Sterbehilfe

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Timmie2
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Re: Sterbehilfe

Beitrag von Timmie2 » 16.05.15, 12:40

Der Sterbeklempner wie passend...und ein treffender Kommentar zu dieser Debatte bei Zeit online

Die letzte Freiheit wird wegbefohlen

Christianes Herz
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Re: Sterbehilfe

Beitrag von Christianes Herz » 11.06.15, 14:44

http://www.welt.de/politik/deutschland/ ... ow_twitter

Das verstehe ich nicht so recht. Stirbt nicht jeder ähnlich (in den div. Einrichtungen unter Aufsicht)? Sind die Hilfsmittel zur palliativen Versorgung bis eben zum Tod hin nicht in allen Einrichtungen gleich?

Frdl. Grüße
Christiane

Timmie2
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Re: Sterbehilfe

Beitrag von Timmie2 » 11.06.15, 22:15

Christianes Herz hat geschrieben:Das verstehe ich nicht so recht. Stirbt nicht jeder ähnlich (in den div. Einrichtungen unter Aufsicht)? Sind die Hilfsmittel zur palliativen Versorgung bis eben zum Tod hin nicht in allen Einrichtungen gleich
Monitor: Sterben im Pflegeheim

Christianes Herz
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Re: Sterbehilfe

Beitrag von Christianes Herz » 12.06.15, 14:00

Timmie2 hat geschrieben:
Christianes Herz hat geschrieben:Das verstehe ich nicht so recht. Stirbt nicht jeder ähnlich (in den div. Einrichtungen unter Aufsicht)? Sind die Hilfsmittel zur palliativen Versorgung bis eben zum Tod hin nicht in allen Einrichtungen gleich
Monitor: Sterben im Pflegeheim
Timmie, ich kann sprechen. Seit wann kommunizierst Du nur noch via Links? Aber danke schön. Ich habe mir das nicht so heftig vorgestellt.
:wink:
Frdl. Grüße
Christiane

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Re: Sterbehilfe

Beitrag von Timmie2 » 12.06.15, 19:07

Christianes Herz hat geschrieben:Timmie, ich kann sprechen. Seit wann kommunizierst Du nur noch via Links
Entschuldigung. Manchmal soll's halt zügig gehen und dann klatscht man schnell was hin. Du hast aber natürlich recht, ist nicht gerade die feine Art.

Ergein
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Re: Sterbehilfe

Beitrag von Ergein » 01.07.15, 10:56

Vor wenigen Tagen wurde aktive Strebehilfe in der Bundesregierung diskutiert. Die meisten sind dafür, jetzt gilt es Einzelheiten zu klären. Ich denke, in wenigen Jahren wird aktive Sterbehilfe Einzug in deutsches Gesundheitssystem finden. Ich bin dafür.
Ich bin Daenerys Sturmtochter vom Blut des alten Valyria, und ich nehme mir, was mein ist! Mit Feuer und mit Blut werde ich es mir holen!
- Khaleesi

Christianes Herz
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Re: Sterbehilfe

Beitrag von Christianes Herz » 01.07.15, 23:24

Ergein hat geschrieben:Ich bin dafür.
Heute werden die 4 Gesetzesentwürfe beraten.
https://www.bundestag.de/dokumente/text ... ung/379940

Vielleicht hören Sie da mal rein und lesen hier den Faden von Anfang an und überdenken Ihr ziemlich platt wirkendes "Ich bin dafür"?

Frdl. Grüße
Christiane

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Re: Sterbehilfe

Beitrag von Ergein » 02.07.15, 21:57

Das Thema verfolge ich seit vielen Jahren und kenne ziemlich alle Gesetzesentwürfe. Ich sehe da nichts, was ich überdenken sollte, wie auch immer dass auf Sie wirken mag.
Ich bin Daenerys Sturmtochter vom Blut des alten Valyria, und ich nehme mir, was mein ist! Mit Feuer und mit Blut werde ich es mir holen!
- Khaleesi

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Re: Sterbehilfe

Beitrag von Timmie2 » 03.07.15, 06:59

Ergein hat geschrieben:Vor wenigen Tagen wurde aktive Strebehilfe in der Bundesregierung diskutiert. Die meisten sind dafür, jetzt gilt es Einzelheiten zu klären. Ich denke, in wenigen Jahren wird aktive Sterbehilfe Einzug in deutsches Gesundheitssystem finden. Ich bin dafür
Es wurde beileibe nicht aktive Sterbehilfe diskutiert, sondern eine Verschärfung der derzeitigen Gesetzeslage.

