Reform 2014

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Christianes Herz
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Re: Reform 2014

Beitrag von Christianes Herz »

PR hat geschrieben:Na, dann gucken Sie doch mal nach älteren, und vergleichen
Habe ich getan. Danach sind die Unversicherten zahlenmäßig auf dem Rückzug. Ja.
PR hat geschrieben:`schland ist eben für Süd- und Südosteuropärer zum internationalen Sozialamt geworden...
Nicht nur, auch Amerikaner bedienen sich hier, ganz ungeniert und fliegen wieder heim, um sich die dortigen Freiheiten zu gönnen. Amerikaner, die ein paar Jahre hier sozialversicherungspflichtig tätig waren (ich kenne ein paar von ihnen persönlich, deshalb fällt mir das nur gerade ein).
Europas Idee war und ist es, dass die Stärkeren die Schwächeren stützen. Wenn sich Deutschland aufschwingt zu einem der stärksten Länder innerhalb Europas, muss es abgeben.
Dass sich das Abgeben fast ausschließlich durch Griff in die Sozialkassen auszeichnet, ist abzulehnen. Apokalyptisch? Nein, gewiss nicht. Nur für die, die persönlich betroffen sind. Die haben auch nur ein Leben.
Die Umtriebe der gesetzlichen Krankenkassen anzugehen, ist wichtig. Deshalb schreiben u. a. Sie hier, damit es viele lesen und sich bei den spärlichen Stellen, die es für die gesetzlich Versicherten gibt, lauthals beschweren. Denn wenn die gesetzlichen Krankenkassen sparen, um ihre Funktionäre weiterhin als bon-vivants zu halten und gleichzeitig dabei helfen, den Bundeshaushalt auszugleichen, muss es mehr Menschen geben, die es aussprechen und zur Veröffentlichung beitragen.
PR hat geschrieben:...und ohne nationalistischer Umtriebe verdächtig zu sein.
Das war über. Auf den Gedanken wäre ich bei Ihnen nicht gekommen.
schnuffeldi hat geschrieben:...aus reiner Nächstenliebe? glaube ich kaum...
Moment! Da muss ich jetzt einmal Muppet fragen, ob es nicht auch in Deinem Hirn eine Region gibt für „Dinge, die sich Schnuffel nicht vorstellen kann, die es aber dennoch gibt“ und ob man die Stelle finden und trainieren kann.

Christiane

schnuffeldi
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Re: Reform 2014

Beitrag von schnuffeldi »

