eGK ab 01.10.14 für alle

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Jule90
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eGK ab 01.10.14 für alle

Beitrag von Jule90 » 02.01.14, 11:03

Gerade sehe ich im TV, dass die alten Krankenkassenkarten nur noch maximal bis 30.09.14 gültig sind. Danach eben nur noch die neue eGK.
Muss ich denn dann jetzt doch eine solche Karte nehmen?
Was ist wenn ich die nicht beantrage?
Kann die KK mir einfach so eine neue (auch ohne Bild) zuschicken?
Meine alte ist normalerweise bis 2015 gültig.

Jule
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(Brecht)

Kasi
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Re: eGK ab 01.10.14 für alle

Beitrag von Kasi » 02.01.14, 13:13

Ab 01.01.2014 ist die alte Versicherungskarte kein gülitiger Versicherungsnachweis. Der Arzt darf Sie nur als Privatpatienten behandeln, mit der Ausnahme, dass innerhalb von 10 Tagen ein Versicherungsnachweis nachgereicht wird.

dora
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Re: eGK ab 01.10.14 für alle

Beitrag von dora » 02.01.14, 13:35

Kasi hat geschrieben:Ab 01.01.2014 ist die alte Versicherungskarte kein gülitiger Versicherungsnachweis. Der Arzt darf Sie nur als Privatpatienten behandeln, mit der Ausnahme, dass innerhalb von 10 Tagen ein Versicherungsnachweis nachgereicht wird.
Die KK übernimmt aber trotzdem die Behandlungskosten, man muss die Abrechnung vom Arzt im gleichen Quartal dort einreichen.
Bis zum 1.10. gilt diese Regelung noch.

aber wo ist denn da das Problem, das kann man ja sogar online alles machen.

PR
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@Kasi: wissen Sie was Neues ?

Beitrag von PR » 02.01.14, 13:58

Quelle ?

Mein Wissensstand vom 28.12.13 ist: " Die Kassen gehen in ihrer Erklärung davon aus, dass im Laufe des Sommers, spätestens Ende September die Voraussetzungen gegeben seien, dass eine Abrechnung über die alte Krankenversichertenkarte gar nicht mehr zum Tragen komme."

Nix von Pflicht oder geht nicht mehr.

Die Tschippkarten sind gültige Behandlungsausweise bis zum Ende des aufgedruckten Datums.
Die Praxis-Programme zum Einlesen der Karten behandeln die KVK und die eKG genau gleich.
Daran hat sich bisher nichts geändert. Ich würde mich wehren, falls.

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kosa
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Re: eGK ab 01.10.14 für alle

Beitrag von kosa » 02.01.14, 14:07

Hallo,

am 20.12.2013 hat die KBV folgendes veröffentlicht:
Ab 1. Januar 2014 gilt die elektronische Gesundheitskarte (eGK). Wer aber bis dahin noch keine eGK von seiner Krankenkasse erhalten hat, kann weiterhin die „alte“ Krankenversichertenkarte (KVK) nutzen. Die Lesegeräte in den Arztpraxen sind in der Lage, sowohl die eGK als auch die KVK einzulesen. Die KBV geht davon aus, dass die Krankenkassen im Laufe des Jahres 2014 alle Versicherten mit der eGK ausstatten werden.
www.kbv.de

Weitere Veröffentlichungen zu diesem Thema:
www.kvhessen.de
www.kvhb.de

Gruß
kosa

dora
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Re: eGK ab 01.10.14 für alle

Beitrag von dora » 02.01.14, 14:30

ich habe das hier anders gelesen

http://www.wdr2.de/service/quintessenz/ ... en104.html

kann natürlich sein dass das nicht stimmt :?:

kosa
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Re: eGK ab 01.10.14 für alle

Beitrag von kosa » 02.01.14, 14:48

Hallo,
Die öffentliche Berichterstattung ist noch immer von der Fehlinformation der Kassen vom 1. Oktober 2013, nach welcher die KVK zum Jahresende 2013 ihre Gültigkeit verlören, geprägt.
Quelle: www.kvhessen.de

Daran hat sich bis heute nichts geändert.

Gruß
kosa

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Re: eGK ab 01.10.14 für alle

Beitrag von Kasi » 02.01.14, 15:00

Wie gesagt, beim Arzt gibt es eine Heilungsmöglichkeit: Nachreichen des Versicherungsnachweises oder selbst mit der Kasse abrechnen.
Bei den Rezepten gibt es keine Vereinbarung über eine nachträgliche Kostenerstattung der Privatrezepte bei der Kasse.
Sollte der Arzt versehentlich ein Kassenrezept ausstellen, kann eigentlich nur er dafür in Haftung genommen werden oder die Kassen sind kulant.
Aber es gibt schon einzelne Kassen (zB DAK), die öffentlich Stellung bezogen haben, dass eine Erstattung der Privatrezepte nicht vorgesehen ist.

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Re: eGK ab 01.10.14 für alle

Beitrag von Humungus » 02.01.14, 15:14

Eine "Heilungsmöglichkeit" ist nicht nötig.

Die alte KVK gilt weiterhin bis zum aufgedruckten Gültigkeitsdatum.

Kosas Link beschreibt die Rechtsgrundlage.

Den Lügen der KrankenKassen und der Medien ist kein Glauben zu schenken.
Augenarzt? Flatrate. Für nur 18 Euro all you can (tr)eat, ein ganzes Quartal lang! DAS ist heutige Gesundheitspolitik.

