Vorsorge-Katalog als IGEL-Leistungen : die Qual der Wahl ...

Moderator: DMF-Team

Humungus
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Re: Vorsorge-Katalog als IGEL-Leistungen : die Qual der Wahl

Beitrag von Humungus »

Dr. A. Flaccus hat geschrieben:Stimmt das so?
Woher kommt diese Information?
Da helfe ich gerne aus: die IVOM wurde von der AOK Bayerns ausgeschrieben. Als sich Berufsverband und BDOC (Zusammenschluss von Ophthalmochirurgen) zusammentaten, um diese Herkulesaufgabe gemeinsam zu stemmen, wurden sie von der AOK beim Bundeskartellamt angeschwärzt (vergeblich) und dann von den Verhandlungen ausgeschlossen. Nunmehr hat eine Kleinfirma "geboten" und auch den Zuschlag bekommen. Natürlich zu einem deutlich niedrigeren Honorar!

Übrigens werden die Honorare für eine Cataract-OP üblicherweise ebenso Monate rückwirkend gesenkt.
Flaccus hat geschrieben:Operationen werden mit Fallpauschalen vergütet. Das bedeutet: Ein kalkulierbarer Festpreis pro Eingriff
Herr Flaccus, über diese Stufe sind wir längst hinaus. Bei der IVOM wird das Honorar erst Monate nach der OP festgelegt werden, und zwar richtet es sich nach dem, was die KrankeKasse spart.

Aber lesen Sie ruhig selber!
http://www.amd-ivit.de/downloads
http://www.amd-ivit.de/download/Anlage_ ... gelung.pdf (Punkt 4.2)
Ich habe den "IGEL-Monitor" mal überschlägig gesichtet und erstmal nichts entdeckt, was zwingend in den GKV-Katalog wandern müßte.
Das heißt, Sie halten es für korrekt, dass die GKV-Versicherte die Glaukom-IGeL aus eigener Tasche zahlen.
Augenarzt? Flatrate. Für nur 18 Euro all you can (tr)eat, ein ganzes Quartal lang! DAS ist heutige Gesundheitspolitik.

Dr. A. Flaccus
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Re: Vorsorge-Katalog als IGEL-Leistungen : die Qual der Wahl

Beitrag von Dr. A. Flaccus »

Guten Tag!

Meine Aussage zu den Operationen bezog sich auf folgende Aussage.
Demnächst werden OP´s nur noch beim günstigsten Anbieter stattfinden. Qualität?
Es ist demnach zu korrigieren:

1. Der oben zitierte Satz gilt nicht für stationäre Eingriffe.
2. Der oben zitierte Satz gilt auch nicht für alle, sondern demnächst möglicherweise für einige ambulante Eingriffe.

Manchmal hilft es, etwas genauer zu formulieren.
Für Laien, die hier mitlesen, ist das schon ein gewaltiger Unterschied.

Was die Glaukom-Vorsorge angeht, bin ich persönlich in der Tat gespalten.

Mein Bauchgefühl sagt durchaus: "Ja, das sollte man regelhaft machen."
Allerdings kenne ich auch gegenteilige Meinungen.
Die Darstellung auf der Seite IGeL-Monitor ist m.E. durchaus differenziert und ich kann der Argumentation als Nicht-Fachmann durchaus folgen.

:arrow: "Wenn ein Augenarzt ein Glaukom-Screening anbietet und sich dabei auf eine Empfehlung seiner Fachgesellschaft beruft, meint er damit eine S1-Leitlinie der Fachgesellschaft der Augenärzte Deutschlands (Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft), die ein Glaukomscreening für die Patientenversorgung für „äußerst wichtig“ hält und eine Untersuchung bei Menschen zwischen 40 und 64 alle drei Jahre und bei Menschen ab 65 alle ein bis zwei Jahre empfiehlt. Diese Leitlinie ist jedoch wissenschaftlich schwach fundiert, denn der Status „S1“ der Leitlinie bedeutet, dass sie nur auf der Erfahrung der beteiligten Experten und nicht auf einer systematischen Analyse der wissenschaftlichen Literatur beruht."
Quelle: http://www.igel-monitor.de/IGeL_A_Z.php ... view&id=69

Es ist in der Tat die Frage: Wo fängt Vorsorge an und was fällt unter Eigenverantwortung?

