2. Klasse-Patient

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Humungus
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Re: 2. Klasse-Patient

Beitrag von Humungus » 09.07.12, 13:00

Birdie hat geschrieben:Wie heißt es doch so schön: "Wer lesen kann, ist beser dran".
Warum beleidigen Sie so gerne? Haben Sie ein Problem mit sich selbst oder gehört das zu Ihrem Stil hier im Forum?
Ich hab mich nicht über einen Chefarzt beschwert
Natürlich haben Sie das, denn Sie haben ihm vorgeworfen, die Steuergelder für sein Studium genutzt zu haben, aber jetzt nicht genügend dankbar zu sein.
Die Ärzte können von Privatpatienten allein nicht leben, das ist doch des Pudels Kern.
Und warum schlagen Sie das Herrn Tillenburg vor? Ich sagte ja schon: friss, Vogel, oder stirb.
Augenarzt? Flatrate. Für nur 18 Euro all you can (tr)eat, ein ganzes Quartal lang! DAS ist heutige Gesundheitspolitik.

Birdie
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Re: 2. Klasse-Patient

Beitrag von Birdie » 09.07.12, 13:31

[quote="Humungus"][quote="Birdie"]Wie heißt es doch so schön: "Wer lesen kann, ist beser dran".[/quote]Warum beleidigen Sie so gerne? Haben Sie ein Problem mit sich selbst oder gehört das zu Ihrem Stil hier im Forum?

[quote]Ich hab mich nicht über einen Chefarzt beschwert[/quote]Natürlich haben Sie das, denn Sie haben ihm vorgeworfen, die Steuergelder für sein Studium genutzt zu haben, aber jetzt nicht genügend dankbar zu sein.

[quote]Die Ärzte können von Privatpatienten allein nicht leben, das ist doch des Pudels Kern.[/quote]Und warum schlagen Sie das Herrn Tillenburg vor? Ich sagte ja schon: friss, Vogel, oder stirb.[/quote]

Haben Sie Verständnisschwierigkeiten?

"Sieh mal an. Da beschwert sich jemand über einen Chefarzt, der (fast) nur noch Privatpatienten behandelt, und schlägt das gleiche Vorgehen einem anderen Arzt vor"

Das haben Sie geschrieben und da geht es eindeutig um das Behandeln von Privatpatienten durch den Chefarzt. Daß ich daran erinnert habe, daß auch (und gerade) ein Mediziner sein Studium auch auf Kosten des Steuerzahlers macht, hat mit dieser Sache nichts zu tun. Außerdem habe ich das keinem Arzt "vorgeworfen", sondern lediglich daran erinnert - das wird ja wohl erlaubt sein. Oder wollen Sie diese Tatsache bestreiten?

Wenn hier einer beleidgit, dann bin das bestimmt nicht ich.

Wo ist denn das Posting von D-Mo geblieben?

Alba
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Re: 2. Klasse-Patient

Beitrag von Alba » 09.07.12, 13:38

Mir scheint, hier gehen zwei völlig verschiedene Dinge durcheinander.

Das Thema des Threads ist, ob und inwiefern Kassenpatienten als Patienten zweiter Klasse behandelt werden und was daran systembedingt schuld ist und wo wiederum die Verantwortung von Ärzten liegt.

Da gingen - auch ohne Birdies Unsachlichkeiten - die Meinungen auseinander.

Liebe Birdie,

ich glaube, Sie haben diese verschiednen Meinungen gar nicht wahrgenommen.
Ich zitiere Sie mal selbst
Birdie hat geschrieben:Wie heißt es doch so schön: "Wer lesen kann, ist beser dran".
Darüber hinaus berichten Sie hier andeutungsweise
über die unglaubliche Dummheit und Faulheit eines Arztes
, welcher den Herzinfarkt Ihres Mannes nicht erkannte.
Durchaus möglich - vielleicht war dieser eine Arzt wirklich dumm und faul, wie es das leider in allen Berufen gibt - doch was hat das mit einem Status als Kassenpatient zu tun?
Meinen Sie denn, ein Status als Privatpatient hätte diesem einen Arzt mehr Fleiß und größere Klugheit verliehen?
Und was hat das mit der jetzigen Situation des Gesundheitswesens zu tun?

