Neue Chip-Gesundheitskarte "e-card" - Ist das gut?

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Das weiß ich nicht,

Beitrag von PR »

hab aber auch auf dezidierte Nachfrage bei befreundeten Kollegen: "weißt Du was der Konnektor in Deinem LAN macht ?" keine Antwort gekriegt.

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Christianes Herz
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Re: Neue Chip-Gesundheitskarte "e-card" - Ist das gut?

Beitrag von Christianes Herz »

Vielen Dank, PR.

Christiane
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Nur noch eins:

Beitrag von PR »

Wissen's Sie denn ???
Was ist, wenn er doch etwas seinem Patienten erklärt?
wobei es um die Fragen geht:
was passiert einem Kassenarzt, der einen Sondervertrag mit einer kranken Kasse hat, der zur Folge hat, daß die kranke Kasse EDV-Aufzeichnungen des Arztes mitlesen kann.

und:

was macht der "Konnektor", den ein zB. BaWü-Hausarzt in sein LAN hängen muß,

mit den Daten der dort gespeicherten Patienten (aller !, nicht nur der bereits Eingeschriebenen, und nicht nur mit den Versichertenstammdaten der Eingeschriebenen) ???

PR

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Christianes Herz
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Re: Neue Chip-Gesundheitskarte "e-card" - Ist das gut?

Beitrag von Christianes Herz »

PR hat geschrieben:Wissen's Sie denn ???
Nein, PR, sonst wäre ich bei der Beantwortung behilflich gewesen.
"Meine" Ärzte, die mit mir ab und zu plauschen, sind zunehmend hilflos und vor allen Dingen genervt. Einer hatte schon einen Flyer fertig zur Auslage in der Praxis, so ungefähr getextet, dass er keinerlei Verantwortung für den Datenschutz der Patienten übernimmt, weil ihm nichts mehr geheuer ist.
Sein Anwalt hat ihn zurückgehalten.
Momentan ist da viel Wut im Bauch vorhanden und auf BW wird eher neidisch geguckt, weil dort wohl die Honorare höher sind.
Tut mir leid, mit ordentlichem Wissen kann ich nicht dienen.
Freundliche Grüße
Christiane
Fenchurch
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Ohne KVK und eGK - wie belastbar ist das Ersatzverfahren?

Beitrag von Fenchurch »

Guten Abend!

Ab Mitte 2012 erhielt ich wiederholt Post meiner gesetzlichen Krankenversicherung zwecks Einsendung eines Fotos für die eGK (Versichertenkarte neuen Stils). Ich reagierte bewusst nicht.

Meine KVK (Versichertenkarte alten Stils) lief am 31.12.2012 ab. Anfang Januar 2013 beantragte ich eine neue KVK statt eGK; nach einigem Hin und Her bekam ich diese - gültig leider nur bis 31.12.2013 (1 Jahr).

Daher nahm ich Mitte Dezember 2013 erneut Kontakt zu meiner Versicherung auf. Diesmal war die Kompromissfindung weniger erbaulich. Ich forderte schließlich einen Versichertennachweis/Abrechnungsschein als Ersatz für beide Kartentypen. Diesen erhielt ich in Papierform umgehend für den Zeitraum 01.01.2014-31.12.2014. Das Original ist in der Hausarztpraxis; Kopien lege ich in Facharztpraxen mit Hinweis auf das Original vor. Auch eine aktuelle Überweisung von der Hausarztpraxis zu dem jeweiligen Facharzt bringe ich mit.

Bislang traten keine nennenswerten Schwierigkeiten auf, obgleich ich kontinuierlich in Behandlung bin. Nun (nahendes Quartalsende) erhielt ich Post von einer Facharztpraxis, die ich Anfang April 2014 erstmals aufgesucht hatte mit der Aufforderung, mit der Gesundheitskarte vorbeizukommen: "[...] Ihre Krankenkasse verlangt aber die Gesundheitskarte als Beleg für unsere erbrachten Leistungen. [...]".

Wie weit reicht denn der DIN-A4-Versichertenbeleg im Hinblick auf die Abrechnungsbelange der Praxen konkret? Ich nahm an, er sei gleichwertig, wenn auch etwas unbequem für alle Beteiligten. An der Bezahlung meiner Beiträge gibt es nichts zu deuteln, ergo am Versichertenschutz auch nicht. Da sich aus dem ersten Quartal niemand gemeldet hat, gehe ich davon aus, dass die Praxen prinzipiell ihr Geld auf der Basis des Belegs gleichberechtigt erhalten. Oder besteht der Unterschied darin, dass ich in dieser Praxis erstmals gewesen bin, so dass dort - anders als bei den anderen von mir konsultierten Ärzten - noch nie eine gültige Karte eingelesen werden konnte?

