Verfasst am: 12.07.10, 16:35 Titel: Hautpilz nach Antibiotika
Hallo!
Nach fast einem Jahr durchgängiger Antibiotikaeinnahme, habe ich GANZ schlimmen Haarausfall. Es wurde alles untersucht - Eisen, Zink, Hormone, Schilddrüse, ein Paar Häarchen herausgezogen und ins Labor weggeschickt - NIX! Nach 2(!) Jahren bin ich selber auf die Idee gekommen, dass es wohl eine Mykose sein könnte; auf einmal passte alles zu der Diagnose! - trockene Kopfhaut, stumpfe Haare, Haarausfall, nässende Pusteln auf der Kopfhaut (ein Alptraum!), dazu noch Folikulitis... - alles passt, und meine HA bestätigte das. Soweit, sogut - aber, was tun?
Wie kriege ich das weg ohne systemische Antimykotika einnehmen zu müssen? Und, ob das überhaupt geht? Die Hautärzte sind fast alle im Urlaub, bei den anderen gibt's zur Zeit 5 Wochen Wartezeit, bis dahin habe ich gar keine Haare mehr! (bin 33, weiblich!)
Was ich bis jetzt gemacht habe:
- Terzolin 2xWo (seit 1,5 Monaten schon)
- verdünnter naturtrüber Apfelessig als Haarspülung
- Ciclopiroxolamin 0,5% Lsg. - 1mal aufgetragen, aus Angst, dass es zu viele Antimykotika auf einmal sind, wieder abgesetzt.
- alles, was in meinen Blickwinkel fällt wird desinfiziert, auf 60Grad gewaschen usw...(Kissen, Bezüge, Handtücher, Haarbürsten...Sonnebrille auch!)
Ergebnis - immer noch schlimmer Haarausfall, alles ist so geblieben, wie es war, bloß am ganzen Kopf wachsen kleine büstenähnliche Härchen nach. (ein Alptraum!)
Meine Fragen:
- Terzolin alleine hilft nicht, was kann ich noch tun? und wie lange? und wie oft?
- komme ich um die systemische Antimykotika herum? (da habe ich SEHR viel Respekt vor, wegen der hepatitoxischen NW)
Kann mir denn keiner weiterhelfen?
Liebe Ärzte, bitte! Glauben Sie mir, es ist ein Alptraum - mit 33, weiblich - einen Glatzkopf zu haben!
Ich kann langsam in die psychosomatische Fälle eingestufft werden..
hat der Hausarzt denn keine Idee was zu tun ist? Hat er systemische Antimykotika verschrieben? Was ist mit lokaler Behandlung? Und welche großen Vorbehalte gibt es deinerseits gegen eine vorschriftsmäßige Anwendung dieser zugelassenen Medikamente?
An Deiner Stelle würde ich 1. Hausarzts Therapie wie verordnet beginnen und 2. einen Termin beim Hautarzt machen, um die Diagnose abzusichern und ggf. die Therapie abzustimmen. Ich verstehe dass Dich der Haarausfall sehr belastet, aber nach zwei Jahren kommt es auf ein paar Wochen doch nicht mehr an?
Wenn es Dich unmäßig drängt, jetzt gleich etwas zu unternehmen - frag die Suchmaschine Deiner Wahl nach Deinen Symptomen, Nebenwirkungen von Antibiotika, Alopezie, Dermatomykosen, vielleicht gibt Dir das Aufschluss.
Ich habe Deinen Thread übrigens angeklickt weil ich nach Antibiose (länger als zwei Wochen musste ich allerdings noch nie) regelmäßig Haut- und Verdauungsprobleme habe - die natürlichen und für den Körper wichtigen Bakterien sind dann einfach auch hinüber. Wenige Tage mit Echinacea, Joghurt und lokalen Antimykotika "richten" mich aber auch immer schnell wieder. Joghurt wende ich übrigens innerlich und äußerlich an. Deine Probleme sind aber ganz anders gelagert und Du solltest auf jeden Fall den Haus- und Hautarzt weiter konsultieren.
Zuletzt: Warum eigentlich musstest Du so lange Antibiotika nehmen?
Die Hautärztin (vor 2 Jahren bin ich da heulend angekommen) hat die ganze Zeit am Rechner was getippt und mir mit einem Ohr zugehört, dann ein Zettel gegeben, wo ich die Zahl der ausgefallener Haare ein Paar Tage lang notieren sollte, und zum Internisten überwiesen, um Blutprobe auf Mangelzustände zu prüfen. Ach ja, vorne sollte ich noch ein Termin machen, um mir 3 Haare auszupfen zu lassen für Wurzeluntersuchung ( ! klang für mich damals sehr vielverprechend - vom wegen! - 2 Wochen auf Termin warten, 2 Wochen auf Ergebnisse - Nix! Ihre Haarwurzeln sind gesund!) - und, weg mit mir!