A. Flaccus
Dr. A. Flaccus
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Humungus
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Re: Vorsorge-Katalog als IGEL-Leistungen : die Qual der Wahl

Beitrag von Humungus »

Dr. A. Flaccus hat geschrieben:Die Darstellung auf der Seite IGeL-Monitor ist m.E. durchaus differenziert und ich kann der Argumentation als Nicht-Fachmann durchaus folgen.

:arrow: "Wenn ein Augenarzt ein Glaukom-Screening anbietet und sich dabei auf eine Empfehlung seiner Fachgesellschaft beruft, meint er damit eine S1-Leitlinie der Fachgesellschaft der Augenärzte Deutschlands (Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft), die ein Glaukomscreening für die Patientenversorgung für „äußerst wichtig“ hält und eine Untersuchung bei Menschen zwischen 40 und 64 alle drei Jahre und bei Menschen ab 65 alle ein bis zwei Jahre empfiehlt. Diese Leitlinie ist jedoch wissenschaftlich schwach fundiert, denn der Status „S1“ der Leitlinie bedeutet, dass sie nur auf der Erfahrung der beteiligten Experten und nicht auf einer systematischen Analyse der wissenschaftlichen Literatur beruht."
Quelle: http://www.igel-monitor.de/IGeL_A_Z.php ... view&id=69
Komischerweise wird aber zuvörderst die bekanntermaßen insuffiziente "Messung des Augeninnendrucks" diskutiert. Für mich steckt da Absicht dahinter.

Wozu eine "Analyse wissenschaftlicher Literatur" in sagen wir mal den richtigen Händen führen kann, auch dafür kann ich ein Beispiel geben: seit zig Jahren ist bekannt, dass ca. 6 Prozent aller Kinder schielen. Seit mindestens 40 Jahren ist bekannt, dass eine möglichst frühzeitige Therapie Schäden vermeidet. Für die Volkswirtschaft geht es um Milliarden, denn ein "Schieler" kann nicht nur vieles nicht machen, er erblindet auch früher und ist eher gefährdet sein eines gutes Auge auch zu schädigen.

Und? Da nimmt man doch einfach eine Metaanalyse, die 99 Prozent aller Studien exkludiert, weil sie keine unbehandelte Kontrollgruppe haben. So kann man auch Wissenschaft machen.

Wer würde denn sein Kind unbehandelt für eine Studie zur Verfügung stellen? Freiwillige vor!

Und die Folge ist, dass auch hier geIGeLt wird. Und die (sorry) dafür unqualifizierten Kinderärzte aus ideologischen Gründen im Alter von 3 Jahren eine unsinnige Untersuchung machen dürfen.

Ist das menschliche Medizin? Wollen diejenigen, die meinen, unser System sei so toll, noch mehr Beispiele? Ich bin gerne behilflich, wie PR sicher auch. Und die Ärzte und Patienten, die genug haben, auch.
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Kasi kriegt von mir

Beitrag von PR »

das alternative Bundesverdienstkreuz am Jutebändel fürs weltweit inter-nette Dokumentieren deutsch gesundheitspolitisch arg arg unangenehmer Wahrheiten.

Mit der Zeit, find ich, sollte hier der Ausschuss gewechselt werden.

(@Dr.klaus1 oder Birdie: pardon fürs Gestammel. Aber ich schreib hier tatsächlich auch mal Sachen, die Hinz oder Kunz eben nicht kapieren s o l l e n ).

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Birdie: Sie hatten was gefragt ???

Beitrag von PR »

dreissigzeichendreissigzeichendreissigzeichen

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jule_jule
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Re: Vorsorge-Katalog als IGEL-Leistungen : die Qual der Wahl

Beitrag von jule_jule »

Dr. A. Flaccus hat geschrieben: Die Darstellung auf der Seite IGeL-Monitor ist m.E. durchaus differenziert
Wo ist auf dieser Seite etwas differenziert? Finden Sie es nicht auch merkwürdig, dass fast alle genannten Leistungen (obwohl medizinisch sinnvoll) mit "unklar", "tendenziell negativ" oder "negativ" bewertet werden?
Ganz zu schweigen davon, dass viele medizinisch sinnvolle (Vorsorge-) Leistungen gar nicht erst genannt wurden.

Da fragt man sich doch, wer wird hier von wem bezahlt, um zu solchen (gefälschten?) Ergebnissen zu kommen und diese auch noch zu publizieren.

