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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Bakterielle Prostatitis und kein Ende in Sicht...
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BeitragVerfasst: 08.07.06, 16:35 
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Hallo liebe Prostatitis-Gemeinde,

seit einiger Zeit, nämlich seit meiner Erkrankung, verfolge ich dieses Forum und möchte nun meine Geschichte schildern, in der Hoffnung, dass es Betroffene gibt, die mir vielleicht helfen können.
Mit 24 zähle ich hier wahrscheinlich eher zu den jüngeren Semestern.

Dieser Beitrag ist lang und ausführlich, dennoch würde ich mich freuen, wenn sich jemand dafür Zeit nehmen würde.

Das Ganze fing im März an mit häufigem nächtlichen Harndrang (erst 1 Mal, später dann ca. 3-5 Mal). Als dann eines Morgens noch ein leichtes Stechen im Unterbauchbereich hinzukam, entschloss ich mich endlich, zum Arzt zu gehen. Bei solchen ungeklärten Dingen wand ich mich wie auch so oft davor zuerst an meinen Hausarzt.
Mittlerweile ist es, glaube ich, sinnvoller, direkt einen Facharzt aufzusuchen...
Jedenfalls hat mein Hausarzt sofort eine Urinprobe gemacht und einen hohen Eiweißwert, sprich einen entzündlichen Prozess, festgestellt.
Er gab mir erstmal für 5 Tage ein Antibiotikum.
Jedenfalls trat keine direkte Besserung ein und ich bin dann schließlich zum Urologen gegangen.
Das Stechen im Unterbauchbereich war nun schon stärker und auch nach dem Samenerguss trat es nun erstmals auf, der nächtliche Urindrang war nach wie vor da.
Nachdem ich meinem Arzt all diese Symptome erklärt habe, war für ihn die Diagnose schon ziemlich eindeutig und nachdem er die Prostata abgetastet hat und ich einen höllischen Schmerz verspürte, war es klar: Prostatitis.
Hier müsse man 3-4 Wochen mit einem Antibiotikum behandeln.
Nachdem in meinem Ejakulat dann Staphylokokken festgestellt wurden, bekam ich für 20 Tage ein Antibiotikum (Wirkstoff: Moxifloxacin), jeden Abend 1.
Die Symptome ließen nach und ich war zunächst erleichtert.
Nach der Behandlung gab ich erneut Ejakulat ab und es wurden Restkeime gefunden, in einer wohl geringen Anzahl, die man nicht behandeln würde! (Hier vermute ich die Ursache....)
Dennoch, die Symptome kamen sofort wieder, allen voran der starke Harndrang und das Stechen.
Ich bekam wie gesagt kein Antibiotikum, sondern unterstützend 50 Sägepalmenfrüchte-Kapseln.
Diese stillten den Harndrang und zunächst dachte ich, die Entzündung würde sich langsam verabschieden, was sie aber nicht tat.
Wieder kamen die beschriebenen Symptome und sie wurden stärker.
Aus dem Stechen wurden regelrechtre Schmerzsignale, die in beiden Leisten zu spüren waren. Hin und wieder verspürte ich auch im Kreuz schmerzen.
Da mein behandelnder Arzt im Urlaub war, ging ich zu einem anderen.
Er machte eine Urinprobe und stellte keine Entzündung fest, gab mir aber dennoch ein Antibiotikum, 10 Tabletten (Wirkstoff: Levofloxacin)
Wieder wurde es besser und ca. 7 Tage nach der Behandlung kamen dennoch alle Symptome wieder.
An diesem Punkt war ich mit den Nerven am Ende, wusste nicht mehr weiter.
Sollte ich tatsächlich eine chronisch bakterielle Prostatitis haben?
Also wieder zu meinem behandelnden Arzt und nach erneuter Ejakulat-Probe fanden sich wieder mehr Staphylokokken als davor.
Jetzt greife nur noch Penicillin, dagegen habe ich aber eine Allergie.
Das heißt, ich habe 1 Mal in meinem Leben Penicillin genommen und währenddessen einen heftigen Hautausschlag bekommen.
Also kam Penicillin nicht in Frage.
Ich bekam stattdessen ein weiteres Antibiotikum (Wirkstoff: Nitroxolin), und zwar 50 Stück, jeden Abend 1.
Nachdem jetzt vor kurzem die 50 Sägepalmenfrüchte-Kapseln zuende genommen waren, habe ich mehr Schmerzen als je zuvor während der ganzen Erkrankung.
Letztens konnte ich beim Laufen nicht richtig auftreten mit rechts, da dann sofort wieder so ein Schmerzreiz-Signal durch die Leiste ging.
Ich habe Schmerzen in beiden Oberschenkeln, im Unterbauch, im Schambereich (dort am stärksten) und sogar gestern Nacht ein Stechen durch den Penis hindurch. Harndrang kommt meist auf, sobald ich liege. Selten schmerzen die Hoden ein wenig.
Aufsteigende Hitze und Übelkeit gesellen sich dazu.
Meist sind die Schmerzen am heftigsten, wenn zuvor ein Samenerguss stattfand.
Wenn ich ein paar Tage keinen habe, dann treten die Symptome seltener auf und nicht in dieser starken Form.
Die Schmerzen kommen auch bei bestimmten Bewegungsabläufen oder bei starkem Einatmen.
Von den momentanen Antibiotikum-Tabletten habe ich 15 von 50 bereits genommen.

