PM: Sicherstellung unter den bestehenden Bedingungen: Nein!

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jaeckel
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PM: Sicherstellung unter den bestehenden Bedingungen: Nein!

Beitrag von jaeckel » 18.01.13, 19:36

KBV - Umfrage: Mehr als zwei Drittel der Vertragsärzte lehnen die
Sicherstellung unter den bestehenden Bedingungen ab


"Die Unzufriedenheit, ja Verdrossenheit innerhalb der
niedergelassenen Ärzteschaft in Deutschland ist nun für jeden
offensichtlich. Politik und Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV)
müssen jetzt unverzüglich wirksam handeln, um die Forderungen der
Vertragsärzte zu erfüllen", kommentiert der Vorstand der Freien
Ärzteschaft (FÄ) die heute veröffentlichten Umfrageergebnisse der KBV
zur Sicherstellung. An dieser Umfrage nahmen 80.000 Ärzte teil,
darüber hinaus äußerten 19.000 persönliche Kritik am System. Ein
"weiter so" wird von über 90% abgelehnt - und wäre auch für die
Kassenärztlichen Vereinigungen angesichts der zunehmenden inneren und
äußeren Emigration großer Teile der Vertragsärzteschaft fatal. Ein
weiteres Wegbrechen der Versorgung würde den Sicherstellungauftrag
weiter gefährden - bereits jetzt wird dieser KV-Auftrag nur noch
durch ärztliche Selbstausbeutung und Selbstfinanzierung von
Notdienst- und KV-Eigenpraxen aus dem Umsatz der niedergelassenen
Ärzte aufrechterhalten.

"93% der teilnehmenden Vertragsärzte fordern feste Preise für
ärztliche Leistungen. Politik und Krankenkassen können sich dieser
Forderung jetzt nicht mehr verschließen, wenn sie eine weitere
Schädigung der ambulanten ärztlichen Versorgung verhindern wollen.
Wir Ärzte werden unsere Patienten konsequent darüber informieren,
dass Politik und Kassen dafür verantwortlich sind", kommentiert die
FÄ weiter. Eine Mengensteuerung kann nach Ansicht des Verbandes
ohnehin nur in einem direkten Vertragssystem mit sozial ausgewogener
Selbstbeteiligung des Patienten erfolgen. Nur so sei in Zukunft
wieder eine unabhängige, vertrauensvolle, qualitativ hochwertige und
zuwendungsorientierte Patientenversorgung durch motivierte Ärzte vor
Ort zu gewährleisten.

Pressekontakt:
Freie Ärzteschaft e.V.
Kontakt: Wieland Dietrich, Tel. 0173 5370708 Dr. Susanne Blessing,
Tel. 0151 40004541
Büro und V.i.S.d.P: Wieland Dietrich, Freie Ärzteschaft e.V.,
Vorsitzender, Gervinusstrasse 10, 45144 Essen - Tel.: 0173 5370708
Mail: mail@freie-aerzteschaft.de

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Re: PM: Sicherstellung unter den bestehenden Bedingungen: Ne

Beitrag von Beitragszahler » 18.01.13, 19:56

Einerseits mein vollstes Verständnis und meine Solidarität.
Andererseits verstehe ich nicht, dass mir kontinuierlich, garantiert durch meine Aufzeichnungen nachweisbar seit nunmehr 27 Jahren, das vorenthalten wurde, das hier angedroht wird zu verweigern.
Hatte ich da irgendetwas nicht mitbekommen, dass ich schon mindestens ein Viertel Jahrhundert unter einem mir vielleicht gar nicht bekannten ärztlichen Verweigerungsprotest zu leiden hatte?
Hier schreibt ein Unwissender, der sonst nur weniges und für Ärzte zu viel weiß.

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W a s genau ist

Beitrag von PR » 19.01.13, 10:50

genau Ihnen in der langen Zeit denn vorenthalten worden,
und von wem ?

Im Übrigen sind es keineswegs "die Ärzte", die von irgendwem irgend einen Auftrag angenommen hätten,

sondern es ist das vollkommen undurchsichtige und jegliche Verantwortlichkeit verschleiernde Konglomerat aus zwei teils opponierenden teils koalierenden regional sortierten Lagern öffentlich-rechtlicher Körperschaften (Kranke Kassen und Kassenärztliche Zwangs"vereinigungen"), das vom Gesetzgeber in der Art millitätischer Feldherrn den Befehl bekommen hat, die Bevölkerung durch Organisieren einer minimalen (wirtschaftlichausreichendnotwendigzweckmäßig = WANZ) gesundheitlichen Versorgung ruhig zu halten.

