Befundberichte gelesen werden oder nicht.

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Christianes Herz
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Re: Gesundheizwesen - frisch gestärkt

Beitrag von Christianes Herz » 11.10.14, 23:30

Ich glaub, ich seh das alles zu kleinkariert. Vorhin war ich auf einer kleinen, fast privat anmutenden Demo gegen TTIP hier ums Eck, sitz jetzt hier und kann kaum tippen, weil meine Finger weh tun vom verkrampften Festhalten meines No-Plakates und les:
„Deutschland und China vereinbaren Aktionsplan zur gesundheitspolitischen Zusammenarbeit „
http://www.bmg.bund.de/ministerium/pres ... rbeit.html
oder ich lese von unserem Bundesgesundheitsminister bzgl. Ebola: „Unser Gesundheitssystem ist sehr gut aufgestellt, deshalb muss sich niemand in Deutschland Sorgen machen.“ Da müssen die in Großbritannien wohl zuviel Geld, Zeit oder Langeweile haben, wenn sie den Ernstfall nachstellen, um Schwachstellen zu finden.
Ich habe den Eindruck hier durch Gespräche (natürlich mit der Opposition :wink: ) gewonnen, wenn die Gemeinden sich selber um ein MVZ kümmern dürfen, haben sie wieder die Gelegenheit, Geld in die Finger zu bekommen, ihre kleinen persönlichen Seilschaften zu befriedigen unter dem Mäntelchen, für die gesundheitliche Versorgung etwas zu tun. Natürlich reicht das Geld dann hinten und vorne nicht, aber man hat es versucht.

Grüße
Christiane

Humungus
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Re: Gesundheizwesen - frisch gestärkt

Beitrag von Humungus » 12.10.14, 08:14

Es geht nicht um Geld oder Seilschaften. Es geht darum, dass die Versorgungsstruktur auf dem Land wegbricht. Und die Städte (oder Käffer) müssen dem tatenlos zusehen, weil die Hoheit bei der Sitzvergabe bei der KV liegt.

Wie ging das denn bisher? (wer den Exkurs überschlagen will mag das tun, es ist Grundlagenwissen)
Wenn ein Arzt nicht mehr wollte/konnte, suchte er einen Nachfolger, wenn diese sich nicht eh die Füße bei ihm platt standen. Er verhandelte mit dem Nachfolger und wurde sich einig. Der Arzt stellte einen Antrag auf Ausschreibung eines Praxissitzes, und die KV tat das. Dabei wurde verhindert, dass ein anderer Arzt den Sitz "klauen" konnte. Gerichtlich wurde nämlich festgelegt, dass der Verkauf der Praxis dem Arzt zusteht, weil dieser bei seiner Lebensplanung mit dem Geld rechnete.

Der Zulassungsausschuss hatte somit keine Wahl - er musste den Nachfolger einsetzen.

Kam es ausnahmsweise mal vor, dass ein Sitz freiwurde und der Arzt keinen Nachfolger präsentierte, nahm die KV den Sitz und vernichtete ihn bei Überversorgung (er wurde einfach nicht mehr ausgeschrieben), oder sie schrieb den Sitz aus - und er war innerhalb kürzester Zeit vergeben. Wie gesagt: Interessenten gab es wie Sand am Meer.

Nun ist es aber immer öfter so, dass ein Arzt zwar verkaufen will, aber niemanden findet. Will eben keiner mehr! Der Arzt verliert den Sitz dann ohne Kompensation. Viele Ärzte versuchen dann einen Deal - sie verkaufen den Sitz an eine Großpraxis (die im Ausgleich dafür verlangt, dass man jahrelang alles ihnen zur OP überweist), oder sie hoffen, dass sich ein MVZ gründet. Darin arbeiten sie noch ein wenig und verkaufen den Sitz an das MVZ. Und die haben dann das Nachwuchsproblem - denn die MVZs finden ja auch keine Ärzte mehr!

Da es Gegenden gibt, in denen selbst das kaum mehr geht, sollen jetzt die Sitze von den Gemeinden aufgekauft werden, damit die eigene MVZs gründen. Das war bis jetzt nicht erlaubt, weil MVZs in ärztlicher Hand sein mussten. Eine noch geschicktere Lösung ist, dass die KV die Sitze aufkauft (vom Geld der anderen Niedergelassenen natürlich!) und den Gemeinden zur Verfügung stellt. Die können dann Ärzte suchen und haben eine Investition vermieden. Die andere - die Neugründung des MVZ - bleibt ihnen aber.