Und schließlich: Wieso müssen Sie bei diesem Thema nicht nur einzelne Ärzte, sondern auch andere Patienten abqualifizieren? Eine Äußerung wie
Birdie hat geschrieben:Ihnen fehlt offenbar die Erfahrung, wie man sich als kranker Mensch fühlt und über besondere Empathie scheinen Sie auch nicht zu verfügen
zeugt nicht gerade davon, dass man seiner Argumente sicher ist, wohl aber von einem "Schaum-vorm-Mund-Reflex", sobald es den geringsten Widerspruch gibt.

Wenn es das nicht sein sollte- dann empfehle ich Ihnen sehr, Ihren Ton etwas zu mäßigen.

Mit freundlichen Grüßen
Alba

P.S. Das Posting von D-Mo ist doch da, 11.54 war die Uhrzeit - nur falls Sie da auch was unterstellen wollen.

Jule90
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Re: 2. Klasse-Patient

Beitrag von Jule90 » 09.07.12, 13:48

Hallo!!
Es wäre schön wenn wir ins hier nicht die Köpfe einschlagen, denn das war absolut nicht meine Absicht mit diesem Thread.
Wir können hier vorerst sowieso nichts ändern.

Ich wollte nur aufzeigen, dass es mich stört wenn Privatpatienten den GKV vorgezogen werden, egal ob beim Prof. Dr. Chefarzt, dem Facharzt oder dem Hausarzt. Vorallem wenn man noch eine solche Aussage wie geschrieben: "...wie, kein Privatpatient? Was wollen Sie dann bei ihm?" zu hören bekommt und genau weis, wenn morgen ein Privatpatient nach einem Termin fragt wird er noch vor dir einen bekommen. Oder ein anderes Beispiel: Mein Orthopäde hat während seiner normalen Sprechstundenzeiten jeweils die ersten zwei Stunden morgens und mittags zusätzlich Sprechstunden für Privatpatienten. So! Kommt ein solcher ohne Termin wird er noch vor dir dran kommen, denn für ihn sind ja die zwei frühen Stunden gedacht...! Man selbst hat ja Zeit... :roll:
Wieso in aller Herrgottsnamen kann er nicht auch warten? Wenn er wirklich auf die Hilfe des Arztes wert legt, dann sollte dies doch möglich sein.

Ich möchte auch nochmal betonen, dass ich nicht unbedingt "nur vom Chefarzt" behandelt werden will, sondern von einem ausgewiesenen Spezialisten.

Eine Frage an Herr Dr. Flaccus hätte ich aber (immer) noch :wink: , und dass soll jetzt in keinster Weise böse gemeint sein und ich will Sie damit auch nicht beharken, wie Sie es so schön nennen.
Aber, warum finden Sie, dass das Wohl des Patienten nicht schon bei der Wartezeit anfängt?
Ich meine jetzt nicht die Zeit im Wartezimmer sondern die Wartezeit auf einen Termin.

Jule
Wer kämpft, kann verlieren!
Wer nicht kämpft, hat schon verloren!

(Brecht)

D-Mo

Re: 2. Klasse-Patient

Beitrag von D-Mo » 09.07.12, 13:49

Birdie hat geschrieben:Wo ist denn das Posting von D-Mo geblieben?
Ich hab's gelöscht. :wink: Ich habe auch um Löschung meines Accountes gebeten.
Nach manchen Äußerungen die Ihnen gegenüber gemacht wurden, habe ich für mich beschlossen nicht mehr am Forengeschehen teilzunehmen, weder aktiv (schreibend) noch passiv (lesend).