Ich freue mich über Entwirrung von kundiger Seite, danke!

Freundliche Grüße,
Fenchurch
Zuletzt geändert von Fenchurch am 24.06.14, 00:10, insgesamt 1-mal geändert.
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Fenchurch: genial ! Sie haben mir genau gefehlt !

Beitrag von PR »

Wenn Sie (und ggf. Ihr Arbeitgeber) die Pflichtabgaben an die kranken Kassen getätigt haben und das nachweisen können,

sind die kranken Kassen verpflichtet, Ihre Mitgliedschaft dort jedem gegenüber valide zu bestätigen.

Lassen Sie sich bitte auch weiterhin nicht beirren ! Es stehen Ihnen alle "gesetzlichen" Kassenleistungen zu. Das Herumtragen einer EGK ist vom Gesetz her eine absolut freiwillige Sache. Ich verstehe sehr gut, daß Sie die EGK nicht wollen. Lassen Sie weiter die Finger davon !

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Christianes Herz
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Re: Neue Chip-Gesundheitskarte "e-card" - Ist das gut?

Beitrag von Christianes Herz »

PR hat geschrieben:... sind die kranken Kassen verpflichtet, Ihre Mitgliedschaft dort jedem gegenüber valide zu bestätigen.
Ab 01. Oktober geht das Gerangel wieder von vorne los, da läuft die Übergangsfrist ab.
Was wäre denn eine Alternative? Wir können doch nicht ernsthaft jeden Patienten mit einem persönlichen USB-Stick ausrüsten, den er zuhause bei sich lagert und mit dem er machen kann, was er will! Und welcher Arzt will sich alternativ die ganzen USB Sticks seiner Patienten in den Praxis - Safe legen (zumind. nicht ohne Versicherungsgebühren u. ä.)
Die alternde Gesellschaft pfeift wie unsere Regierung auf den Datenschutz. Erstere, weil sie immer älter, unbeweglicher und müder wird und es viel zu verführerisch ist, sich über eine Chipcard mit Ärzten und Kassen zu verständigen, die zweite, weil sie endlich mit den Bertels und Co. ihre gigantische Datenbank aufbauen kann.
Ich weiß auch gar nicht recht, wo wir noch mauern könnten. Jetzt hängen sich die Grünen auch noch in das Thema und machen Druck.

Frdl. Grüße
Christiane
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Re: Neue Chip-Gesundheitskarte "e-card" - Ist das gut?

Beitrag von Humungus »

Christianes Herz hat geschrieben:Was wäre denn eine Alternative? Wir können doch nicht ernsthaft jeden Patienten mit einem persönlichen USB-Stick ausrüsten, den er zuhause bei sich lagert und mit dem er machen kann, was er will!
Wieso nicht? Geht mit der KVK und eGK doch auch. Die gibts auch im Flachformat.
Jetzt hängen sich die Grünen auch noch in das Thema und machen Druck.
So viel zum Thema "Ehrlichkeit und Geradlinigkeit in der Politik". Aber die Grünen sind für mich schon lange die Partei der Akademiker und Besserverdiener. Man sieht eben, dass höhere Bildung nicht mit gesteigerter Reflektion und Analysekraft einhergeht.
Augenarzt? Flatrate. Für nur 18 Euro all you can (tr)eat, ein ganzes Quartal lang! DAS ist heutige Gesundheitspolitik.
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Bin seit 22 Jahren EDV-Doku-Fan

Beitrag von PR »

und hab meine EDV-Doku im Griff wie wenige. Versprochen. Wer wissen will wie sowas geht soll mir die Mailadresse geben, dann kriegt sie/er eine *.PPT, mit der ich das so erklär, daß sie/er das jederzeit nachkochen kann, vorausgesetzt sie/er ist enorm fleißig und verwendet eine vernünftige Praxis- oder Kliniksoftware.

