Reform 2014

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Christianes Herz
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Reform 2014

Beitrag von Christianes Herz »

Entwurf eines Gesetzes zur Weiterentwicklung der Finanzstruktur und
der Qualität in der gesetzlichen Krankenversicherung
(GKV-Finanzstruktur- und Qualitäts-Weiterentwicklungsgesetz – GKV-FQWG)
http://www.bmg.bund.de/fileadmin/dateie ... V-FQWG.pdf
Beschlossen und vorgestellt. Hat sich jemand von Euch schon näher mit dem Beschluss befasst?
Kostensteigerungen werden nun ganz ungeniert und unkontrolliert dem Arbeitnehmer aufgebürdet. Das wussten wir zwar schon vorher, jedoch so schwarz auf weiß …
Aber, dass nun noch auf Versichertenkosten ein völlig neues Institut geschaffen wird mit der Begründung, mehr Transparenz zu schaffen, ist dreist.
Ich hatte angenommen, dieses bereits bestehende Qualitätsprüfungsinstitut
https://www.iqwig.de/
Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen wird um- bzw. ausgebaut.
Nein, es wird ein völlig neues Institut geschaffen, wo all unsere Patienten-/Versichertendaten gesammelt und ausgewertet werden. Mit der gebotenen Sorgfalt natürlich, personenbezogene Daten müssen geschwärzt werden. :?

Ich stelle mal den Link auf den Entwurf mit hier hinein; den zu lesen, ist aber eine reine Fleißaufgabe. Und eigentlich nicht unser Job. Dafür bezahlen wir unsere Volksvertreter. Ich bin fast sicher, den Entwurf hat keiner ordentlich gelesen. Sonst müssten zumind. die Sozialdemokraten geschlossen dagegenstimmen. Es sei denn, sie fügen sich die nächsten Jahre.
http://www.bmg.bund.de/fileadmin/dateie ... 140326.pdf

Trotzdem oder gerade deswegen: Ein schönes Wochenende Euch allen.
:wink:
Christiane

jule_jule
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Re: Reform 2014

Beitrag von jule_jule »

Hallo Christianes Herz,
Christianes Herz hat geschrieben:Sonst müssten zumind. die Sozialdemokraten geschlossen dagegenstimmen.
Dies glauben Sie doch nicht etwa im Ernst - oder?

Wo sind denn Sozialdemokraten heutzutage noch DEMOKRATISCH geschweige denn SOZIAL (um "für" die Bürger zu stimmen)?

Sehen Sie sich unsere sozialdemokratischen Vertreter doch an:

1. Sozialdemokraten, die eigentlich im Sinne des "Volkes", also der Bürger des Landes, agieren sollten, treten dessen Grundrechte mit Füßen.

2. Jene Sozialdemokraten sind PRIVAT versichert. Sie haben also keine Probleme im Krankheitsfall und erhalten die medizinische Versorgung, die für eine Erkrankung optimal ist. Im Gegenzug lassen Sozialdemokraten ihren "Untertanen" (also dem Volk) nur minimalste medizinische Versorgung zukommen. Ein Herr Lauterbach z. B. (und natürlich all die anderen 99,9 % Vertreterlein ebenfalls) ist privat versichert. Wieso geht er nicht als "Freiwillig Versicherter" in die Zwangskasse GKV? Er hat wohl Angst um sein Leben, im Ernstfall nicht bestmöglichst medizinisch versorgt zu werden? Müssten unsere Vertreter nicht mit großen Schritten voran gehen und sich in der GKV versichern, die angeblich so TOP ist? Nein, diese sozialdemokratischen Vertreter wissen, dass die GKV ein FLOP ist, deshalb lässt man die Hände davon weg.

3. (wenn auch off topic) Sozialdemokraten rechtfertigen eine Diätenerhöhung für Abgeordnete. Wann und vor allem in welchen Zeitraum werden denn Einkommen des "Normalo-Bürgers" in solch Dimensionen stetig erhöht? Solche Vertreter des Volkes sollten sich schämen.

Im Übrigen: Reform hin oder her, solange die GKV in ihrer jetzigen Form Bestand hat, werden deren Zwangsversicherte weiterhin Beitragserhöhungen hinnehmen müssen, verbunden mit weiteren Leistungseinschränkungen.
Ein noch makaberes Spiel mit dem Leben gibt`s nicht.