Nachdem ich gerade mal wieder gesehen habe, was Ärzte bei mir abgerechnet haben, bin ich noch mehr dafür, dass ein Patient gegenzeichnen soll, ob die Leistung wirklich erbracht wurde. Und ich bin sehr dafür, dass Deutschkenntnisse hier im Lande Pflicht sind, um hier praktizieren zu dürfen. Betrifft sogar den selben Doc. Da wird erst ein Termin nicht notiert, dann wartet man stundenlang, weil man mich ja "gnädigerweise" doch noch drannehmen wollte. Ich betrete die Praxis und erläutere mein Problem und zeigte auch die CDs, dass ich bereits Aufnahmen habe, die recht aktuell sind, damit er nicht doppelt was anordnen muss. Dann sagte mir die Sprechstundenhilfe (eine Deutsche), dass er mich nicht behandeln muss, erst recht nicht, wenn ich eine zweite Meinung einholen wollte (bei ihm) und er es mir in Rechnung stellen könnte, erklärte man mir bei der Kasse , als ich da anrief und nachhakte , ob das seine Richtigkeit hatte. Ich wurde also nicht mal untersucht, musste gleich gehen und dafür kriegt der 20 euro und vor allem für eine "Behandlung gegen Kreuzschmerzen"?! :evil: aber die Karte durchziehen lassen, das konnte man aber schon, wenn man nicht mal wusste, dass ich da telefonisch einen Termin vereinbarte (Bedarfs-Legasthenie?) Ich hatte die Kasse schon drauf aufmerksam gemacht, dass sie der Sache mal nachgehen soll, wenn der was abrechnen will. Aber dazu kam es ja offensichtlich nicht. Ich rufe am Dienstag an und ich bin echt wenig amüsiert. Ich sehe da einen Kracher nach dem anderen, wo vieles nicht stimmt. Es ist ein einziger Sumpf und dann regt man sich aber als Doc ständig über die Politik auf? Puh, dann sollte so mancher Arzt aber erstmal bei der eigenen Ehrlichkeit anfangen. Leider kann ich nur bis 2012 zurückverfolgen. Ich möchte auch vielleicht :twisted: oder doch wissen, wie tief dieser Sumpf noch geht. Ein Allgemeinarzt will sich um mein Skelett gekümmert haben :lachen: und aus den Medikamenten nach Schmerztherapie Stufe II nach WHO (wenn ichs jetzt richtig habe) hat der was zurechtgesponnen, dass ich mal wieder sehr glücklich bin, dass mir die Augäpfelchen angewachsen sind. Gottseidank kann ich vieles nachweisen,was eben nicht ist und solchen Stuss abzurechnen ist in meinen Augen eiskalte Abzocke und Betrug. Wenn jemand also zu den Schmerzmitteln ein sehr gering dosiertes AD bekommt, schließt man bei der Medi-Kombination gleich sonstwas? Als Arzt müsste er eigentlich wissen, wofür in dieser Medi-Kombi das Zeug gut sein soll. Für die Psyche brauche ich den Kram nicht, sonst hätte man es sicher weit höher dosiert (habe aber von Dosierungen keine Ahnung, ab wann es stimmungsbeeinflussen wirken würde) Und dann muss man sich nicht wundern, wenn noch mehr geknausert wird und man sogar für evtl. hilfreiche Wirkstoffe neben den Zuzahlungen noch was drauflegen muss und es geht nicht um irgendeine Pillepalle.

Also dringenst Reform, aber bitte auch im berechtigten Interesse der Patienten. :evil: Mann, bin ich sauer! Und dann ständige Anklagen, man bekäme zu wenig? 20 euro klingen im ersten Moment nicht nach sehr viel aber in wie vielen Fällen ist der oder gar vielleicht noch viele andere Ärzte vorgegangen? Da kämen schon hübsche Sümmchen bei rum. Daher: immer nur gegen Unterschrift des Patienten, sonst werden weiterhin solche Fälle in so einem Maße vorkommen und man könnte so einiges eindämmen. Ehrliche und kompetente und vor allem Ärzte mit Sprachkenntnissen (! in diesem Land!) sollen auch angemessen bezahlt werden, aber solche , wie sie mir in einem Jahr begegnet sind bis auf zwei Ausnahmen, sollten sich die Butter noch aufs Brot kratzen müssen. <-Wutmodus-> gleich kommt eh die Abstreiterei, dass es soetwas nicht gäbe , klar. Aber ist es nicht auch im Sinne eines Arztes, dass die einen "Kollegen" zuviel für nichts bekommen und andere andersrum? Wer ehrlich ist, wird da sicher zustimmen, dass der Patient gegenzeichnen müsste.

Wieviele Beruhigungsdragees oder rosa Pillen muss ich nu reinhauen? :lol: nee, ich gehe verantwortungsbewusst mit solchen Mitteln um. Aber ich bin tatsächlich stinksauer, so schadet sich Ärzte gegenseitig, denn die ehrlichen werden leider dann bei jeder Regelung in Mitleidenschaft gezogen. Aber wer ehrlich ist, braucht die eine oder andere Regelung, die ich mir unter anderem erhoffe, ja nicht fürchten oder? Zumal sowas leider nie realisiert werden wird.
"Es amüsiert mich immer, wenn Menschen all ihr Unglück dem Schicksal, dem Zufall oder dem Verhängnis zuschreiben, während sie ihre Erfolge oder ihr Glück mit ihrer eigenen Klugheit, ihrem Scharfsinn oder ihrer Einsicht begründen." (Coleridge)

PR
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Hamse zufällich, schnuffelchen,

Beitrag von PR »

den einen oder andern hier her geschleppten Klops
mit einem Ihrer Arztgegner persönlich debattiert ?