Und es stellt sich die Frage: Wieso zahlen private Krankenversicherungen die im IGEL-Monitor als sinnfrei und nutzlos dargestellten (Vorsorge-) Leistungen?

Dies sind z. B. Leistungen, die die PKV im Rahmen der Vorsorge erstattet (sogar ohne Anrechnung auf den Selbstbehalt, falls man einen hat): "Untersuchung zur Früherkennung der mit Erblindungsgefahr verbundenen Augenkrankheit "Grüner Star" (Glaukom-Vorsorge)" oder im gynäkologischen Bereich: "Untersuchung mittels Sonographie von Gebärmutter und Eierstöcken sowie Brust".
Ich kann auch mit noch mehr erstattungsfähigen Leistungen dienen, möchte hier jedoch kein "Buch" ;-) schreiben. Interessant ist vllt. noch, dass z. B. bei der Vorsorge beim Hausarzt ein großes Blutbild mit diversen weiteren Parametern erstattet wird, was der GKV-Patient wieder IGEL-n und selbst bezahlen müsste.
Um Missverständnissen vorzubeugen - woher habe ich obige Infos: Von privat versicherten Personen aus meinem Freundes- und Bekanntenkreis.

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Re: Birdie: Sie hatten was gefragt ???

Beitrag von Birdie »

PR hat geschrieben:dreissigzeichendreissigzeichendreissigzeichen

PR
Vergessen Sie's einfach. Mir war von vornherein klar, daß diese Frage Sie überfordern wird. Aber ein Versuch konnte ja nicht schaden.
Nun weiß´ich es sicher. :christmas

Birdie
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Re: Vorsorge-Katalog als IGEL-Leistungen : die Qual der Wahl

Beitrag von Birdie »

jule_jule hat geschrieben: Ich kann auch mit noch mehr erstattungsfähigen Leistungen dienen, möchte hier jedoch kein "Buch" ;-) schreiben. Interessant ist vllt. noch, dass z. B. bei der Vorsorge beim Hausarzt ein großes Blutbild mit diversen weiteren Parametern erstattet wird, was der GKV-Patient wieder IGEL-n und selbst bezahlen müsste.Um Missverständnissen vorzubeugen - woher habe ich obige Infos: Von privat versicherten Personen aus meinem Freundes- und Bekanntenkreis.
Woher haben Sie denn diese Weisheit? Weder ich noch sonstjemand aus der Familie (oder aus dem Bekanntenkreis) mußte je ein großes Blutbild bezahlen.

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Großes Blutbild

Beitrag von PR »

Birdie: Sie werden uns gewiss mal eben erläutern, was ein großes Blutbild ist,

und am besten gleich auch noch, für wen.

Oder ?

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Mehr Beispiele ? Ich

Beitrag von PR »

Eine junge gesunde Schwangere in meiner "gesetzlichen" Schwangerenbetreuung habe/-t im Oktober 2011 ein / ihr spontan und primär reifes gesund geborenes Kind "verloren", indem dieses am zweiten Lebenstag an einer wie üblich fulminanten "early onset" B-Streptokokken-Sepsis verstorben ist.

Schicksal.
Schicksal ?

Freilich dann nicht, wenn alle Schwangeren zum rechten Zeitpunkt auf StrepB in den Geburtswegen oder deren Nähe gescreent werden.
Alle.

Mitleser von akademischen Graden vor !
Sie wissen was ein Screening ist ?

Mitleser von akademischen Graden vor ! Ein StrepB-Screening ist vom höchsten Expertengremium der Kranken Kassen in Deutschland wiederholt abgelehnt worden.

Mitleser von akademischen Graden vor ! Sie wissen, wer das ist ? Waas, Sie wissen es nicht ?
Und glauben noch immer an das Märchen von Kranke Kassen, die Sie nicht grundsätzlich belügen ?


Seitdem jedenfalls ist, Ihr ahnungslosen Kassenakademiker, in meiner Praxis das StrepB-Screening eine IGeLLeistung.
Für Kwalitääzmännätscher: es steht automatisch aufm Bildschirm, wenn eine Schwangere die 35 Wochen erreicht.

PR
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Gesundheizpolitik: schrille, schräge und seltene Vögel

Beitrag von PR »

Hab eben versucht, zielgenau da hin links zu legen.

Hat technisch leider nicht geklappt.

Symptomatisch, irgendwie.

