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medizin-forum.de • Thema anzeigen - "Das System" schafft sich grad selber ab
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BeitragVerfasst: 16.10.17, 21:58 
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Hatt ich im Frühjahr einer Behörde zu Protokoll gegeben, die alle paar Monate vielleicht achtzehn wechselnde Hanseln und Greteln zu einem Nachmittag Sitzfleisch zwingt: der sogenannte Zulassungsausschuss. Nach Regierungsbezirk sortiert und zumeist am Ort der "Kassenärztliche Vereinigung" genannten weiteren Behörde untergebracht. Das Sitzfleisch: fast durchgehend Sesselpuper, die Hälfte plus eins (Tagesvorsitzender) aus kranken Kassen, daneben ein paar hochverdiente Ärztefunktionäre.

Diese Behörde hatte damals nicht gewollt, dass mein Krankenkassenprivileg um knapp 5 km Luftlinie nach Osten verschoben würde. So etwas wolle der Gesetzgeber nicht, würde er das genehmigen, sei das für ihn persönlich so gefährlich wie, bei Rot über eine Ampel zu fahren, neben der ein Blitzer steht, so der tagesvorsitzende KassenSoFA.

Im zweiten Anlauf hatten sich zwei Kolleginnen um mein Kassenprivileg beworben. Beide hätten dieses auch verschieben wollen, die eine um vierhundert Meter ostwärts, die andere hatte sich zu noch nicht deklariert.

Beide hatten sich mittlerweile etwas genauer mit den Umständen des deut'schländischen Kassenarztunwesens beschäftigt, und haben zwei Tage vor der Ausschuss-Sitzung ihre Bewerbungen zurückgezogen.

"Das System kranke Kasse nebst weiterer Behörden" schafft sich grad selber ab.
Der Gröhl Hermann, tät ja gern weitermachen, hat er grad verkündet.
Wer's glaubt. Will der wirklich als der Gesundheizmister in die Geschichte eingehen, der dem System das Licht ausgeknipst hat ? Obwohl: gönnen tät ich dem das schon.

PR

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BeitragVerfasst: 17.10.17, 13:53 
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PR hat geschrieben:
..."Das System kranke Kasse nebst weiterer Behörden" schafft sich grad selber ab.
Der Gröhl Hermann, tät ja gern weitermachen, hat er grad verkündet.
Wer's glaubt. Will der wirklich als der Gesundheizmister in die Geschichte eingehen, der dem System das Licht ausgeknipst hat ? Obwohl: gönnen tät ich dem das schon.PR

Ich habe das Gefühl, Herr Gröhe findet es sehr kommod, vom noch guten Ruf unseres Gesundheitssystems getragen, in der Weltgeschichte herumzureisen, gute Gespräche zu führen, sprich gefühlt hohle Phrasen zu dreschen und Applaus dafür zu erhalten und wie unsere Kanzlerin erst so ganz nach und nach zu bemerken, dass der Wähler im Inland, dem sie ihre Berufung verdanken, unwillig zu werden droht.

Hat Herr Gröhe uns das mitgebracht, dass Blutspenden jetzt gesund ist? Eine neue (Nudging)-Strategie, "Wir brauchen dringend Blut, also erklären wir den Aderlass für gesund"?

Grüße
Christiane


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BeitragVerfasst: 17.10.17, 16:40 
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Ich hab wo von echter Wissenschaft gelesen: der Blutdruck geht wirklich runter nach einem Aderlass. Wer hätte das, einerseits, nicht gedacht. Andererseits bleibt er wohl was länger unten als der reine Volumenverlust. Dritterseits könnt ich mir freilich gut vorstellen, dass allein die Auswahl möglicher Blutspender Spendenwillige mit behandlungspflichtigem Hochdruck außen vorlässt - klassischer Fall von Selektionsbias also.

MERKE: echte Wissenschaft produziert stets den aktuellen Stand des Irrtums.

PR

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BeitragVerfasst: 17.10.17, 22:16 
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PR hat geschrieben:
...der Blutdruck geht wirklich runter nach einem Aderlass.
Aus der Augenheilkunde weiß ich, dass der Aderlass aber auch Schattenseiten hat und nur bei bestimmten Erkrankungen als gutes Therapeutikum anerkannt ist.

Andere Erkrankungen verlangen eher einen isovolämischen Aderlass. Wenn man an einer Seite etwas ablaufen lässt, sollte man an der anderen Seite wieder etwas dazugeben.