Ja, und, was hat der denn dann gesagt ?

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klaus1
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Re: Reform 2014

Beitrag von klaus1 »

PR schrieb:
den einen oder andern hier her geschleppten Klops
mit einem Ihrer Arztgegner persönlich debattiert ?
Ja, und, was hat der denn dann gesagt ?
Da sind Sie aber heute wieder gut drauf, PR.

Wenn man nicht gerade Fachanwalt für Medizinrecht ist, hat man keinerlei Chance, mit Ärzten eine Diskussion auf Augenhöhe zu führen, noch dazu, wenn es um unterschiedliche Einschätzungen der Arbeitsqualität geht. Wenn man dabei lediglich belehrt wird, wer der Fachmann ist und wer nicht, ist man noch gut an. Dazu kommt noch das Abhängigkeitsverhältnis, in welchem der Patient immer die Nr. 2 ist.

Lassen wir also die Kirche im Dorf und gehen davon aus, dass Schnuffeldi einfach wieder einmal Pech gehabt hat. Das Gegenzeichnen von ärztlichen Leitungen ist auch so eine Sache, die Abrechnungsmodalitäten sind, wie von Ihnen mehrfach beschrieben, kompliziert und für den Nichtfachmann nicht nachvollziehbar.
Eine Zahnärztin hat sich einmal die Mühe gemacht, mir die Abrechnung einer simplen Krone zu erklären - das ist höhere Mathematik!

jule_jule
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Re: Reform 2014

Beitrag von jule_jule »

Hallo klaus1,
klaus1 hat geschrieben:... Eine Zahnärztin hat sich einmal die Mühe gemacht, mir die Abrechnung einer simplen Krone zu erklären - das ist höhere Mathematik!
Dieser Meinung sind Sie doch nicht ernsthaft - oder? Wo ist dies höhere Mathematik?????
Es gibt Gebührenverzeichnisse, nach denen abgerechnet wird. Das Problem des "Nichtdurchblickens" liegt nicht an der Mathematik, sondern an den Kostenverschleierungstaktiken Ihrer Zwangsversicherung GKV, die Ihnen nur minderwertige Leistungen zusteht. Ihre -gegen das Grundgesetz verstoßende - Zwangsversicherung möchte gar nicht, dass Sie einen Durchblick erlangen, sondern versucht, ihre Zwangsmitglieder zu verdummen. Die GKV versucht mit allen Mitteln zu verhindern, dass die Zwangsmitglieder Durchblick in der Leistungs- und Honorierungspolitik des GKV-"Unternehmens" erlangen. Leider fallen noch zu viele Mitglieder auf dieses perfide Spiel der Zwangsversicherung mit der Gesundheit ihrer Zwangsmitglieder herein.

Man kann nur hoffen, dass dieses System der Zwangsversicherung nicht mehr lange existent ist und endlich abgeschafft wird, so dass jeder die optimale medizinische Behandlung erhält.

Viele Grüße

Jule

PR
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heute wieder gut drauf

Beitrag von PR »

Würd ich auch so sehen. Bin schließlich ganz gut vorangekommen, das Saxophon-Register wird eben noch fertig, tipp eben die vierzehn Stimmen einer Bigband-Version von "Ice Cream" ab mit dem Ziel, brass nach reed zu transponieren (und beim Üben immer die ganze Band dabei zu haben).

Ist Ihnen auch aufgefallen, daß schnuffelchen, wenn, hier immer nur Fragen beantwortet, die gar nicht gestellt worden waren, aber das ganz extensiv ?