Es gibt also nur eine Lösung für unser Gesundheitssystem: Wahlfreiheit für alle Versicherten, also keine Zwangsversicherung mehr. Wir sind doch alle mündige Wesen mit eigener Entscheidungskraft - wir brauchen also keinen, der uns diktiert, wo wir uns zu versichern haben.

Viele Grüße

Jule

schnuffeldi
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Re: Reform 2014

Beitrag von schnuffeldi »

Jule, Daumen hoch, jawoll! Und so agieren alle , ob die Möchtegerndemokraten oder die dunkelroten Vornerum-Sozialromantiker 8) (wir haben zu Zonenzeiten ja die wahren Gesichter gesehen und diese Vorturner haben wahrlich nachgezüchtet. Und diese Leute mögen als gKV auch in Regionen ziehen ,in denen großer Ärztemangel herrscht und der Großteil des kläglichen Rests in der Region blieb, weil woanders ....sagen wir mal "weggelobt" wurden.

Wir hatten das schon immer mit dem Wasser predigen und Wein trinken, in jedem Häufchen, welches uns zb. passend zum Thema ein Gesundheitssystem vorsetzt, welches immer mehr den Bach runtergeht und sich an amerikanische Verhältnisse annähert. Eigentlich möchte man das Wort "versichert" ja gern auch spüren, wenn man jahrelang einzahlte und wenn es mal drauf ankommt, nicht läuft. Wen haben wir also als wahren Interessenvertreter? Niemanden, auch die KV nicht, wenn es Unstimmigkeiten gibt. Jegliche Kammern kann man wahrscheinlich auch eh vergessen, da ja eine Krähe der anderen kein Auge aushackt, wenn man nicht oder schlecht behandelt wurde.
Man kann also "reformieren", wie man will, es bleibt nur beim verschlimmbessern. Eine richtige Reform wäre es m.E nach Erfolg (wenn die Krankheit heilbar ist) oder bei nicht heilbaren Krankheiten zumindest schmerzarm oder schmerzfrei und eine dennoch tragbare Lebensqualität. Ein kleines Grundgehalt , dass es gerade so reicht, der Rest muss kommen, wenn der Patient gegengezeichnet hat, dass die Behandlung, die der Arzt abrechnen will auch wirklich vonstatten ging. Das würde mehr Vertrauen schaffen und vor allem keine Eierei für nichts. Denn ein "Der "Orthopäde XY (Klinik) hat gerade keine Lust, wir können sie noch bis Mitternacht entlassen" zeigt mir auf, dass es eindeutig zu gut geht.
"Es amüsiert mich immer, wenn Menschen all ihr Unglück dem Schicksal, dem Zufall oder dem Verhängnis zuschreiben, während sie ihre Erfolge oder ihr Glück mit ihrer eigenen Klugheit, ihrem Scharfsinn oder ihrer Einsicht begründen." (Coleridge)

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Schweinchen schlau

Beitrag von PR »

scheint nicht ohne zu sein

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Christianes Herz
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Re: Reform 2014

Beitrag von Christianes Herz »

Guten Morgen,
ein bisschen schämen sie sich aber, die Sozialdemokraten:
Hilde Mattheis hat erzählt, der Arbeitgeberanteil sei ja nicht auf ewig festgezurrt und der Entwurf noch nicht „gegessen“.
Karl Lauterbach verweist auf die bestehenden 30 Milliarden Überschüsse bei den Krankenkassen. Ferner meinte er, dass, wenn es zu Beitragserhöhungen kommen sollte (durch den medizinischen Fortschritt, schränkte er allerdings ein), dann wird auch wieder der Arbeitgeberanteil erhöht.
Wir dürfen die Sprüche nur nicht vergessen!
jule_jule hat geschrieben:Es gibt also nur eine Lösung für unser Gesundheitssystem: Wahlfreiheit für alle Versicherten, also keine Zwangsversicherung mehr. Wir sind doch alle mündige Wesen mit eigener Entscheidungskraft - wir brauchen also keinen, der uns diktiert, wo wir uns zu versichern haben.

