Medizinischer Fortschritt und Gesundheitswesen - ein Witz

Moderator: DMF-Team

Unmut
Topicstarter
noch neu hier
Beiträge: 3
Registriert: 18.04.14, 09:32

Medizinischer Fortschritt und Gesundheitswesen - ein Witz

Beitrag von Unmut » 18.04.14, 10:06

Ein regnerischer Tag, ein über Jahre hinweg ärgerliches Leben, haben mich dazu gebracht mich hier anzumelden und mal generell über das unliebsame Gesundheitswesen sowie den mangelnden medizinischen Fortschritt zu schreiben.

Zunächst zum Gesundheitswesen:
Wartezeiten, vor allem bei Fachärzten bis zu 2 Monate sind normal. MRT-Termin ? 2 Monate. Man fragt sich schon, wie jemand, wenn er eine schwere Krankheit wie z.b. Krebs haben sollte, da noch rechtzeitig behandelt werden soll, wenn die Termine schon so ewig lange angesetzt werden.

Dazu gesellt sich ein Ärztemangel. Dank numerus-clausus ! Wozu ? Sind die Länder nicht bereit genug Geld in die Bildung und das Gesundheitssystem zu stecken ?

Und dann die Herangehensweise. Homöopathie und sonstiger Dreck, der nicht wirkt hier und Symptom- und keine Ursachenbekämpfung da. Schließlich verdient man am kranken Patienten, den man auf Drogen setzt, langfristig.

ja es gibt Vieles, was nicht stimmt. Das kann man auch in einer reißerischen Kurzfassung so bemängeln.

Doch der eigentliche Witz ist, dass man immer wieder vom ach so tollen medizinischen Fortschritt liest. Manche behaupten ja, man könne in 50 Jahren das Zeitalter ewiger Jugend einläuten. Lächerlich.

Was hat denn die Medizin an Fortschritten erreicht ?
Viren behandeln ? Geht nicht bzw. nur vorbeugend.
Bakterien behandeln ? Stand von ca 1930. Einfach Antibiotika geben und tschüss.

Diagnose ? Heute MRT und CT, Entdeckung Röntgen schon ca. 1900. Technische Weiterentwicklung, aber kein wirklicher Fortschritt.

Gentechnik ? Zusammenspiel der Gene unklar. Soweit Klarheit herrscht, wird die juristisch-ethische Keule herausgeholt und der PID dennoch der Saft abgedreht. Ein gesundes Volk zu "züchten", wäre ja schließlich unerwünscht. Endnutzen der Genetik bis auf wenige Erbkrankheiten de facto null.

Einige Krankheiten:
Allergien (alle)
Diabetes
Hauterkrankungen (nahezu alle)
Kurzsichtigkeit
Muskelerkrankungen (alle)
Niereninsuffizienz
Psychische Erkrankungen (nahezu alle)

Die Frage ist doch nicht, welche Krankheiten nicht heilbar sind, sondern welche heilbar sind. Denn Ärzte können nichts. Sie können nur über chirurgische Eingriffe und Antibiotika heilen. Antibiotika heilen wirklich, weil sie die Ursache vernichten. Chirurgische Eingriffe heilen wirklich, weil sie die Ursache verändern (Krebs rausoperieren, Fehlstellungen umoperieren etc.). Wobei Letztere die Genetik nicht verändern.

Alle Anderen werden als Dauerpatienten "eingestellt". Dem Diabetiker gibt man Insulin, dem Kurzsichtigen eine Brille, dem psychisch Kranken Psychopharmaka, dem Nierenpatienten eine Dialyse, dem an der Haut Erkrankten eine nicht wirklich helfende Salbe...

Ich habe so langsam von der Ärzteschaft und Forschung die Schnauze voll. Milliarden z.b. für HIV-Forschung. Ergebnis: keine Heilung.
Die Medizin ist ein riesengroßes (Arsch-)Loch, welches Geld verschlingt. Geholfen wird niemandem, es sei denn er hat gerade nur Weißheitszähne (dann OP) oder einen bakteriellen Infekt (dann Antibiotika). Das sind Zustände wie Anfang des letzten Jahrhunderts.