So. Und aus genau dem Grund behaupte ich seit über einem Jahrzehnt mit großem Nachdruck: alle Behauptungen der Politik, der Kassen, der GemaTick und ihres Rennsaftladenpleiteprofessorchens, alles, was uns da an „Telematik“ übergestülpt werden soll, damit auch die neue Tschippkart,
wär in der Lage, irgendwas an der Patientenversorgung zu verbessern, indem sie das Wissen des einen Doktors über einen Patienten allen anderen Doktors zur Verfügung stellt,
ist entweder gradaus gelogen, oder zeugt von totalem sachlichem Unwissen.

So. Das ganze scheitert nämlich schlicht am Problem des Umfangs, der Heterogenität und der Redundanz all der damit zu kommunizierenden Datenmassen.

Es ist ja für den einzelnen Arzt überhaupt kein Problem, allen anderen Ärzten seine Daten rüberzuschieben. Aber es ist für alle Ärzte ein Gigaproblem, alle ihnen rübergeschobenen Daten aller ihrer Kollegen zu sichten, zu bewerten und korrekt zu berücksichtigen. Das schafft bloß ein ganz ausgefuchster Giga-Datenkrabbler, und auch der nur dann, wenn seine Datenkrabbelgrundlage höchst systematisch strukturiert ist.

So. Aus genau dem Grund darf eine Info-Austausch-Lösung zwischen Ärzten, die auch nur ansatzweise auf Patienten- und Ärzte-Belange abzielen will, im Leben niemals eine push-Lösung sein, sondern sie muss eine pull-Lösung sein.
I c h muss mir in jedem Moment (wenn der Patient neben mir sitzt, dabei zuschaut und implizit einwilligt) von beliebigen Kollegen h o l e n können, was i c h jetzt grad wissen muss. Superfix, u n d z w a r n u r d a s , und zwar redundanzfrei, und zwar so strukturiert, aufbereitet und dargestellt, wie i c h das grad brauch. Das ist ganz wenig Information, aber höchst bestimmte. Sowas geht nicht mit den Datenozeanen einer Rechnercloud, sondern sowas geht nur in einer Punkt-zu-Punkt-Verbindung und im Dialog zwischen den beteiligten Ärzten.

So. Das wissen Bertel’s Männer, die GemaTick und ihr Pleiteprofessorchen höchstwahrscheinlich alles auch. Rechnen aber wie immer mit der Blödheit derer, die sie gern betuppen täten, braten den künftigen Tschippkartenherumträgern ständig die Gigalüge von der notwendigen besseren Vernetzung der Ärzte über, und bauen munter ihre Lösung mit den Datenozeanen auf den Rechnerclouds weiter aus.

Was klar beweist, was sie auf gar keinen Fall vorhaben, die patientenbezogene Kommunikation zwischen Ärzten zu fördern, sondern vorhaben, ihre eigenen Datenkrabbler über die Daten auf unseren Festplatten laufen zu lassen. Natürlich bleiben dazu die Daten auf unseren Festplatten, da lügt das Professorchen mal glatt und sauber mit der Wahrheit.

Und wenn der Herr Xundheizmister wähnt, xetzliche Maßnahmen seien jetzt das Richtige,
pardon, muß ich leider sagen,
haben seine Ministeriellen ihn aber etwas arg erfolgreich vor sachlicher Erkenntnis bewahrt.

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Fenchurch
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Re: Fenchurch: genial ! Sie haben mir genau gefehlt !

Beitrag von Fenchurch »

Guten Abend!

Nun ja, ich brauche bitte etwas substantielles...

Ich möchte auf den Brief der Praxis konstruktiv reagieren und nächstes Jahr dort wieder hingehen können. Da ich nicht alle Jubeljahre mal ein Wartezimmer von innen sehe, sondern kontinuierlich in Behandlung bin, kommen für mein Budget weitergehende Experimente - a la privat in Vorleistung gehen - nicht in Frage.

Die Praxis hat eine Kopie des Versichertennachweises mit Gültigkeit 01.01.2014-31.12.2014 bekommen mit dem Hinweis, bei wem das Original abgeheftet ist (Hausarzt), eine Überweisung vom Allgemeinmediziner für das Quartal, in dem ich da war, und auch die alte Karte (KVK bis 31.12.2013) vorgelegt bekommen. Wie valide soll's denn werden - Gehaltszettel für sechs Monate vor dem Termin?