Dann aber einen Sockelbeitrag festlegen, damit wirklich jeder, egal wie hoch sein „Einkommen“ ist, so etwas wie einen Mindestversicherungsschutz beziehen kann?
schnuffeldi hat geschrieben:Man kann also "reformieren", wie man will, es bleibt nur beim verschlimmbessern. Eine richtige Reform wäre es m.E nach Erfolg (wenn die Krankheit heilbar ist) oder bei nicht heilbaren Krankheiten zumindest schmerzarm oder schmerzfrei und eine dennoch tragbare Lebensqualität.
Schnuffelken, ich reduziere auch immer gerne, ich bin immer sofort bereit, jedes Problem auf "Armut-Reichtum" zu reduzieren. Aber wir können nunmal nicht das Wirken der Ärzte mit dem Reparaturbetrieb von Espressomaschinen o. ä. gleichsetzen. Das Vertrauen ist ein völlig anderes, z. B. Und vieles mehr. Ich habe schon oft versucht, das zu erklären.
PR hat geschrieben: Schweinchen schlau scheint nicht ohne zu sein
Das ist das 1. Mal (in meinem Lesezeitraum hier), dass Sie etwas verniedlichen (das Schwein meine ich).
:mrgreen:

Christiane

schnuffeldi
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Re: Reform 2014

Beitrag von schnuffeldi »

Hallo Christianes Herz, ich habe noch darunter geschrieben, dass ein Grundgehalt her müsste, um zumindest das Nötigste abzudecken. Und dann erst die darauffolgende Bedingung, die du zitiert hast. Die Arztwahlfreiheit ist doch längst weg und umgekehrt worden. Dann wird abgefertigt, ob es nützt oder nicht und das erlebe ich nicht nur bei einem Arzt. Möchte ich aber wechseln, weil ich nicht die Hilfe bekomme, die ich brauche, nehmen viele Ärzte schon keine Patienten mehr auf, weil sie überlastet sind und das sind nunmal die Ärzte, die etwas auf dem Kasten haben und natürlich entsprechend viele Patienten haben. Der klägliche Rest nimmt noch auf, sehr schön, aber geholfen ist uns damit auch nicht wenn man nur Schulternzucken sieht und wenns hochkommt, noch ein Rezept kriegt, na immerhin<- :ironie:

Man muss nicht darüber diskutieren, dass natürlich nur der Körper den Heilungsprozess leisten kann und kein Arzt, aber zumindest soll doch die Hilfe dazu da sein, die Beschwerden bis zum Abklingen bei Heilung zu bewältigen bzw. sie zu lindern oder ganz auszu"schalten", je nach Krankheitsbild und Möglichkeiten dazu. Hier muss ich also darauf vertrauen, dass mich ein Arzt darin also unterstützt und nicht diskutiert und mich noch Unterschiede erläutern lässt wo denn der Vorteil einer Retardtablette liegt.

Und zumindest bei heilbaren bzw. auch behandelbaren Krankheiten oder reine Symtome wie Schmerzen sollte es möglich sein, dem Arzt auch den Anreiz zu bieten, dem Patienten auch wirklich zu helfen und nicht nur irgendwas aufschreiben, um etwas abzurechnen, ohne dass außer gleichgültiges Schulternzucken etwas passiert ist. Wenn Ärzte also wirklich kompetent sind und sich darüber auch bewusst sein wollen, dürfte so etwas doch eigentlich kein Problem sein, oder? Vielleicht wird auch der letzte Schulternzucker (und davon bin ich leider vielen begegnet) zum ehrgeizigen Doc, uns zu helfen, indem eine Diagnose zu finden ist und diese zu behandeln und auch die Symtome so gut es in der Medizin möglich ist und wir haben doch angeblich eine so hoch entwickelte Medizin oder? Jeder Mensch, der mit Beschwerden zum Arzt geht, möchte so bald es geht, wieder einsatzfähig sein, da es sonst nicht nur zum Verlust des Arbeitsplatzes führen kann (auch wenn auf der Kündigung etwas anderes steht) und möchte auch keine Existenzängste haben. Die eigenen Existenzängste der Ärzte soll der Patient aber verstehen. Dann bitte beidseitiges Verständnis, denn wir sind alle davon betroffen, ob im Angestelltenverhältnis oder auf selbständiger Basis. Und das habe ich deutlich zu spüren bekommen. Also daddelt man von Arzt zu Arzt, sofern die noch aufnehmen und hat irgendwie nur Fahrgeld ausgegeben. Schade.

