2. Klasse-Patient

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Jule90
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2. Klasse-Patient

Beitrag von Jule90 » 21.06.12, 19:35

Es ist doch immer wieder erstaunlich was man so als Kassenpatient erlebt.

Ich rief heute in einer Uniklinik an um einen Termin beim Herrn Dr.XY (Chefarzt) zu bekommen. Die erste Frage der Dame am anderen Ende: " Sind Sie privat versichert?" :shock:
Ich: "Nein, bin ich nicht."
Sie: "Ja, was wollen Sie denn dann von ihm?" :shock:
Ich erklärte kurz warum und wieso.
Sie wieder: "Aber Sie haben doch eine Überweisung, oder?"
Ich dachte mir nur: " Ne, ich rufe aus Jux und Dollerei bei Ihnen an um einen Termin beim Chefarzt zu bekommen und fahre ich mal eben 120km zur Klinik, um mich untersuchen zu lassen. Wenn es einfacher ginge würde ich hier nicht anrufen. Geht es aber nicht :?."
Ich: "Ja, natürlich habe, bzw. bekomme ich eine Überweisung der behandelnden Klinik"

Habe dann einen Termin in knapp zwei Monaten bekommen.
Wäre ich privat versichert, hätte ich bestimmt schon nächste Woche kommen können und wäre mit Handkuss und rotem Teppich begrüßt worden! :ironie:

Warum wird denn da so ein Unterschied gemacht?

Jule
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Nehme an, es hatte einen wichtigen Grund,

Beitrag von PR » 21.06.12, 21:17

dass es gerade der Dr.XY (Chefarzt) sein musste.

Nehme allerdings auch an, dass die die Überweisung ausstellende behandelnde Klinik für einen früheren Termin gesorgt hätte, wenn es sich auch um einen e i l i g e n Grund gehandelt hätte.

Oder ?

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Jule90
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Re: 2. Klasse-Patient

Beitrag von Jule90 » 21.06.12, 21:59

PR hat geschrieben:Nehme allerdings auch an, dass die die Überweisung ausstellende behandelnde Klinik für einen früheren Termin gesorgt hätte, wenn es sich auch um einen e i l i g e n Grund gehandelt hätte.

Oder ?
Ja, das kann schon sein. Habe ich in der Klinik nicht nachgefragt.
Eilig ist relativ. Mir wäre es lieber wenn es nicht so lange dauern würde. Andererseits ist es nicht wirklich dringend aus der Sicht mancher Ärzte. Der Grund ist im Forum Augenheilkunde nachzulesen.

Ich hab mich halt nur geärgert, weil so ein Unterschied zwischen Privat und Kasse gemacht wird! :?

Jule
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Humungus
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Re: 2. Klasse-Patient

Beitrag von Humungus » 21.06.12, 23:03

Jule90 hat geschrieben:Ich hab mich halt nur geärgert, weil so ein Unterschied zwischen Privat und Kasse gemacht wird! :?
Wenn Sie sich einen Fiat kaufen werden Sie nicht die Leistungen eines Ferrari erwarten. Im Gesundheitswesen scheint dies aber der Fall zu sein.

Ein Chefarzt hat eine ganze Menge zu tun, beispielsweise steht er stundenlang im OP, oder ihm werden alle schwierigen Fälle vorgeführt, bei denen er entscheiden muss - wenn er nicht wieder mal ewig in irgendwelchen dummen Sitzungen sitzt und sein Budget verteidigt. Die Zeit, die ihm bleibt, nutzt er, um Geld über seinen normalen Lohn hinaus zu verdienen - so wie das jeder machen wird. Für einen Kassenpatient kriegt er nen Appel und ein Ei.

Sollte der Fall derart schwerwiegend sein, dass der Chef ihn sehen muss, wird er ihm normalerweise auch vorgeführt, sonst werden sich - wie PR andeutete - andere Ärzte um ihn kümmern, die nicht unbedingt weniger kompetent sind. So mancher Oberarzt ist eine größere Koryphäe in einzelnen Themen eines Fachs als der Chef.
Augenarzt? Flatrate. Für nur 18 Euro all you can (tr)eat, ein ganzes Quartal lang! DAS ist heutige Gesundheitspolitik.

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Mir wäre es auch lieber

Beitrag von PR » 21.06.12, 23:09

- Danke für Ihre schnelle Antwort -

wenn ich all die, die untersucht, beraten und behandelt werden wollen, und auch noch von mir, nicht lange warten lassen müsste. Hm, naja, wenigstens die allermeisten. Dabei bin ich bloß Arzt, kein Doktor, und ein Professor schon garnicht.