PR

PS: Die Kirch laß ich mit allergrößtem Vergnügen im Dorf. Hab heut eine Stunde Mittagspause damit verbracht, meiner geliebten Zwangskörperschaft gegenüber meinen Widerspruch zu begründen gegen deren etwa dreißigmalige Streichung einer "Pseudogebührenordnungsnummer" (sowas fängt immer mit 9... an). Pseudogebührenordnungsnummern sind dazu da, Ärzte vor Zwangsabzügen, wahlweise Strafzahlungen, zu bewahren. Zum Beispiel für überbordende Labordiagnostik zu Lasten schwerst kranker Kassen und zugunsten der Labormafia. Eine gültige Begründung ist zum Beispiel: Patient ist krebskrank.
Hatte ich doch in etwa dreißig Fällen übersehen, daß in solchen Fällen für die "Abrechnung" der Pseudogebührenordnungsnummer (= den Schutz vor Strafzahlungen) das ICD-Suffix "G" unabdingbar ist. Das jedoch bedeutet: der Krebs ist noch da !
Was bei den etwa dreißig Patienten gottseidank gar nicht mehr stimmt, denn sie befinden sich in der Nachsorgephase.
Dies nur, um Ihren Bemerkungen zu den "Abrechnungsmodalitäten" ein wenig von ihrer gedanklichen Schärfe zu nehmen.
Von Fremdinteressen freie an Patienteninteresse orientierte eigene Meinung.
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Christianes Herz
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Re: Reform 2014

Beitrag von Christianes Herz »

Für das Pflichtversicherungs- bzw. Zwangsversicherungssystem der GKV gab es ja nun einmal einen guten Grund. Darüber brauchen wir nicht zu reden, denke ich. Krankheit sollte kein existenzbedrohendes Risiko sein. Für niemanden. Dass es das doch ist bzw. wieder wird, ist die Krux. Wir gesetzlich Versicherte können eigentlich nicht mehr tun, als uns endlich einmal auf die Hinterfüße zu stellen und (möglichst noch bevor wir zum Dauerpatienten werden) wenigstens die Transparenz einfordern, die zugesichert ist. Damit die Gesetzlichen Krankenkassen merken, die Einzahler wollen sehen, wo die Beiträge hingehen.
Die Leistungen bzw. die Abrechnungen Kasse-Arzt sind für die gesetzlich Versicherten nunmehr online einsehbar. Die Einsicht gab es allerdings auf Anforderung schon früher. Wir müssen uns auch endlich darum kümmern.
Ab November d. J. sind die gesetzlichen Krankenkassen zur Veröffentlichung ihrer Einnahmen, Ausgaben (gesondert in Prävention, Gesundheitsförderung, Verwaltung) verpflichtet.
Die Kassen sind ja nur ein Teil unserer Sozialversicherungssysteme. Wir müssen wirklich gut beobachten, ob es nunmehr Usus wird, das Bundesverfassungsgericht anzurufen, weil grundrechtswidrige Zustände (aktuelles Beispiel VdK betr. deutschem Pflegesystem) gegeben sind. Das ist, glaube ich, neu. Wir gehen nicht gegen bestehende Gesetze vor, sondern gegen „gesetzgeberisches Unterlassen“.

Frdl. Grüße
Christiane

klaus1
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Re: Reform 2014

Beitrag von klaus1 »

@PR, der schrieb:
Dies nur, um Ihren Bemerkungen zu den "Abrechnungsmodalitäten" ein wenig von ihrer gedanklichen Schärfe zu nehmen.
Was die Unsinnigkeit (vieler) Abrechnungsvorgaben sowie der Bürokratie des Gesundheitssystems betrifft, stimme ich Ihnen völlig zu - nur unseree Schlußfolgerungen daraus differieren teilweise. Dies mag daran liegen, dass Sie die Problematik aus der Sicht des Mediziners und ich aus der Sicht des Patienten sehe.

@jule_jule:
Das mit der Abrechnung der Zahnbehandlung meine ich wirklich so, wie ich es geschrieben habe - ebenso wie alle meine weiteren Forenbeiträge.
Über die Gründe ließe sich jetzt ausführlich disputieren, lassen wir das also lieber.

