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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Praktikum für RettAs im Ausland?
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BeitragVerfasst: 08.06.09, 18:35 
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Florina hat geschrieben:
Es müssen dort doch auch Menschen arbeiten die bezahlt werden (ausser Ärzte) oder?

Verzeiht mir bitte diese Frage aber ich möchte gerne wissen wie dieses System funktioniert.


Das funtioniert ganz einfach:
(Un)bezahlten Urlaub nehmen und dann ab dafür!
Jobs in diesem Gebiet sind in Deutschland sehr sehr dünn gesiedelt, da sich die Helfer wie gesagt hauptsächlich aus dem Ehrenamt rekrutiert.
Und dort werden zumeist nur Menschen mit vorhandener (größerer) Berufs- und Lebenserfahrung für solche Extremeinsätze genommen - denn was man in so einem kreisengebiet erlebt ist kein Pappenstil. Weder was die praktische Arbeit noch was die psychologische Belastung angeht. Es sind nicht wenige mit PTSD, Burn-Out u.ä. aus den Tsunamigebieten (oder vergleichbares) wiedergekommen....
Wie gesagt, sehr schwierig da überhaupt Fuß zu fassen.
Wenn dich das Gebiet Social Health/Medizinische Entwicklungshilfe, aber auch Soforthilfe in Krisenfällen wirklich interessiert ist es definitiv sinnvoller eine Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger (ggf. mit Weiterbildung) absolvieren. Eine vorhergehende oder sinnvoller anschließende (weil kürzer und billiger) Ausbildung zum RettAss kann sicher nicht schaden...
Gibt übrigens sehr interessante Bücher zu dem Thema (meist allerdings auf Englisch)

Solltest Du noch weitere fragen habe, einfach stellen, hab da einige Kollegen (keine RettAss!) im nahem KH die schon im ein oder anderen Auslandseinsatz waren...

Edit:
Was die Führungslehrgänge angeht.
Solche von 0 auf 100 Kurse finde ich aus den schon genannten Gründen ebenfalls nicht wirklich sinnvoll. Man sieht das schon an dem Umstand, dass z.B. in meinem Kreis nur noch OrgLRDs berufen werden, die min. B3/Zugführer haben - und somit Menschenführung nicht nur erlernt, sondern auch erlebt und geübt haben. Und als OrgLRD befindet mans ich üblicherweise in einer bekannten Umgebung, arbeitet mit bekannten Materialien, Kollegen und Fahrzeugen/Geräten... das ist im Ausland irgendwo in Kafutschistan noch mal eine ganz andere Sache. (Übrigens, auch die meisten - ernstzunehmenden - Schulen setzen mitlerweile den B3/Zugführer - früher teilw. auch Gruppenführer - für den OrgLRD voraus. Ähnlich ist das bei den HiOrg internen Lehrgängen. Auch hier baut das eine auf dem anderen auf.) Und noch was.. ich weiß ja nicht von welcher Schule wir reden, aber soweit ich die HiOrgs kenne erkennen die meist nur eigene Führungslehrgänge an.. Die offiziellen Lehrgänge vom AKNZ mal ausgenommen... wird also spätestens bei der "Einstellung" schwierig mit den ganzen "Qualifikationen"...

_________________
Quid pro quo?


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BeitragVerfasst: 09.06.09, 11:42 
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@Flo
Mit Grusel und heisser Zeit meinte ich etwas an das sich warscheinlich viele erinnern können. Zivi als Rett San totale Begeisterung und sinnlose Zeitverschwendung im ehrenamtlichen Bereich an freien Tagen, Truppführerlehrgang, RA Gruppenführerlehrgang, Zugführer etc etc. Bis sich einem plötzlich die Augen öffnen.. was mache ich da eigendlich?
Eine frisch ausgeblidtete RAin in Führungsrollen auszubilden is reine Zeitverschwendung, du hast in den ersten jahren ja schon mühe deinen Trupp (RTW Besatzung) zu führen geschweige denn eine Gruppe oder gar einen Zug.
Deine Fähigkeit Entwicklungshilfe oder medizinische Hilfe zu leisten ist auch nciht proportional zu deinen Führerlehrgängen sondern zu deiner medizinischen Qualifikation und deinen sozialen Kompetenzen. Wichtig ist im ersten Falle dein individualmedizinisches Skillset welches als RA leider eingeschränkt ist. Selbst bei uns müssen Paramedics die ja im Arbeitsaltag jeden Einsatz abwickeln eine Zusatzqualifikation (grob übersetzt) geringfügige Verletzungen und Krankheiten absolvieren was sie zum Paramedic Practitioner macht. Das beinhaltet Wundversorgung wie Nähen, Hygien, Wundnachversorung. Ebenso das verschreiben von Medikamentenwie Antibiotika und die Behandlung von nicht Notfallerkrankungen. Entwicklungshilfe ist nicht Notfallmedizin sondern Allgemeinmedizin. Ärzte und Pflegepersonal haben in diesem Bereich die absolut beste Qualifikation. Mit den bei uns gängigen Weiterbildungen können wir einigermaßen mithalten sind meines erachtens aber immer noch deutlich unterlegen. Wie willst du in einem Krisengebiet helfen wenn du dem 7 jährigen Jungen nicht seine Kopfplatzwunde nähen kannst und folgend den Heilungsprozess beurteilen kannst. Ihm für eine etwaige Infektion keine Antbiose verschreiben kannst. Warum sollte eine HiOrg eine bezahlte RAin neben den ehrenamtlichen Arzt setzen wärend er die ganze Arbeit macht? Wenn du über die Rettungsmedizinische Schiene in diesen bereich vordringen möchtest rate ich dir den Gang in ein Land mit Paramedizinisch geführtem RD wie England, Holland oder Skandinavien. In England brauchst d für den Paramedic Practitioner aber wenigstens den BSc und 3 Jahre Berufserfahrung. Ebenso muss dir jemand die Kurse bezahlen, alleine der Wundversorgungs-Kurs kostet 1800 Pfund und dauert ein halbes Jahr.