"Ich hab mich halt nur geärgert..."
Nehmen wir an, Sie hätten was zu verkaufen und müssten davon leben.
W e m würden Sie es lieber verkaufen ?
Dem, der es Ihnen zahlt,
oder dem, der Ihnen erzählt: das zahlen meine Kumpels !?

Nichts Anderes ist der Kranken Kassen Job.

Sie sehen den Konflikt ?

PR
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Re: 2. Klasse-Patient

Beitrag von Jule90 » 22.06.12, 05:19

PR hat geschrieben:Nehmen wir an, Sie hätten was zu verkaufen und müssten davon leben.
W e m würden Sie es lieber verkaufen ?
Dem, der es Ihnen zahlt,
oder dem, der Ihnen erzählt: das zahlen meine Kumpels !?

Nichts Anderes ist der Kranken Kassen Job.

Sie sehen den Konflikt ?
Ja, da haben Sie natürlich recht.
Ich würde es wahrscheinlich auch so machen.
Humungus hat geschrieben:Ein Chefarzt hat eine ganze Menge zu tun, ... Die Zeit, die ihm bleibt, nutzt er, um Geld über seinen normalen Lohn hinaus zu verdienen - so wie das jeder machen wird. Für einen Kassenpatient kriegt er nen Appel und ein Ei.
Aber ich kann ich doch nichts dafür wenn er nur nen Appel und ein Ei bekommt.
... oder ihm werden alle schwierigen Fälle vorgeführt, bei denen er entscheiden muss -...Sollte der Fall derart schwerwiegend sein, dass der Chef ihn sehen muss, wird er ihm normalerweise auch vorgeführt,
Eben,...deshalb schrieb ich auch
Ich dachte mir nur: " Ne, ich rufe aus Jux und Dollerei bei Ihnen an um einen Termin beim Chefarzt zu bekommen und fahre ich mal eben 120km zur Klinik, um mich untersuchen zu lassen. Wenn es einfacher ginge würde ich hier nicht anrufen. Geht es aber nicht :? ."
Und um Ihr Beispiel aufzugreifen
Wenn Sie sich einen Fiat kaufen werden Sie nicht die Leistungen eines Ferrari erwarten. Im Gesundheitswesen scheint dies aber der Fall zu sein....

...Sollte der Fall derart schwerwiegend sein, dass der Chef ihn sehen muss, wird er ihm normalerweise auch vorgeführt, sonst werden sich - wie PR andeutete - andere Ärzte um ihn kümmern, die nicht unbedingt weniger kompetent sind. So mancher Oberarzt ist eine größere Koryphäe in einzelnen Themen eines Fachs als der Chef.
Wenn Sie einen Ferrari hätten der in die Werkstatt muss, weil irgendein spezielles Teil kaputt ist, würden Sie ihn in irgendeine Fiat- Werkstatt geben, wo irgendwer mal eine Ausbildung zum KFZ-Mechaniker gemacht hat, oder in eine Werkstatt mit Spezialisten für ihr Auto?

Jule
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Re: 2. Klasse-Patient

Beitrag von miriah » 22.06.12, 05:37

Es mag ja angehen, dass man bei einem nicht lebensbedrohlichen Fall nicht sofort einen Termin bei einem Chefarzt bekommt, allerdings erlebe ich es IMMER wieder, dass man auch bei den anderen Kollegen und auch niedergelassenen Ärzten erst einen Termin in 6-12 Monaten bekommt.

So erlebt beim Gynäkologen mit einem insg. 5 köpfigen Ärzte-Team! Und ich habe mich riesig geärgert!

Als Privatpatientin hätte ich in der gleichen Woche noch einen Termin bekommen, ansonsten eben in 6 Monaten. Dabei ging es um eine die Abklärung von Komplikationen in der Frühschwangerschaft, also nicht eben mal um ne Vorsorge, die warten kann.

Ich wurde dann zu Kollegen 15km aufs 'Land' verwiesen, die hätten immer was frei, bzw. auf den Arzt 'mit Migrationshintergrund' (sorry, ist nicht diskriminierend gemeint!!!!!)
Da bekommt man dann tatsächlich immer nen Termin, die haben die Patienten auch "nötiger"...

Grüße
miriah

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Re: 2. Klasse-Patient

Beitrag von Brigitte Goretzky » 22.06.12, 07:18

miriah hat geschrieben: Ich wurde dann zu Kollegen 15km aufs 'Land' verwiesen, die hätten immer was frei, bzw. auf den Arzt 'mit Migrationshintergrund' (sorry, ist nicht diskriminierend gemeint!!!!!)
Warum erwaehnen Sie es dann?
Warum nehmen Sie dort den schnelleren Termin nicht wahr?