Grüße,
D-Mo

error6
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Re: 2. Klasse-Patient

Beitrag von error6 » 09.07.12, 14:10

D-Mo hat geschrieben:
Birdie hat geschrieben:Wo ist denn das Posting von D-Mo geblieben?
Ich hab's gelöscht. :wink: Ich habe auch um Löschung meines Accountes gebeten.
Nach manchen Äußerungen die Ihnen gegenüber gemacht wurden, habe ich für mich beschlossen nicht mehr am Forengeschehen teilzunehmen, weder aktiv (schreibend) noch passiv (lesend).

Grüße,
D-Mo
Eine Entscheidung, die ich nachvollziehen kann.
Was hier abläuft, spottet jeder Beschreibung.
Das Forum war einmal richtig gut, aber das ist Geschichte.
Schade,
:( error6

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Re: 2. Klasse-Patient

Beitrag von Birdie » 09.07.12, 14:17

error6 hat geschrieben:
D-Mo hat geschrieben:
Birdie hat geschrieben:Wo ist denn das Posting von D-Mo geblieben?
Ich hab's gelöscht. :wink: Ich habe auch um Löschung meines Accountes gebeten.
Nach manchen Äußerungen die Ihnen gegenüber gemacht wurden, habe ich für mich beschlossen nicht mehr am Forengeschehen teilzunehmen, weder aktiv (schreibend) noch passiv (lesend).

Grüße,
D-Mo
Eine Entscheidung, die ich nachvollziehen kann.
Was hier abläuft, spottet jeder Beschreibung.
Das Forum war einmal richtig gut, aber das ist Geschichte.
Schade,
:( error6

Vielen Dank an Sie beide. Ich hab inzwischen langsam an meinem Verstand gezweifelt. Ich habe selten so viel Intoleranz und Unverständnis erleben müssen.

Ich werde mich ebenfalls aus der "Diskussion" zurückziehen. Wir haben seinerzeit viel durchgemacht und ich sehe keinen Grund, mich auch noch beleidigen zu lassen.

Birdie
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Re: 2. Klasse-Patient

Beitrag von Birdie » 09.07.12, 14:22

@ Alba

Ich habe nicht die Absicht, diese ganze sog. "Diskussion" mit Ihnen nochmal zu führen. Ihre Antworten zeigen, daß Sie nichts von dem was ich sagen will, begriffen habe.

Allerdings verbitte ich mir Ihre völlig substanzlose Kritik an meinem "Ton". Ich habe niemanden beleidigt im Gegensatz zu anderen hier.

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Re: 2. Klasse-Patient

Beitrag von Dr. A. Flaccus » 09.07.12, 14:48

Eine Frage an Herr Dr. Flaccus hätte ich aber (immer) noch , und dass soll jetzt in keinster Weise böse gemeint sein und ich will Sie damit auch nicht beharken, wie Sie es so schön nennen.
Aber, warum finden Sie, dass das Wohl des Patienten nicht schon bei der Wartezeit anfängt?
Ich meine jetzt nicht die Zeit im Wartezimmer sondern die Wartezeit auf einen Termin.
Meine persönliche Meinung dazu:

Ein medizinisch dringlicher Notfall wird in Deutschland immer kurzfristig behandelt. Notfalls über die Notaufnahme eines Krankenhauses.

Und alles andere...

...kann oder muß warten. Das ist eine Frage der Ressourcenverteilung.

Es wurde hier mehrfach - sachlich! - dargelegt, wie die Ressourcen in unserem GKV-System verteilt sind. Irgendwann ist eben einfach nicht mehr möglich, wenn die Leistungen nach dem Solidarprinzip verteilt werden.

Wer für seine persönliche Befindlichkeit eine kürzere Wartezeit auf einen Termin benötigt, der muß sich eben privat (Zusatz-) versichern.

In der Tat kann man das dann als "Zwei-Klassen-Medizin" bezeichnen.

Bei der eigentlichen Erbringung der medizinischen Leistung sind die Unterschiede hingegen nicht so gravierend, das ich hier von "2-Klassen" sprechen möchte. Vieles im Privat-Sektor ist m.E. schlicht überflüssig.

Soweit meine persönliche Meinung.