Die Mehrheit der Bevölkerung (einschließlich mir) ist nach Umfragen für mehr und bessere Möglichkeiten bei der Sterbehilfe. Die eingebrachten Gesetzesvorlagen bewirken aber genau das Gegenteil. Es scheint sich ein Gesetzesentwurf durchzusetzen, der neben dem Gesundheitsminister und der Kanzlerin auch vom Cheflobbyisten der Bundesärztekammer unterstützt wird. Danach wird sich kein Arzt für Behilfe zum Suizid mehr finden lassen. Wieder einmal agiert die Gurkentruppe gegen die Mehrheit der Bevölkerung und schämt sich nicht, in die privateste aller Entscheidungen einzugreifen. Das Selbstbestimmungsrecht der Bürger wird grundlos beschnitten.

Christianes Herz
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Re: Sterbehilfe

Beitrag von Christianes Herz » 05.07.15, 01:10

Timmie2 hat geschrieben:Es wurde beileibe nicht aktive Sterbehilfe diskutiert, sondern eine Verschärfung der derzeitigen Gesetzeslage.
Ja, Timmie, ich habe jetzt die Zeit gefunden, nachzulesen. Ich geb Dir recht, der derzeitige Diskussions-/Überlegungs-Stand macht mir (ganz persönlich) Angst vor einem Gesetz.

Frdl. Grüße
Christiane

Parasympathikus
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Re: Sterbehilfe

Beitrag von Parasympathikus » 09.07.15, 08:52

Ergein hat geschrieben:Vor wenigen Tagen wurde aktive Strebehilfe in der Bundesregierung diskutiert. Die meisten sind dafür, jetzt gilt es Einzelheiten zu klären. Ich denke, in wenigen Jahren wird aktive Sterbehilfe Einzug in deutsches Gesundheitssystem finden. Ich bin dafür.
Nein, wurde es nicht. Eher das Gegenteil ist der Fall, der Tenor geht -zum Glück- eher dahin, dass organisierte Sterbehilfe abzulehnen ist. Es sind auch nicht die "meisten dafür". Wenn "in wenigen Jahren aktive Sterbehilfe Einzug ins deutsche Gesundheitssystem finden" würde, würde ich Deutschland verlassen. Ergo: Ich bin dagegen. Und gegen unüberlegte und unausgegorene Schnellschüsse sowieso.

Ärzte sollen Rechtssicherheit bei der passiven Sterbehilfe erhalten, und Patienten sollen möglichst angst- und schmerzfrei den letzten Weg antreten können. Das erreicht man weder durch Sterbeverfügungen á la sozialverträgliches Schnellableben, noch durch Kommerzialisierung der Sterbehilfe. Sondern u.a. durch gravierende Verbesserungen im Palliativbereich und mit der weniger gern gehörten Wahrheit, dass man dafür zum Beispiel richtig Geld in die Hand nehmen muss.
Viele Grüße,

