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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Stifneck im klinischen Bereich?
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 Betreff des Beitrags: Stifneck im klinischen Bereich?
BeitragVerfasst: 01.12.04, 20:46 
Tag Leute,

kann mir jemand mitteilen, ob es einen zeitlich begrenzten Rahmen für die Verweildauer einer Stifneck Immibilisationskrawatte am Patienten gibt. So wie ich es herausbekommen konnte handelt es sich hier ja nur um ein Rettungsmittel für den Notfall im präklinischen Bereich oder liege ich hier falsch? Meiner Meinung nach kann diese Immobilisationshilfe in der Klinik doch nicht über einen längeren Zeitraum zur Anwendung kommen, da ja durch die Materialbeschaffenheit Defekte an den Auflagestellen ja unvermeidlich auftreten. Daher nochmals, gibt es verbindliche Regelungen? Vom Hersteller habe ich keine Antwort erhalten.

Danke


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BeitragVerfasst: 01.12.04, 22:23 
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Registriert: 15.09.04, 15:25
Beiträge: 864
Hallo Pflegeteufelchen,

habe ihre Anfrage zuständigheitshalber auch ins Forum für Rettungsdienst und präklinische Notfallmedizin gestellt; vielleicht schauen sie dort auch nach Antworten!

Liebe Grüße,

_________________
Joachim Wagener


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BeitragVerfasst: 01.12.04, 23:03 
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DMF-Moderator

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Beiträge: 1343
Wohnort: Hansestadt Greifswald
Ohne es wissenschaftlich untermauern zu können...folgender Gedankengang.
Der Stifneck dient, wie schon erwähnt wurde der präklinischen Immobilisation der HWS bei Verdacht auf stattgehabtes HWS-Trauma.
In der frühklinischen Phase dürfte meines Erachtens der Stifneck schnell seine Berechtigung verlieren. Der Patient wird klinisch untersucht, hinzu kommt entsprechende bildgebende Diagnostik. Bestätigt sich der Verdacht einer instabilen knöchernen Verletzung der HWS wird diese operativ versorgt. Andere Variante wären dann stabile Frakturen oder Verletzungen des Bandapparates (Schleudertrauma). Der Bedarf an einer völligen Immobilisierung ist hier sicher geringer, so das auf weiche Halsstützen (möge mir ein Krankenhausmitarbeiter den korrekten Name verraten :-) ) zurückgegriffen werden kann.
Summasummarum ergibt sich für mich als maximale Verweildauer am Patienten eine zeit von ca. 3 Stunden, selbst bei notwendiger Verlegung in eine Klinik mit neurochirurgischer Fachabteilung. Korrekt angelegter Stifneck vorausgesetzt, solte das eine Zeitspanne sein, die das betroffene Gewebe ohne weiteres übersteht.

_________________
Erik Eichhorn
Rett-Med
DMF-Moderator im Forum Rettungsdienst und präklinische Notfallmedizin


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BeitragVerfasst: 01.12.04, 23:13 
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Registriert: 15.09.04, 15:25
Beiträge: 864
Liebe KollegInnen,

... 8) Erik, der alte Magier: er kann auf hundert Meilen sehen, was auch ich denke ...
Ich glaube, Erik´s Antwort gibt´s nicht hinzuzufügen, ODER???

Liebe Grüße,

_________________
Joachim Wagener


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BeitragVerfasst: 01.12.04, 23:25 
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DMF-Moderator

Registriert: 17.09.04, 00:31
Beiträge: 1766
Wohnort: Schleswig-Holstein
Hallo Pflegeteufelchen !

Sie haben völlig recht, der Stifneck gehört zu den primären Rettungsmitteln bei Verdacht auf ein HWS-Trauma und wird hier in erster Linie angewandt! Aber die weiterführende Stabilisierung bis zu einer möglichen operativen Versorgung muß natürlich auch innerklinisch gegeben sein und hier ist der Stifneck eines der besten Hilfsmittel! Da man ein Wirbelsäulen-Trauma vermutlich in der Initialbehandlung mit versorgen wird, genügt der Stifneck für die kurze Zeit und sollte dann auch erst im OP entfernt werden. Falls eine derartige weiterführende Stabilisierung dennoch notwendig sein sollte, kann in Absprache mit dem behandelnden Neurochirurgen alternativ auch die Schanz'sche Krawatte Einsatz finden oder man bestellt über die Orthopädie-Technik einen speziell gepolsterten und ausgemessenen Stifneck zur weiteren Versorgung. Jedoch sind alle diese Alternativen auch immer eine mögliche Gefahrenquelle zur Entstehung eines Decubitus! Da ist dann auch mal Improvisation gefragt und primär erkannte Druckstellen können ggf. mit Watte, Kompressen oder ähnlichem entlastet werden!

Pflegeteufelchen hat geschrieben:
Daher nochmals, gibt es verbindliche Regelungen? Vom Hersteller habe ich keine Antwort erhalten.

Das wundert mich gar nicht, da sich der Hersteller mit solchen Angaben ins eigene Marketing schneiden würde und diesbezügliche Verbindlichkeiten wären in der Tat auch als eher unseriös einzustufen. Hängt es doch im wesentlichen vom Patientenzustand (Hautdurchblutung, Ernährungszustand etc.) und von der korrekten Einstellung und Auswahl des Stifneck's ab und kann so pauschal auch nicht beantwortet werden. Das Decubitus-Risiko durch den Stifneck ist genauso individuell zu sehen, wie sonst auch das Decubitusrisiko individuell eingeschätzt wird!

Herliche Grüße

_________________
Gunnar Piltz
DMF-Moderator


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BeitragVerfasst: 01.12.04, 23:39 
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DMF-Moderator

Registriert: 17.09.04, 00:31
Beiträge: 1766
Wohnort: Schleswig-Holstein
Hallo Kollegen !

Na hier hat sich aber einiges überschnitten! Na wenigstens konnte ich mit der Begrifflichkeit zur "weichen Halsstütze" helfen :arrow: Schanz'sche Krawatte!

Herzliche Grüße

_________________
Gunnar Piltz
DMF-Moderator


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