Ich weiß wirklich nicht mehr weiter und würde mich über Ratschläge sehr freuen.
Sollte man weiter mit Antibiotika behandeln oder sogar Penicillin, oder komplett auf pflanzliche/homöopathische Basis umsteigen?
Kommt hier vielleicht auch jemand aus Berlin und kann mir einen Prostata Spezialisten empfehlen, eine Urologie-Koriphäe?

Liebe Grüße und vielen Dank an alle Antwortenden schonmal im Voraus.

Tava-Nick


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BeitragVerfasst: 08.07.06, 17:38 
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Hallo,
die bei dir durchgeführte Behandlung mit Moxifloxacin :wink: über 3 Wochen kann man im Hinblick auf die Beseitigung von Bakterien, bereits als rel. potent bezeichnen und entspricht fast gängigen Leitlinien für die Behandlung chron. Prostatitis (CP). Insofern wird sich kaum ein Arzt finden lassen, der mit noch höheren Dosen Antibiotika (ABX) therapiert. Manche urologische Unikliniken haben zumindest in der Vergangenheit Antibiotika noch etwas "reichhaltiger" eingesetzt.
Im Hinblick auf die weitere Vorgehensweise wäre m.E. zu berücksichtigen, daß sich CP nach heutigem Stand der Wissenschaft in den seltensten Fällen als rein bakteriell verursachtes Beschwerdebild darstellt. Man nimmt eher eine multikausale Entstehung an, die mit ABX allein nicht effektiv aufgehalten werden kann. In diesem Thread http://www.medizin-forum.de/phpbb/viewt ... rostatitis sind Erklärungen hierzu vertieft (Für die weitere Diskussion, zumindest mit mir, wäre dessen Lektüre hilfreich. Schau auch bitte mal in unsere FAQ http://www.medizin-forum.de/prostatitis/guide-d.html . Dort findest du eine Reihe von Erläuterungen zu Bakterien und "Prostatitis", von denen insbesondere diese zu erwähnen ist http://www.medizin-forum.de/prostatitis/ursachen-d.html .
'ne Urologie-Koriphäe aus Berlin kenne ich leider nicht.
Gruß
Olaf


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BeitragVerfasst: 08.07.06, 19:54 
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Hallo Olaf,

"Insofern wird sich kaum ein Arzt finden lassen, der mit noch höheren Dosen Antibiotika (ABX) therapiert."

Dann frage ich mich, weshalb ich überall lese, dass eine Erst-Antibiotika-Behandlung in jedem Fall 4-6 Wochen betragen sollte und ich nur 20 Tage lang behandelt wurde.
Vielleicht kannst Du da weiterhelfen.

Mit "rel. potent" meinst Du sicher resistent, oder?

Vielen Dank schonmal für die Links!
Habe mir schon einiges durchgelesen und vor allem der Artikel "Ursache und Wirkung
nach Dr. Dimitrakov" ist sehr interessant und auch erschreckend zugleich.
Es scheint außerdem wirklich schwierig zu sein, einen Urologen zu finden, der die 4-Gläser-Probe anwendet.
Ich werde daher wohl in die Urologische (Poli)Klinik hier in Berlin gehen.
Ich hoffe, die untersuchen mich dort eingehend, denn eine endlose und vor allem ziellose Gabe von Antibiotika scheint zu diesem Zeitpunkt keinen Sinn mehr zu machen.

Es ist jedenfalls schön, dass man hier all die Informationen bekommt, die einem der Arzt nicht gibt...

Tava-Nick

PS. Wie hoch sind die Chancen, eine chronisch bakterielle Prostatitis (sollte es denn wirklich eine sein) zu bekämpfen, z.B. durch Broccoli-Behandlung?