Parasympathikus

Timmie2
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Re: Sterbehilfe

Beitrag von Timmie2 » 09.07.15, 23:19

Parasympathikus hat geschrieben: Es sind auch nicht die "meisten dafür". Wenn "in wenigen Jahren aktive Sterbehilfe Einzug ins deutsche Gesundheitssystem finden" würde, würde ich Deutschland verlassen. Ergo: Ich bin dagegen.
Und ich bin dafür - steht's fifty-fifty. Eine etwas seltsame Logik der Mehrheitsfindung. Es steht Ihnen ja frei Deutschland zu verlassen, aber was berechtigt Sie dazu anderen abzuverlangen zur Sterbehilfe in die Schweiz zu reisen?
Parasympathikus hat geschrieben:Ärzte sollen Rechtssicherheit bei der passiven Sterbehilfe erhalten...
Erhalten Sie aber nicht. Wann handelt ein Arzt gewerbsmäßig - ab der 5. oder 10. Suizidbeihilfe oder gar schon im Wiederholungsfall? Es läuft definitiv auf ein Verbot hinaus mit den üblichen schwammigen Hintertürchen, die man sich gerne mal einräumt.
Parasympathikus hat geschrieben:...und Patienten sollen möglichst angst- und schmerzfrei den letzten Weg antreten können.
Können Sie nicht, denn es wird Ihnen ein erhebliches Stück Entscheidungsfreiheit genommen. Sie haben zu erdulden was andere Ihnen auferlegen. Das ist geradezu zynisch.

Jessy-81
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Re: Sterbehilfe

Beitrag von Jessy-81 » 10.07.15, 00:01

Hallo,
Können Sie nicht, denn es wird Ihnen ein erhebliches Stück Entscheidungsfreiheit genommen. Sie haben zu erdulden was andere Ihnen auferlegen.
Das stimmt so ja nicht ganz. Es steht ja wohl noch die Freiheit offen, es selber, zuhause durchzuführen(ausnahmen gibt es natürlich).
Bei aktive Sterbehilfe wäre genauso eine Bevormundung, das dann andere die Entscheidung treffen würden, ob man darf oder nicht, was auch seine Zeit brauchen würde bis es genehmigt wird. Das würde den meisten, wenn das mal durch wäre auch nichts mehr bringen. Und das soll wirklich dann keine Bevormundung sein? Das ist das letzt was ich wollte, das ein Arzt darüber entscheidet ob man darf oder nicht und dann mal ein paar Wochen auf die Entscheidung Warten.

Gruß
Jessy

Parasympathikus
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Re: Sterbehilfe

Beitrag von Parasympathikus » 10.07.15, 08:53

Timmie2 hat geschrieben: Und ich bin dafür - steht's fifty-fifty. Eine etwas seltsame Logik der Mehrheitsfindung. Es steht Ihnen ja frei Deutschland zu verlassen, aber was berechtigt Sie dazu anderen abzuverlangen zur Sterbehilfe in die Schweiz zu reisen?.
Ich verlange niemandem etwas ab. Das muss schon jeder für sich selbst entscheiden. Ich entscheide allenfalls für mich, dass ich mich niemals einem bürokratischen Sterbediktat, in dem andere für mich entscheiden, wann ich abzutreten habe, unterwerfen werde.
[Rechtssicherheit] Erhalten Sie aber nicht. Wann handelt ein Arzt gewerbsmäßig - ab der 5. oder 10. Suizidbeihilfe oder gar schon im Wiederholungsfall? Es läuft definitiv auf ein Verbot hinaus mit den üblichen schwammigen Hintertürchen, die man sich gerne mal einräumt.
Kommt drauf an, über was wir (bzw. die Politik) diskutieren. Vom Thema, dass Ärzte "Suizidbeihilfe" leisten dürfen/sollen, sind wir (zum Glück) noch meilenweit entfernt.