Für meinen Teil hat der Arzt einfach nur mir die Medikamente zu verschreiben, die ich gerade will und einfach abzunicken. Die Ärzte kriegen sowieso schon zu viel Geld für keine Leistung. Diagnosen kann man sich auch selbst erstellen. Ich habe das Gefühl Ärzte sind nur da, damit die größten Deppen mit niedrigstem IQ lediglich keine Überdosis nehmen.

kosa
DMF-Mitglied
Beiträge: 80
Registriert: 10.06.12, 19:27

Re: Medizinischer Fortschritt und Gesundheitswesen - ein Wit

Beitrag von kosa » 18.04.14, 13:22

Hallo,

Wenn Sie mit dem derzeitigen Stand der Forschung nicht zufrieden sind und wenn Sie der Ansicht sind, dass man innerhalb weniger Jahrzehnte Wege findet, um sämtliche Krankheiten zu heilen, weshalb sind Sie nicht in die Forschung gegangen und haben die medizinische Welt mit Ihren Ergebnissen revolutioniert?

Der aktuelle Stand des Gesundheitswesens ist das Ergebnis der Politik und nicht des ärztlichen Handelns.
Wenn Sie alles besser wissen, weshalb tun Sie dann nichts?

Nur weil Sie mit sich selbst nicht zufrieden ist und weil
Unmut hat geschrieben:Ein regnerischer Tag
Ihre depressive Stimmung steigert, steht Ihnen nicht das Recht zu die "Ärzteschaft" oder irgendeinen anderen zu beschimpfen und zu diffamieren.

Für
Unmut hat geschrieben: ein über Jahre hinweg ärgerliches Leben,
sind Sie zum größten Teil selbst verantwortlich.
Unmut hat geschrieben:Ich habe so langsam von der Ärzteschaft und Forschung die Schnauze voll.
Es zwingt Sie niemand einen Arzt aufzusuchen oder nach den, Ihrer Meinung nach, veralteten Methoden behandelt zu werden.

Gruß
kosa

schnuffeldi
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied
Beiträge: 1152
Registriert: 06.08.13, 13:05

Re: Medizinischer Fortschritt und Gesundheitswesen - ein Wit

Beitrag von schnuffeldi » 18.04.14, 15:55

Naja, ein Quentchen hat der Eingangsposter schon recht, nicht mit allem. Und keinen Arzt aufzusuchen ist auch schier unmöglich, man muss nur nach langer und schon langsam argwöhnischem Gefühl den richtigen finden, der als nächste Schwierigkeit, noch Patienten aufnimmt.

Der Eingangspost wäre evt. eher für das Thema weiter oben "Gesundheitspolitik". Es kommt auch drauf an, wo man sich befindet und sich auch im Bereich der Medizin weiterentwickelt hat und den Wiilen hat, mit neuen aber auch vielen alten Methoden (sind ja nicht pauschal alle schlecht, denn so manches hat sich ja bewährt) zur Gesundung zu verhelfen. Dass man den Patienten hier und da noch gern als "Dauerkunden" gebrauchen kann, stimmt nur noch zum Teil, denn die "Stammkundtschaft" ist ja längst geblieben, ob nötig oder nicht und die sichern schon einiges an Einkommen ab. Daher auch das Problem, noch irgendwo einen Termin zu kriegen. Der Kritik, dass man so manche Diagnostikmaßnahme sehr langfristig nur erhalten kann, stimme ich zu. Aber was soll man machen? Wenn es der Arzt bescheinigen könnte oder würde, dass es dringlich ist, werden sehr viele nachziehen, ganz gleich ob es dringend wäre oder nicht, wenn der Patient vielleicht ein bisschen was hinlegt. Ich habe oft angebracht, dass es keine Schlüsselregelung mehr geben soll, wie viele Ärzte jeweiliger Fachrichtung in einem Ort ansiedeln können. Der Markt soll es bestimmen, denn Gesundheitswesen ist nunmal ein Markt. Und wenn man den 100. Radiologen auslastet, kann auch der 101. sich ansiedeln. Ist der 102. Radiologe lange nicht ausgelastet, dann muss dieser sich eben entscheiden, was er macht. Entweder einen anderen Weg finden (welchen weiß ich nicht :mrgreen: ) oder eben dort hingehen, wo noch Bedarf ist. Und da wird doch sicher der eine oder andere befreundete Kollege einen Tip haben, wo noch was zu holen ist.

Einen Teil hat m. E. die Politik schuld, aber ich halte die Mediziner auch nicht für ganz unschuldig, denn es gehören immer mind. zwei dazu. Die Schraube wird sich durch beide "Parteien" so festgeschraubt haben, dass danach "ab" ist oder überdreht. Denn wie sagt der Handwerker? "Nach fest kommt ab".