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Sie wissen doch...

Beitrag von Beitragszahler » 19.01.13, 12:01

...dass ich auf allen und keiner Seite gleichzeitig stehen kann und möchte, da ich in meiner eigenen komplexen Welt gefangen bin.

Wer hier wem und mit oder gegen wen was auch immer angerichtet hat, kann mich zur Lösung meiner Probleme vordergründig gar nicht interessieren, bemühe mich aber dennoch redlich das Dilemma dahinter mit meiner Kleingeistigkeit, zu der ich feste stehe, zu erfassen.

Aus dieser Position erwachsen dann solche "bodenständigen" Fragen, vielleicht auch mit meiner naiven Hoffnung, der immer weiter um sich greifenden und bodenentziehenden Besinnungslosigkeit entgegenwirken zu wollen.

Aber auf Ihre konkrete Frage:
PR hat geschrieben:...genau Ihnen in der langen Zeit denn vorenthalten worden,
und von wem ?...
hin geantwortet:
Hatte ich ja schon mehrere Anläufe unternommen meine Erfahrungen mitzuteilen, zwecks Vermeidung von Wiederholungen war das zuletzt noch nicht beendet geschildert so in etwa ab hier unter http://www.medizin-forum.de/phpbb/viewt ... 03#p509603

Daraus ergeben sich meine Vorstellungen von einer falschen Darstellung des Eingangsberichtes hier mit folgendem Schlusstenor:
KBV hat geschrieben:...Nur so sei in Zukunft
wieder eine unabhängige, vertrauensvolle, qualitativ hochwertige und
zuwendungsorientierte Patientenversorgung durch motivierte Ärzte...
Wo waren sie also, solche perfekten und damit imaginären Ärzte, in meinen Fällen so viele Jahre lang?
Hätte ich nicht angefangen, selbst mir solche Ärzte mühselig und immer wieder in den jeweiligen Disziplinen neu zu suchen, es auch immer etwas mit Zufall zu tun hatte, dann müsste ich ja heute alles verteufeln.
Das mache ich aber nicht mehr, betrachte mich als Neutrum und stelle meine Fragen also so, wie ich es erlebte, eben total widersprüchlich.

Nur ein Case noch hier:

Seit meiner mit Gedächtnis zu erfassenden Kindheit, obwohl mir nach jeder Mahlzeit bis zum Erbrechen schlecht wurde, hatte der Junge ja nur! was mit dem Kopf, also gaga, also Patientenentsorgung, damals noch nicht die Menschen so unter der F-Euphorie, fast hätte ich F-Euthanasie geschrieben, leiden mussten, auch schon ein von mir beständiges Erlebnis mit Ärzten war.

Ich schreibe es jetzt also mal zum Teil etwas gaga weiter in anderer Personenansprache.
Dumm nur für alle diese, sorry, medizinischen Nieten, dass der Junge tatsächlich wirklich was am Kopf hatte, also eine unerkannte kongenitale Hirndysplasie mit ebenso unerkanntem chronisch intermittierendem Hirndruck, und mich das auch schon immer quälte und erst vor ein paar Jahren angefangen werden konnte das zu mildern, wenn auch schon mit nicht so von mir registrierten Spätschäden.

Und der mager gebliebene Junge hatte auch gleichzeitig immer eine deutlich sicht- und fühlbare Rolle im Unterleib, wenn ihm so schlecht wurde und dieser Junge trotzdem immer freundlich war und irgendwie alles hinbekam, in seinem Rahmen.

So sollte es also mit vielen Ärzten zu viele lange Jahre gehen, bis ich 1987 mit knapp 23 Lebensjahren, mit nicht mehr zu steuernden, extrem einschießenden Schmerzen, aus dem Leistenbereich bis nach oben ziehend, zusammenbrach.
Die erste Schmerzwelle war schlimm, ich machte aber mit meiner Arbeit weiter, die zweite Schmerzwelle bekam ich gar nicht mehr mit.