Eine Anmerkung noch zu Ihrer Aussage
Man kann nur hoffen, dass dieses System der Zwangsversicherung nicht mehr lange existent ist und endlich abgeschafft wird, so dass jeder die optimale medizinische Behandlung erhält.
Da widerspreche ich Ihnen vehement.
Es gibt im Medizinforum bereits mehrere ausführliche Diskussionen, in denen über Vor- und Nachteile GKV / PKV geschrieben wird.
Ich bin ein Verfechter der GKV - und zwar für alle Einwohner! - weil nur diese Form der Sozialgemeinschaft auch den sozial schwachen Menschen die Möglichkeit schafft, von den Errungenschaften der modernen Medizin zu partizipieren.
Keine Frage, dass man zusätzlich zu diesem "Grundschutz", der in Deutschland schon extrem weit geht, nach eigenen Vorstellungen und Größe des Geldbeutels noch weitere Module dazukaufen kann.
Was Sie anstreben sind amerikanische Verhältnisse im Gesundheitswesen - nein, danke!
Was Ihre Forderung nach einer "optimalen" Behandlung betrifft - hier wäre erst einmal zu klären, was Sie unter "optimal" verstehen - dies ist halt auch immer eine subjektive Erfahrung. Hat man einmal negative Erfahrungen gemacht, war die Behandlung aus eigener Sicht schlecht; war sie positiv, war die Behandlung "optimal". Dabei hinterfragt man nicht einmal die objektiven Gegebenheiten - letztendlich ist der Mediziner auch kein Wunderheiler, sondern kann "nur" Hilfe im Rahmen des gegenwärtig Möglichen leisten - und das ist heute schon verdammt viel. Das sollte man auch einmal hinterfragen und anerkennen!
Aus meiner - auch wieder - subjektiven Sicht heraus habe ich die Erfahrung gemacht, dass ich für all meine verschiedenen Krankheitsbilder eine durchaus optimale Behandlung erhalte. Auch ich musste dabei einzelne Ärzte wechseln; zudem habe ich das Glück hier in einer Landeshauptstadt zu wohnen, wo man auch bei verschiedenen Fachärzten einer Disziplin Termine in kurzen Zeiträumen erhält. Selbst bei stationären Aufenthalten kann man die Einrichtung wählen.
In meinem Bekanntenkreis hatte eine Frau eine sehr seltene Tumorform, die noch dazu extrem gestreut hatte. Hier bezahlte die ach so gescholtene "Zwangsversicherung" nicht nur sämtliche konservativen Therapieformen, sondern sogar eine extrem teure US-amerikanische Therapieform, die in Deutschland nicht zur Regelversorgung gehört, jedoch letztendlich bei der Patientin positiv wirkte.
Privat hätte sich diese Frau nie eine derartige Therapien leisten können, so hat sie wieder ein lebenswertes Leben und ihre beiden kleinen Kinder eine glückliche Mutter.

schnuffeldi
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Re: Reform 2014

Beitrag von schnuffeldi »

klaus1 hat geschrieben:Wenn man nicht gerade Fachanwalt für Medizinrecht ist, hat man keinerlei Chance, mit Ärzten eine Diskussion auf Augenhöhe zu führen, noch dazu, wenn es um unterschiedliche Einschätzungen der Arbeitsqualität geht. Wenn man dabei lediglich belehrt wird, wer der Fachmann ist und wer nicht, ist man noch gut an. Dazu kommt noch das Abhängigkeitsverhältnis, in welchem der Patient immer die Nr. 2 ist.

