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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Methoxyflurane
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 Betreff des Beitrags: Methoxyflurane
BeitragVerfasst: 14.05.12, 17:33 
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Ist das in Deutschland bekannt??? Wird ja in Australien/Neuseeland im präklinischen Bereich von Paramedics verwendet. Es wird zur Analgesie inhaliert und auch Kinder werden damit analgesiert. Man bräuchte also kein i.v Zugang es WIRKT sehr schnell und gut (weiss ich aus eigener Erfahrung) und von den Nebenwirkungen (klar gibts die auch) her auch nicht so schlimm (WENN professionell und bewusst seiner Nebenwirkugnen eingesetzt wird)wie z.b Morphin i.v was in Australien aber auch Gang und Gebe ist im Präklinischen Bereich.

Gibts oder gab es Versuche mit diesem Stoff in Deutschland??
Weiss das jemand??


Lg Dora


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 Betreff des Beitrags: Re: Methoxyflurane
BeitragVerfasst: 16.05.12, 13:47 
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Hallo,

Penthrox ist in Deutschland nach meinem derzeitigen Kenntnisstand nicht erhältlich, leider.
Ich kenne es aus den USA und Dubai, wo ich als CCP damit gearbeitet habe, bis ich einen i.v. Zugang gelegt habe, um auf Morphin, Fentanyl oder Kentanest umsteigen zu können.

Gerade für den traumatischen Schmerz bei Kindern und Erwachsenen ohne ACS Vorgeschichte eine schöne Variante. Bei internistischen Schmerzen leider eher weniger gut zu gebrauchen, vor allem bei ACS induzierten Schmerzen.

Derzeit gibt es keine Versuche dieser Art, wohl aufgrund der fehlenden Verfügbarkeit und Zulassung.
Man hat in Norddeutschland Versuche mit Lachgas gemacht und einen Rettungsdienstbereich wohl mit Lachgasflaschen und Systemen zur eigenständigen Inhalation für den Patienten eingerichtet. Genauere Ergebnisse liegen mir dazu aber nicht vor.

Meiner Meinung hat Methoxyflurane doch noch einige Vorteile gegenüber dem Lachgas. Alleine schon die Lagerung und die kombinierte Sedierung/Analgesie scheinen hier vorteilhafter.

Mit freundlichen Grüßen,

Sascha Steingrobe

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Advanced Care Paramedic - Queensland Ambulance Service (Australia)


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 Betreff des Beitrags: Re: Methoxyflurane
BeitragVerfasst: 16.05.12, 21:23 
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Danke fuer die Info..

Echt schade, da es wirklich fuer Frakturen etc eine schnelle HILFE ist !!!
Aber viell zieht ja Deutschland doch mal nach ... irgendwann..

Lg Dora


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 Betreff des Beitrags: Re: Methoxyflurane
BeitragVerfasst: 18.05.12, 13:58 
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Ich glaube, da müssen wir in Deutschland noch ein wenig warten, bis es ein suffizienten Stufenplan zum Thema Analgesie gibt. Solange das BtmG nicht geändert wird, sehe ich da schwarz. Alternative Analgetika gibt es eigentlich nur in Form von Nalbuphin und Ketanest. Das ist aber nicht einheitlich geregelt.

Da ich dieses Jahr zu QAS nach Queensland umsiedeln werde, darf dieses Problem für mich Gott sei Dank der Vergangenheit angehören. Fentanyl und Morphin sind da ja für den ACP/ICP vorhanden, sowie Ketanest und Methoxyflurane. Damit hat man eine große Bandbreite eine gute Analgesie nach Stufenschema aufzubauen.

Ick freu mir :).

LG Sascha Steingrobe

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Advanced Care Paramedic - Queensland Ambulance Service (Australia)


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 Betreff des Beitrags: Re: Methoxyflurane
BeitragVerfasst: 18.05.12, 15:03 
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Hallo :-)

Wow dann alles alles gute fuer den start in QUEENSLAND..

Lg


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 Betreff des Beitrags: Re: Methoxyflurane
BeitragVerfasst: 22.05.12, 08:52 
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Methoxyfluran ist ein altes volatiles Narkotikum, das keine analgetische Eigenschaften besitzt. Es wurde aus den OP-Sälen verband, weil es bei der Applikation zu toxisch hohen Fluorid-Konzentrationen im Körper kommt.

Das Medikament zur Analgesie einzusetzen entspricht bei den heutigen vorhandenen Alternativen keinesfalls mehr den modernen Ansprüchen in der Notfallmedizin. Weil es keine schmerzlindernde Wirkung hat und gesundheitsschädlich ist, kann man es weiterhin getrost als medizinischen Schrott bezeichnen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Methoxyflurane
BeitragVerfasst: 22.05.12, 12:17 
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Hallo,

Also in meinem Fall kann ich dem nicht zustimmen, da ich nach einem Unfall sehr starke Schmerzen hatte und es sehr sehr gut geholfen hat!! :-) ganz egal ob es die sedierende Wirkung war oder was auch immer, aber es hat geholfen. Und von grossen Nebenwirkungen kann ich auch nicht berichten, selbst bei Kindern, bei denen es täglich angewandt wird. Es wird dosiert eingesetzt.

lg Dora


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 Betreff des Beitrags: Re: Methoxyflurane
BeitragVerfasst: 22.05.12, 12:25 
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Zumindest weißt Du jetzt, warum man Methoxyfluran heute weltweit kaum noch im klinischen Alltag findet. Das war ja die Ausgangsintention Deiner Beiträge.

