Kassen bestehen weiter auf Fälschung von ICDs

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Kassen bestehen weiter auf Fälschung von ICDs

Beitrag von PR » 28.01.13, 14:49

Jetzt auch auf dem Umweg über KVen und Prüfungsausschüsse.

Die „sachlich-rechtliche Richtigstellung“ meiner Kassen“abrechnung“ des letzten Quartals enthielt einige Streichungen von und jede Menge Korrekturbemerkungen zu EBM 08345 (Nachsorgeuntersuchung bei Krebskranken).
Und Prüfungsausschüsse fordern jetzt vermehrt die nachträgliche Änderung von ICD-Diagnosen, wenn (rehehelativ) teure Krebs-Medikamente verordnet wurden.

Ein Anruf bei der KV führt dann erst mal komplett in die Irre, denn dort heisst es banal, diese EBM-Nummer und diese Verordnung hätten „gesicherte Diagnosen“ zur Voraussetzung.
Ja himmelherrgott, woher haben Sie die Idee, ich hätte diese Diagnosen erfunden ? In der Abrechnungsdatei steht doch an X Stellen, dass es sich um die adjuvante Behandlung und Nachsorge nach Brustkrebs handelt.
Und welches Suffix hat die ICD ?
Ja "Z wie Zett“ natürlich, der Krebs ist doch weg.
Das kann ja schon sein, aber für diese EBM-Nummer und diese Verordnung brauchen wir gesicherte Diagnosen.
???
Sehnse, wir brauchen das Suffix "G wie Gustav“.
Wofür denn das ? Das gibt doch eine vollkommen falsche Statistik ???
Ja, das brauchen die Kassen für den Risikostrukturausgleich.


Entweder kodiere ich also sachlich richtig Zustand nach Brustkrebs, verschenke die Lachnummer von Honorar (liegt innerhalb meines Regelleistungsvolumens von dreizehn Euro nochwas für zwanzig Minuten Beratung) und habe das Regressrisiko für Aromatasehemmer am Hals.
Oder ich behaupte wahrheitswidrig, der Brustkrebs ist noch da, die Kasse kann einen Viereinhalbtausendeuro-Griff in den Risikostrukturausgleichstopf tun, ich krieg die 13 Euro nochwas und hab kein Regressrisiko.


Die Daten, die wir pflichtgemäß und gezwungenermaßen !!! an die Körperschaften weitergeben, entsprechen immer weniger der Realität und immer mehr nur den Bedürfnissen von ein paar Kassen.
Ja, da haben Sie recht, sagte die Dame von der KV zum Schluss.

So ähnlich, lieber Beitragszahler, dürfte wohl auch ein Gutteil der F-Verschlüsselungen zustandekommen.

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Re: Kassen bestehen weiter auf Fälschung von ICDs

Beitrag von Beitragszahler » 28.01.13, 16:09

Ja, totaler Hirnriß und dafür gibt's schon mal bestimmt ein G.
Ich hab's schon mal zunächst als V erfahren müssen, dass Z gar nicht mehr G zulässig sein soll.
Und das ist schon mal gerade noch ein hübsches Problemchen.

Beispiel, auch wenn's schon mittlerweile G wehtut:
2009: G93.0 (Hirnzyste), war aber eine spinale Zyste, gibt's nicht im ICD, aber trotzdem OPS: 5-031.20 Zugang zur Brustwirbelsäule: Hemilaminektomie BWS: 1 Segment, mag das einer verstehen, KK und MD jedenfalls nicht, haben's uns aber eingebrockt.
Danach gab es eben noch eine Zeit lang G93.0 Z, also Zustand nach der Arachnolyse der spinalen Zyste, die aber eine Hirnzyste sein muss, weil die bei der KK nichts anderes zum reintippseln haben.
OK, damit war es Zustand nach etwas, das es gar nicht bei mir gab und den Zustand nach dem, was ich nie hatte, hätte ich auch nicht haben dürfen, obwohl was dann kam, da bekomme ich echt ganz viele Z…

2011: Zu G91.21 (Sekundärer Normaldruckhydrozephalus) kam während dieses Krankenstandes versehentlich noch mal G93.0 Z mit auf die Liste der AU-Diagnosen.
Monatelang anstandslos alles ohne Probleme mit dem Krankengeld gelaufen, ich war ohnehin kurz vor dem Ende dieser Auszeit, hätte also nicht mehr lange was von denen gewollt.
Dann hatten sich KK + MD etwas sehr cleveres einfallen lassen, das denen jetzt aber doch wieder um die Ohren fliegen wird.
Denn plötzlich sollte G93.0 und G91.21 eine Krankheit gewesen sein und damit angeblich ja nicht die zweite Krankenzeitphase mit G91.21 losging, sondern bereits zwei Jahre vorher mit der G93.0.
Ja, dumm ist eben, dass da mal jemand nicht aufpasste und die bereits 2009 völlig ausgeheilte G93.0, die ja nie bei mir existierte, einmal mit aufgeschrieben hatte und das aber trotzdem kein Problem darstellte, hinsichtlich einer fehlenden zeitlichen Überlappung.
Aber wie sollte, falls wenn, etwas zu irgendetwas überlappen, das ich nie hatte?
Tja, und da G93.0 genau wie G91.21 eine Schädel-OP bedingen, waren die also ganz schlau und schwups, schon war es eine einzige Krankheit und nicht mehr zwei.
So, nun hatte ich aber niemals G93.0, sondern etwas ganz woanders, das wegen der Schwachsinnigkeit der ICD-Systematik die armen Ärzte eben mit G93.0 abrechnen müssen, also damit die KK-Terminaltäubchen was zum abklappern haben, ohne Sinn und Verstand eben.
Komisch nur, dass niemandem auffiel, dass aber der unpassende OP-Schlüssel OPS: 5-031.20 zu einem Eingriff an der Brustwirbelsäule wohl kaum zu einer Hirnzyste (G93.0) und aber auch nicht zu einem G91.21 passen kann, also einem Eingriff am Kopf.