A. Flaccus

Humungus
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Re: 2. Klasse-Patient

Beitrag von Humungus » 09.07.12, 15:33

Dr. A. Flaccus hat geschrieben:Ein medizinisch dringlicher Notfall wird in Deutschland immer kurzfristig behandelt. Notfalls über die Notaufnahme eines Krankenhauses.
Wenn bei mir Verätzungen kommen werden die natürlich auch vorgezogen, genauso wie Schmerzpatienten. Ich selber "durfte" aber schon mit einer Nierenkolik 2 Stunden in einer Ambulanz warten - die gleiche vollbesetzte Ambulanz, an der ich als Privatpatient wegen eines Routinetermins vorbeiging.
Es wurde hier mehrfach - sachlich! - dargelegt, wie die Ressourcen in unserem GKV-System verteilt sind.
Ich verstehe es, wenn sich GKV-Patienten beschweren, denn sie zahlen tatsächlich nicht wenig, in jungen Jahren ja meist mehr als Privatpatienten. Nur: das Geld kommt nicht "beim Erfolgsorgan" an, sondern versickert in Kanälen, die nicht immer nachvollziehbar sind. Diese Diskrepanz wird auch meiner Meinung nach nicht nur vom Solidarprinzip ausgelöst, sondern auch von Ausgaben, die reduziert werden könnten.
In der Tat kann man das dann als "Zwei-Klassen-Medizin" bezeichnen.
Keine Frage: wer mehr Umsatz einbringt, wartet weniger lange.

Die Leistungserbringung halte ich auch für nicht entscheidend anders. Es gibt allerdings eine Menge an Zusatzuntersuchungen, die ihren Einzug in den Leistungskatalog nicht gefunden haben. Manches mag nur Umsatzoptimierung sein, manches ist aber ausgesprochen sinnvoll. Und da heißt es für den GKV-Patienten im Gegensatz zum Privaten: draufzahlen. Auch andere Diskussionen, wie beispielsweise die der Generika, die ständig wechseln, gibt es beim Privaten nicht.
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Jule90
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Re: 2. Klasse-Patient

Beitrag von Jule90 » 09.07.12, 15:40

A. Flaccus hat geschrieben:Ein medizinisch dringlicher Notfall wird in Deutschland immer kurzfristig behandelt. Notfalls über die Notaufnahme eines Krankenhauses.

Und alles andere...

...kann oder muß warten. Das ist eine Frage der Ressourcenverteilung.
Ja, es ist mit auch klar, dass ein medizinisch dringender Notfall vor mir dran kommt.
Aber darum geht es doch garnicht.
Warum kann man einem GKV den freien Termin nicht geben, wenn er das gleiche gesundheitliche Problem hat wie der PKV? Wenn also keiner der beiden ein medizinisch dringender Notfall ist? Wenn beide die selben Untersuchungen bekämen? Das hat doch meines Erachtens nichts mit Ressourcenverteilung zu tun!

Jule
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Dr. A. Flaccus
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Re: 2. Klasse-Patient

Beitrag von Dr. A. Flaccus » 09.07.12, 15:52

Warum kann man einem GKV den freien Termin nicht geben, wenn er das gleiche gesundheitliche Problem hat wie der PKV? Wenn also keiner der beiden ein medizinisch dringender Notfall ist? Wenn beide die selben Untersuchungen bekämen? Das hat doch meines Erachtens nichts mit Ressourcenverteilung zu tun!
Doch. Das hat es sehr wohl.
Für den GKV-Patienten bekommt der Kassenarzt nur einen Bruchteil dessen, was er für den Privatpatienten erhält.

Und die Arzthelferinnen, die Stromrechnung und die Miete - das alles muß irgendwie bezahlt werden.
In der Relation benötigt es dazu wenige PKV-Patienten aber sehr viele GKV-Patienten.

Wenn Sie zwei völlig identische Jobangebote bekämen und der eine zahlt 15 €/Std, der andere 20 €/Std. - würden Sie für weniger arbeiten, nur weil Sie meinen, der Arbeitsgeber würde sonst niemanden bekommen, der für 15€ bei ihm anfängt?
Würden Sie - quasi aus Mitleid - für weniger Geld arbeiten?