Parasympathikus hat geschrieben:...und Patienten sollen möglichst angst- und schmerzfrei den letzten Weg antreten können.
Können Sie nicht, denn es wird Ihnen ein erhebliches Stück Entscheidungsfreiheit genommen. Sie haben zu erdulden was andere Ihnen auferlegen. Das ist geradezu zynisch.
Was soll daran zynisch sein? Zynisch ist für mich, wenn selbsternannte Alles-Durchblicker so tun, als seien mit einer staatlichen Legalisierung von Sterbeklempnern alle Probleme der Menschheit beseitigt. Und noch zynischer wird es, wenn sich durch irgendwelche gewerblichen Sterbehilfe-Angebote ältere oder chronisch kranke Menschen regelrecht dazu genötigt sehen, sich endlich beseitigen zu lassen. Es ist doch Unsinn, dass man mit einer zurückhaltenden Einstellung gegen aktive Sterbehilfe dem Einzelnen "ein erhebliches Stück Entscheidungsfreiheit" nimmt. Auch nach gefühlten zehntausend Diskussionsbeiträgen, die sich im Prinzip immer wieder im Kreis drehen. Wer sich suizidieren will, dem kann das niemand verbieten. Auch wenn es in manchen Fällen geboten wäre. Wer das Geld oder die Beziehungen hat, hat sich mit ausreichend Barbituraten bevorratet, anderen bleibt nur ein weniger "elegante" Abgang. Diese Entscheidungsfreiheit war nie gefährdet. Und falls man dazu nicht mehr in der Lage ist, dürfen Ärzte schon heute, normalerweise ohne Strafe befürchten zu müssen, den letzten Weg durch hohe, möglicherweise mit tödlichen Nebenwirkungen verbundene Schmerzmitteldosierungen erleichtern.

Was wollen wir noch alles gesetzlich durchregeln? Manchmal habe ich den Anschein, wir Deutschen verblöden langsam an unserem eigenen Regulierungsdrang. Ich habe genug Angehörige verloren, nur selten war es ein einfacher und schneller Tod. Sterben war noch nie einfach, weder für den Sterbenden, noch für die Angehörigen. Aber der Tod ist nun mal etwas, was uns alle ereilt. Seit es Menschen gibt. Wir können nicht so tun, als seien wir dank unserer hochtechnisierten Welt in einer Position, in der wir auch noch unser Sterben vollkaskoversichert nach DIN ablaufen lassen können.
Viele Grüße,