PR
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Birdie
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Re: Großes Blutbild

Beitrag von Birdie »

PR hat geschrieben:Birdie: Sie werden uns gewiss mal eben erläutern, was ein großes Blutbild ist,

und am besten gleich auch noch, für wen.

Oder ?

PR
Ich weiß, was ein großes Blutbild ist. Leider gab es Krankheiten in der Familie, die das notwendig machten.
Wenn Sie mir nicht glauben, dann lassen Sie es eben bleiben.

jule_jule
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Re: Großes Blutbild

Beitrag von jule_jule »

Nach Zensur ab sofort netter formuliert …
Birdie hat geschrieben:Woher haben Sie denn diese Weisheit? Weder ich noch sonstjemand aus der Familie (oder aus dem Bekanntenkreis) mußte je ein großes Blutbild bezahlen.
Wie bereits geschrieben, ein großes Blutbild ist keine Vorsorge-Leistung.
Bitte belesen Sie sich nochmals intensiv und setzen sich mit den Leistungen der GKV-Zwangsversicherung auseinander. Vor allem ist es wichtig, sich Zeit zum Lesen zu nehmen (ein nett gemeinter didaktischer Rat), umso besser lässt sich der Sinn des Geschriebenen erfassen.

Gern beantworte ich auch Ihre Frage, woher ich meine Weisheiten habe. Ich habe mich mit den (Nicht-) Leistungen der GKV-Zwangsversicherung beschäftigt. Leider gibt es noch Patienten, die dies nicht getan haben und sich somit immer noch nicht bewusst sind, wie sie von ihrer GKV-Zwangsversicherung getäuscht und ihrer Beitragsgelder in Form von minderwertigen und verweigerten Leistungen beraubt werden.
Birdie hat geschrieben:Ich weiß, was ein großes Blutbild ist.
Ich bin enttäuscht, dass Sie Ihr Wissen nicht mit dem Forum teilen möchten.
Bitte erklären Sie mir doch, was ein großes Blutbild ist – vielleicht ist meine Auffassung von diesem falsch, dann könnten Sie diese richtig stellen, mich eines Besseren belehren und mich überzeugen, dass es doch präventiv erstellt wird. Ich bin ja nicht unbelehrbar ;-).

Helmes63
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Re: Vorsorge-Katalog als IGEL-Leistungen : die Qual der Wahl

Beitrag von Helmes63 »

Um das Thema mal in eine andere Blickrichtung zu lenken hätte ich gerne gewußt,
ob es IGEL-Leistungen gibt die durchaus auch als medizinisch sinnvoll im GKV-
Leistungskatalog hätten enthalten sein müssen. Ich gehe davon aus, dass es
hier sehr wohl auch Grenzfälle gibt die die betreffende Kommission nicht bereit
war als Versicherungsleistung anzuerkennen. Aus dieser Annahme heraus bin
ich erst zu dieser Frage gekommen, die offenkundig viele Forenteilnehmer intensiv
bewegt.

Dr.med.Holger Fischer
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Re: Vorsorge-Katalog als IGEL-Leistungen : die Qual der Wahl

Beitrag von Dr.med.Holger Fischer »

Guten Tag helmes,
das war ja auch der Ausgangspunkt bzw. Ihre Frage.
Aus der Sicht meines Fachgebietes ( Gynäkologie) kann ich nur sagen, daß zu einer vaginalen Untersuchung auch zwingend die Vaginalsoniographie als Kassenleistung eingeschlossen werden sollte. Jeder Frauenarzt kann über eigene Fälle berichten, in denen bimanuell-also palpatorisch- ein zunächst falscher Befund erhoben wurde, der erst durch die Ultraschalluntersuchung zur richtigen Diagnose führte. Wenn jetzt argumentiert wird, daß soundsoviel Ultraschalluntersuchungen durchgeführt werden müssen ( genaue Zahlen habe ich jetzt aktuell nicht mehr in Erinnerung), um ein Ovarialkarzinom zu entdecken, so muß ich sagen, daß es ja nicht allein um diese Detektion geht. Selbst der besterhobene Vaginaltastbefund kann nie so gut sein wie ein sonographisch erhobener Befund.
Grüße Dr. Fischer
Unter Bezugnahme auf § 7 (3) der Berufsordnung für Ärzte ist mein Beitrag eine Stellungnahme,die auf den vorliegenden Angaben beruht .Sie ersetzt aber nicht die persönliche Beratung, Untersuchung und Behandlung durch Ihren Arzt.

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