Im Krankenhaus wurde drei Wochen lang vergeblich internistisch gesucht.
Überhaupt waren es ja doch schon viele Jahre vorher die vielen vergeblichen internistischen Therapieversuche.
Was ich alles gehabt haben soll, vom psychogenen Darm bis zum Morbus Dings und Bums und nichts davon war wahr und nichts half.

Und wie es so üblich ist, obwohl 1987 gab es ja tatsächlich noch Untersuchungen vor der F-Entsorgung, kam natürlich wieder die Erwägung, dass ich ja doch nur gaga wäre.
Ich wehrte mich dagegen und dann kam endlich ein Chirurg und der war sehr verwundert über meine starken Abwehrreaktionen im Bereich der vom ihm so gefühlten "sehr weichen" Leisten.

Dann kam die Idee "auf Verdacht" aufzumachen und ich darin einwilligte, da ich ohnehin nur noch Schmerzen hatte, die kaum zu behandeln waren.

Nach diesem Eingriff stand der Chefarzt mit irritiertem Blick an meinem Bett und sagte, dass "etwas gefunden wurde, womit er nicht gerechnet hätte und er sich wunderte, dass man mit so etwas so lange herumlaufen konnte".

Es war ein dann später immer wieder bei Ärzten zum Schmunzeln anregender "Kindlicher Leistenbruch", der eben schon als Kleinkind hätte behandelt werden müssen.
So hatte ich also laut OP-Bericht einen sogenannten "Offenen processus vaginalis" mit einer Ausdehung von 9x1 cm.
Es soll eine atypische Anatomie an diesem Ort vorgefunden worden sein, Gefäße, Samenstränge waren auffällig gestaut und geschlängelt, die Nerven, vor allem der Kollege Ischias, mussten teilweise befreit werden.
Der Darm schlüpfte wohl immer wieder in diese dort angetroffene große Faszienlücke.
Mir konnte aber versichert werden, dass der Darm noch nicht nekrotisch beschädigt war und ich da wohl viel Glück hatte bei diesen jahrzehntelangen, alternierenden Quetschungen.

Da ich auch einen Kryptorchismus hatte, hätte das doch wohl schon jeder nur geringst sachverständige Arzt das als Leitmotiv anführen können?
Warum also wurde das so oft übersehen, wie eben alles bei mir und es sich hier ja nicht um eine seltene Erkrankung handelt?

Das alles hatte noch mehrere Revisionen nach sich gezogen, also die Korrektur des Hodenhochstandes, die Versorgung der ebenso betroffenen linken Seite, die aber nicht so große Probleme machte, dort aber zusätzlich noch eine Hydrozele vorlag, eben egal was, alles im Rahmen eines "Kindlichen Leistenbruches" eben.

Später während meines weiteren KH-Aufenthaltes in der Chirurgie des gleichen Krankenhauses mit der medizinischen Abteilung, traf ich im Treppenhaus den Chefarzt der Inneren und der sich mit Handschlag für die diagnostische Tortur bei mir entschuldigte und sagte, dass es ja schon eine kleine Sensation für das KH gewesen sei.

Übrigens wog ich 1987 vor der legendären Befreiungs-OP knapp 60 kg bei 188 cm Körpergröße.
Sofort nach diesem Eingriff konnte ich seitdem essen und trinken, ohne dass mir übel wurde und ich ein Jahr später bei 80 kg Körpergewicht stand.
Nie wieder in meinem Leben hatte ich so etwas, auch nicht diese harte Rolle im Unterbauch, mir nur von den Gedanken her dieses nicht zu beschreibende eklige Gefühl geblieben ist, immer wenn ich etwas gegessen hatte...
Hier schreibt ein Unwissender, der sonst nur weniges und für Ärzte zu viel weiß.

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Ouuh dschiehses,

Beitrag von PR » 19.01.13, 17:52

so viel Patientenpech bei einem Einzigen !

Aber ich mein eben, es war nicht die WANZ Minimalversorgung des "Sicherstellungsauftrags", die "man" Ihnen vorenthalten hat, sondern wohl bei etlichen Gelegenheiten eine vernünftige, konsequente, zielführende und damit möglichst erfolgreiche Kooperation aller Beteiligten im richtigen Augenblick und bei jeder Gelegenheit.