(Exkurs Ende)

Und so wird es dazu kommen, dass die Gemeinden mit diesen Sitzen auch nichts anfangen können. Das Grundproblem - es gibt zu wenig niederlassungswillige Ärzte und die Leistung wird nicht ausreichend bezahlt - bleibt.

Wie immer, wenn unsere "Experten" etwas planen, sieht es nur an der Oberfläche vielversprechend aus. Darunter schimmern die Ahnungslosigkeit und die Ignoranz.
Zuletzt geändert von Humungus am 12.10.14, 09:41, insgesamt 1-mal geändert.
Augenarzt? Flatrate. Für nur 18 Euro all you can (tr)eat, ein ganzes Quartal lang! DAS ist heutige Gesundheitspolitik.

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... und es geht lääängst nicht mehr "nur" um die Käffer.

Beitrag von PR » 12.10.14, 09:17

Auch in "großen Kreisstädten" (mW > 30.000 EW) finden Ärzte keine Nachfolger. Mein Fachkollege weiter oben an der Hauptstraße ist Ende sechzig und sucht seit drei Jahren einen. Ein hausärztlicher Internist hat mit 67 ohne Nachfolger aufgehört. Einer meiner Schwäger hat kurz vor dem Siebzigsten an der Prachtstraße einer anderen großen Kreisstadt ohne Nachfolger aufgehört, den KV-"Sitz" an eine augen-operative Großfirma verkauft (die einst ein ehemaliger KV-Oberer in meinem Heimatstädtchen gegründet hatte), sich von der Großfirma anstellen lassen, und betreut jetzt zwei Handvoll Uraltpatienten, bloß damit der Großfirma die Kassenzulassung erhalten bleibt.

Das ganze ist unter und dank Ulla Schmidt und Konsorten zum Drecksgeschäft verkommen.
("Es muss endlich Schluß sein mit dem Mythos der Freiberuflichkeit...")

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Re: Gesundheizwesen - frisch gestärkt

Beitrag von Christianes Herz » 14.10.14, 13:01

Humungus hat geschrieben:Wie immer, wenn unsere "Experten" etwas planen, sieht es nur an der Oberfläche vielversprechend aus. Darunter schimmern die Ahnungslosigkeit und die Ignoranz.
Jetzt aber (in diesem Entwurf zum Versorgungsstärkungsgesetz) sieht es noch nicht einmal an der Oberfläche vielversprechend aus. Also für mich als Laien wohl eher, aber nicht für die betr. Berufsgruppen, die verstehen, dass Abbau von Überversorgung nicht gleichbedeutend mit Abbau von Unterversorgung ist.
Wen will die Mannschaft um Herrn Gröhe denn bedienen? Bleibt da tatsächlich nur das Renditedenken (die Weiterführung der Ideen der „lukrativen Krankheiten“) übrig?
Kapieren das Patientenvertreter wie Herr Laumann nicht? Hat der sich überhaupt schon dazu hören lassen?

ich kann mir nicht vorstellen, dass der Entwurf so durchgeht. Das wär nicht ahnungslos oder ignorant, sondern Vorsatz.
Und, das macht es zwar nicht besser, aber wir sollten nicht vergessen, das sind Planungen von Uralt-Wessis. Leute, die an anderer Stelle schon mal gerne Begriffe wie Stasimethoden, Planwirtschaft etc. im Munde führen.

Grüße
Christiane

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Aber das i s t Vorsatz seit der Jahrtausendwende.

