Neue Chip-Gesundheitskarte "e-card" - Ist das gut?

Moderator: DMF-Team

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auf dem Rücken der Patienten

Beitrag von PR »

drücken die kranken Kassen jetzt ihre Interessen durch: das Online-Versichertenstammdatenmanagement, im Klartext: die kostenlose Pflege ihrer verwahrlosten Mitgliederdateien durch Dritte.

Und scheuen vor nichts mehr zurück. "dass die Ärzte damit auch nicht mehr abrechnen würden" ist eine unverschämte Lüge. Sowas bräuchte eine vertraglichen Regelung mit den KVen, und in deren Folge eine Anweisung der KVen an die Vertragsärzte. Und die hat es nie gegeben.

Nicht ganz übersehen sollte man allerdings, daß der Ober-Gassenjunge der KBV der bisher privaten Meinung ist, das solle sich Ende 2014 ändern. Also da dann mal aufmerksam die Presse studieren.
Das Plazet seiner Vertreterversammlung hat der Obergassenjunge allerdings noch längst nicht.

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Jule90
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Re: Neue Chip-Gesundheitskarte "e-card" - Ist das gut?

Beitrag von Jule90 »

So, eben kam der Versicherungsnachweis.
Gültig bis 30.09.14 na dann bin ich mal gespannt wie es weiter geht.

Jule
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(Brecht)
Jule90
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Re: Neue Chip-Gesundheitskarte "e-card" - Ist das gut?

Beitrag von Jule90 »

Sehr merkwürdig,...
Ich war heute wieder bei meiner Rheumatologin im Krankenhaus und hatte am selben Tag dort noch einen Termin in der Orthopädie. Für die Orthopädie brauchte ich eine Einweisung vom Hausarzt, die ich auch mit hatte. Was ich nicht wusste war, dass ich für die Rheumatologin auch eine gerbaucht hätte. Ist wohl jetzt so.
Trotzdem wurde die normale Überweisung für die Rheumatologin auch angenommen. Komisch ist nur, dass ich vor 3 Monaten noch am Empfang freundlich darauf hingewiesen wurde, dass ich mir doch eine eGK zulegen solle und heute nichtmal nach meiner VK gefragt wurde :shock: .
Ich habe lediglich die Einweisung und Überweisung abgegeben und das wars.
Warum?

Jule
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(Brecht)
Humungus
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Re: Neue Chip-Gesundheitskarte "e-card" - Ist das gut?

Beitrag von Humungus »

Weil auf einer Überweisung sämtliche Daten vorhanden sind, die notwendig sind: Versicherungsnummer des Patienten, ausstellende Krankenkasse, Gültigkeitsdauer. Mit einer Überweisung braucht man keine KVK mehr ("Ersatzverfahren").

Wenn dann mal ein Online-Abgleich stattfindet, wird man mit diesen Daten auch online gehen können.
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Fenchurch
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Re: Nun ja! Welchen Kassenarzt Sie auch brauchen, es muß

Beitrag von Fenchurch »

Guten Tag!
PR hat geschrieben:einer sein, der akzeptiert, daß seine Mitarbeiterinnen sich von Ihrer kranken Kasse [...] eine aktuelle Mitgliedschaftsbestätigung [...] besorgen, und davon die Daten ziffernweise fehlerfrei und komplett in die praxiseigene EDV-Kassendaten-Dokumentation übertragen. [...] Substanziell genug ?
Vielen Dank! Die Substanz war für 2014 ausreichend. In meiner Antwort an die eine nachfragende Arzt-Praxis habe ich darauf hingewiesen, daß keine der übrigen Praxen mit dem papierenen Versichertennachweis Probleme hatte (machte). Sie sollten sich bitte an die Versicherung wenden, falls noch Angaben für die Abrechnung mit der KVWL fehlen.

Im übrigen Jahr gab es keine erwähnenswerten Friktionen wegen des Papiers statt der Plastik. Verunsichert bis unerfreut reagiert haben aber 5 von 8 Praxen, die ich über's Jahr aufsuchte. Heute habe ich bei meinem KV-Beitragsnehmer den Versichertennachweis für 2015 beantragt.

Freundliche Grüße,
Fenchurch
PR hat geschrieben:PS: oh, oh, Sie müssen älter sein als ich, Sie schreiben ja "substantiell" noch richtig...
Einschulung 1985 - somit definitiv: nein (-:
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Zwischen den Jahren

Beitrag von PR »

genauer: von 24.12. bis 06.01
haben mich vier Patientinnen dabei erwischt, dass ich in den Weihnachtsferien an meinem Arbeitsplatz war. Dreie kannte ich, dreie hatten eine neue Tschippkarte, ich hatte das update eingespielt, und das Programm hat sie akzeptiert, es ging um Dinge, die ich ohne meine Schätzchen erledigen konnte.

Die vierte kannte ich nicht, war mit Mann aus Frankreich angereist, stammte nicht von da, war über vierzig, hätte mich auf Französisch eher schlechter verstanden als auf Deutsch, hatte schon an der Tür die Frage, was denn in 'schland eine nichtinvasive genetische Untersuchung am Zwanzigwochenfoetus kost.
Hatte aus Frankreich umfangreiche Unterlagen über ein Ersttrimesterscreening und ein erweitertes Organscreening aus der 20. SSW dabei und wollte wissen, was bei normalem Organscreening ein adjustiertes Trisomierisiko im Ersttrimesterscreening von 1 : 175 bedeutet. Ich habs ihr an der Tür gesagt. Eine Tschippkart hatte sie nicht.