Rede ich gerade von Politik? :wink:

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Augenarzt? Flatrate. Für nur 18 Euro all you can (tr)eat, ein ganzes Quartal lang! DAS ist heutige Gesundheitspolitik.


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 Betreff des Beitrags: Bias
BeitragVerfasst: 17.10.17, 23:38 
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Ich habe nur ein komisches Gefühl, weil mir ein Trend auffällt (ich weiß, Sie gucken kein TV, PR).
Da läuft gerade ein Spot,
https://www.youtube.com/watch?v=cG-PZmZraU0
der dazu auffordert, darüber nachzudenken, ob man nicht vielleicht Hepatitis C-Patient sein könnte. Wegen einer früheren Bluttransfusion oder eines banalen Schnitts beim Rasieren oder durch eine Tätowierung.
Es kommt mir einfach nicht richtig (mir fällt grad dafür kein Ausdruck ein) vor, dass der Hersteller von der entspr. Medizin zusammen mit einer passenden, extra ins Leben gerufenen Stiftung dafür wirbt, zu überlegen, ob man nicht in seinem Leben etwas getan hat, was zu einer Krankheit führen könnte und dazu aufruft, sich entspr. bei seinem Arzt testen zu lassen, um evtl. dann halt seine Medizin zu verkaufen.
Und so glaube ich auch, dass demnächst durch die Medien geht: Geht Blutspenden, ist gut für alle sowieso aber besonders kann es auch als Therapie betrachtet werden. Vielleicht zusammen mit und im Sinne von https://www.arte.tv/sites/de/das-arte-m ... ware-blut/

Ich glaub nicht, dass ich Gespenster sehe.

Grüße
Christiane


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 Betreff des Beitrags: Ich seh auch keine Gespenster
BeitragVerfasst: 18.10.17, 00:47 
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sondern die normale gewerbliche Habgier.

Hab ich wenige Male live gehört und lebenslang im Ohr: Wer spricht hier ? Die Stimme Deines Gewissens. Es ging um einen sogenannten Weichspüler.

Klar wird derlei Quatsch zunehmen, das ist ja mit ein Grund, warum ich um Massenmedien mit großer Suggestivkraft (schöne! bewegte ! Bilder und aufgesexte emotionalisierte Inhalte) gern größe Bögen mach.

Auch längst kein kein Gespenst mehr: personalisierte Werbung. Die wird immer mehr und immer zielgenauer, je mehr die Dummköpfe unter den Leuten Daten über sich preisgeben. "Liken" und "Teilen" heißen beispielsweise die teuflisch genialen Werkzeuge, sie ihnen körperwarm zu entreißen. Weiß wohl, wieso ich für den Notfall ein hänndie hab, aber kein Täfelchen.

Und wenn jetzt Politiker daherkommen und faseln - wo es um von ärztlicher Schweigepflicht geschützte Gesundheitsdaten geht - von einer "Kultur des Daten-Teilens", als ob das jetzt eine neue Tugend wär, dann weiß ich, wer die gekauft hat. Meistens dürfte es Bertel's Frau gewesen sein oder deren Lehrbuben aus der Ortenau.

PR

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 Betreff des Beitrags: Habgier
BeitragVerfasst: 18.10.17, 12:50 
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Dass die gesetzlichen Kassen nicht dagegen mauern ist sonderbar. (M. E.)
Anfangs haben sie sich lange geweigert, das Medikament mitzutragen und nun sind sie ruhig bei einer beworbenen Aufforderung, Ausgaben zu verursachen.
Versteh wer will. :?:

Grüße
Christiane


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 Betreff des Beitrags: Gegen die Diagnostik b r a u c h e n
BeitragVerfasst: 18.10.17, 17:37 
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die entsetzlich kranken Kassen nicht zu mauern, denn die kost das Geld der Ärzte.
Und gegen eine erforderliche Therapie werden sie aus Eigenmarketinggründen nicht mauern.

PR

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 Betreff des Beitrags: Heut zum zweitenmal in der Post
BeitragVerfasst: 24.10.17, 17:58 
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das Schreiben meiner ungeliebten Exkörperschaft des Inhalts,

man habe meiner Regressierung seitens irgend einer kranken Kasse wegen einer Abrechnungsnummer für eine postoperative Untersuchung durch mich nach einer ambulanten OP in der Klinik aus dem Juni 2013 erfolgreich nicht zugestimmt.

Ich müsse in der Sache weiter nichts unternehmen. Es geht um einen knapp zweistelligen Eurobetrag.

"Das System" schafft sich grad selber ab.

PR

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