Beitrag von PR » 14.10.14, 21:31

Wieso glaubt mir das keiner ? Weil es so unwahrscheinlich klingt ?
Weiß nicht zum wievielten Mal ich hier von der gesundheitspolitischen Konferenz der FES in der (neuen !) SPD-"Baracke" erzähl. Da haben die Kassenvertreter miteinander ausgemacht: jeder dritte Arzt muß weg, denn wo viel Arzt, da findet viel Medizin statt. (Es war kurz, nachdem ein Herr Seehofer (schon damals nur beschränkt zurechnungsfähig) Niederlassungssperren durchgesetzt, diese aber sehr rechtzeitig angekündigt hatte, was die Flucht von tausenden Klinikoberfacharztsklaven in die Niederlassung zur Folge gehabt hatte). Der Franz Knieps war auch da und hat scharfsichtig wie immer referiert, wie sich da der Krankenstand verändert hat, wenn sich wo ein Arzt neu niedergelassen hat. Der ist Ossi oder hat zumindest noch kurz vor der Wende im Osten gearbeitet. Da hat Kassenvertreter Herbert Rebscher offen gesagt: wir werden ab sofort bestehende Gesetze äußerst elastisch handhaben, und künftige Gesetze werden enthalten, was wir Kassen wollen.
Alle haben sie mitgehört, die Bundesärztekammer, die KBV, einige Berufsverbände, die AWO, die ASG. Der Noch-Gesundheitssenator von Bremen war auch da, den kannte ich schon vom Tropenkurs 1979.
Als ich nach dem Wochenende noch ganz erschlagen das meinen Kollegen im Ärztehaus erzählt hab, haben sie mich ausgelacht: uns braucht man immer !

Hab mich später mal bei der FES nach Protokollen erkundigt aber keine gekriegt.

Was glauben Sie warum mir (offensichtlich ausschließlich mir) die Frage nach dem rechtlichen und fiskalischen Status der kranken Kassen so wichtig ist ? Weil ich die Überzeugung gewonnen hab, daß sie (als Körperschaft) mit erschlichener (Omnibusgesetze) staatlicher Gewalt massive wirtschaftliche Eigeninteressen (als Firma) verfolgen. Daß den AOKen mittlerweile wurscht sein kann, wer unter ihnen Gesundheizminister ist. Dem Volk auch, welche Marionette da die figür hinhält. Es werden eh die Gesetze der AOKen geschrieben, und von den Körperschaften unausweichlich auch deren Gesetze exekutiert. Ich bin sehr sicher, daß das System AOK vorhat, als die Deutschland monopolisierende Firma Kaiser permanente zu enden. Und werd und werd das blöde Gefühl nicht los, daß hinter alledem sowohl die Motive als auch die hirnwäscherischen Methoden der Szientologen stecken, aber das ist jetzt ja auch bloß wieder so eine blöde Verschwörungstheorie...

Klar, wen der Gröhe bedienen m u s s ?

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Barnie Geröllheimer
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Beitrag von Barnie Geröllheimer » 15.10.14, 10:23

PR hat geschrieben:Wieso glaubt mir das keiner ? Weil es so unwahrscheinlich klingt ?
Weiß nicht zum wievielten Mal ich hier von der gesundheitspolitischen Konferenz der FES in der (neuen !) SPD-"Baracke" erzähl. Da haben die Kassenvertreter miteinander ausgemacht: jeder dritte Arzt muß weg, denn wo viel Arzt, da findet viel Medizin statt.
Is' doch logisch! Wer 6-stellige Investitionen refinanzieren muss....!
Ich weiß ja nicht, wie das bei "den" Ärzten ist, bevor die Kassen großzügigerweise einen Leistungserbringer als Vertragspartner annehmen, aber in meiner Branche wird nicht wenig an (Mindest-)Ausstattungen zur Bedingung gemacht, bevor man überhaupt für die gesetzl. Kasse, die einem möglichst nichts mehr bezahlen möchte, arbeiten darf.
PR hat geschrieben: Was glauben Sie warum mir (offensichtlich ausschließlich mir) die Frage nach dem rechtlichen und fiskalischen Status der kranken Kassen so wichtig ist ? Weil ich die Überzeugung gewonnen hab, daß sie (als Körperschaft) mit erschlichener (Omnibusgesetze) staatlicher Gewalt massive wirtschaftliche Eigeninteressen (als Firma) verfolgen. Daß den AOKen mittlerweile wurscht sein kann, wer unter ihnen Gesundheizminister ist. Dem Volk auch, welche Marionette da die figür hinhält. Es werden eh die Gesetze der AOKen geschrieben, und von den Körperschaften unausweichlich auch deren Gesetze exekutiert. Ich bin sehr sicher, daß das System AOK vorhat, als die Deutschland monopolisierende Firma Kaiser permanente zu enden.
Was nützt Ihnen die Kenntnis des rechtlichen und fiskalischen Status' , wenn Ihnen jede Handhabe gegen die Omnipotenz der Kassen fehlt und auch auf Rechtshilfeersuchen nicht zuteil wird? Ich schrub es bereits.., sogar das SGB V wird passend gemacht, wenn es nicht zur Finanzlage passt. Gerichte argumentieren und entscheiden innerhalb eines Ermessensspielraumes entsprechend der Haushaltslage..., da ist die Rechtsform von Krankenkassen mit Verlaub sche!ßegal.
Andererseits führt die Macht der Kassen zum sparsamen Umgang mit dem Geld der Versicherten (z.B. zu bezahlbaren Medikamenten)
Trotzdem: Die Allmacht der Kassen prangern Sie ja m.E. zurecht an, aber das ändern Sie doch nicht allein durch eine rechtliche und fiskalische Einordnung der Kassen, sondern nur durch paritätische Besetzung und effektiver Mitbestimmung aller an Gesetzesentwürfen beteiligten Instanzen, hier also vor allem dem g-BA.
Dort sitzen m.E. die wahren Verbrecher.