Für das Wetter und die daraus resultierende Stimmung ist inviduell :lol: das über Jahre hinweg ärgerliche Leben ist sicher auch jedem selbst geschuldet und man hat nicht immer Glück, aber manchmal kommt auch noch etwas Pech dazu :wink: Ja, ich bin auch ein wenig gefrustet und mein Vertrauen nimmt auch immer mehr ab. Aber will man deshalb alles aufgeben und nur den Teufel an die Wand malen? Nö, da es auch noch schöne Momente gibt und sogar noch versehentlich einen Doc, der noch frei ist, eine normale Art gegenüber dem Patienten hat und jetzt festhalten...kompetent ist :lol: .

Es muss natürlich grundlegend einiges geändert werden, aber es wird sich vermutlich in eine negative Richtung tendieren, denn es geht längst nur ums Geld, nicht irgendeine Überzeugung oder gar "Samariterinstinkt", nein, es zählen nur noch die Scheine, ob überm Tisch oder gern auch unterm Tisch. Trotzdem müssen wir das beste draus machen, irgendwie. Am besten nicht mehr krank werden, das wäre natürlich das Beste. Oder jeder jungsche Mensch wird in der Schule gleich mit Medizin betraut, nicht nur ein Erste-Hilfe-Kurs (was ich sinnvoll für alle als Pflicht fände, nicht nur wenn man den FS machen will), sondern gleich das ganze Spektrum (das wird fett :shock: ) dann kann sich jeder sein Schlafzimmer entsprechend mit med. Apparaten einrichten, das Kinder-oder Jugendzimmer gleich mit und sich dann irgendwie versorgen :lol: Und wenn man das Ganze noch weiter spinnt, dann gibts Dekofolien für den ganzen Plunder, damit es etwas gemütlicher aussieht. 8) Nein, trotz aller Kritik, die hier und da berechtigt ist, nur negativ denken, wir kommen alle nicht lebend aus dem Leben :wink: oder so

Gute Besserung, wobei auch immer :D
"Es amüsiert mich immer, wenn Menschen all ihr Unglück dem Schicksal, dem Zufall oder dem Verhängnis zuschreiben, während sie ihre Erfolge oder ihr Glück mit ihrer eigenen Klugheit, ihrem Scharfsinn oder ihrer Einsicht begründen." (Coleridge)

Dr.med.Holger Fischer
DMF-Moderator
Beiträge: 12383
Registriert: 31.01.07, 15:01
Wohnort: 87727 Babenhausen ( Schwaben)

Re: Medizinischer Fortschritt und Gesundheitswesen - ein Wit

Beitrag von Dr.med.Holger Fischer » 18.04.14, 17:07

Guten Tag,

Zitat von Unmut:

"Für meinen Teil hat der Arzt einfach nur mir die Medikamente zu verschreiben, die ich gerade will und einfach abzunicken. Die Ärzte kriegen sowieso schon zu viel Geld für keine Leistung. Diagnosen kann man sich auch selbst erstellen. Ich habe das Gefühl Ärzte sind nur da, damit die größten Deppen mit niedrigstem IQ lediglich keine Überdosis nehmen".

Kann man dazu noch irgendeinen Kommentar abgeben? Bei dieser Einstellung gegenüber der Medizin und den Ärzten kann man Unmut nur wünschen, dass er immer gesund bleiben möge und ja nie in unsere Hände gerät.
Ich habe mir auch überlegt, ob das Thema besser im Gesundheitsforum untergebracht werden sollte, aber dann finden diese fürchterlich abstrusen Ansichten noch mehr Leser, als sie es wert sind.
Grüße Dr. Fischer
Unter Bezugnahme auf § 7 (3) der Berufsordnung für Ärzte ist mein Beitrag eine Stellungnahme,die auf den vorliegenden Angaben beruht .Sie ersetzt aber nicht die persönliche Beratung, Untersuchung und Behandlung durch Ihren Arzt.

dora
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied
Beiträge: 3496
Registriert: 27.12.06, 00:51

Re: Medizinischer Fortschritt und Gesundheitswesen - ein Wit

Beitrag von dora » 18.04.14, 17:48

ich frage mich gerade wo es das Kraut gibt das Unmut gerade graucht hat :shock:

schnuffeldi
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied
Beiträge: 1152
Registriert: 06.08.13, 13:05