Und genau da muss man bei einer Reform ansetzen, damit beide Seiten voneinander profitieren, auch die gKV, wenn sie auch als 2. Klasse gilt. Die Krankenbeiträge zahlt man doch nicht umsonst und die sind auch keine Kinkerlitzchen, vor allem bei freiwilliger Versicherung. Wenn ein Arzt verdrängt, dass auch wir einzahlen und eben Hilfe brauchen, dann wird es immer solche Diskussionen geben, dass sich Ärzte und Patienten "zerfleischen". Die Patienten sollten, so lasen dora und ich ja aus einigen Beiträgen heraus, sich noch ums Wohl der Ärzte kümmern. Wir müssen es selbst, auch bei unseren Jobs, auch wenn die nach so mancher Ansicht vieler (nicht aller!) Ärzte gegen ihren Titel natürlich zu niederschwellig sind. Das sind eben die verschiedenen Sphähren. Kaum ein Arzt sieht, dass sie auch von uns profitieren (seien es haushaltsnahe Dienstleistung, Technik, Wohnung oder auch indirekt) und wenn wir eben oftmals diei Folgen unserer Jobs haben, würden wir auch gern von der Kompetenz profitieren, um unsre Jobs wieder ausüben zu können. Und ich lache über rosarote Werbefilmchen, die kein Stück von der Realität zeigen. Augen auf bei der Berufswahl und wer sich informiert oder auch gar ein kurzes Praktikum absolviert, wird den richtigen Blick haben und dann erst eine Entscheidung treffen, ob der Beruf das Richtige sein könnte. So auch Ärzte, sie wissen, worauf sie sich einließen, wenn sie die Entscheidung getroffen haben, Medizin studieren und somit müssen die auch gewusst haben, dass es auch da Widrigkeiten geben wird. Oder sind alle mit rosa Wölkchen überm Kopf zur Uni marschiert? Und falls ein Doktortitel mit Ehrgeiz und Fleiß erworben wurde, möchte man das auch bemerken und nicht gelegentlich das Gefühl haben, ja der Titel ist irgendwo gekauft oder "geguttenbergt" :lol:

Also, dann auf zu einer ordentlichen Reform, von der auch beide Seiten profiitieren auch die "blöden und faulen" Zweiteklassepatienten. :mrgreen:
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Christianes Herz
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Re: Reform 2014

Beitrag von Christianes Herz »

Schnuffel , ich habe mich echt angestrengt, ich kann Dir aber in großen Strecken nicht mehr folgen, keinen Zusammenhang zum Entwurf sehen. Es liegt evtl. daran, dass ich nicht krank genug war/bin, Krankenhausdienste nur bei der Geburt meines Sohnes und Untersuchungen in Sachen Herz beansprucht habe. Halt! Mein Blinddarm oder Appendix lagen auch noch in einem Krankenhausbett. Ich habe als gesetzlich Versicherte nie das Gefühl gehabt, als blöd und faul oder zweitklassig angesehen zu werden. Mag sein, das kommt noch. Wahrscheinlich sogar. Unter anderem deshalb ist es für uns alle wichtig, was die Politik in Sachen Sterbehilfe und Palliativdienst fabriziert.
Es wird von unseren Gesundheitspolitikern nach wie vor auf das Allheilmittel Wettbewerb gesetzt. Meines Erachtens bewegen wir uns immer mehr auf eine Einheitskasse zu.
Aus dem Entwurf:
„Wegen der stark unterschiedlichen Höhe der durchschnittlichen Einkommen der versicherten Mitglieder müssten Krankenkassen mit überdurchschnittlich verdienenden Mitgliedern beim gleichen Finanzierungsbedarf einen geringeren einkommensabhängigen Zusatzbeitrag erheben als Krankenkassen mit unterdurchschnittlich verdienenden Mitgliedern. Damit dies nicht zu Risikoselektionsanreizen und Wettbewerbsverzerrungen führt, wird ein unbürokratischer und vollständiger Einkommensausgleich eingeführt. Damit wird sichergestellt, dass sich der Wettbewerb an den Bedürfnissen der Versicherten orientiert und sich die Krankenkassen um eine wirtschaftliche und qualitativ hochwertige Versorgung bemühen.“