Lassen wir also die Kirche im Dorf und gehen davon aus, dass Schnuffeldi einfach wieder einmal Pech gehabt hat. Das Gegenzeichnen von ärztlichen Leitungen ist auch so eine Sache, die Abrechnungsmodalitäten sind, wie von Ihnen mehrfach beschrieben, kompliziert und für den Nichtfachmann nicht nachvollziehbar.
Eine Zahnärztin hat sich einmal die Mühe gemacht, mir die Abrechnung einer simplen Krone zu erklären - das ist höhere Mathematik!
Man muss tatsächlich in der Materie stecken, um einschätzen zu können, ob ein Arzt ehrlich ist oder nicht. Ich habe ja ständig Pech und ja, manchmal auch ein Quentchen Glück (zwei Ärzte :lachen: ). Aber ist es nicht auch für ehrliche und fleißige Ärzte eine Watsche ins Gesicht, wenn andere die nur Begrüßung , Schulternzucken und Verabschieden können? Vor allem fiel für mich kein Porto an. Ich sehe diese 20 Euro unberechtigt. Und ein Allgemeinarzt kann nicht ohne einen Befund eines entsprechenden Facharztes einfach ein Urteil erlauben, welches ich mächtig schädlich finde. Werde ihn auch demnächst darauf hinweisen und was er da abrechnete, stimmte in keinster Weise. Medizin scheint ja ein tieferer Sumpf zu sein, als man je dachte.

nun zu der "Zwangsversicherung". Es is ja keiner gezwungen, in die gesetzliche Versicherung zu gehen, aber in vielen Fällen halt "genötigt", die Ausgaben sind intransparent , stimmt, aber zumindest sieht man jetzt die tiefen Sümpfe der Abrechnung :lol: mein lieber Scholli, ich hätte in meinem Job also auch nur grüßen, bissel hinsetzen, verabschieden und wieder los gehen können für mein Geld, wäre sogar berechtigt, da wir ja gerade mal für die Anfahrt bezahlt wurden. Aber irgendwas in uns lässt uns ja dennoch so arbeiten, dass es dem zu Betreuenden gut geht. Gut, nun sind Menschen sehr unterschiedlich, vor allen in den Schichten, irgendwann treibts der Übermut aber auch zu weit und irgendwann endet auch mal die Zeit, in der man in zu hohen Sphähren schwebt. Welchem Arzt würde denn gefallen,wenn der Handwerker kommt, grüßt, seinen Kaffee trinkt, seine Bemme schmatzt, sich wieder verabschiedet und unverrichteter Dinge wieder abzieht? Das gäbe ein Hallo :lachen: , wenn dann 20 Euro fällig würde, dann gibts ordentlich Zank. In jeder Branche gibts schwarze Schafe und denen muss einfach das Handwerk gelegt werden, hier im Wohnort muss sich ne ganze Herde angesiedelt haben :lol:
Was Ihre Forderung nach einer "optimalen" Behandlung betrifft - hier wäre erst einmal zu klären, was Sie unter "optimal" verstehen - dies ist halt auch immer eine subjektive Erfahrung. Hat man einmal negative Erfahrungen gemacht, war die Behandlung aus eigener Sicht schlecht; war sie positiv, war die Behandlung "optimal". Dabei hinterfragt man nicht einmal die objektiven Gegebenheiten - letztendlich ist der Mediziner auch kein Wunderheiler, sondern kann "nur" Hilfe im Rahmen des gegenwärtig Möglichen leisten - und das ist heute schon verdammt viel. Das sollte man auch einmal hinterfragen und anerkennen!
tja,was die "optimale" Behandlung betrifft, sind die Erwartungen sicher sehr unterschiedlich. Darunter würde ich verstehen, dass ein Arzt alle möglichen Varianten ausschöpft, die es gibt, um dem Patienten zur Gesundung verhilft. Heilen kann ein Arzt nicht, aber die Vorraussetzunge schaffen, wenn er denn Lust dazu hat :lol: wird man aber nur mit nem Mittelchen abgeschoben ,obwohl mehr möglich wäre, ists für mich eine schlechte Behandlung. Wozu hat ein Arzt denn seien Fachbereich studiert? Eigentlich doch, um auch mehrere Behandlungsmöglichkeiten anzuwenden und wenn nichts geht, eben auch eine OP in Betracht zu ziehen (entweder er kann es selbst, da es z.b. Orthopäden ja können) oder zu einem anderen geeigneten Arzt zu überweisen etc.. Aber das was ich bislang erlebte, spottet jeder Beschreibung. Auch wenn meine Diagnose lt. einigen Aussagen recht selten sein soll, glauben kann ich es nicht, denn es kämpfen so viele Leute, die im Job gebuckelt haben, an Überlastungen und Entzündungen, vor allem ,wenn die Blutwerte nicht beachtet werden. Daher muss man strikt unterscheiden bei der Abrechnung, ob verdient oder nicht, daher die Unterschrift. Was soll man als Patient denn machen? Zum Anwalt latschen? Da hackt doch auch eine Krähe der anderen kein Auge aus, ganz gleich, wie groß die Misstände sind. Da wird doch alles in Schutz genommen, wie ich in einem anderen Thema schon bemerkte. Ein tiefer giftiger Sumpf 8)
"Es amüsiert mich immer, wenn Menschen all ihr Unglück dem Schicksal, dem Zufall oder dem Verhängnis zuschreiben, während sie ihre Erfolge oder ihr Glück mit ihrer eigenen Klugheit, ihrem Scharfsinn oder ihrer Einsicht begründen." (Coleridge)