Re: Medizinischer Fortschritt und Gesundheitswesen - ein Wit

Beitrag von schnuffeldi » 18.04.14, 18:09

Ich stelle mich mal auch mit meinem großen Eimerchen für das Kraut an :mrgreen: ich will ja nicht gierig wirken, wenn ich mit dem Tönnchen ankäme :oops:
"Für meinen Teil hat der Arzt einfach nur mir die Medikamente zu verschreiben, die ich gerade will und einfach abzunicken. Die Ärzte kriegen sowieso schon zu viel Geld für keine Leistung. Diagnosen kann man sich auch selbst erstellen. Ich habe das Gefühl Ärzte sind nur da, damit die größten Deppen mit niedrigstem IQ lediglich keine Überdosis nehmen".
Hm, die Medikamente, die man will? :shock: wow, nu habe ich bei jedem Doc vergessen, noch reinzuhauen, dass ich noch dies und jenes gern hätte :wink: Es gibt Ärzte, die für "keine Leistung" kassieren, ja, daher wäre es gut, wenn man meinem oben im passenden Thema gebrachten Vorschlag nachgehen würde, dass der Patient gegenzeichnen soll, ob die Leistung, die abgerechnet werden soll, auch erbracht wurde. Denn das Extrem, dass nur die Karte durchgezogen wurde und man nach Hause geschickt wurde, habe ich mal der KK angebracht. Man meinte, man würde dem nachgehen, wenn die Abrechnung kommt. Natürlich bin ich nicht am Laufenden gehalten worden auf weiteres Nachfragen neben der eigentlichen Frage, weshalb ich später noch mal dort anrief. Man müsste solche Touren nicht fahren, wenn das schriftlich niedergelegt wäre, dass die oder die Leistung auch erbracht wurde. Dann erst käme Gerechtigkeit auf. Ärzte, die wirklich machen und tun wären doch gut raus, während meine "Lieblingssorte" Ärzte gerade mal Klimmzüge am Brotkasten machen sollten, wie andere auch, die keine Leitung bringen. Also selbst bei Leuten mit dem niedrigsten IQ kann man nicht kontrollieren, wie sie mit ihrer Dröhnung umgehen, entweder sie nehmen sie wie verordnet ein oder wir hätten mal den Fall des "sozialverträglichen Ablebens", den sich so mancher ja hier und da sicher wünscht :wink:

Man kann dem Eingangsposter und anderen (auch mir :mrgreen: ) nur wünschen, endlich mal an einen Arzt zu geraten, der wirklich hilft und den Patienten nicht im Regen stehen lässt. Und dann gucke man sich in den Praxen um. Muss ich beispielsweise vor einer Waage Angst haben, bei der man noch mit den Gewichten spielt? Egal, Hauptsache, die wirklich nötigen Geräte sind auf einem einigermaßen Stand. Viel Glück 8)
"Es amüsiert mich immer, wenn Menschen all ihr Unglück dem Schicksal, dem Zufall oder dem Verhängnis zuschreiben, während sie ihre Erfolge oder ihr Glück mit ihrer eigenen Klugheit, ihrem Scharfsinn oder ihrer Einsicht begründen." (Coleridge)

Anästhesieschwester
DMF-Moderator
Beiträge: 2302
Registriert: 20.05.07, 08:00

Re: Medizinischer Fortschritt und Gesundheitswesen - ein Wit

Beitrag von Anästhesieschwester » 18.04.14, 23:28

Vielleicht sollte der TE das deutsche Gesundheitssystem auch mal mit den Systemen anderer (auch europäischer) Länder vergleichen, um festzustellen, dass es nicht gerade das schlechteste ist:
- in Deutschland gibt es per se keinen Ärztemangel, nur eine ungünstige Verteilung (ländliche Gebiete vs. Ballungsräume)
- weitgehend freier Zugang zum Facharzt (z.B. in Orthopädie, Chirurgie, Innere, Gynäkologie,...) ohne vorher jedes Mal erst den allgemeinmedizinischen Hausarzt aufsuchen zu müssen
- gesicherte Versorgung im Bedarfsfall, unabhängig von Einkommen, Versicherungsbeiträgen, usw.
- freie Arztwahl
um nur mal ein paar Punkte zu nennen.