Es werden die Einnahmen aller gesetzlichen Kassen zugrundegelegt. Es kann also keine Kasse hergehen und davon profitieren, dass sie hauptsächlich gesunde, gut verdienende Beitragszahler hat, während andere alte, kranke Mitglieder vorrangig bedienen. Für mein Verständnis eine gute Maßnahme, wenn sie ordentlich umgesetzt wird.
So verstehe ich das jedenfalls und eben als Schritt, den Privaten wieder ein wenig Vorteil wegzunehmen.
:wink:
Frdl. Grüße
Christiane

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Allheilmittel Einheizkasse

Beitrag von PR »

Wer als Politiker den sogenannten Wettbewerb propagiert, war diesem, was seinen tägliche Broterwerb angeht, mit hoher Wahrscheinlichkeit niemals ausgesetzt, denn er ist Beamter oder Funktionär.

Mit einer Einheizkasse, die über sich ein Grundgesetz akzeptiert, wäre ich jederzeit einverstanden.

Mit einer Einheizkasse, AOK oder was, die das nicht tut, niemals.

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Christianes Herz
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Re: Reform 2014

Beitrag von Christianes Herz »

PR hat geschrieben:Mit einer Einheizkasse, die über sich ein Grundgesetz akzeptiert, wäre ich jederzeit einverstanden.
Ja. Nur so geht es. Das "über sich" ist wichtig. Stop, bevor ich mich wieder um Kopf und Kragen rede: Was meinen Sie mit "ein Grundgesetz"?
Christiane

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Das bestehende geschriebene gültige

Beitrag von PR »

einschließlich derjenigen Richter, die derzeit über Grundgesetzliches zu entscheiden haben.

Nicht: das Grundgesetz der Sozialrichter.

"Einheitlichkeit des Rechtes"

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PS: das ist ja so ein Ding (Gewaltenteilung), über das mit einer parlamentarischen Staatssekretärin im BMG zu diskutieren ich einst vergeblich versucht hatte, hier in diesem Forum.
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Christianes Herz
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Re: Reform 2014

Beitrag von Christianes Herz »

PR hat geschrieben:PS: das ist ja so ein Ding (Gewaltenteilung), über das mit einer parlamentarischen Staatssekretärin im BMG zu diskutieren ich einst vergeblich versucht hatte, hier in diesem Forum.
Kann ich die Versuche noch finden?
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Keine Ahnung

Beitrag von PR »

Jedenfalls findet die Suche im Forum "Problem mit der Gewaltenteilung" meine Widerrede auf "gesundbrunnen" nicht mehr.

Wahrscheinlich gelöscht.

Gschtorbenoderwa. (Über Generationen in meiner Familie überlieferte Antwort eines wohl etwas linkischen Familienmitglieds auf die Frage: wie geht's denn dem...?)

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Christianes Herz
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Re: Reform 2014

Beitrag von Christianes Herz »

PR hat geschrieben:Gschtorbenoderwa. (Über Generationen in meiner Familie überlieferte Antwort eines wohl etwas linkischen Familienmitglieds auf die Frage: wie geht's denn dem...?)
Passt! Ich würde den Begriff "linkisch" im Zusammenhang mit dem betr. Familienmitglied überdenken.
Schlafen Sie gut!
Christiane

schnuffeldi
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Re: Reform 2014

Beitrag von schnuffeldi »

