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Hypertensive Krise ohne erkennbare Ursache

 
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JanaB
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Anmeldungsdatum: 14.07.2010
Beiträge: 3

BeitragVerfasst am: 14.07.10, 12:54    Titel: Hypertensive Krise ohne erkennbare Ursache Antworten mit Zitat

Guten Tag,

ich wende mich heute an Sie, weil ich mir Sorgen um meinem Mann mache.

Mein Mann (44 Jahre, 196 cm, 100 kg) bekam am 07.07.2010 Nasenbluten, welches nach einer guten Stunde immernoch nicht aufgehört hatte bzw. immerwieder anfing. Ich bin dann mit ihm in die Notaufnahme gefahren, mit dem Gedanken, zwei Tamponaden in die Nase, und gut ist. Welch ein fataler Irrtum. Dort angekommen hatte er einen Blutdruck von 300/140. Sofort wurden blutdrucksenkende Medikamente verabreicht, die den Blutdruck auf 120/80 senkten, aber nach einer halben Stunde war er erneut bei 240/120.
Währen des für uns "normalen" Wertes, war er schweissgebadet, und klagte über Schwindelgefühl. Als der Blutdruck im hohen Bereich wieder angekommen war, war er beschwerdefrei. Das Nasenbluten hatte zu diesem Zeitpunkt bereits aufgehört, und kam auch nicht wieder.
Mein Mann wurde stationär aufgenommen.

Nun sind 7 Tage vergangen, und keiner kennt die Ursache. Es sind verschiedene Untersuchungen durchgeführt worden, z.B. Kontrastmittelröntgen zweimal, Echo vom Herzen, 24-h-Sammelurin, eine spezielle Blutuntersuchung, um die Nebennieren in ihrer Funktion zu testen. Alle Befunde sind unauffällig, es hiess, der Salzhaushalt wäre ein wenig durcheinander, aber mehr auch nicht. Der Blutdruck jedoch liegt trotz Dauermedikation über einen Perfussor und zweimal tgl. Tabletten bei 200/120.

Es sind keine Beschwerden dazugekommen, ausser dieser hohe Blutdruck.

Mir stellt sich nun die Frage, ob er vllt. schon seit Jahren mit hohen Werten lebt, ohne es zu merken. Wie gefährlich sind solche Werte?

Was könnte sonst noch hinter einem hohen Blutdruck (auf der Arbeitsunfähigkeit steht: hypertensive Entgleisung) stecken?

Vielen Dank.

Jana
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Ralf Tillenburg
DMF-Moderator



Anmeldungsdatum: 15.09.2004
Beiträge: 11092
Wohnort: Raum Düsseldorf

BeitragVerfasst am: 15.07.10, 08:34    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

es ist leider so, dass man in ca. 95% aller Fälle keine Ursache für den erhöhten Blutdruck findet.

Um die bisherigen Untersuchungen zu kommentieren, benötige ich die genauen Befunde inkl. aller Blutwerte.
_________________
Alles Gute
Ralf Tillenburg
Arzt für Allgemeinmedizin
www.praxis-tillenburg.de
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JanaB
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Anmeldungsdatum: 14.07.2010
Beiträge: 3

BeitragVerfasst am: 29.07.10, 13:41    Titel: Antworten mit Zitat

So, ich nochmal.

Mittlerweile ist mein Mann aus dem KKH entlassen. Heute habe ich nun endlich mal die Blutwerte erhalten, und will sie auch gleich posten.

Als gesicherte Diagnosen haben sich nun ein Hypertonus (G) und eine maligne Niereninsuffizienz (G) herausgestellt.