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Ein paar Krakenkassen

Beitrag von PR »

scheinen mittlerweile nicht bloß das notorische Maul sondern auch die Nase voll zu haben vom Lügenprofessorchen und seiner Gema Tick:

http://www.spiegel.de/wirtschaft/servic ... 11547.html

Sieht so der Anfang vom Ende einer milliardenschweren Geschichte von Täuschung und Veruntreuung aus,
begangen von den an der Gema Tick beteiligten Krakenkassen,
begangen an deren Mitgliedern ?

Maximilian ! Maximilian ??? um von den n i c h t bundesweit organisierten Krakenkassen gleich ganz zu schweigen.

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Re: Neue Chip-Gesundheitskarte "e-card" - Ist das gut?

Beitrag von Humungus »

Nein, das ist nicht der Anfang vom Ende, sondern milder Druck, den die KrankenKassen ausüben, damits schneller geht. Datensicherheit? Egal.
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Re: Neue Chip-Gesundheitskarte "e-card" - Ist das gut?

Beitrag von sunnyboy82 »

blindekuh hat geschrieben:HAllo,
wollte mal nachfragen, ob das Nachteile für mich hat, wenn ich mein Foto abgebe und dann diese neue Karte bekomme?

Danke
Eigentlich sollte das mehr Sicherheit bieten, genau das hatte ich auch mal auf der Homepage von der IKK gesehen (glaube ich). was allerding passiert sein soll, war dann nicht so schön. Das neue Feature hatte wohl diverse Lücken bei der Umsetzung, so habe ich es zu mindestens mitbekommen. Ich weiß leider nicht genau was das schief lief aber ich muss ehrlich sagen ich fand es garnicht so schlecht, also die Idee ist absolut legitim warum auch nicht bei Krankenkassenkarten Sicherheit ins Spiel bringen.

Im Prinzip hat es keinerlei Nachteile für dich, im Gegenteil es ist als Verbesserung gedacht und sollte meiner Meinung nach auch so gesehen werden.
Wenn man Morgens aufsteht und es tut einem nichts weh, dann ist man noch zu jung oder tod. :D
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Re: Neue Chip-Gesundheitskarte "e-card" - Ist das gut?

Beitrag von Humungus »

sunnyboy82 hat geschrieben:...ich muss ehrlich sagen ich fand es garnicht so schlecht, also die Idee ist absolut legitim warum auch nicht bei Krankenkassenkarten Sicherheit ins Spiel bringen.
Finde ich auch. Darum sofortiger Schluss mit der eGK und Wiedereinführung der KVK mit freiwilligem Foto drauf.
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Re: Neue Chip-Gesundheitskarte "e-card" - Ist das gut?

Beitrag von Christianes Herz »

Die drückens einfach durch:
„Wir machen uns die Welt wie sie uns gefällt“ – oder: Wie GKV und KBV über Nacht Verträge frisieren
http://ddrm.de/?p=3468

Frdl. Grüße
Christiane
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sunnyboy82, bitte

Beitrag von PR »

überprüfen Sie Ihre Rechtschreibung.

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Re: Neue Chip-Gesundheitskarte "e-card" - Ist das gut?

Beitrag von Christianes Herz »

PR hat geschrieben:überprüfen Sie Ihre Rechtschreibung.
Weil die Kommata nicht so eindeutig gesetzt sind? :wink:

Grüße
Christiane
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naa, schlichter:

Beitrag von PR »

t statt d

Pr
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Mister Grobian und seine Bandagen

Beitrag von PR »

Es meint Mister Grobian,
meint den spitzen Kassenbundesverband und die Kabevau
und meint die Weiterentwicklung der Mistcard:

Schluß mit "analogen Daten",
Zeit für die Datenautobahn,
die Mistcard sei der Rennwagen, der ungeduldig in der Garage, ja was denn, vor sich hinpestet ?,
und endlich endlich müsse jetzt das Gesundheizwesen vernetzt werden.
Didadnsinnsischä, das ja sowieso.
Wer blockiert, zahlt, droht Mister Grobian. Es sollen wohl andere Bandagen aufgezogen werden.


Am Rande dieses Weltereignisses kleine Begebenheit von heute Nachmittag.
Erstschwangere Mitte dreißig, erste Schwangerenuntersuchung, Mutterpaß ausfüllen, umfangreiche Anamnese, umfangreiche mündliche und schriftliche Beratung. Vor vier Jahren eine Gebärmutteroperation. Ist die fachliche Frage: war dabei das Myometrium ganz durchtrennt und das Cavum offen ? Dann siehts zur Geburt ziemlich nach Kaiserschnitt aus. Wenn nicht, dann nicht.

In so einem Fall brauch ich kurzfristig Auskunft, den Operateur von damals aber nicht vom OP-Tisch weg am Telefon haben, und schon überhaupt nicht will ich der Klinik in hunderttausend OP-Berichte gucken.

Das ist die klassische alltägliche Situation: Informationsaustausch im Pull-Verfahren = ich hol mir, was ich brauch, genau wenn's ich brauch, und haargenau nur das, was ich brauch. Einfach, klar, redundanzfrei und selbstverständlich analog.

Sowas läuft bei mir seit 25 Jahren so: Fax-Notiz mit allen Patientendaten getippt, aus der EDV ins Kliniksekretariat gefaxt: bitte kurze Äußerung vom Chef. Hat die Chefsekretärin Zeit, den OP-Bericht von vor ein paar Jahren auszudrucken, ihn in der OP-Pause dem Chef samt meiner Frage hinzulegen, der kritzelt was drunter und die Sekretärin faxt mir das. Ist für jeden eine Sache von wenigen Minuten, eine gute Stunde nach meinem Fax hab ich die Antwort (und nur genau die).

Nix "Vernetzung", die ist da völlig unnötig und aller Arbeit bloß hinderlich.
Aber: wer sowas Klares und Einfaches noch versteht, hat als Bunzgesundheizmister offenbar verspielt.

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