Dies ist klipp und klar ein Problem der Kommunikation. Eben so klipp und klar ist, dass dieses sich überall da fortwährend verschärfen muss, wo Politiker und Kranke Kassen a l l e an der Medizin und ihrem Gelingen Beteiligten fortwährend gegeneinander aufhetzen.

Ich glaub tatsächlich, dass Diskussionen über all das, was diesen ominösen Staatsauftrag angeht, nicht in die Öffentlichkeit gehören, weil die Öffentlichkeit damit nichts anfangen kann, weder dieses verrückte Konstrukt verstehen, noch Verbesserungsvorschläge machen.

Wohl darf und soll diese Öffentlichkeit bei der Frage mitreden, wie denn die ganze chose Gesundheitswesen k ü n f t i g organisiert und finanziert werden soll.

Dabei muss diese Öffentlichkeit allerdings wissen, dass
- nach zehn Jahren sozialdemokratischer Gesundheizpolitik
- das einzige verbliebene SOLIDARISCHE ELEMENT in diesem welteinmaligen "Solidar"zirkus
- genau diejenigen sind, die dort wie Galeerensklaven gehalten werden
- und diesen Status allmählich satt haben
- von dem ebendiese Öffentlichkeit bisher profitiert hat.

Ich zähle dazu a l l e Berufe und Berufsgruppen, die in diesem "Solidar"zirkus nichts als ihr Wissen, ihre Empathie und ihre Arbeitsfähigkeit, und bisweilen mal noch eine halbe Million Investition einzusetzen haben, a b e r j e d e n f a l l s n i c h t s z u v e r k a u f e n.

PR
Zuletzt geändert von PR am 19.01.13, 20:03, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: PM: Sicherstellung unter den bestehenden Bedingungen: Ne

Beitrag von Beitragszahler » 19.01.13, 18:59

Vielen Dank für Ihr Verständnis und mir auch noch einmal erwähnt völlig klar ist, dass ausgerechnet niemand der hier besonders an vielen Themen interessierten und aufgeweckten Ärzte auch gar nichts dafür können, wahrscheinlich mir das dann auch gar nicht mit solchen Partnern zur Lösung meiner gesundheitlichen Probleme so in der gehäuften Art und Weise passiert wäre!

Trotzdem möchte ich meine Erfahrungen als Gegengewicht einbringen, manchmal eben auch nicht ganz emotionsbefreit, jedoch sich meine heutige Verhaltensweise doch wohl hoffentlich deutlich von jener abgrenzen wird, so wie ich hier ab 2001 angetreten war.

Ja, ich habe Sie verstanden, ich hatte Sie schon längst verstanden und ich es immer wieder bedauerlich finde, dass es allerdings so viele andere nicht verstehen wollen.

Ausgerechnet eben die auf Durchzug und Sturheit schalten, die uns das eingebrockt haben.

Ich frage mich allerdings auch schon lange, vor allem immer dann besonders, wenn ich Zweifel an diesem sogenannten Sicherstellungsauftrag habe, wie ich diesen entdecken sollte.

Ich kann mir allerdings schon das hier unter dem anzuklickenden Titel zur Lebensqualität, unter Vorgaben basierend auf Richtlinien zu dem, was ein Gesundheitsauftrag wirklich für jeden einzelnen bedeuten sollte, sehr gut vorstellen und ich daraus mal zitiere:
Wikipedia hat geschrieben:...Gesundheitspolitische Relevanz - Die WHO sieht Lebensqualität als übergeordnetes Ziel der Gesundheitsförderung. In der Bangkok-Charta heißt es: „Die Vereinten Nationen erkennen an, dass das Erreichen der höchstmöglichen Gesundheitsstandards eines der fundamentalen Rechte aller Menschen ohne Unterschied darstellt. Gesundheitsförderung basiert auf diesem wesentlichen Menschenrecht. Dieses positive und umfassende Konzept begreift Gesundheit als einen Bestimmungsfaktor für Lebensqualität einschließlich des psychischen und geistigen Wohlbefindens.“ In der Medizin gibt es für spezifische Krankheiten das Modell der „Gesundheitsbezogenen Lebensqualität“ (Health Related Quality of Life). Für die betriebliche Gesundheitsförderung wurde das „Konzept Lebensqualität“ entwickelt...
Aber wenn ich mal nach Griechenland blicke und mir überlege, dass es nach einem Jahr Arbeitslosigkeit keine Krankenversicherung mehr gibt, dann frage ich mich nicht nur gemessen daran, wie überhaupt Gesundheit als wichtigstes Ziel einer starken Bevölkerung mit Geld aufgewogen werden könnte.