Ein wenig persönliches ausmeiner Erfahrung. Berufsanfänger haben in Krisengebieten rein gar nichts zu suchen. Berufsanfänger haben in Alltagssituationen noch Probleme und haben bei weitem nicht den Erfahrungsschatz um mit begrenzten Mitteln in Asunahmesituationen professionelle Hilfe leisten zu können. Sorry Flo, mach dein Examen, arbeite und lerne, bilde dich fort und dann kannst du dich auch in die von dir gewünschte Richtung entwickeln. Deiner Motivation in Ehren...

mfg Marcus


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BeitragVerfasst: 18.06.09, 19:28 
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Hallo fa7x110

Eine kurze Zwischenfrage bitte:

Du schreibst:

Ebenso muss dir jemand die Kurse bezahlen, alleine der Wundversorgungs-Kurs kostet 1800 Pfund und dauert ein halbes Jahr.

Könntest du so freundlich sein ein paar weitere Informationen, Links dazu posten.

Würde mich schon sehr interessieren

Ist das daselbe wie ein Medic I Medic II Lehrgang? (sowie er von einigen Hilfsorganisationen angeboten wird) z.B. MTC http://www.maetaoclinic.org/Training.html


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BeitragVerfasst: 20.06.09, 00:42 
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Hallo 2-83

ich schaue mal ob ich link mäßig was machen kann. Der Wundversorgungskurs ist Teil des Emegency Care Practitioner Kurses an der tees Uni. Ka ob es da zu dem Modul nen direkt link gibt ich werd mal schauen. Der gesamte Kurs ist nur Mitarbeitern des trusts zuänglich.

mfg Marcus


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BeitragVerfasst: 23.07.09, 03:37 
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Hallo Flori

Ich weiss nicht, wie soll ich sagen? Es wirkt ein bisschen unentschlossen und verträumt, was Du erzählst.
Warum willst Du überhaupt im Ausland arbeiten? In welchem Land? Welcher Region? Hasst Du Deutschland, dass alles andere besser ist? Du hast was von 3. Welt angedeutet.

Was willst Du da? Armen Menschen was von Deinem Reichtum abgeben? Oder Geld verdienen? Habe ich auch gehört.

Für mich steht fest, dass ich nach dem RA-Examen sofort versuchen werde, in die Palästinagebiete zu gehen um dort zu arbeiten. Ich kenne auch die Verhältnisse da, weil ich schon ein paarmal da gewesen bin. Ich weiss auch, dass man mich da gerne nehmen wird. Ich brauche dafür gar keine deutsche HiOrg; man kann auch direkt als "Volunteer" bei den einheimischen einsteigen. Gerade in Krisengebieten ist man dann eine Art Held für die Menschen, die überglücklich sind, dass aus der Welt, von der sie sich verlassen fühlen, jemand zu ihnen kommt.

Ich weiss aber auch, dass da kein Geld zu holen ist. Rettungssanitäter oder Paramedics verdienen da ca. 250 bis 300 Euro im Monat. In vielen Ländern der Erde gibt es noch weniger Geld.
Normalerweise geht man davon aus, dass ein reicher Europäer - und alle Europäer sind für die Leute dort reich - kommt, um umsonst zu arbeiten. Oder willst Du den Leuten da, die 8 Kinder zu füttern haben, noch die wenigen miesen Jobs wegnehmen, die sie haben?

Ich werde versuchen, mir eine Finanzierung über ein Sponsoring zu backen. Vielleicht wird noch ein Verein etwas Entwicklungshilfe-Geld beantragen. Ich gehe mal so von 500 Euro im Monat aus, die ich zur Verfügung haben werde, wenn alles klappt.

Ob die Stunden anerkannt werden, steht in den Sternen. Nach der bisherigen Praxis kann ich das nicht erwarten. Nun gibt es ein BVG-Urteil, das die bisherigen Praxis-Bestimmungen zu grossen Teilen kippt. Vielleicht werden mir auch ein paar hundert Stunden anerkannt. Aber sicher keine 1.600.

Ich weiss also: es gibt nur 1.000 Probleme, die niemand hat, der einfach den normalen Weg geht. Und Du musst Dich darauf einstellen, dass es niemanden um DIch herum gibt, der das alles für Dich so weiss.
Da musst du viel spekulieren, schlussfolgern und einfach so drauf los Leute fragen, die an irgendwelchen Entscheidungsstellen sitzen. Oder gleich ins Blaue hinein - schriftliche - Anträge stellen. Und den Anwalt immer schon gleich bereit halten.

Ausserdem halten alle "normalen" Menschen Dich für einen Spinner. Und da musst Du selbstbewusst genug sein, dass Dir das am "A" vorbeigeht.

Warst Du überhaupt schon mal in einem Dritte-Welt-Land?
Oder willst Du vielleicht erstmal Urlaub in einem solchen Land machen und überhaupt die Einheimischen näher kennenlernen.


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