Mit einer Einheitskasse? :shock: die hatten wir zu Zonenzeiten schon. Ein bisschen Wettbewerb finde ich schon in Ordnung, aber bei so vielen Kassen ist schnell der Überblick weg, um sich für die richtige Kasse zu entscheiden. Ich hatte das mal während eines Praktikums in einer orthopädischen Werkstatt und Sanitätshaus gesehen. Die Patienten warten ja unterschiedlich lange auf ihre Genehmigung der Hilfsmittel, manche sogar ewig lange und sie brauchen sie ja nicht aus Quatsch und Daddelei. Es gibt eine Kasse, die große mit dem Aaaaaaa und Oooooooooooooh die am längsten brauchte. Während eine andere mit ebenfalls 3 Buchstaben und mit D beginnend verhältnismäßig schnell ist. Und das waren n icht nur einmalige Beobachtungen, die ich da machte. Und es tut echt in der Seele weh, den Patienten am Telefon zu sagen, dass noch nichts angekommen ist. Das Problem sehe ich eher im riesen Verwaltungsapparat, der ja bei der einen oder anderen Kasse schon abgebaut wird, klar gehen dann Arbeitsplätze flöten aber das Risiko haben wir alle.

Den Entwurf, Christianes Herz, habe ich mal überflogen und mir wurde schlecht :lol: da ich meine guten Medikamente nicht wieder ausbringen wollte habe ich dann den Tab geschlossen. Sei froh, dass Du solche Folen wie auch das Budget-Problem oder auch "keine Lust" erleben musst. Ich wünsche auch niemandem, dass er ernsthaft krank wird und das ganze Problem mit voller Wucht erlebt. Ich habe die letzten über 10 Jahre auch nur mal hier und da ne kleine Erkältung gehabt und kaum einen Arzt gebraucht. Ich bin ja für eine andere Reform, wie ich sie beschrieb, damit solche Probleme aufhören, denn der Patient sucht sich seine Leiden nicht aus und erhofft sich kompetente Hilfe und dass sich der Arzt auch eine Rübe macht, ihm zu helfen, wie es in seiner Macht steht. Aber was auch immer sie abrechnen, ist kaum mit der Realtiät zu erklären, jedenfalls bei vielen , nicht allen Ärzten. Es gibt sie ja schon noch, aber sicher auch sehr zufrieden und das strahlen sie auch aus und engagieren sich für ihre Patienten. Aber die chronisch unzufriedenen Ärzte lassen ihren Frust gern am Patienten aus (sehen wir auch hier im Forum auf virtuelle Art), sei es beim Zugang legen :lol: (heute lache ich drüber und schüttele noch immer den Kopf darüber, weil ich weiß, dass es auch anders geht) oder sie stehen nur da und zucken Schultern und man darf wieder gehen. Oder man schickt den Patienten , der mit vier Beinen (Stützen) unterwegs ist , nach Hause , um eine CD zu holen, obwohl ein Befund da ist und sieht dann ja doch wieder nichts wie bei jedem MRT-Bild. Zum Glück hats vorher der Schmerztherapeut schon gedeutet (der wirklich gut ist) und da gabs schon etwas zu sagen, es war zwar "nur" eine kleine Arthritis in der LWS zu sehen, aber scheint laut dem Doc ja nichts arges zu sein.) das sind alles so Sachen, die mich maßlos ärgern und dann sehe ich, wenn auch wenige aber engagierte Ärzte, denen oft die Hände gebunden sind. Und einige Docs sind sogar von einem Klinikum "eingekauft" wie ich hörte und auch erlebte, ganz gleich wie gut oder schlecht sie ist. Das halte ich für wenig neutral. Da muss was passieren. Da muss so eine Reform ganz anders aussehen, damit auch der Patient etwas davon hat, wie ich schon oben beschrieb. Das kann gute Ärzte ja dann nicht mehr stören, weil sie ohnehin gut arbeiten und dann entsprechend auch bezahlt werden. Und die chronischen Schulternzucker fallen halt dann hinten runter, die können von mir aus auch noch in ihrer Not die Butter aufs Brot kratzen, damit die dünne Scheibe Wurst wenigstens kleben bleibt :roll:
"Es amüsiert mich immer, wenn Menschen all ihr Unglück dem Schicksal, dem Zufall oder dem Verhängnis zuschreiben, während sie ihre Erfolge oder ihr Glück mit ihrer eigenen Klugheit, ihrem Scharfsinn oder ihrer Einsicht begründen." (Coleridge)

Christianes Herz
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Re: Reform 2014

Beitrag von Christianes Herz »

schnuffeldi hat geschrieben:Den Entwurf, Christianes Herz, habe ich mal überflogen ...
Das war mein Hauptanliegen.
Frdl. Grüße
Christiane

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