A. Flaccus

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Re: 2. Klasse-Patient

Beitrag von Humungus » 09.07.12, 16:02

Dr. A. Flaccus hat geschrieben:Für den GKV-Patienten bekommt der Kassenarzt nur einen Bruchteil dessen, was er für den Privatpatienten erhält.
Im Extremfall - bei Überschreitung des Budgets - sogar nur noch Cents. Und die heutigen Praxisprogramme können dem Arzt genau sagen, wie weit es mit seinem Budget gediehen ist. Insbesondere zum Quartalsende sind Kassenpatienten wenig attraktiv. Folge: sie werden nach hinten geschoben, wenn es geht. Der Arzt weiß, dass er X Kassenpatienten pro Quartal bezahlt kriegt, X+Y aber nicht. Warum sollte er also für Y Termine haben?
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celine_celi
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Re: 2. Klasse-Patient

Beitrag von celine_celi » 09.07.12, 16:09

Hallo,
Humungus hat geschrieben:Und wenn Herr Tillenburg und viele andere Ärzte das tatsächlich machen würden, würde das System völlig kippen, ...
... und dies wäre endlich ein Schritt in die richtige Richtung, denn nur wenn man geschlossen dieses System kippt, lässt sich dieses ändern.
Wieso geben Ärzte nicht geschlossen ihre Kassenzulassung zurück, denn dann wären unsere oberen Herren und Damen nämlich endlich im Zugzwang.
Dieses eigentlich schon funktionsunfähige GKV-Zwangssystem ist nicht mehr up to date und in unserer Zeit obsolet.
Dr. A. Flaccus hat geschrieben:Irgendwann ist eben einfach nicht mehr möglich, wenn die Leistungen nach dem Solidarprinzip verteilt werden.
... dann muss das Solidarprinzip in seiner jetzigen Form abgeschafft werden. Von solidarisch kann man nämlich nur sprechen, wenn JEDER etwas dazu beiträgt und nicht ein Teil der Versicherten unsolidarisch ist.

Im Rahmen der Abschaffung der GKV-Zwangsversicherung muss man das "Solidarische" auf andere "Beine stellen".
Das neue System muss ein System sein, welches im Grunde der PKV ähnelt, jedoch Hilfebedürftige vom Staat unterstützt werden. Jeder erhält hierbei eine optimale medizinische Versorgung (keine sinnlose, nur weil man eine Leistung "verkaufen" möchte), die dem entsprechenden Krankheitsbild die bestmöglichste Heilungschance bietet.
Wie ich schon geschrieben habe, dann können endlich unsere Steuergelder "solidarische Verwendung" finden.
Dr. Flaccus hat geschrieben:Bei der eigentlichen Erbringung der medizinischen Leistung sind die Unterschiede hingegen nicht so gravierend,
... oh doch, dass sind sie. Die Unterschiede sind enorm.
Gehen Sie doch mal "Undercover" (ja, da kam mir gerade diese "tolle" ;-) Doku eines Fernsehsenders in den Sinn) als GKV-Patient und anschließend als privat Versicherter in verschiedene Praxen und Kliniken - hier werden Sie die Unterschiede deutlich zu spüren bekommen, vor allem im Klinikbereich.
Dr. Flaccus hat geschrieben:Wer für seine persönliche Befindlichkeit eine kürzere Wartezeit auf einen Termin benötigt, der muß sich eben privat (Zusatz-) versichern.
Diese Antwort hat mich geschockt und empört. Wie viel soll der GKV-Patient denn noch für seine Gesundheit und eine gute Behandlung löhnen müssen? Wissen Sie, was eine Zusatzversicherung überhaupt kostet und welche Bedingungen diese enthält?