Kann der Praxis für die reguläre Abrechnung objektiv etwas fehlen? Was muss ein Gyn. dem Kostenträger mitteilen, um eine Vorsorgeuntersuchung abzurechnen, wenn Patientin ohne aktuellen Chip da war und wohl auch in näherer Zukunft keinen nachreichen wird? Vielleicht wissen die einfach nicht, dass und wie das geht, und machen nur deshalb in vorauseilendem Gehorsam Alarm.

Freundliche Grüße,
Fenchurch
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Nun ja! Welchen Kassenarzt Sie auch brauchen, es muß

Beitrag von PR »

einer sein, der akzeptiert, daß seine Mitarbeiterinnen sich von Ihrer kranken Kasse (nicht: "Versicherung" ! Das ist was völlig Anderes ! Und um Himmelswillen nienieniemals "Kostenträger" !!! Kranke Kassen tragen keine Kosten, sondern verursachen welche, indem sie Ihr Geld vor einer rechten Seite auf irgend eine linke umbuchen) eine aktuelle Mitgliedschaftsbestätigung (geschickt, gefaxt, wieauchimmer) besorgen, und davon die Daten ziffernweise fehlerfrei und komplett in die praxiseigene EDV-Kassendaten-Dokumentation übertragen.

Denn nur so ist gewährleistet, daß die (mittlerweile in aller Regel onlinene) Empfängerin dieser Daten (die für Ihren jeweiligen Arzt zuständige Kassenärztliche Vereinigung) sich einigermaßen berechtigte Hoffnung darauf machen darf, das geührenordnungsmäßige Arzthohnorar von der zuständigen kranken Kasse zu kriegen, und damit auch (verlustlos für alle anderen Ärzte im Planungsbezirk) an den Arzt Ihrer Wahl weitergeben zu können.

Substanziell genug ?

PR

PS: oh, oh, Sie müssen älter sein als ich, Sie schreiben ja "substantiell" noch richtig...
PPS: kranke Kassen gehen mit derlei Mitgliedschaftsbestätigungen in aller Regel extrem generös um. Was ja u.v.a. einen nicht unwichtigen Grund dafür darstellt, daß sie jetzt dringendst das VSDM brauchen. Worunter die Tatsache zu verstehen ist, daß kranke Kassen längst längst keinerlei Übersicht mehr darüber besitzen, wer denn ihr Mitglied ist, seit wann, bis wann, mit welchen Rechten, ab wann nicht mehr undsoweiter, und die Beantwortung all dieser ungelösten Fragen gern den Mitarbeiterinnen Ihrer Ärzte aufs Auge drücken würden, übrigens mit Gröhl, gröhl, ministeriellem Segen...
Von Fremdinteressen freie an Patienteninteresse orientierte eigene Meinung.
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Christianes Herz
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Re: Neue Chip-Gesundheitskarte "e-card" - Ist das gut?

Beitrag von Christianes Herz »

Hier gibt es sogar die Anleitung, wie man ziemlich einfach an eigentlich sensible Daten kommt.
http://www.rp-online.de/wirtschaft/unte ... -1.4341498
Herr Gröhe meint ja allen Ernstes, er tue Ärzten und Patienten einen Gefallen mit der Chipspeicherung. Ich glaube ihm sogar, dass er das glaubt. Er macht sich offensichtlich überhaupt nicht klar, was Datenschutz bzw. –missbrauch bedeutet/bedeuten kann. Noch gibt es ja Krankheiten, die Menschen leider stigmatisieren und daher erpressbar machen. Er plant noch für dieses Jahr ein E-Health-Gesetz, dass die Kartenerweiterung möglich macht. Er sagt auch, dass dies mit der Datenschutzbeauftragten abgesprochen wird.
http://www.aerztezeitung.de/politik_ges ... ommen.html
Es soll ja von Patientenseite alles freiwillig erfolgen. Niemand darf gezwungen werden, seine Arztbriefe etc. speichern zu lassen. Ich weiß auch gar nicht, wie man sich das vorstellt. Da sollen Notfalldaten gespeichert werden können. Wie kann ich als Patient die selber überprüfen und unter Umständen über Jahrzehnte „haltbar“ machen? Wohl kaum mit unserer kurzlebigen Hardware. Schon allein dadurch, schließe ich wieder eine ganze Bevölkerungsgruppe aus, die, die zu alt und zu krank ist, sich überhaupt um EDV zu kümmern.
Wie schwammig kann ein Gesetz denn hier noch gefasst werden, damit alles passend gemacht wird?
Ich bin gespannt und glaube kein Wort. Nicht bei der Unbekümmertheit, wie hier ein Gesundheitsminister auftritt, ein Gesetz ankündigt, wobei er als Gesundheitsminister wissen müsste, dass allein der online - Datenabgleich einen Verstoß gegen die ärztliche Schweigepflicht (oder irre ich mich ?) bedeutet.
Eine kritische ärztliche Stimme schlägt im Netz vor: Ein Arzt vollzieht erstmalig den Datenabgleich und zeigt sich selbst an, eben wegen des Schweigepflichtverstoßes. Dann muss sich der Staatsanwalt damit befassen und nicht Arzt und Patient. Oder den Abgleich nicht zu vollziehen. Dann müssen die Kassen für Rechtssicherheit sorgen oder die Datenaktualisierung selber vornehmen.
Ach, alles zu einfältig gedacht?
:wink:
Frdl. Grüße
Christiane
Humungus
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Re: Neue Chip-Gesundheitskarte "e-card" - Ist das gut?