Ich unterstelle dem TE jetzt einfach mal aufgrund seiner Aussagen, dass er im dt. Gesundheitssystem noch nie hinter die Kulissen geblickt hat. Dann wüsste er, was med. Fachpersonal (egal welcher Qualifikation und egal ob in Klinik oder Forschung) jeden Tag leistet.
Außerdem bin ich auf seine konkreten Verbesserungsvorschläge gespannt.

Gruß
Die Anästhesieschwester

Christianes Herz
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied
Beiträge: 2275
Registriert: 31.12.12, 15:22

Re: Medizinischer Fortschritt und Gesundheitswesen - ein Wit

Beitrag von Christianes Herz » 19.04.14, 00:34

Dr.med.Holger Fischer hat geschrieben:Ich habe mir auch überlegt, ob das Thema besser im Gesundheitsforum untergebracht werden sollte, aber dann finden diese fürchterlich abstrusen Ansichten noch mehr Leser, als sie es wert sind.
Jetzt komm ich auch noch und überlege, wie diese Äußerung gemeint ist betr. lesen und schreiben im Gesundheitsforum. Pfingsten und der Geist kommen erst noch, Hoffnung? :wink:
Frohe Ostern.
Christiane

Muppet
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied
Beiträge: 4367
Registriert: 10.01.07, 16:48

Re: Medizinischer Fortschritt und Gesundheitswesen - ein Wit

Beitrag von Muppet » 19.04.14, 07:36

Glaube Unmut will nur aufhetzen und sich nie wieder melden....

schnuffeldi
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied
Beiträge: 1152
Registriert: 06.08.13, 13:05

Re: Medizinischer Fortschritt und Gesundheitswesen - ein Wit

Beitrag von schnuffeldi » 19.04.14, 11:52

Anästhesieschwester hat geschrieben:Vielleicht sollte der TE das deutsche Gesundheitssystem auch mal mit den Systemen anderer (auch europäischer) Länder vergleichen, um festzustellen, dass es nicht gerade das schlechteste ist:
- in Deutschland gibt es per se keinen Ärztemangel, nur eine ungünstige Verteilung (ländliche Gebiete vs. Ballungsräume)
- weitgehend freier Zugang zum Facharzt (z.B. in Orthopädie, Chirurgie, Innere, Gynäkologie,...) ohne vorher jedes Mal erst den allgemeinmedizinischen Hausarzt aufsuchen zu müssen
- gesicherte Versorgung im Bedarfsfall, unabhängig von Einkommen, Versicherungsbeiträgen, usw.
- freie Arztwahl
um nur mal ein paar Punkte zu nennen.
dass dem nicht mehr so ganz ist, hatten wir schon oben im entsprechenden Thema, im ländlichen Raum siehts halt noch schlimmer aus. Wäre der Mangel nicht, hätte man nicht erst in 2-3 Monaten nen Termin, selbst wenn man ordentliche Schmerzen hat, sondern weit schneller. Es müssen also überall mehr her, um die Kollegen zu entlasten. Aber wie gesagt, hatten wir das schon "oben". Irgendwie gehört das Thema also ein Stück höher "angeklebt" :lol:

Vorschläge sind zwar noch nicht von seiner Seite her gekommen und auch noch kein Vergleich, aber man könnte vorschlagen was man will, irgendeiner , der den Hebel in der Hand hat, will das eben nicht und vieile Ärzte sicher auch nicht.
Ich unterstelle dem TE jetzt einfach mal aufgrund seiner Aussagen, dass er im dt. Gesundheitssystem noch nie hinter die Kulissen geblickt hat. Dann wüsste er, was med. Fachpersonal (egal welcher Qualifikation und egal ob in Klinik oder Forschung) jeden Tag leistet.
das ist eben sehr unterschiedlich, wie man als Patient dort und dort feststellt. Es gibt eben wirklich fleißige und engagierte, kompetente Ärzte, ein andrerer Teil ist sicher nicht mal als Pfleger/in geeignet. Es gibt , wie ich immer zu sagen pflege, in jedem Bereich die solchen und solchen :-)

Ob sich unser Eingangsposter je noch mal meldet, ist die andere Frage :lol: aber kleben wir die Beiträge mal passend oben dran, äh die Moderatoren bitte 8)
"Es amüsiert mich immer, wenn Menschen all ihr Unglück dem Schicksal, dem Zufall oder dem Verhängnis zuschreiben, während sie ihre Erfolge oder ihr Glück mit ihrer eigenen Klugheit, ihrem Scharfsinn oder ihrer Einsicht begründen." (Coleridge)