Eine private Zusatzversicherung erstattet i. d. R. einen Höchstbetrag von 80 % der privaten Rechnung, hinzu kommt, dass in den Bedingungen der Versicherung steht: "... bei Vorleistung der GKV." Und was zahlt denn die GKV heute noch? - ich übertreibe jetzt ein wenig, jedoch weit weg von der Realität ist es nicht mehr: die GKV zahlt nichts, sie nimmt nur Beiträge, die stetig steigen ohne Leistungszuwachs. Die Leistungen und Medikamente, die wirklich medizinisch notwendig (hier meine ich nicht die Sichtweise der GKV, die dieses Wort nicht richtig interpretiert) sind, werden nämlich nicht erstattet, weil die GKV mal wieder nicht gezahlt hat. Somit sitzt der Patient ein weiteres Mal auf seinen Kosten, trotz Zusatzversicherung.

Im Übrigen kostet eine gute Zusatzversicherung (nur ambulant) zwischen 150 und 200 Euronen (eine stationäre Zusatzversicherung sowie Zahnversicherung ist hier nicht inbegriffen, diese würden mit ca. weiteren 50 - 100 Euronen "zuschlagen"). Macht summa summarum 200 - 300 zusätzliche Euronen für den GKV-Zwangsversicherten.

Da meinen Sie, dass dieser doch zu seinen eh schon sehr hohem Beitrag (unter Kosten-Leistungs-Sicht), für den er keine Leistungen erhält, noch zusätzlich löhnen soll?

Ich denke, Sie würden Ihre PKV nie mit einem GKV-Zwangsversicherten tauschen, der solchen widrigen medizinischen Bedingungen ausgesetzt ist.
Zumal man ja festhalten muss, dass sich auch Ärzte (Beamte, Politiker etc.) freiwillig in der GKV versichern könnten.

Tun diese es? - NEIN, und dies spricht ja schon Bände und für sich, was dieser Personenkreis von der GKV hält, nämlich nichts und keiner will in diesem GKV-System versichert sein, wenn er erkrankt sein sollte.

Viele Grüße

Celine
Zuletzt geändert von celine_celi am 09.07.12, 17:02, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: 2. Klasse-Patient

Beitrag von Humungus » 09.07.12, 16:19

celine_celi hat geschrieben:... und dies wäre endlich ein Schritt in die richtige Richtung, denn nur wenn man geschlossen dieses System kippt, lässt sich dieses ändern.
Wieso geben Ärzte nicht geschlossen ihre Kassenzulassung zurück, denn dann wären unsere oberen Herren und Damen nämlich endlich im Zugzwang.
Weil Ärzte erstens nicht den Mut dazu haben (ein Versuch der Hausärzte in Bayern - und die hätten den optimalen Hebel gehabt - ist gescheitert), und weil zweitens durch Kassen und KVen gnadenlose Klientelpolitik betrieben wird. Immer, wenn eine Arztgruppe besonders laut klagt, wird ihr - wie bei Vögeln im Nest - ein Wurm in den Hals geschoben. Den verdaut sie und ist still. Dann klagt eine andere Gruppe und so weiter. Leider sind die Ärzte nicht dazu zu bewegen, sich zu einigen, und auch das wird geschickt gefördert. Hausärzte gegen Fachärzte, Fachärzte untereinander...kennen Sie das geflügelte Wort "divide et impera"? Es wird mit bestem Erfolg bei den Ärzten angewandt.
Wie viel soll der GKV-Patient denn noch für seine Gesundheit und eine gute Behandlung löhnen müssen? Wissen Sie, was eine Zusatzversicherung überhaupt kostet und welche Bedingungen diese enthält?
Sie schlagen jetzt den Sack (Dr. Flaccus) und meinen den Esel (das System). Ein typisches Phänomen und die Diskrepanz, die ich erwähnte: der Kassenpatient zahlt auch, sieht aber nicht, wohin sein Geld geht. Wenn man die Kosten und die Einnahmen transparenter machen würden, würden die Versicherten sehen, was mit dem Geld geschieht. Und sie würden entweder verstehen, warum das System kollabiert, oder die Verantwortlichen ermitteln.
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