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 Betreff des Beitrags: Re: Methoxyflurane
BeitragVerfasst: 22.05.12, 12:59 
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Hallo,

sehr vielen Dank fuer die Info, wenn es wirklich so schädlich ist, ist es aber sehr erschreckend, dass es in Australien und Neuseeland gängig ist...Weisst du zufällig welche Schäden dadurch entstehen können??? Auch wenn es nur kurzzeitig in Verwendung ist???

Lg Dora


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 Betreff des Beitrags: Re: Methoxyflurane
BeitragVerfasst: 22.05.12, 13:18 
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Die Abbauprodukte von Methoxyfluran sind nierentoxisch und können auch nach einmaliger Verabreichung zu einem anurischen Nierenversagen führen. Das ist der Grund, weshalb es heute in der Humanmedizin kaum noch eingesetzt wird.

Die in der Literatur oft beschriebene analgetische Wirkung von Narkosegasen (incl. Methoxyfluran) beruht auf einer generellen zentralen Dämpfung, wobei die genaue Wirkweise dieser Substanzen immer noch nicht geklärt ist. Bei stärkeren Schmerzen reicht die analgetische Komponente definitiv nicht aus. Das ist auch der Grund, weshalb man Allgemeinanästhesien heute so gut wie nie mit Narkosegasen alleine durchführt.

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 Betreff des Beitrags: Re: Methoxyflurane
BeitragVerfasst: 22.05.12, 13:39 
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Hallo,

dann danke fuer die Information!
und einen schönen Tag.

lg dora


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 Betreff des Beitrags: Re: Methoxyflurane
BeitragVerfasst: 25.05.12, 14:35 
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Wohnort: England, Newcastle
Unsere EMTs benutzen N2O/O2 als Analgetikum da sie keinen Zugang zu IV Medikamenten haben. Wenn der Patient in der Lage ist es vernünftig zu inhalieren hat es einen geringen Effekt auf dem Niveau von IV Paracetamol. All zu oft wird es allerdings aufgrund von Stress, Schwäche oder Übelkeit nicht richtig inhaliert oder die Inhalation unterbrochen. Ich habe keine Erfahrung mit Methoxyflurane kann mir dort aber ähnliche Probleme der Applikation vorstellen mal völlig unabhängig von der Toxidität. N2O ist besser als Nichts, allerdings wirklich nur als überbrückende Maßnahme zu sehen aufgrund meiner Erfahrung, ich bevorzuge eher nasales Fentanyl wenn es zu Kindern oder Problemen beim iv Zugang kommt.

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mfg Marcus

Urban Search and Rescue Paramedic


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 Betreff des Beitrags: Re: Methoxyflurane
BeitragVerfasst: 25.05.12, 16:46 
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Beiträge: 172
Hallo,
danke auch fuer die rückmeldung :-)
Also ja ich habe es ein paar mal mitbekommen bei "Frakturen" und einfachen aber Schmerzhaften geschichten.. keine Polytraumen etc. Und diese Patinetn können normalerweise ganz normal inhalieren.


Lg Dora


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 Betreff des Beitrags: Re: Methoxyflurane
BeitragVerfasst: 27.05.12, 23:36 
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Beiträge: 262
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Da lernt man doch nicht aus Ani;).

Thanks für die Informationen.
Habe ein wenig tiefer gegoogelt und bin auf einen interessanten Artikel gestossen, der diese Komponenten von Dir beschreibt.
Scheinbar ist nicht ganz klar, warum die Fluoridausschüttung zu Stande kommt und es gibt wohl einige begünstigende Faktoren, wie die vorangegangene Thiopentalgabe, aber man hat sich entschlossen 2005 Methoxyflurane aus den USA zu verbannen.

http://journals.lww.com/anesthesiology/fulltext/2006/10000/methoxyflurane_revisited__tale_of_an_anesthetic.31.aspx

Nun, dann weiß ich, wovon ich in Australien lieber die Finger lassen werde. Gibt ja noch Morphin, Fentanyl und Ketanest, das sollte eigentlich reichen.

Lieben Gruß,

Sascha Steingrobe

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 Betreff des Beitrags: Re: Methoxyflurane
BeitragVerfasst: 28.05.12, 10:00 
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Hallo,

dann bin ich ja ma gespannt wie es die Aussies auffassen werden, denn es ist wirklich gang und gebe !!!! Selbst wird es am Strand von den Lifeguards angewandt, die keine Paramedic-ausbildung haben...

Es wäre interessant ob es da dann nicht doch einige Zwischenfälle gab mit der Green-whistle

Lg dora


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