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Re: eGK ab 01.10.14 für alle

Beitrag von Kasi » 02.01.14, 15:44

Rechtsgrundlage für die Rezeptausstellung?

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Re: eGK ab 01.10.14 für alle

Beitrag von Kasi » 02.01.14, 18:31

Ein erstes Zugeständnis der DAK gibt es nun, aber von einer klaren Rechtslage ist man weit entfernt.
http://www.deutsche-apotheker-zeitung.d ... 11766.html

Die Krankenkassen versuchen jede Lücke zu nutzen, um erbrachte Leistung nicht zu bezahlen.
Hier ist nun mal ein ungeregelter Zustand, ob man nun Befürworter oder Gegner der Gesundheitskarte ist.
Daher sind so Aussagen, dass die alten Karten bis zum aufgedruckten Datum gültig sind, nur die halbe Wahrheit.

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Ein ärztliches Rezept

Beitrag von PR » 02.01.14, 19:03

kann irgend ein Blatt Papier sein, solange es Stempel und Unterschrift des ausstellenden Arztes trägt.
Es ist eine Empfehlung an den Patienten.

Das ist die Rechtsgrundlage. Jede andere Bedeutung (einschließlich Verantwortung für Pharmapreise einschließlich für Verantwortung für beliebiges Ersatzmedikament usw.usw.) haben die kranken Kassen da hineinbeschissen.

Wer könnte übrigens einem Kassenrezept ansehen, ob es ausgedruckt ist nach Einlesen der KVK, oder nach dem Einlesen der eGK ? Niemand, es gibt keinen Unterschied. Es herrscht hier das übliche Kassenchaos, das halt seit Seehofer herrscht.

Wie lange die KVKen in den Praxen gelten, das zeigt uns übrigens unsere EDV an. Witziger Weise weicht diese Anzeige schon lange vom aufgedruckten Datum ab: es ist immer das Ende des nächsten Quartals. Dies machen die software-Häuser so aufgrund der Vorgaben der KBV, und die beruhen auf Verträgen mit dem spitzen kranken Kassenbunzverbanz.

Ätsch.

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Neee Kasi, die kranken Kassen

Beitrag von PR » 02.01.14, 19:09

s c h a f f e n Rechtslücken, d a m i t sie sie missbrauchen können.

Dieses System ist vollkommen durch-chaotisiert. Das Chaos hat System.

Die von Ihnen genannte kranke Kasse hat mir übrigens viele Monate lang Verzugsgebühren fakturiert für nachweislich jederzeit rechtzeitig eingegangene Sozialabgaben. I c h jedenfalls weiß: da hocken Falschspieler vom Scheffe bis zum Aktenboten.

Sie sollten sich wehren !

PR
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Re: eGK ab 01.10.14 für alle

Beitrag von Humungus » 02.01.14, 19:30

Kasi hat geschrieben:Rechtsgrundlage für die Rezeptausstellung?
Haben Sie den Link von Kosa gelesen?

http://www.kvhessen.de/kvhmedia/Downloa ... _10_22.pdf
Der Sachverhalt hat sich unterdessen nicht geändert. Der §4 der Anlage 4a des BMV-Ä lautet:
"Ab 01.01.2014 gilt grundsätzlich gemäß §19 BMV-Ä die eGK als Nachweis für die Berechtigung zur
Inanspruchnahme von Leistungen." Wichtig ist dabei der Verweis auf den §19 BMV-Ä.

Darin heißt es im Absatz 2: "Solange die eGK noch nicht an den Versicherten
ausgegeben worden ist, ist der Versicherte verpflichtet, zum Nachweis der Anspruchsbe-
rechtigung die KVK gem. § 291 Abs. 2 SGB V vorzulegen."
Mit dieser Regelung ist sichegestellt,
dass auch eine KVK einen gültigen Leistungsnachweis darstellt, solange keine eGK vorliegt.
Die KVK kann damit sowohl nach dem 1. Januar 2014 als auch nach dem 1. Oktober 2014
bis zum Ablauf der aufgedruckten Gültigkeitsdauer weiter in den Praxen verwendet werden.
(Hervorhebung durch mich)
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Re: eGK ab 01.10.14 für alle

Beitrag von Kasi » 02.01.14, 19:37

Ich denke, dass unsere Gesellschaft noch 2-3 Jahre braucht, um zu kapieren, was diese Krankenkassen für einen Schaden angerichtet haben.
Am besten, wäre es sich auf 2-3 Kassen zu beschränken und eine völlige Kehrtwende in unserem Gesundheitssystem einzuläuten.
Die Krankenkassen verschlingen nicht nur mehr als 5% der Versichertengelder, sie bürokratisieren alle Ebenen. Da könnte man locker 20% der Kosten einsparen.
Der Schaden in meinem Bereich der Arzneimittel ist enorm. Mir wird schlecht, wenn ich die letzten 5 Jahre an Veränderungen anschaue. Jüngster Knaller: ein Insulinrückruf, weil in China vergessen wurde ein Ventil (von Hand) zu öffnen. Warum lassen wir es zu, dass wir Arzneimittel in Asien herstellen, wo es faktisch keine Kontrollmöglichkeiten gibt. Inzwischen wird fast 90% dort hergestellt. Solche Entwicklungen, wegen ein paar Cent Einsparung durch Rabattverträge in Kauf zu nehmen ist reichlich dumm.
Leider gibt es in der Politik und in den Medien noch keine Sensibilität für unser größtes Problem im Gesundheitssektor: die Krankenkassen.

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