Ich hatte noch so einige ungeheuerliche Geschichten mit tatsächlich lustlosen bis zum Teil schlampigen Ärzten erlebt, die Anzahl solcher Schlappen schon beängstigend wirken könnte, wenn ich nicht in einer Reha als Idee mal als eine Art Inventur der medizinischen Behandlungen aufgeschrieben hätte, was davon positiv und was negativ war.
Die Überraschung war selbst für mich groß, ich hatte es wirklich ehrlich betrieben, dass es einen relevanten Überhang an positiven Erfahrungen gab.
Jedoch wiegen die negativen Ereignisse einfach mehr, leider, und die Menschen auch geneigt sind, eher dem Versagen als dem Gelingen zu lauschen.
Ich gebe hier gerade etwas zu...

Eine der letzten bösen Überraschungen war im Sommer 2011 mit einer Notfallambulanz in einer nahe von mir gelegenen Klinik.
Dort brachte mich meine Frau hin, mit hohem Fieber und Bauchproblemen.
Es wurden sehr schnell im Serum hohe Entzündungswerte festgestellt und der Verdacht auf eine Appendizitis geäußert wurde.
Natürlich konnte ich meine Vorgeschichte fließend im Fachjargon schildern und der diensthabende Arzt sich sogar mit den Worten freute, dass er mir ja nichts übersetzen müsse.

Dann aber kam noch der diensthabende Neurochirurg dazu, schaute mich an, hörte das von mir und sagte, dass ich ja nun wieder nach Hause könne.
Kurzes Schweigen und der andere Arzt von vorher sofort sagte, dass er mich so nicht wegschicken darf.
Na ja, und so blieb ich, es waren dann auch alle drei Appendizitis-Checks positiv und so wurde noch Nachts operiert und sich ja dann wie bereits geschildert eine nicht so schöne weitere Fatalkaskade anschließen sollte, die ich aber auch überlebt habe, also was soll's und das ja dann zum Schluss doch wieder eine positive Erfahrung war...
Hier schreibt ein Unwissender, der sonst nur weniges und für Ärzte zu viel weiß.

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Re: PM: Sicherstellung unter den bestehenden Bedingungen: Ne

Beitrag von Beitragszahler » 20.01.13, 13:39

Beitragszahler hat geschrieben:...Eine der letzten bösen Überraschungen war im Sommer 2011...Serum hohe Entzündungswerte...Appendizitis-Checks positiv...dass ich ja nun wieder nach Hause könne...
Ich zitiere mich mal selbst, da es noch eine wichtige Ergänzung gibt, die die böse Überraschung von 2011 wirklich als solche noch werden lassen sollte.

Wie ist also folgende Schilderung mit welchem "Sicherstellungsauftrag" vereinbar, wenn diese schon kriminelle Züge beschreibt?
Sind das dann also doch schon die Auswirkungen dieses Verweigerungsprotestes, von dem ich annehme, dass ich schon sehr lange unter einem solchen vielleicht zu leiden habe?


So wurde also die Appendektomie zunächst erfolgreich durchgeführt.
Es wurde mir danach mitgeteilt, dass schon eine bis dahin "nur" lokale Peritonitis vorlag.
Zwei Tage später Entlassung trotz starker Abdominalschmerzen, keine Schmerzmittel, keine Antibiose.
Dann am Tag nach der Entlassung bei beständiger Verschlechterung wieder dorthin zurückgekehrt.
Weigerung noch einmal aufzumachen trotz wieder schlechter Entzündungswerte im Serum.

Nun machte ich mir wegen meiner medizinischen Kenntnisse, wie es sich später herausstellen sollte, berechtigt, die richtigen Sorgen.