Unmut
Topicstarter
noch neu hier
Beiträge: 3
Registriert: 18.04.14, 09:32

Re: Medizinischer Fortschritt und Gesundheitswesen - ein Wit

Beitrag von Unmut » 19.04.14, 11:56

Wenn Sie mit dem derzeitigen Stand der Forschung nicht zufrieden sind und wenn Sie der Ansicht sind, dass man innerhalb weniger Jahrzehnte Wege findet, um sämtliche Krankheiten zu heilen, weshalb sind Sie nicht in die Forschung gegangen und haben die medizinische Welt mit Ihren Ergebnissen revolutioniert?
Habe ich nie behauptet. Mich stört es nur, dass immer so getan wird, als wäre die Medizin ach so weit in den letzten Jahrzehnten vorangeschritten. Vielleicht hatte ich keine 1,0 im Abi ?
Der aktuelle Stand des Gesundheitswesens ist das Ergebnis der Politik und nicht des ärztlichen Handelns.
Warum protestieren die Ärzte nicht ? Und warum verschreiben sie denn sinnlose Medikamente, die die entsprechenden Lobbys nur voranbringen ?
Nur weil Sie mit sich selbst nicht zufrieden ist und weil ein regnerischer Tag ihre depressive Stimmung steigert, steht Ihnen nicht das Recht zu die "Ärzteschaft" oder irgendeinen anderen zu beschimpfen und zu diffamieren. Für ein über Jahre hinweg ärgerliches Leben sind Sie zum größten Teil selbst verantwortlich.
Oh doch. Da fühlt man sich nicht nur gleich besser, sondern schreibt in der Anonymität endlich mal das, was ohnehin jeder denkt. Seit wann ist ein Mensch für seine Stimmung verantwortlich ? Offensichtlich haben Sie noch viel von Genetik zu lernen.
Es zwingt Sie niemand einen Arzt aufzusuchen oder nach den, Ihrer Meinung nach, veralteten Methoden behandelt zu werden.
Ach ist das so ? Würde man sinnvollerweise den Ärzten mal richtige Arbeit geben und den Apotheker über ein rezeptpflichtiges Medikament entscheiden lassen, wäre der Apotheker nicht nur Händler, sondern hätte wenigstens auch nicht umsonst Pharmazie studiert und ich könnte mir den Weg sparen. So muss ich aber zum Arzt, wenn ich was brauche.
Wenn es der Arzt bescheinigen könnte oder würde, dass es dringlich ist, werden sehr viele nachziehen, ganz gleich ob es dringend wäre oder nicht, wenn der Patient vielleicht ein bisschen was hinlegt.
Und deswegen darf Medizin auch nicht mehr in den Händen von Ärzten liegen, sondern muss unter vollständige staatliche und damit meine ich juristische Kontrolle. Und weg mit dem Datenschutz, man wird ja wohl noch wissen dürfen, ob andere Patienten ein dringenderes Problem haben. Überhaupt wie muss man den Satz verstehen ? Hört sich nach Bestechung an oder ist das eine Anspielung auf Privatpatienten ?
Bei dieser Einstellung gegenüber der Medizin und den Ärzten kann man Unmut nur wünschen, dass er immer gesund bleiben möge und ja nie in unsere Hände gerät.
Schön. Also ich habe eine Autoimmunkrankheit, eine Hautkrankheit seit 10 Jahren, die komischerweise nach der Pubertät ja eigentlich verschwinden sollte und Probleme mit den Augen. Noch näher gehe ich da nicht drauf ein. Ich kann nur sagen, dass die meisten Ärzte sich total lächerlich machen. Gehe ich zu 3 Ärzten höre ich 3 Aussagen. Der Einzige, der richtig diagnostiziert bin nach wie vor ich. Sie sollen das einfach abnicken und tschüss. Oder mal endlich mit etwas Sinnvollem ankommen. Die meisten Ärzte halten sich nicht mal auf dem Stand der Forschung. Wozu gehe ich da eigentlich hin ? "So schlimm ist das doch gar nicht..." Jaja. Sagen die Ärzte. Bis sie vielleicht mal selbst so was haben oder ihre Kinder.
in Deutschland gibt es per se keinen Ärztemangel, nur eine ungünstige Verteilung (ländliche Gebiete vs. Ballungsräume)
Ich wohne in einem "Ballungsraum" und muss bei so gut wie jedem Facharzt 2 Monate warten. Dann nochmal im Wartezimmer 1-7 Stunden. Wenn ich drankomme wird alles heruntergespielt (wohlwissend, dass sie - die Ärzte - sowieso nichts können) und man wird wieder nach Hause geschickt. Das machen die Ärzte natürlich nur einmal, wenn ich nicht wenigstens ein Rezept bekomme.
Außerdem bin ich auf seine konkreten Verbesserungsvorschläge gespannt.
Ich fang mal an :
- Anspruch auf fachärztliche Behandlung innerhalb von einer Woche
- Anspruch auf eine "Wahloperation" innerhalb von 1 Monat
- Anspruch auf volle gerichtliche Überprüfung, ob eine Operation als "dringlich" einzustufen ist. Inklusive Auskunft über den Krankheitszustand anderer Patienten, die frühere Termine bekommen haben. Vollständige Überlagerung des Datenschutzes, soweit hierfür notwendig.
- Numerus clausus in Medizin wird auf 2,5-3,0 angehoben.
- Keine Überstunden der Ärzte und Krankenschwestern mehr im Krankenhaus. Es muss so viel medizinisches Personal gestellt werden, dass eine Dauerversorgung rund um die Uhr gewährleistet wird, ohne dass es Überstunden bedarf, welche in ärztlichen Fehlern enden.
- Fördermittel für humangenetische Forschung in Höhe von 5 % des Jahreshaushaltes.
- Weitgehende Streichung von durch Ethikkommissionen veranlassten Gesetzen wie dem Embryonenschutzgesetz.
- Rauswurf aller Theologen aus dem deutschen Ethikrat.
- Vollständiges Verbot von Homöopathie, Schüssler Salzen und sonstigen Abzockprodukten.