Entweder war der Termin nicht so dringend, wie Sie glauben machen wollen, oder Sie haben eben doch Vorurteile.
And God promised men that good and obedient wives would be found in all corners of the earth.


Then she made the world round and laughed and laughed and laughed...

AnnettLoewe
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Re: 2. Klasse-Patient

Beitrag von AnnettLoewe » 22.06.12, 08:36

Ich weiß auch nicht, wozu jeder immer gleich nach dem Chefarzt ruft.
Lebensbedrohliche Fälle wird er selber übernehmen. Ich wurde schon morgens um 7.00 Uhr ungefragt vom Chefarzt der Neurochirurgie angerufen, weil durchaus ER meinen (kassenversicherten) Mann operieren wollte und noch einige Informationen brauchte. Auch nach der OP stand er solange zur Verfügung, bis alle unsere Fragen beantwortet waren und wir verstanden hatten, was er gesprochen hatte.

Und im übrigen: wenn der Chef nicht dafür sorgen kann, dass seine "Knappen" gut arbeiten, wird er kein guter Chef sein. Dann wüsste ich auch nicht, was mit einer "Chefaudienz" gewonnen wäre.

Humungus
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Re: 2. Klasse-Patient

Beitrag von Humungus » 22.06.12, 08:54

Jule90 hat geschrieben:Aber ich kann ich doch nichts dafür wenn er nur nen Appel und ein Ei bekommt.
Er auch nicht. Sie können sich bei ihm jederzeit privat anmelden und selber die Rechnung zahlen.
Wenn Sie einen Ferrari hätten der in die Werkstatt muss, weil irgendein spezielles Teil kaputt ist, würden Sie ihn in irgendeine Fiat- Werkstatt geben, wo irgendwer mal eine Ausbildung zum KFZ-Mechaniker gemacht hat, oder in eine Werkstatt mit Spezialisten für ihr Auto?
Ich würde ihn zu Ferrari geben. Und mich darauf einstellen, dass ich eine gepfefferte Rechnung kriege, weil es sich eben um eine Spezialwerkstatt handelt.

Übrigens hat ein Oberarzt auch eine jahrelange Ausbildung hinter sich, das ist kein Feld-Wald-und Wiesenmechaniker. Und wie gesagt: gerade an Unis werden Sie Oberärzte finden, die ihrem Chef in manchen Bereichen etwas vormachen. Ein Chef ist keineswegs ein Alleswisser und -Könner.

Dass man beim "normalen" niedergelassenen Arzt teilweise auf einen Termin monatelang warten muss ist der Tatsache zu danken, dass die Niedergelassenen budgetiert sind. Heißt: ab einer bestimmten Patientenzahl gibts nix mehr. Ja, warum sollten die Ärzte dann noch mehr machen? Verantwortlich dafür sind die Politiker und ihre willfährigen Verwalter von der KV.
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Re: 2. Klasse-Patient

Beitrag von AnnettLoewe » 22.06.12, 09:29

So ist es, Humungus.

Die gesetzliche Krankenversicherung bietet, entgegen einem weitverbreiteten Vorurteil, keinen Vollversicherungsschutz und keine Wunschleistungen, sondern das, was man eine "wirtschaftliche Basisversorgung" nennen könnte.
Darauf haben Ärzte keinen Einfluss.
Wer damit unzufrieden ist, sollte etwas für "Extras" ansparen oder sich mit anderen (auch potenziellen) Patienten zusammentun und sich an den Abgeordneten seines Vertrauens wenden.

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Re: 2. Klasse-Patient

Beitrag von Humungus » 22.06.12, 09:44

AnnettLoewe hat geschrieben:...eine "wirtschaftliche Basisversorgung"
Und selbst das ist noch ein Euphemismus. Minimalmedizin wäre die härtere Bezeichnung.
...mit anderen (auch potenziellen) Patienten zusammentun und sich an den Abgeordneten seines Vertrauens wenden.
Sehr empfehlenswert. Zum "mündigen Patienten", der so gerne propagiert wird, gehört auch, dass sich dieser mit der Situation im Gesundheitswesen auseinandersetzt und politisch aktiv wird. Eine Horde unzufriedener Patienten in einem örtlichen Abgeordnetenbüro könnte manches bessern.
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Re: 2. Klasse-Patient

Beitrag von AnnettLoewe » 22.06.12, 09:59

Und selbst das ist noch ein Euphemismus. Minimalmedizin wäre die härtere Bezeichnung.