NS: Neulich im TV: ein Rentenbezieher hat aufgrund eines Rechenfehlers 30 Jahre lang zu viel Rente erhalten. Er soll nun alle in 30 Jahren zuviel erhaltenen Beträge zurückzahlen.
Hätte er zuwenig erhalten, bekäme er nur für 4 Jahre nachbezahlt.
Das ist deutsches Sozialrecht.

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Gesetzentwürfe, der GBA ?

Beitrag von PR » 15.10.14, 12:37

Glaub ich nicht. Die Gesetzentwürfe kommen aus dem BMG einschließlich der dort tätigen Lobbyisten.

Der GBA ist tatsächlich viel näher an der Medizin dran und dafür da, Unpopuläres untergesetzlich abzuhandeln, um der Politik den Rücken frei zu halten.

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Re: Gesundheizwesen - frisch gestärkt

Beitrag von Barnie Geröllheimer » 15.10.14, 14:18

Der g-BA hat offiziell eine das BMG beratende Funktion. Die Gesetze formuliert freilich das Ministerium und mag auch durch Lobbyisten unterwandert sein, aber die "Anregungen", die Kassenvertreter mit Klinik- und Ärztevertretern auskungeln, kommen aus dem g-BA.
Ihr Ärzte fühlt Euch doch von Eurer Ständevertretung verraten und verkauft!
DORT hocken diejenigen, die Euch verkaufen!

Hier das Faltblatt(pdf)

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Ständevertretung ?

Beitrag von PR » 15.10.14, 16:10

Das wüßt ich.

Der GBA ist keine Ständevertretung. Mag sein daß der das BMG auch berät. Aber in erster Linie ist der GBA Exekutive, der ins Medizinische übersetzt, was in den Gesetzen steht. Ich krieg die newsletter des GBA und seh laufend, was dort entschieden wird.

Die KVen sind auch keine Ständevertretung, sondern Zwangskörperschaften. Die "Professionalisierung", die ihnen Schmulla Schmidt übergebraten hat, diente dazu, sie von ihrer Basis vollends zu entfremden.

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Re: Gesundheizwesen - frisch gestärkt

Beitrag von Barnie Geröllheimer » 15.10.14, 20:54

Missverständnis: Nicht der g-BA ist die Ständevertretung, sondern da hocken die Ständevertreter und überlegen, wie sie die Leistungserbringer und Versicherten am besten ver@rschen können.
Sie mögen die KBV nicht als Ständevertretung sehen und akzeptieren, aber diese verhandelt in Ihrem Namen und bestimmt Ihr Schicksal.

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Exakt. Es ist meine Zertretung.

Beitrag von PR » 15.10.14, 22:29

Per Gesetz von mir finanziert.

Um "akzeptieren" geht's hier doch garnicht.

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Nach Allem, was da so durchsickert,

Beitrag von PR » 16.10.14, 14:22

gibt das klipp und klar ein "Versorgungs"-Schwächungsgesetz
und ein Marsch ins niederländische Modell: Fachärzte nur noch in Kliniken.
Komplett schizo: die Infrastruktur ist dafür nicht vorhanden
Komplett schizo: die Termingarantie

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