Die Blutwerte von gestern lauten wie folgt:

GOT = 20 U/l
GPT = 28 U/l
Gamma-GT = 32 U/l
Cholesterin = 216 mg/dl
Triglyceride = 194 mg/dl
HDL-Cholesterin = 38 mg/dl
LDL-Cholesterin = 139 mg/dl
Risikofaktor Cholesterin/HDL = 5.7
Harnstoff = 72 mg/dl
Kreatinin im Serum = 1.90 mg/dl

Folgende Medikamente/Wirkstoffe nimmt er jetzt:

Moxonidin 0,3 mg 1-0-1
Amlodipin 5 mg 1-0-1
Ramipril/Hydrochlorothiazid 5mg/25mg 1-0-0
Bisoprololhemifumarat 5 mg 1-0-0

Der Blutdruck liegt derzeit bei 138/88 Puls 57.

Wir haben unsere Ernährung nun auf salzarm umgestellt. Welche Möglichkeiten gibt es noch, den Nieren und dem Blutdruck was gutes zu tun? Kann man das Kreatinin mit einer umgestellten Ernährung senken, oder welche Möglichkeiten gibt es?


Danke im Voraus.

Jana
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Ralf Tillenburg
DMF-Moderator



Anmeldungsdatum: 15.09.2004
Beiträge: 11092
Wohnort: Raum Düsseldorf

BeitragVerfasst am: 29.07.10, 21:41    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

leider gibt es keine Möglichkeiten. Bedenken Sie bitte, dass der Kreatininwert im Blut ja nur Ausdruck der Nierenleistung ist. Zwar können Sie den in geringen Grenzen beeinflussen (z. B. durch vermehrtes Trinken), jedoch ändert das ja nichts an der Ursache sondern ist reine Laborkosmetik.

Ich rate dazu, den Empfehlungen des Arztes zu folgen und vor allem die Medikamente regelmäßig einzunehmen. Falls Ihr Mann noch nicht beim Nephrologen war, sollte er dies unbedingt tun, denn diese wissen am Besten, was zu tun ist und vor allem, welche Medikamente in dieser Situation noch eingenommen werden dürfen.

Insobesondere sollte der noch einmal Stellung nehmen zu der Einnahme von Bisoprolol und Hydrochlorothiazid.

Die nächste Frage ist, warum Ihr Mann eine maligne Niereninsuffizienz hat. Wurde eine Ursache gefunden?
_________________
Alles Gute
Ralf Tillenburg
Arzt für Allgemeinmedizin
www.praxis-tillenburg.de
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JanaB
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Anmeldungsdatum: 14.07.2010
Beiträge: 3

BeitragVerfasst am: 30.07.10, 07:42    Titel: Antworten mit Zitat

Guten Morgen,

danke für die superschnelle Antwort.

Die Ursachenforschung gestaltet sich wohl sehr schwierig.

Die "maligne Niereninsuffizienz" hat der Hausarzt aufgeschrieben. Das KKH hat als Diagnosen hypertensive Entgleisung bei arteriellem Hypertonus, ED und Niereninsuffizienz, kompensierte Retention in den Arztbrief geschrieben.

Der Prof. im KKH meinte zu meinem Mann bei der Abschlussvisite, dass es nicht genau bestimmbar ist, was zuerst da war. Entweder hatte er seit Jahren einen zu hohen Blutdruck ohne Beschwerden, der die Nieren angegriffen hat, oder die Nieren sind irgendwann mal geschädigt worden, und haben im laufe der Zeit den Blutdruck in die Höhe getrieben.

Es sind durch die verschiedenen Untersuchungen Sachen ausgeschlossen worden.
So konnte z.B. keine Nierenarterienstenose und kein Tumor an den Nebennieren gefunden werden.

Einen Termin beim Nephrologen haben "wir" nächste Woche. Mal schauen, was bei raus kommt.

Wenn Interesse besteht, würde ich die Ausführungen des Kollegen nochmals hier schreiben.

LG Jana
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Ralf Tillenburg
DMF-Moderator



Anmeldungsdatum: 15.09.2004
Beiträge: 11092
Wohnort: Raum Düsseldorf

BeitragVerfasst am: 30.07.10, 07:47    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

ja, gerne. Interesse besteht immer.
_________________
Alles Gute
Ralf Tillenburg
Arzt für Allgemeinmedizin
www.praxis-tillenburg.de
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