8) Eben. Deshalb die Anführungszeichen.
In dem Bereich, in dem ich mich am besten auskenne, der neurologischen Rehabilitation, unterscheiden sich die Art und Weise der Behandlung und deren Dauer nicht etwa nach den Beschwerden des Patienten, sondern danach, wer der Kostenträger ist.
Wer nur seine Krankenversicherungskarte aufzubieten hat und die gesetzliche Rentenversicherung und eben nicht BG-Patient oder ein "Haftpflichtfall" ist, schneidet da ganz schlecht ab.
Erwartungsgemäß unterscheiden sich dann auch die Ergebnisse der Behandlung deutlich.

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Re: 2. Klasse-Patient

Beitrag von Muppet » 22.06.12, 11:03

Hallo,
1. der Chefarzt ist nicht immer der "besten" Arzt! Ich habe es schon erlebt, dass in einem Haus ein Chefarzt mit mir beim OP ein gefährlichen Fehler gemacht hat und es nicht erkannt hat. Ein Assistenzarzt hat sofort der Fehler gesehen und mir das Leben gerettet.

2. In ein anderen kleineren Haus, hat der Chefarzt Termine nach Krankheitsbild und nicht nach Kasse vergeben - Termin am nächsten Tag gekriegt, von ihm operiert und er hat jeden Tag vorbei geschaut - 3 Wochen lang (gesamte KHS Aufenhalt).

Ich habe auch oft diese 2 Klassen Gesellschaft bei niedergelassene Ärzte erlebt- Folge war Arztwechsel, da wenn ich privatversichert wäre, würde ich wesentlich billiger wegkommen als bei die gesetzliche Kassen (Beiträge). Nur, aufgrund meine Erkrankung nimmt mir keine Privatkasse. Ich sehe nicht ein, dass ich wesentlich höheren Beiträge als privatversicherte Patienten bezahlen muss, um schlechteren Behandlung zu genießen. So habe ich aber einige tollen Ärzte gefunden, die Zeit nehmen und gut behandeln, und man muss nicht Stunden warten, weil x privatversichterten Patienten eine Erkältung haben!

Jule90
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Re: 2. Klasse-Patient

Beitrag von Jule90 » 22.06.12, 13:05

Humungus hat geschrieben:Ich würde ihn zu Ferrari geben. Und mich darauf einstellen, dass ich eine gepfefferte Rechnung kriege, weil es sich eben um eine Spezialwerkstatt handelt...Sie können sich bei ihm jederzeit privat anmelden und selber die Rechnung zahlen.
Wenn man sich einen Ferrari leisten kann ist einem auch fast egal was "die Welt kostet"!
Ein "normaler" Mensch kann das eben nicht. Er kauft sich ein kleines Auto, das einen von A nach B bringt. Nichts anderes macht ein Ferrari auch, nur eben etwas zügiger.
Was ich damit sagen will ist dass sich eben nicht jeder eine Privatversicherung leisten kann, warum aber soll er dann schlechter und später behandelt werden?
Achja, ich hatte auch schon Situationen in denen der Arzt meinte dass ich mit Dieser und Jener Untersuchung sein Budget sprenge. Ich habe dann nachgefragt was es kostet, weil ich es dann selbst bezahlen wollte. Habe dann zur Antwort bekommen: "Ne, ne das machen wir trotzdem"!
So hätte ich es dieses Mal wieder gemacht.
Humungus hat geschrieben:Übrigens hat ein Oberarzt auch eine jahrelange Ausbildung hinter sich, das ist kein Feld-Wald-und Wiesenmechaniker. Und wie gesagt: gerade an Unis werden Sie Oberärzte finden, die ihrem Chef in manchen Bereichen etwas vormachen. Ein Chef ist keineswegs ein Alleswisser und -Könner.
AnnettLoewe hat geschrieben:Ich weiß auch nicht, wozu jeder immer gleich nach dem Chefarzt ruft.
Muppet hat geschrieben:1. der Chefarzt ist nicht immer der "besten" Arzt! Ich habe es schon erlebt, dass in einem Haus ein Chefarzt mit mir beim OP ein gefährlichen Fehler gemacht hat und es nicht erkannt hat. Ein Assistenzarzt hat sofort der Fehler gesehen und mir das Leben gerettet.
Ich habe nicht behauptet dass der Chefarzt immer der beste ist, aber wenn man (mehrmals) gesagt bekommt dass eben dieser Chefarzt ein "Experte" auf diesem Gebiet ist, warum kann man dann nicht gleich zu ihm?
Es ist doch irrsinn wenn ich erst zu einem seiner Kollegen gehe (der ja vielleicht durchaus bereit ist mir zu helfen und gut in seinem Bereich ist), der dann wieder ratlos vor mir steht und ich dann wieder warten muss bis mir einer weiterhelfen kann.
Dass es anders geht habe ich auch schon erfahren.

Jule
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