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HPV Impfung: Die erste „Impfung gegen Krebs“
Artikel ID: 87
Dieser Artikel wurde 458 mal aufgerufen
Verfasst von: Dr. Christian Windelen
Verfasst am: 27.01.10, 14:46
Artikel Beschreibung: Die HPV Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs wird von deutschen Ärzten bei Mädchen zwischen zwölf und 17 Jahren empfohlen.
Externer Link zu diesen Artikel:
https://www.medizin-forum.de/phpbb/kb.php?a=87
Dieser reißerische Titel ist in seiner Verkürzung natürlich unzutreffend und vereinfachend. Die HPV Impfung verhindert lediglich eine Erstinfektion mit einzelnen Virus-Untertypen des Humanen Papilloma Virus (HPV). Heute sind bereits zwei Impfstoffe gegen die humanen Papillomviren zugelassen: Gardasil und Cervarix. Ungewöhnlich schnell erfolgte aufgrund der überzeugenden Studiendaten und trotz der hohen Impfkosten die Empfehlung der deutschen Impfkommission im März 2007. Bei Mädchen zwischen zwölf und 17 Jahren ist seitdem die HPV-Impfung eine Kassenleistung fast aller gesetzlichen Krankenkassen. Doch viele Menschen sind verunsichert, ob die HPV-Impfung wirklich sinnvoll ist. Vor Nebenwirkungen muss man sich jedoch nicht fürchten: Beide Impfstoffe gelten als sehr gut verträglich.

Kritik
Denn die deutsche Impfkomission hat für die schnelle Genehmigung der Impfung auch viel Gegenwind bekommen. Deshalb fordern Fachleute weitere Studien, um den Nutzen der Impfung auf lange Sicht zu prüfen. Einen vollständigen Nachweis über die Langzeitwirkung der HPV-Impfung kann es nämlich erst in vielen Jahren geben.

Impfstoff

Der zunächst zugelassene Impfstoff „Gardasil“ (Firma Sanofi Pasteur MSD) immunisiert gegen die häufigsten HPV-Typen 16 und 18 und schützt so vor Infektionen mit diesen Typen: neben Gebärmutterhalskrebs auch vor Warzeninfektionen, den sogenannten Condylomen. Anfang 2008 ist als Konkurrenzimpfstoff „Cervarix“ (Firma Glaxo S&K) auf den Markt gekommen, dieser Impfstoff ist auch für Frauen über 18 und bis 55 Jahren zugelassen, er schützt ebenfalls vor den beiden Virustypen 16 und 18.

Impfen ja oder nein?
Studien haben gezeigt, dass die Impfstoffe Gewebeveränderungen am Gebärmutterhals verhindern. Die „PATRICIA“-Studie, deren Ergebnisse im Sommer 2009 in der Fachzeitschrift „Lancet“ vorgestellt wurden, sind durchaus positiv. An der Studie nahmen 17.000 Frauen zwischen 15 und 25 teil. Während die eine Hälfte dreimal mit „Cervarix“ geimpft wurde, wurde die Kontrollgruppe gegen Hepatitis geimpft.

Bei den Frauen, die gegen HPV geimpft wurden, traten weniger Krebsvorstufen auf, als bei den Teilnehmerinnen der Kontrollgruppe. Die Schutzwirkung war bei den Teilnehmerinnen besonders hoch, die noch nicht sexuell aktiv waren. Aufgrund der positiven Ergebnisse spricht sich die Deutsche Impfkomission, genau wie viele andere Gesundheitsbehörden weltweit für eine Impfung aus.

Autor: Dr. med. Christian Windelen
http://www.tcm-koeln.de

_________________
Dr. med. Christian Windelen
Facharzt für Frauenheilkunde und Psychotherapie - Praxis für Naturheilkunde in Köln
www.tcm-koeln.de


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