Bei dem nächsten Hautarzt warte ich immer noch auf den Termin, obwohl nach dem , was ich über Kopfmykose durchgelesen habe, sollte sie möglichst schnell behandelt werden, wegen Ansteckungsgefahr. Tja, jetzt gehe ich natürlich nicht zum Friseur, ich möchte nicht weitere Menschen mit meinem Leiden anstecken, .... aber meine Diagnose kenne ich erst seit knapp 2 Monaten, und davor hatte ich ja "normalen" Haaraufall, gesunde Haarwurzeln und bin mit ruhigem Gewissen regelmässig zum Friseur gegangen....mehr brauche ich dazu nicht zu sagen... Seitdem werfe ich ab und zu mal einen längeren Blick auf die Haare der Mitmenschen, und denke mir dabei - "was war zuerst? Der Huhn, oder das Ei?"
Antibiotika ( Cortison auch!) habe 1 Jahr lang genommen wegen Fehldiagnosen, danach noch noch weitere 2 Jahre Homöopathie und Naturheilkunde Abneteuer, 3mal CT, 2mal Röntgen und 2mal Bronchoskopie und 2 unnötige OPs ----- bis ich endlich, nach 3 Jahren Schmerzen am ganzen Körper, eine Diagnose bekommen habe. Haarmykose ist übrigens nur eine Nebensache, und in die Psychoecke hat man mich auch abgetan, weil Schmerz nicht messbar ist und finden konnte keiner was. Keine Sorge, ich bin psychisch stabil und bin es immer gewesen.
Meine Vorbehalte gegen systemischen Antimykotika sind gravierende hepatotoxische Nebenwirkungen, das ist kein Geheimnis, weiss jeder Arzt. Weil dass eine wochen-, bzw. monatelange Therapie sein soll, sind die Lebeschäden sehr wahrscheinlich und in schlimmstem Fall bis zu dem Leberkoma führen können.
Schade, dass die Ärzte zu meinem Leiden auch hier schweigen...
War beim Hautarzt. "Es gibt keinen difusen pilzbedingten Haarausfal! Gibts nur androgenen oder telogenen. Und behaart ist ihr Kopf auch immer noch!"
Bilde ich mir das alles etwa ein?
Ich hab ein Foto davon, aber ich kanns nicht herausfinden, wie man das hier einfügt.
1. Sie brauchen eine ordentliche Diagnose: Das geht bei Pilzinfekten sehr leicht, eine mykologische Kultur ist innerhalb von 14 Tagen fertig. Ziel ist eine Identifizierung des Erregers. Falls keiner nachzuweisen ist, sucht man eine alternative Diagnose. Sehr hilfreich kann die Entnahme einer Gewebeprobe sein (klitzekleiner operativer Eingriff in örtlicher Betäubung, ähnlich einer kleinen zahnärztlichen Behandlung). Damit kann man z.B. einen Lichen ruber pilaris oder andere Alopezie verursachende entzündliche Dermatosen diagnostizieren.
2. Die Symptome können theoretisch bei einer lange unbehandelten Trichophytie (Pilzinfektion der Kopfhaut) auftreten. Diese ist mit örtlicher Therapie nicht in den Griff zu bekommen. Sie bräuchten dann eine kombinierte systemische und lokale Therapie über mehrere Monate. Erfolgsaussichten nahezu 100%.
3. Systemische Antimykotika gelten aufgrund der langen Erfahrung als sehr sichere Medikamente. Man kann alle 4 Wochen Blut abnehmen und die Leberwerte bestimmen. Wenn man einen Anstiueg verzeichnet genügt es, die Therapie zu beenden. Die Leber erholt sich problemlos. Man darf es nur nicht übersehen, wenn die Werte ansteigen. Gefährlich wird es nur, wenn man bei Anstieg längerfristig weiter einnimmt. Ernste Komplikationen sind Gott sei Dank extrem selten. Ich behandle seit 10 Jahren regelmäßig Patienten oft über 1 Jahr mit diesen Medikamenten und habe bisher beste Erfahrungen gemacht. Sonst würde man ja auch nicht bei banalen Nagelpilzen zu dieser Therapie greifen.
Viele Grüße,
docwilde69 _________________ Wichtig: Ein Rat übers Internet ist schön, ersetzt aber in keinem Fall den Gang zum (Fach-)-Arzt!
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