Ärzte und Korruption

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Beitrag von PR » 15.01.13, 23:12

wie ich sophistisch um alle Ecken Formuliertes. Drum für Sie: man kann mit falschen Zeugen richtiges Zeugnis ablegen.

Die Leutchen von TI Deutschland sind für mich falsche Zeugen, denn ihre eigene Wahrnehmung ist höchst höchst selektiv. Hat sich erst neulich wieder in einem anderen Forum bestätigt, wo ich mich mit einem von denen in derselben Sache gekäbbelt hab.

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Re: Beitragszahler, Sie mögen

Beitrag von Beitragszahler » 16.01.13, 09:44

PR hat geschrieben:wie ich sophistisch um alle Ecken Formuliertes. Drum für Sie: man kann mit falschen Zeugen richtiges Zeugnis ablegen...

Mir ist vollständig klar, dass Wahrnehmungsverstärker, wie es die von TI Teutonia zweifellos sind, eben auch nicht fehlerfrei wahrnehmungsfähig sind, wie denn auch, sind eben auch nur potentiell Telencephalon-priorisierte Kreaturen, so wie alle eben.
Manchmal hilft aber eben auch die fehlende Wahrnehmung auf dem Weg, gemäß dem blinden Huhn...

Ist es nicht fürchterlich, dass es einen "Wahrnehmungsindex" geben muss? Darf das ein neues Unwort bitte werden?

Im Übrigen stimmt das schon mit meinem mitgeteilten Unwissen in meiner Signatur, im Rahmen einer Relativität, gemessen an meiner Wahrnehmung zur Realität...
Hier schreibt ein Unwissender, der sonst nur weniges und für Ärzte zu viel weiß.

dora
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Re: Ärzte und Korruption

Beitrag von dora » 16.01.13, 15:05

Denen wird aber dann der eine oder andere Rechtssachverständige sagen, dass berufsspezifische Straftatbestände in unserer Verfassung halt einfach keinen Platz haben, oder dass Straftatbestände ohne nachweislich und messbar Geschädigte schlicht nicht existieren.
wenn nicht nachweislich wird es schwierig, aber wenn man sich die Fälle anschaut um die es hier ging kann ein guter RA bestimmt was erreichen.
waren Sie nicht Juristin und können zu meiner Exegese noch was Spezifischeres beitragen ?
nein, war ich und bin ich nicht. 8)

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die Fälle um die es hier ging

Beitrag von PR » 16.01.13, 15:51

Es ging um die juristische Aufbereitung weniger Fälle mit genau einem "Korruptor" und weniger als zehn "Korrumpierten" von vor über sechs Jahren. Da ist wirklich nicht wenig Geld geflossen, die nachweislich und unbestritten bezahlt habende Firma und ihr Außendienst ist völlig umstrukturiert worden, nachdem sich ihr Gründer untern Zug gelegt hatte.

Die berufsrechtliche Würdigung der Fälle ist und war schon immer vollkommen eindeutig: geht gar nicht. Ob man das zu Zeiten des Ärztemangels mit Berufsverbot ahnden muss, ist eine andere Frage.

Die strafrechtliche Würdigung ist noch immer, auch und gerade nach dem BSG-Spruch: es handelte sich um eine schlecht begründete Vorteilsnahme von Privatpersonen, nicht von Kassenbeauftragten. Geschädigte sind nicht auszumachen, es handelt sich ni c h t um Korruption.

Neue Aspekte sind hier nicht hinzugetreten und von den Schreihälsen nicht genannt worden.

Schade, dora, da muss ich Sie verwechselt haben. Aber hier hat mal kurz wer mitgeschrieben die/der sich als sozialrechtlich engagierte/r Jurist/in geoutet hatte. Vielleicht bitte mal wieder melden. Mit Leuten, die wissen, wovon die Rede ist, streit ich mich gern...

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Humungus
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Re: die Fälle um die es hier ging

Beitrag von Humungus » 16.01.13, 16:49

PR hat geschrieben:Die berufsrechtliche Würdigung der Fälle ist und war schon immer vollkommen eindeutig: geht gar nicht.
Darüber wird auch niemand diskutieren, das sieht jeder gleich.
Ob man das zu Zeiten des Ärztemangels mit Berufsverbot ahnden muss, ist eine andere Frage.
Berufsunwürdiges Verhalten in einem schweren Fall muss so geahndet werden - wobei ich mich bei diesen Einzelfällen nicht auskenne und deshalb nicht äußern will. Mangel an sich darf ethische Grundsätze nicht verschieben.

Übrigens stand heute in der KV-Postille, dass das BSG seine Rechtsprechung in Hinsicht auf die Kassenzulassung wesentlich verschärft hat. Bislang reichte es einem Kassenarzt aus, sein Fehlverhalten maßgeblich zu ändern. Hielt das die Jahre zwischen der Abmahnung des Berufsausschusses und dem Gerichtsurteil an, wurde wegen "Wohlverhaltens" die KV-Zulassung nicht entzogen. Das BSG hält dies nunmehr für nicht mehr notwendig.