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BeitragVerfasst: 09.07.06, 17:32 
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DMF-Moderator

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Hallo Nick,
anbei 'n paar Anmerkungen zu deinem letzten Beitrag.

Tava-Nick hat geschrieben:
"Insofern wird sich kaum ein Arzt finden lassen, der mit noch höheren Dosen Antibiotika (ABX) therapiert."

Dann frage ich mich, weshalb ich überall lese, dass eine Erst-Antibiotika-Behandlung in jedem Fall 4-6 Wochen betragen sollte und ich nur 20 Tage lang behandelt wurde.
Vielleicht kannst Du da weiterhelfen.

Schwer zu beantworten, da unklar ist, was du gelesen hast.
Verbindliche Empfehlungen (Leitlinien) dieser Art gibt's m.W. nicht und die, die's gibt, refelektieren nicht den letzten Stand der Wissenschaft. Gemäß diesem sind bakterielle Entstehungen von CP fragwürdig und lange ABX- Einsätze daher schwer zu rechtfertigen. In einem aktuellen Artikel eines Urologen, der lange in der "Prostatitis"- Forschung tätig war www.aerztekammer-bw.de/25/10praxis/45urologie/0602.pdf (Seite 32, mittlere Spalte oben), werden inzwischen nur noch von zwei bis vier Wochen für sinnvoll gehalten. Der Artikel beschreibt auch eine aktuellere Auffassung zur 4-Gläser- Probe.

Tava-Nick hat geschrieben:
Mit "rel. potent" meinst Du sicher resistent, oder?

Das Wort "potent" war korrekt verwendet. Bei Moxifloxacin handelt es sich um eine fortgeschritteneres ABX aus der Klasse der Flourchinolone. Es wirkt auf ein sehr breites Spektrum an Bakterien, Resistenzen dagegen sind selten und es erzielt eins sog. hohe Bioverfügbarkeit (Wirkstoffkonzentartion am Wirkort). Letztere ist wichtig, da die Prostata ein angeblich schlecht durchblutetes Organ ist.

Die Brokkolikur ist 'ne Methode, die man, egal welche Form der "Prostatitis" man meint zu haben, probieren muß um herauszufinden, ob sich damit 'ne Besserung erzielen läßt. Der Vorteil ist, daß man sie begleiteten zu allen anderen therapeut. Aktivitäten durchführen kann. Da keine nennenswerten Nebenwirkungen bekannt sind, ist das Risiko, damit etwas grundlegend Falsches zu tun, m.E. nicht größer als z.B. beim Verzehr von Erdbeeren.
Gruß
Olaf


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BeitragVerfasst: 12.07.06, 00:57 
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Es ist wirklich nicht zu glauben, aber seitdem ich nun seit 4 bzw. 5 Tagen keinen Samenerguss mehr hatte, bin ich fast komplett schmerzfrei. Mit jedem Tag ohne wird es besser.
Lässt sich daraus irgendetwas ableiten?
Dazu habe ich nirgends etwas gefunden, auch keine ähnliche Sachlage hier im Forum.

Lange halte ich diesen Zustand jedenfalls nicht mehr aus :roll:


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BeitragVerfasst: 12.07.06, 10:13 
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Hallo Nick,
die Symptomverläufe bei CP/CPPS sind meist unstetig und individuell verschieden. Aus einer kurzfristigen Beobachtung der Reaktion auf Ejakulationen läßt sich nach meiner Erfahrung daher wenig und nichts Allgemeingültiges ableiten. Trotzdem werden in Foren und auch in Sprechzimmern immer wieder Äußerungen, die eine gesicherte therapeutische Wirkung von mehr, weniger oder keiner Ejakulation (incl. Masturbation usw.) suggerieren, in Umlauf gebracht. Insbesondere unter Anhängern bakterieller Erklärungen ist die Geschichte, daß durch Ejakulationen relevante Mengen von Keimen aus der Prostata ausgespült würden und dadurch ein Linderung der Symptome einträte, beliebt. Seriöse Studien in dieser Hinsicht gibt es nicht. Nach meinem Wissen bleibt einem nichts übrig als selbst langfristig zu beobachten, mit welcher Frequenz man besten leben kann. Folgende Umfrage deutet nochmal die unklare Rolle von Ejakulationen an http://www.chronicprostatitis.com/polls.html (Do you have pain after ejaculation?).
Gruß
Olaf


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BeitragVerfasst: 06.03.17, 06:08 
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Hey Tava-Nick,

Mich plagen ähnliche Beschwerden. Bist du deine Prostatitis letztlich losgeworden? Bitte antworte mir, ich hab langsam keine Hoffnung mehr :(

Viele Grüße


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