Christianes Herz
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Re: Reform 2014

Beitrag von Christianes Herz »

klaus1 hat geschrieben:Ich bin ein Verfechter der GKV - und zwar für alle Einwohner!
Ich auch, unbedingt. Nur müssen die Umtriebe der GKV verhindert werden, die, die Schutz, Erhalt und Wiederherstellung der Gesundheit als "Glückssache" verkommen lassen. Das ist m. E. das Schwierige. Die Kassen zu dem zurechtzustutzen, wofür sie einst gedacht waren. Dienstleister im weitesten Sinne.
:wink:
Frdl. Grüße
Christiane

schnuffeldi
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Re: Reform 2014

Beitrag von schnuffeldi »

Nicht nur die Gkv, auch die anderen Beteiligten, denn eins funzt selten ohne das andere. Und zum tiefen Graben gehören immer mindestens 2e und der Patient hängt irgendwie zwischen Baum und Borke. Es muss weit mehr Transparenz her ,das ist klar, ein Schritt ist schon mal gemacht, auch wenn dieser das Vertrauensverhältnis, sofern es bestand, zerstören kann oder Misstrauen bestätigt. Bei mir ist beides eingetreten, aber man gibt ja die Hoffnung bekanntlicherweise nicht auf, dass es außer zweien noch weitere weiße oder wenigstens graue Schäfchen geben könnte :lol: allerdings kann man die kleinen Mitarbeiter der Kassen kaum für die Intransparenz verantwortlich machen, aber oftmals dafür, wenn man nicht die Unterstützung bekommt, die man bräuchte und es geht ja nicht um irgendwelches Spaßi-Tralala, sondern um die Gesundheit. Da habe ich eher das Gefühl, dass es nach Tagesform geht. Gelegentlich muss man sie an ihre eigenen Angebote und Vorgaben erinnern 8)
"Es amüsiert mich immer, wenn Menschen all ihr Unglück dem Schicksal, dem Zufall oder dem Verhängnis zuschreiben, während sie ihre Erfolge oder ihr Glück mit ihrer eigenen Klugheit, ihrem Scharfsinn oder ihrer Einsicht begründen." (Coleridge)

Katrin1
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Re: Reform 2014

Beitrag von Katrin1 »

Hallo,

Schnuffeldi, ich komme schon seit längerem nicht mehr ganz mit und scheinbar bin ich nicht die Einzige, der es so geht.

Sie beschweren sich ständig über Ärzte und über die Ihrer Meinung nach nicht ausreichende Versorgung in Ihrem Fall, darüber, dass es ja nur zwei Ärzte gäbe, die Sie überhaupt zu Ihrer Zufriedenheit behandeln und Sie sich ansonsten im Stich gelassen fühlen.