Argument (!): wegen der diversen Alternativen zur kassenärztlichen Tätigkeit für einen Arzt bedeute der Entzug der KV-Zulassung kein Berufsverbot mehr.
Aber hier hat mal kurz wer mitgeschrieben die/der sich als sozialrechtlich engagierte/r Jurist/in geoutet hatte. Vielleicht bitte mal wieder melden.
Der ist zwischenzeitlich wieder abhanden gekommen.
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@ Humungus: Kassenzulassung

Beitrag von PR » 17.01.13, 00:49

ist eine Kavau-Geschichte. Es gilt das Sonderrecht SGB,es urteilen Sondergerichte, und dies am Grundgesetz vorbei. KVen können Kassenzulassungen entziehen. Na und ? Zu allen diesen Punkten gibt es eindeutig bessere Alternativen.

Worüber die Kammern zu Gericht sitzen, ist das Berufs-, eigentlich: Standesrecht. Auch dies ist eindeutig ein Sonderrecht, aber total eindeutig ein von der Verfassung gewolltes. Natürlich gibt es Alternativen. Die will aber keiner, weil jeder weiß: Gesundheizfürsorge durch waschechte Staatsdiener kommt über Dedeerrniwo nicht hinaus. Kammern sprechen Berufsverbote aus. Dann bleibt dem Arzt bloß die externe Emigration. Die will nicht jeder.

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Re: Ärzte und Korruption

Beitrag von jaeckel » 17.01.13, 10:53

Lese gerade "Betrugsverdacht: Charité-MVZ durchsucht". Quelle: Ärzte Zeitung.
In fast allen Fällen geht es darum, dass Klinikärzte ambulante MVZ-Leistungen erbracht haben sollen, die keine Zulassung besaßen.
Sollten MVZs nicht mal die allseits beklagten Sektorengrenzen zwischen klinischer (stationärer) und niedergelassener (amblunater) Medizin beseitigen und damit die Versorgungsqualität erhöhen? Gestern Anreiz, heute Staatsanwalt. Heute Anreiz, morgen Staatsanwalt. :roll:
Alles Gute!

Herzlichen Gruss
Ihr

Dr. med. Achim Jäckel
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Re: Ärzte und Korruption

Beitrag von dora » 17.01.13, 14:21

hier kann man das auch nachlesen, wobei sich die Staatsanwaltschaft noch bedeckt hält

http://www.welt.de/newsticker/news3/art ... sucht.html

und hier nochmal etwas ausführlicher
http://www.berliner-zeitung.de/berlin/b ... 80344.html

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Tja, so kanns gehen,

Beitrag von PR » 17.01.13, 15:36

wenn wer Politikergeschwätz zu den Themen

- doppelte Facharztschiene
- Abschottung der Sektoren

für voll nimmt.

Es dürfte ja wohl am ehesten die Kavau gewesen sein, die da die Rollkommandos geholt hat. Zumindest sind deren Interessen noch am ehesten tangiert.

Und: klar finds auch ich ungerecht, mit 13 € im Quartal abgespeist zu werden für Leistungen, die Andere mit DRG-Pauschalen vergütet kriegen, und zu der sie Infrastruktur, Personal, Technik und Verbrauchsmaterial kostenlos zur Verfügung haben.

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Re: Ärzte und Korruption

Beitrag von Humungus » 17.01.13, 16:29

So kanns gehen, wenn man einen KV-Sitz kauft und dann mit X Ärzten Scheine kloppt und Leistungen erbringt, um stationäre Aufnahmen zu generieren. Ganz im Sinne der KrankenKassen: Stichwort Gesamtvergütung.

Da kriegt der Begriff Heuschrecke eine neue Bedeutung.
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Müssen am Ende wir

Beitrag von PR » 17.01.13, 23:43

freiberuflich auf eigene Rechnung Wirtschaftenden Kassenlehensknechte den Sonderstaazahnwälten in Berlin noch dankbar sein ?

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Re: Ärzte und Korruption

Beitrag von jaeckel » 18.01.13, 10:28

FAZ hat geschrieben:Krankenkassen ermitteln 53.000 Betrugsfälle [...] Die gesetzlichen Krankenkassen haben 2010 und 2011 knapp 53.000 Fälle von Fehlverhalten im Gesundheitswesen verfolgt.
Quelle: FAZ 17.01.2013
Dagegen:
Abrechnungsbetrug im Gesundheitswesen: 2.876 Fälle
Quelle: Offizielle Kriminalstatistik 2011
Was übrig bleibt, ist politisch motivierte vorsätzliche Rufschädigung.
Alles Gute!

Herzlichen Gruss
Ihr

Dr. med. Achim Jäckel
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Re: Ärzte und Korruption

Beitrag von dora » 18.01.13, 14:26

aus dem gleichen Artikel
2600 Mal wurde die Staatsanwaltschaft eingeschaltet
das sieht dann aber schon etwas anders aus, oder ??

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Re: Ärzte und Korruption

Beitrag von jaeckel » 18.01.13, 14:40

Dann sind doch wohl also 50.400 Fälle offensichtlich kein nachgewiesener Betrug.
Alles Gute!

Herzlichen Gruss
Ihr

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Re: Ärzte und Korruption

Beitrag von dora » 18.01.13, 14:52

jaeckel hat geschrieben:Dann sind doch wohl also 50.400 Fälle offensichtlich kein nachgewiesener Betrug.
geht aus dem Artikel nicht hervor.

Aber hier

http://www.spiegel.de/wirtschaft/sozial ... 78278.html

kann man nachlesen dass wohl auch andere Berufsgruppen damit zu tun haben.
wenn in 2600 Fällen ermittelt wird kann es durchaus sein, dass in einem KH ( ein Fall ) 10 Ärzte oder mehr betroffen sind. Die genauen Zahlen kann man nicht nachvollziehen.

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