Dr.med.Holger Fischer
DMF-Moderator
Beiträge: 12383
Registriert: 31.01.07, 15:01
Wohnort: 87727 Babenhausen ( Schwaben)

Re: Medizinischer Fortschritt und Gesundheitswesen - ein Wit

Beitrag von Dr.med.Holger Fischer » 19.04.14, 13:25

Guten Tag Herr Unmut,

eine höfliche Anrede in unserem Forum-wenigstens ein Hallo oder etwas ähnlich saloppes-wäre durchaus angebracht.
Damit doch mehr User/innen in den Genuß Ihrer zum größten Teil absolut irrigen Vorstellungen und Behauptungen kommen, werde ich Ihren in Inhalt und Ton höchst bemerkenswerten Beitrag in das Forum für Gesundheitspolitik verschieben.
Grüße Dr. Fischer
Unter Bezugnahme auf § 7 (3) der Berufsordnung für Ärzte ist mein Beitrag eine Stellungnahme,die auf den vorliegenden Angaben beruht .Sie ersetzt aber nicht die persönliche Beratung, Untersuchung und Behandlung durch Ihren Arzt.

Muppet
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied
Beiträge: 4367
Registriert: 10.01.07, 16:48

Re: Medizinischer Fortschritt und Gesundheitswesen - ein Wit

Beitrag von Muppet » 19.04.14, 13:26

Hallo
- Anspruch auf volle gerichtliche Überprüfung, ob eine Operation als "dringlich" einzustufen ist. Inklusive Auskunft über den Krankheitszustand anderer Patienten, die frühere Termine bekommen haben. Vollständige Überlagerung des Datenschutzes, soweit hierfür notwendig.
1. hast du irgendeine Idee wie überlastet die Gerichte sind? Gerichtliche Überprüfung, Richter hat Jura nicht Medizin studiert = mehrere Gutachten , Verhandlung. Bei Verletzungen gerade dauert es ca. 2 Jahre. Bis zum Erstanhörung. Kosten - mehrere Tausend Euro. Obwohl senkt ja Wartelisten, da Patient tot bis es entschieden ist, besonders wenn es sich um innere Blutungen oder bestimmte Hirnschäden handelt. Da muss man sofort handeln.

2. Du willst freiwillig anderen Auskunft über deinem Gesundheitszustand geben? Nur zu. Ich nicht.

3. Numerus Clausus senken:
Die Studienplätze sind voll. Auch 1er Studenten werden zurzeit abgelehnt.

4. Ethikkommissionen abschaffen: du liegst im Rentenalter im Krankenhaus. Bist nicht mehr wirtschaftlich produktiv? Euthanasie gefälligst? Hey, wir haben eine neuen Medikament- Wissen nicht, ob es hochgefährlich ist. Aber egal, gibt ja kein Ethikkommissionen - probieren wir auf Patienten aus.