Quizfrage: Wer hat es verstanden und was ist hier falsch gelaufen?

Egal wie die Lösung auch immer aussehen mag, würde es ICD, OPS & Co. nicht geben und mit der uns gegebenen Umgangs- und Fachsprache kommuniziert werden, wäre das alles nicht passiert, jedoch würde das bei den KK Sach- und Fachverstand voraussetzen, der dort aber lang und breit komplett Fehlanzeige ist.
Und deren willfährigen Lakaien derer MD sind da kein Stückchen besser, die wohl schon komplett assimiliert wurden.

Bei aller spezifischer Kritik, die ich andernsorts wie auch immer ungemütlich zu äußern pflege, ich hier nur ehrlich und mitfühlend sagen muss: Ja, ihr habt es wirklich nicht gut mit so einer Sinnlosigkeit, meine lieben Ärzte...
Hier schreibt ein Unwissender, der sonst nur weniges und für Ärzte zu viel weiß.

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Zu Ihrer Quizfrage: niemand.

Beitrag von PR » 28.01.13, 20:02

Niemand will und kann und muss das verstehen, denn es führt zum sogenannten Spaltungsirresein F20.-

Und zwar bewusst, gewollt und geplant. Es ging und geht drum, das Kassen Kasse machen. Eine vorneweg.

Das ist, was im Allgemeinen und Patientenübergreifenden falsch gelaufen ist.
Zum Besonderen bin ich der falsche Fachmann.

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Jetzt...

Beitrag von Beitragszahler » 28.01.13, 22:14

...haben wir ja doch noch einen Anwendungszweck und eine Zielgruppe für die F-Systematik finden können. Perfekt!
Ich danke Ihnen für den wertvollen F-Hinweis, es nimmt Gestalt an, jaah!
Hier schreibt ein Unwissender, der sonst nur weniges und für Ärzte zu viel weiß.

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Beitrag von PR » 26.03.13, 19:43

Schlappt letzte Woche ein Krawattenmännchen in die Praxis, zwei Zettel A4 in der Hand, sagt zu meiner größten Hilfe, ich bin der Herr Ding von der Dreibuchstabenkasse Bum, und unser Ehbehemmabgleich hat ergeben, dass diese Praxis hier falsch abrechnet oder falsch kodiert. Angereist war der Herr Ding über etwa 60 km, was, wenns ein Handwerker macht, ganz schön ins Geld geht. Quatsch mach ich während der Sprechstunden nie, also tschüss, wir telefonieren nächste Woche.

Auf den Zetteln der Ausdruck eines Suchlaufs über einer größeren Datenbank mit Kriterium Nullachtdreifünfundvierzig, die EBMNummer für eine gute halbe Stunde Arbeit mit einer Krebskranken in der Nachsorgephase.

Heute Telefonat. Sie haben bei Patientin Soundso ein Z hinter dem C50. Wenn eine Diagnose "nicht gesichert" ist, ist die Nullachtdreifünfundvierzig Abrechnungsbetrug.
Weiß ich, den Quatsch hat mir die Kavau schon verklickert. Wenn ich einen unbudgetierten Halbstundenmehrumsatz von 18 Euronen haben will, muss ich meine Codierung fälschen und behaupten, der Krebs ist noch da. Und, damit die Kranke Dreibuchstabenkasse Bum den anderen Kranken Kassen viertausend Euronen stehlen kann. Überhaupt, wie kommen Sie denn auf C50 ? Die Patientin ist eben dabei, ihre C54 zu überleben.

Überhaupt keine Diskussion, sagte das Krawattenmännchen am Telefon.

Hoch inkompetenter Sauhaufen wäre ein ziemlich milder Kommentar.

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Zuletzt geändert von PR am 26.03.13, 23:47, insgesamt 3-mal geändert.
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Zwanzig Minuten heimradeln bei Sauwetter

Beitrag von PR » 26.03.13, 22:19

(ja klar wer' ich mit dem Alter nicht schneller!)

lüftet Hirn und sortiert Gedanken. Mein Mittagessen schmurgelt, das Bier ist im Kühlen.

Kann ja überhaupt nicht sein, das Versehen. C54 muss dort zigfach dokumentiert sein, hat Krawattenmännchens Dreibuchstabenkasse doch die Einweisung gesehen und die Brachytherapie im nahen außereuropäischen Ausland einzelgenehmigt, ist hierorts seit dreißig Jahren Brauch.

Ist doch klar: das Krawattenmännchen wollte von mir die Totalfälschung von C54 nach C50: Brustkrebs, d i e seit Schmulla Schmidt nach fuffzich schicke Frauenkrankheit,
dazu gibts doch ein Dee Emm Pee = frische Kassenknete
fürs Kassenprekariat.

Meine Konsequenz schreib ich in einen neuen Thread, damit die Kerle das auch lesen.
Muss zuvor noch e wengle Wut sammeln...

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