Parasympathikus

Timmie2
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Re: Sterbehilfe

Beitrag von Timmie2 » 10.07.15, 22:42

Jessy-81 hat geschrieben:Bei aktive Sterbehilfe wäre genauso eine Bevormundung, das dann andere die Entscheidung treffen würden, ob man darf oder nicht, was auch seine Zeit brauchen würde bis es genehmigt wird. Das würde den meisten, wenn das mal durch wäre auch nichts mehr bringen. Und das soll wirklich dann keine Bevormundung sein?
Ach so, deshalb kann man Sterbehilfe auch gleich ganz verbieten. Bin ich hier eigentlich auf dem falschen Planeten gelandet?
Parasympathikus hat geschrieben:Ich verlange niemandem etwas ab. Das muss schon jeder für sich selbst entscheiden. Ich entscheide allenfalls für mich, dass ich mich niemals einem bürokratischen Sterbediktat, in dem andere für mich entscheiden, wann ich abzutreten habe, unterwerfen werde
Das dürfen Sie doch - jederzeit. Dieses Entscheidungsrecht steht aber nicht nur Ihnen zu, sondern auch jedem anderen Ihrer Mitmenschen, die im übrigen bei Beihilfe zum Suizid nicht abzutreten haben sondern abtreten dürfen. Ein kleiner aber feiner Unterschied.
Parasympathikus hat geschrieben:Kommt drauf an, über was wir (bzw. die Politik) diskutieren. Vom Thema, dass Ärzte "Suizidbeihilfe" leisten dürfen/sollen, sind wir (zum Glück) noch meilenweit entfernt
Da sind auch Sie offenbar gänzlich falsch informiert. Suizidbeihilfe ist in Deutschland schon seit Jahrzehnten nicht strafbar und das gilt auch für Ärzte. Einem über das Strafrecht hinausgehenden Verbot der ärztlichen Beihilfe zur Selbsttötung mittels Berufsrecht hat das Berliner Verwaltungsgericht 2012 eine klare Absage erteilt. Aufgabe der Ärztekammer sei es zwar ihre Mitglieder zu überwachen und bei drohenden Pflichtverstößen Untersagensverfügungen zu erlassen (woran man sonst ja nicht so brennend interessiert zu sein scheint), hingegen dürfe jedoch gem. Art. 12 GG und Art. 2 1 GG kein uneingeschränktes Verbot des ärztlich assistierten Suizids ausgeprochen werden. Einige Landesärztekammern haben diesem Urteil auch Rechnung getragen und die Berufsordnung geändert, nur gewisse Lobbyisten und Moralisten der Bundesärztekammer scheinen von Recht und Gesetz wenig beeindruckt zu sein und halten nach wie vor an einem Verbot fest. Die unterschiedlichen Berufsordnungen der Landesärztekammern waren Anlass für eine diskutierte Gesetzesänderung um Ärzten Rechtssicherheit schaffen. Diese geplante Gesetzesänderung nahmen diese Lobbyisten offenbar ziemlich erfolgreich zum Anlass ihren Einfluss geltend zu machen um ihre eigenen Vorstellungen im Strafrecht verwirklicht zu sehen. Patientenwunsch und Patientenwillen waren denen ja von jeher lästig und ein Greuel
Parasympathikus hat geschrieben:Was soll daran zynisch sein? Zynisch ist für mich, wenn selbsternannte Alles-Durchblicker so tun, als seien mit einer staatlichen Legalisierung von Sterbeklempnern alle Probleme der Menschheit beseitigt. Und noch zynischer wird es, wenn sich durch irgendwelche gewerblichen Sterbehilfe-Angebote ältere oder chronisch kranke Menschen regelrecht dazu genötigt sehen, sich endlich beseitigen zu lassen.
Ich wiederhole mich ja nur ungern, aber offenbar ist auch nach 33seitiger Diskussion noch nicht zu allen vorgedrungen, dass es diese Angebote längst gibt und sowohl der Dammbruch als auch die massenhafte Selbsttötung älterer oder chronisch kranker Menschen bisher ausgeblieben ist, was bei den vorgebrachten Argumenten der Sterbehilfegegner ja beinahe schon an ein Wunder grenzt
Parasympathikus hat geschrieben:Es ist doch Unsinn, dass man mit einer zurückhaltenden Einstellung gegen aktive Sterbehilfe dem Einzelnen "ein erhebliches Stück Entscheidungsfreiheit" nimmt
An Ihrer persönlichen Einstellung stört sich niemand. Problematisch wird es erst dann, wenn diese persönliche Einstellung über das StGB anderen aufgezwungen wird.
Parasympathikus hat geschrieben:Auch nach gefühlten zehntausend Diskussionsbeiträgen, die sich im Prinzip immer wieder im Kreis drehen. Wer sich suizidieren will, dem kann das niemand verbieten
Man rufe den Klempner...
Parasympathikus hat geschrieben:Wer das Geld oder die Beziehungen hat, hat sich mit ausreichend Barbituraten bevorratet, anderen bleibt nur ein weniger "elegante" Abgang
Sterbehilfe für Reiche und Priveligierte, darauf wird es auch hinauslaufen
Parasympathikus hat geschrieben:Was wollen wir noch alles gesetzlich durchregeln? Manchmal habe ich den Anschein, wir Deutschen verblöden langsam an unserem eigenen Regulierungsdrang
Wir verblöden nicht am Regulierungsdrang sondern am fortschreitenden Verlust des eigenständigen Denken und Handelns

Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können, muß man vor allem ein Schaf sein (Albert Einstein)
Parasympathikus hat geschrieben:Ich habe genug Angehörige verloren, nur selten war es ein einfacher und schneller Tod. Sterben war noch nie einfach, weder für den Sterbenden, noch für die Angehörigen. Aber der Tod ist nun mal etwas, was uns alle ereilt. Seit es Menschen gibt. Wir können nicht so tun, als seien wir dank unserer hochtechnisierten Welt in einer Position, in der wir auch noch unser Sterben vollkaskoversichert nach DIN ablaufen lassen können
Dann dürfen wir also alle „lustvoll-katholisch verrecken“, wie es jemand in einem Blogbeitrag so überaus treffend auf den Punkt gebracht hat. „Verfaulen und vergammeln während einen der Krebs auffrisst oder die Dememz einen zur gammeligen Rübe werden lässt“

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