Auf der anderen Seite habe ich in den letzten Wochen hier auch mitgelesen und zähle nur einmal einige der Therapien auf, die Sie selbst als bei sich im letzten 3/4 Jahr durchgeführt erwähnten. Alles auf der Grundlage von einer Überlastung durch Hohlfüße, die nicht eben so selten ist und viele Menschen betrifft. Korrigieren Sie mich gern, wenn ich es nun aus dem Stehgreif nicht richtig aufschreibe.

Von Ihnen aufgeführte Therapien:
-ambulante Behandlung durch den Hausarzt
- ambulante Behandlung durch den Orthopäden
- 4 wöchiger stationärer Krankenhausaufenthalt mit ausführlicher Diagnostik und der Diagnose Überlastung durch Hohlfuß
- Vorstellung beim Chirurgen
- Vorstellung beim Dermatologen
- MRT des Fusses
- Neurologische Untersuchung des Fusses
- Orthopädische Untersuchung des Fusses mit Verordnung mehrerer Paar Einlagen
- erneuter 1 wöchiger stationärer Krankenhausaufenthalt zur Schmerztherapie
- Vorstellung bei einer Psychologin
- ambulante Schmerztherapie mit Opiaten und anderem
- ambulante Schmerztherapie mit Tensgerät
- ambulante Schmerztherapie mit Infusionen
- ambulante Schmerztherapie mit Wirktstoffpflastern
Sie schreiben, dass Sie laufen sollen, damit die Einlagen überhaupt ihre Funktion erfüllen können, Sie selbst schreiben jedoch auch, dass Sie die Füsse meistens hoch lagern.
Zusätzlich behandeln Sie die Füsse selbst noch mit Kälte, Pfefferminzöl etc und werden von den Ärzten auch nach 5 (?) Monaten noch auf Ihr Bitten hin krank geschrieben.

Ich muss Ihnen ganz ehrlich sagen, dass ich diese Fülle an Untersuchungen und Therapien innerhalb dieser relativ kurzen Zeit und bei der Diagnosestellung beachtlich finde. Wie kommen Sie dazu, bei dieser Anzahl an Therapien und Krankenhausaufenthalten immer davon zu schreiben, dass Sie ja nicht behandelt werden? Nur weil ein Neurologe der Krankenkasse, der weder Sie noch Ihre Befunde kennt, sich an der telefonischen Hotline der Krankenkasse die für ihn fachfremde Empfehlung leistet, dass so etwas in Extremfällen auch mal operiert werden kann?

Da die von Ihnen geäußerten Vorwürfe/ Vorbehalte gegen die ach so bösen Ärzte und Privatpatienten in dem Forum hier mittlerweile von Ihnen in nur jeden erdenklichen Thread eingebracht werden, wäre es vielleicht doch mal angebracht, das zu klären.

Grüße
Katrin

Christianes Herz
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Re: Reform 2014

Beitrag von Christianes Herz »

http://www.bundesgesundheitsministerium ... ammen.html
Hermann Gröhe zur Problematik Hebammen-Versicherung. …„Das bisherige System von privatwirtschaftlicher Haftpflichtversicherung und Kostenübernahme durch die Krankenkasse steht in einer schweren Bewährungsprobe.“…
Gut, das haben wir alle bereits geahnt. Dafür brauchte es den Aufwand nicht. So eine Ansprache auch nicht.
Es ist nur noch ein Trauerspiel.
Frdl. Grüße
Christiane

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Gröhe scheint angezählt.

Beitrag von PR »

Wer kommt dann schon wieder ?

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Christianes Herz
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Hats denn schon Ice Cream fürs Holz gegeben ...

Beitrag von Christianes Herz »

... oder wird noch geübt? Und wie passt der Sinatra dazu? Ich wünsche auf jeden Fall viel Spaß beim Musizieren.

Nachfolger von Gröhe? Vielleicht mal ein Arzt? Ein bodenständiger? Ein aufrechter? Es gäb so viele!

Nachtgebet? Ah, ich vergaß ..., Sie beten nicht.

Christiane

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