5. Homöopathie abschaffen - das kaufen Leute freiwillig. Hat Plazebowirkung und finanziert zum Teil pharmakologische und medizinische Forschung.
Kann man dazu noch irgendeinen Kommentar abgeben? Bei dieser Einstellung gegenüber der Medizin und den Ärzten kann man Unmut nur wünschen, dass er immer gesund bleiben möge und ja nie in unsere Hände gerät.
Aber dafür in meine :-) Ist doch meinem Fachbereich!

Gruß
Muppet

dora
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied
Beiträge: 3496
Registriert: 27.12.06, 00:51

Re: Medizinischer Fortschritt und Gesundheitswesen - ein Wit

Beitrag von dora » 19.04.14, 15:09

hallo,

Stammtisch - Troll,

sorry aber auf dein Neveau kann und will ich nicht runter 8)

Unmut
Topicstarter
noch neu hier
Beiträge: 3
Registriert: 18.04.14, 09:32

Re: Medizinischer Fortschritt und Gesundheitswesen - ein Wit

Beitrag von Unmut » 19.04.14, 17:33

1. hast du irgendeine Idee wie überlastet die Gerichte sind? Gerichtliche Überprüfung, Richter hat Jura nicht Medizin studiert = mehrere Gutachten , Verhandlung. Bei Verletzungen gerade dauert es ca. 2 Jahre. Bis zum Erstanhörung. Kosten - mehrere Tausend Euro. Obwohl senkt ja Wartelisten, da Patient tot bis es entschieden ist, besonders wenn es sich um innere Blutungen oder bestimmte Hirnschäden handelt. Da muss man sofort handeln.

2. Du willst freiwillig anderen Auskunft über deinem Gesundheitszustand geben? Nur zu. Ich nicht.

3. Numerus Clausus senken:
Die Studienplätze sind voll. Auch 1er Studenten werden zurzeit abgelehnt.

4. Ethikkommissionen abschaffen: du liegst im Rentenalter im Krankenhaus. Bist nicht mehr wirtschaftlich produktiv? Euthanasie gefälligst? Hey, wir haben eine neuen Medikament- Wissen nicht, ob es hochgefährlich ist. Aber egal, gibt ja kein Ethikkommissionen - probieren wir auf Patienten aus.

5. Homöopathie abschaffen - das kaufen Leute freiwillig. Hat Plazebowirkung und finanziert zum Teil pharmakologische und medizinische Forschung.
1. Es gibt auch gerichtliche Eilverfahren. Ganz ohne langwierige Einholung von Gutachten. Nicht mein Problem. Der Staat hat gefälligst Geld für Justiz und Gesundheit locker zu machen. Kann ja ruhig Hartz 4 um 50 € kürzen, Bundeswehretat um 3 % und ach ja... wenn man 1980 nicht mit der massiven Staatsverschuldung angefangen hätte, wären jetzt keine 2 Billionen Schulden mit 10 % vom Gesamthaushalt vorhanden.

2. Eine anonymisierte Auskunft über den Gesundheitszustand anderer Patienten in Bezug auf die Dringlichkeit ohne Vor- und Zuname und im Falle eines gerichtlichen Verfahrens vollständige Information gegenüber dem Richter.

3. Nicht mein Problem. Warum gehen die überlasteten Mediziner nicht auf die Straße ? Wieso ist der NC bei 1,0 ? Weil die Ärzteschaft scheinbar nicht genug Einfluss hat, um die Bundesländer zu mehr Ausgaben zu nötigen. Studienplätze gibt es genug. Wozu bedarf es denn Anglistik, Germanistik, Afrikanistik, den ganzen Sprachenmüll und noch mehr sinnlose Studiengänge ? Wegstreichen und schon ist Platz. Dozenten werden sich genug finden lassen bei ordentlicher Bezahlung.

4. Du hast den liberalen Gedanken wohl nicht verstanden. Solange der Patient entscheiden kann ist das in Ordnung. Wenn der Patient nicht entscheiden kann, ist es falsch. Aufgezwungene Moral ist das.

5. Die Leute kaufen es freiwillig ja. Sie würden es nicht mehr kaufen, wenn sie wüssten, dass es nicht wirken kann. Ob und wie oft es da Placeboeffekte gibt, ist ohnehin fraglich. Alle Studien sind gefälscht.

Antworten