An dem dann folgenden Sonntag war Chefarztvisite und unaufgefordert sagte dieser einfach so, dass ich ja einen VP-Shunt gar nicht benötigte.
Diese Information wird der wohl von dem einen diensthabenden Neurochirurg gehabt haben, der mich ja mit einer akuten Appendizitis nach Hause schicken wollte.
Was aber niemand von denen wusste, dass mit einer regelhaften Untersuchungskaskade der Hirndruck angenommen werden durfte und abschließend mit der genauesten Hirndruckmessmethode mehrtägig intermittierende hochpathologische Werte aufgezeichnet wurden und es damit nicht nur für die Augenhintergrundschäden eine Erklärung gab, sondern auch für alle anderen Symptome, die ja nach der VP-Shunt-Versorgung der Vergangenheit angehören und ich deshalb auch wieder arbeitsfähig bin, ich zum Schluss überhaupt gar keine Konzentrationsfähigkeit mehr hatte.

So rief ich also Montag morgen im schlechten Allgemeinzustand die 40 km entfernte Neurochirurgie an, in der sich so viel Mühe mit mir gegeben wurde und ich teilte es schon fast wie beim Dschungel-Camp mit dem geänderten Slogan mit: "Hilfe, ich bin ein Patient, holt mich hier raus".
Danach kam irgendwann ein Chirurg in mein Zimmer, stellte sich als einer der Operateure vor und erzählte unaufgefordert, dass ja der Peritonealkatheter auf die linke Seite gelegt wurde, mich das stutzig machte und ich nichts daraufhin erwiderte.
Das und alles weitere implizierte bei mir, dass die Kliniken kommunizierten, wohl zur auslösenden Panik bei der zweifelhaften Klinik hier am Ort, mich unbedingt loswerden zu müssen.
Am gleichen Tag wurde dann noch eine aufwändige Untersuchung des gesamten Darmes von innen und außen mit bilddiagnostischen Mitteln gemacht.
Danach kam wieder ein anderer Chirurg hinter mir hergelaufen, als man mich wieder in das Zimmer schob und erzählte währenddessen, dass ja am Darm ein Abszess gefunden wurde und ich nun sofort in die andere Klinik mit der Neurochirurgie verlegt werden sollte, wo man mich ja so erfolgreich behandelte.
Das geschah dann auch und so kam ich in der Notfallambulanz der 40 km entfernten Klinik an.

Dort war man sehr überrascht, über meinen schlechten Zustand und über die dann nicht wahren Aussagen der überweisenden Klinik hier bei mir am Ort.
Denn der Peritonealkatheter lag nach wie vor rechts in der Erregersuppe im Bereich des ehemaligen Wurmfortsatzes.
Ein Abszess konnte während der dann anschließenden Revisions-OP, zum großen Glück, nicht gefunden werden, also die nächste Lüge der überweisenden Klinik, mir das der diensthabende Neurochirurg der sehr guten Klinik am 40 km entfernten Ort nach dem Aufwachen auf der operativen Intensivstation händchenhaltend erzählte.
Dafür fand sich aber nun ein ausgedehnterer Entzündungsprozess, der dann vernünftig versorgt wurde und ich erst entlassen wurde, als tatsächlich die Entzündungswerte wieder nach unten gingen.

Leider war es aber doch schon zu spät, denn eine Zeit später bekam ich wieder Fieber und etwa zwei Wochen später hatten die Erreger von unten doch noch ihr Ziel erreicht, mein Gehirn eben...
Hier schreibt ein Unwissender, der sonst nur weniges und für Ärzte zu viel weiß.

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Re: PM: Sicherstellung unter den bestehenden Bedingungen: Ne

Beitrag von Beitragszahler » 20.01.13, 17:19

...Übrigens bin ich dem Rat des mich als Notfall behandelnden Neurochirurgen gefolgt, diesen Mist einfach zu vergessen.
Das habe ich auch vergessen, im Rahmen von daraus abzuleitenden Konsequenzen, jedoch nicht für mich selbst als Mahnung diese verantwortungslose Klinik an meinem Ort zu meiden.

Sind dies schon die Auswirkungen so eines Protestes?
Sind dies vielleicht aber schon die Auswirkungen der vielseitigen "Scharfmachereien" von Ärztevertretungen, Krankenkassenlobby, Politikern und von wem auch immer?

Hat sich mal jemand darüber Gedanken gemacht welche Folgen, so wie bei mir, das haben kann?
Und hat sich mal jemand Gedanken darüber gemacht, dass wohl nur die wenigsten Patienten überschauen können, was da mit denen geschieht und ich da eben Glück hatte, weil ich eben gezwungen war mich mit Medizin auseinanderzusetzen...
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