Beitrag von Humungus »

Christianes Herz hat geschrieben:Eine kritische ärztliche Stimme schlägt im Netz vor: Ein Arzt vollzieht erstmalig den Datenabgleich und zeigt sich selbst an, eben wegen des Schweigepflichtverstoßes. Dann muss sich der Staatsanwalt damit befassen und nicht Arzt und Patient. Oder den Abgleich nicht zu vollziehen. Dann müssen die Kassen für Rechtssicherheit sorgen oder die Datenaktualisierung selber vornehmen.
Ach, alles zu einfältig gedacht?
Einfältig nicht, das ist zu hart. Aber Wunschdenken. Es ist nicht die Aufgabe einer Staatsanwaltschaft, prinzipielle Überlegungen in Hinsicht auf Datensicherheit anzustellen. Es wird dann am konkreten Fall geprüft, ob ein Straftatbestand vorliegt. Man könnte das jetzt ausführen, aber man kann es auch kurz machen: es wird kein Anfangsverdacht vorliegen, das Verfahren wird eingestellt werden.

Man kann die Sache bis vors BVerfG bringen. Aber: ist für die Gesetzesprüfung nicht eigentlich der Gesetzgeber verantwortlich?
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Christianes Herz
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Re: Neue Chip-Gesundheitskarte "e-card" - Ist das gut?

Beitrag von Christianes Herz »

Humungus hat geschrieben:Aber: ist für die Gesetzesprüfung nicht eigentlich der Gesetzgeber verantwortlich?
Natürlich. :oops:
Jens Spahn fordert soeben von den Kassen, die Patientendaten zumindest so gut wie die Bankkundendaten zu schützen: Mit PIN und TAN.
Wenn man das als Patient (und als Bankkunde) liest, weiß man nun, wie minimal der Schutz bei den Kassen ist. PIN und TAN und SSL sind nicht gerade die frischesten Verfahren in Sachen Datensicherheit. Vielleicht begreifen es jetzt noch eine Menge von uns mehr und sehen in diesem Zusammenhang auch die eGK kritischer. PIN und TAN „sagt“ den Allermeisten ja etwas. Guck, wofür der Jens Spahn gut sein kann.

Frdl. Grüße
Christiane
Jule90
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Re: Neue Chip-Gesundheitskarte "e-card" - Ist das gut?

Beitrag von Jule90 »

Hmm, gerade habe ich bei der KK angerufen um eben so einen Versicherungsnachweis zu bekommen, weil die im KH meiner Rheumatologin ja letztes schon einen Aufstand gemacht haben.
Die nette Dame meinte nun, dass dieser mir im Grunde garnichts nützt weil da ja noch meine alte Kartennummer drau stehen würde und nicht die der neuen Karte und dass die Ärzte damit auch nicht mehr abrechnen würden.
Ab September dürfen die es dann auch gar nicht mehr machen und wenn man dann behandelt wird, muss man es selbst zahln und die KK wird die Rechnung nicht erstatten.

Ich solle doch bitte ein Foto einreichen, weil es spätestens ab September keine Wahl mehr gibt und diese eGK Pflicht sei.
Meine normale VK gilt im Normalfall bis 2017

Stimmt das denn jetzt? Oder ist wieder alles nur Humbug und Lüge der KK?

Jule

PS: Ich befürchte nun gerage mal wieder schlafende Hunde geweckt zu haben :?
Wer kämpft, kann verlieren!
Wer nicht kämpft, hat schon verloren!

(Brecht)
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